Forum Borreliose & Co-Infektionen

Normale Version: Clindamycin und Chinin gegen Babesien?
Du siehst gerade eine vereinfachte Darstellung unserer Inhalte. Normale Ansicht mit richtiger Formatierung.
Hallo zusammen,

hat jemand Erfahrungen mit Clindamycin/Chinin-Kombination gegen Babesien? Oder überhaupt mit Chinin?

Habe das Chinin vorgestern begonnen und soll es für 10 Tage hochdosiert zum Clindamycin nehmen, aber hatte letzte Nacht ganz schlimme Nebenwirkungen. Heute Morgen nicht mehr genommen und komme langsam wieder zu mir, die Nebenwirkungen lassen jetzt deutlich nach. Der Arzt sagt, mit halber Dosis weiter, aber ich kriege die Dinger gar nicht mehr runtergeschluckt... Schon beim Gedanken Brechreiz. Gemäss Packungsbeilage sind das ja auch heftigste Tabletten.

Wie sind eure Erfahrungen? Kennt sich da jemand aus?

LG Marilou
Bin kein Babesien Experte, aber das ist ein eher veraltetes Schema, was du da einnimmst. Meistens wird so weit ich weiß Malarone mit Azitromycin kombiniert.

Hast du es schon mit Artemisinin bzw Artemisia Annua probiert?

Kennst du diese Seite?
https://www.treatlyme.net/guide/kills-ba...rief-guide
(Bin mir nicht sicher, ob du den Inhalt lesen kannst oder ob man einen Zugang braucht)

Aus dem Link ein Auszug übersetzt:

Clindamycin und Hydroxychloroquin
Clindamycin 300 mg (Cleocin) und entweder Hydroxychloroquin 200 mg (Plaquenil) oder Chininsulfat 324 mg ist eine Kombination aus alter Zeit, die Babesia behandeln kann. Es ist jedoch für die meisten Menschen aufgrund von Nebenwirkungen sehr schwer zu ertragen. Hydroxychloroquin ist ein Chinin-ähnliches Medikament, das leichter zu ertragen ist als Chininsulfat, obwohl Chininsulfat wirksamer sein kann.

Nebenwirkungen von Clindamycin, die die Verträglichkeit erschweren, sind Übelkeit, Durchfall, Bauchschmerzen und allergische Reaktionen. Chininsulfat kann ein Klingeln in den Ohren verursachen, kann aber auch ein gedämpftes Gehör und andere schwere neurologische Zustände verursachen. Generell scheint Plaquenil als Chinin-artiges Medikament diese Probleme nicht zu verursachen.

Option 1. Clindamycin 300 mg 2 Pillen 3-mal täglich und Chininsulfat 324 mg 2 Pillen 2-mal täglich. Wenn gedämpftes Gehör oder andere neurologische Symptome als ein Klingeln in den Ohren auftreten, verringern Sie das Chininsulfat zweimal täglich auf eine Pille.
Option 2. Clindamycin 300 mg 2 Pillen 3-mal täglich und Plaquenil 200 mg 1 Pille 2-mal täglich.
Danke dir, das ist super hilfreich! :-) Der Arzt will auf Plaquenil umsetzen.

Zu Malarone und Azithromycin: Ich habe bereits im Sommer 6 Tage Malarone in Kombination mit Azithromycin bekommen. Ohne irgendwelche Erfolge.

War das vielleicht zu kurz?

Liebe Grüsse!
(28.03.2019, 14:35)Marilou schrieb: [ -> ]Danke dir, das ist super hilfreich! :-) Der Arzt will auf Plaquenil umsetzen.

Zu Malarone und Azithromycin: Ich habe bereits im Sommer 6 Tage Malarone in Kombination mit Azithromycin bekommen. Ohne irgendwelche Erfolge.

War das vielleicht zu kurz?

Liebe Grüsse!

Wieso hast du denn nach 6 Tagen schon abgebrochen?

Lies dir mal den Artikel durch, da werden deine Fragen schon beantwortet.

Behandlung dauert ca 4 - 6 Monate. Verbesserungen nach 1- 2 Monaten.
Kann auch gut sein, dass die Symptome sich erstmal verstärken.

Welche weiteren Infektionen hast du denn. Werden die parallel behandelt?
Ich habe nicht abgebrochen, ich habe es einfach so verschrieben bekommen, 6 Tage Malarone, nicht länger, aber es gab dann noch eine anschliessende Behandlung mit Riamet und Quensyl und vorher Cotrim und Azithromycin und Cefuroxim sowie fast die ganze Zeit begleitend Rifampicin. Es war eine 2-monatige Kur gegen alles zusammen (das wusste ich damals aber noch gar nicht. Ich dachte, das wäre alles nur gegen die Borrelien). Das hat allerdings insgesamt nicht den gewünschten Erfolg gebracht und es ging mir die ganze Zeit schlecht...

Ich habe mit den Borrelien auch Bartonellen, Rickettsien und Babesien abbekommen. Toxoplasmose auch. Dazu gesellen sich mittlerweile Viren und Pilze. Ich liege ziemlich flach.

Aktuell habe ich drei Wochen Rifa hinter mir in Kombi mit Azithromycin - jetzt ist mir nicht mehr so grauenvoll übel wie vorher immerhin. Jetzt gerade das Clindamycin mit Chinin/Plaquenil. Aber alles in allem, komme ich nicht richtig vorwärts. Eher rückwärts. Ich glaube, dass meine Ärzte die Co-Infektionen unterschätzen...

;-(
(28.03.2019, 17:01)Marilou schrieb: [ -> ]Ich glaube, dass meine Ärzte die Co-Infektionen unterschätzen...
Ich halte das für unwahrscheinlich, dass du alle diese Infektionen chronisch aktiv hast. Aus welchem Labor stammen denn die Befunde? Es gibt Labore, die zumindest mir suspekt sind und nach meiner Vermutung viele falsch positive Befunde generieren.
Aus verschiedenen Laboren, ich will keines namentlich nennen. Aber es sind alles klassische AK-Tests und IFTs. Die Tests sind von zuverlässigen Spezis in Auftrag gegeben worden, deswegen vertraue ich dem Ganzen mal.

Das Wesentliche ist aber: Ich fühle mich so hochgradig krank, dass ich oft denke: So schlimme Borreliose - das kann es gar nicht geben. Ich bin unmittelbar nach Zeckenbiss und Wanderröte ganz schlimm krank geworden und das ging nie wieder weg, es wird nur immer schlimmer, es kommt immer mehr dazu. Keine Ahnung, was mir da noch übertragen wurde... Vielleicht kennt man den Erreger noch gar nicht.
Zitat:Zu Malarone und Azithromycin: Ich habe bereits im Sommer 6 Tage Malarone in Kombination mit Azithromycin bekommen. Ohne irgendwelche Erfolge.

War das vielleicht zu kurz?

Als Babesienbehandlung vermutlich ja, nach meiner Erfahrung bzw. meinem Lesen von Veröffentlichungen dazu. Zumal es Dir wie Du sagst noch gar nicht geholfen hatte. So schnell geht das wohl nicht. Man soll zu Beginn der Babesienbehandlung eher mit fluktuierenden Verschlechterungen zu kämpfen haben, die dann mit der Zeit (Monate) an Intensität abnehmen sollen.
Zudem wurde beobachtet, dass unter der Behandlung spezieller Co-Infektionen, die Beschwerden andere intensivieren, sodass es wohl eher unmöglich ist bei Mehrfachinfektionen innerhalb weniger Behandlungstage eine durchschlagende Verbesserung zu erleben, selbst wenn die Behandlung gegen den gerade im Fokus der Behandlung stehenden Erreger wirksam sein sollte.

Ich habe auch die Frage, warum der Arzt denn nach 6 Tagen Malarone zu Riamet übergegangen ist? Hat er nichts dazu gesagt?

Hoffentlich ist der Grund nicht der, weil Du nicht spontan gesund geworden bist.Huh
Hat er mit diesem Vorgehen denn schon positive Erfahrungen gemacht?

Da keine exakte Vorschrift über die Behandlung einer Mehrfachinfektion existiert, kann man nur - wenn man viel Erfahrung mit der Behandlung von Mehrfachinfektionen hat - abschätzen, ob ein derartig rascher Wechsel des Regimes sinnvoll ist und einen Nutzen hat oder ob eher nicht, mal abgesehen von generellem Wissen über Antiinfektiva und deren Anwendung bei unterschiedlichen Erregern.

"Mein" "Spezialist" hat es ruhiger angehen lassen. Solch rasche Regimewechsel habe ich nicht erleben dürfen.

Berichte doch mal hier warum, wenn du einen Grund erfährst von Deinem Arzt.

Je nachdem wie schlecht es mir ginge, würde ich die ganzen positiven Nachweise auch ernst nehmen und zunächst versuchen "alles" zu behandeln.

Grüße Niko
Hallo,
ich habe leider eine Spätbabesiose (nun 6,5 Jahre) und ziemlich heftig. Die Borreliosetherapie 2014/2015 war eigentlich ziemlich erfolgreich. Nun kämpfe ich den Babesiose-Kampf, der ist anders aber auch schrecklich. Ich habe Malerone nun 9 Monate bekommen (+Azi und Arthemisia). Die ersten 3,5 Monate waren schlimm, alles war (wie mir auch vom Spezi vorher gesät wurde) verschlimmert. Ertragen und kämpfen pur. Rote Blutkörperchen „leben“ nur rund 4 Monate, also ist in 4 Monaten einmal das Blut erneuert und unter Malerone der Parasit, der dann auch aus dem Erys muss, zerstört. Die Hauptlast ist somit erstmal weg gewesen und es ging mit tatsächlich deutlich besser. Nur peripher wird es schwer, wie bei Malaria auch. Ich weiß, dass Tropica-Patienten (4 Fälle persönlich erfahren) auch jahrelang immer wieder Schübe haben, aber irgendwann wird es besser. Die nehmen alle dann für diese Zeit wieder Malerone. Es gibt nur Malariamittel, keine Medies speziell gegen Babesien. Was denke ich mal schon einschränkt. Ihn aus dem Körper richtig raus zu bekommen hängt ab, wie weit er im Körper sitzt, also auch im Knochenmark und Co. Also sagt mein Spezi, es geht einfach lange. Primaquine hat nochmals eine sofortige, sprunghafte Verbesserung gebraucht. Leider haben dann Niere, Blase und Harnröhre gestreikt, ich kann Malerone nicht mehr nehmen. Seit nun 5 Wochen ohne Therapie und die Symptome sind wieder zurück. Schnüff. Morgen starte ich mit Riamet. Also Daumen drücken! Ich sollte langsam mal wieder zur Arbeit!

Ich hoffe, mein kleiner, kurzer Erfahrungsbericht hat Dir etwas geholfen. Ich bin kein Freund vom ständigen Mesikamentenwechsel. Meine Erfahrung ist, dass die Therapien hart, qualvoll und langwierig sind, Geduld muss man haben.

Ich drücke Dir die Daumen!!!!!
(10.04.2019, 14:53)Murmelchen schrieb: [ -> ]Hallo,
ich habe leider eine Spätbabesiose (nun 6,5 Jahre) und ziemlich heftig. Die Borreliosetherapie 2014/2015 war eigentlich ziemlich erfolgreich. Nun kämpfe ich den Babesiose-Kampf, der ist anders aber auch schrecklich. Ich habe Malerone nun 9 Monate bekommen (+Azi und Arthemisia). Die ersten 3,5 Monate waren schlimm, alles war (wie mir auch vom Spezi vorher gesät wurde) verschlimmert. Ertragen und kämpfen pur. Rote Blutkörperchen „leben“ nur rund 4 Monate, also ist in 4 Monaten einmal das Blut erneuert und unter Malerone der Parasit, der dann auch aus dem Erys muss, zerstört. Die Hauptlast ist somit erstmal weg gewesen und es ging mit tatsächlich deutlich besser. Nur peripher wird es schwer, wie bei Malaria auch. Ich weiß, dass Tropica-Patienten (4 Fälle persönlich erfahren) auch jahrelang immer wieder Schübe haben, aber irgendwann wird es besser. Die nehmen alle dann für diese Zeit wieder Malerone. Es gibt nur Malariamittel, keine Medies speziell gegen Babesien. Was denke ich mal schon einschränkt. Ihn aus dem Körper richtig raus zu bekommen hängt ab, wie weit er im Körper sitzt, also auch im Knochenmark und Co. Also sagt mein Spezi, es geht einfach lange. Primaquine hat nochmals eine sofortige, sprunghafte Verbesserung gebraucht. Leider haben dann Niere, Blase und Harnröhre gestreikt, ich kann Malerone nicht mehr nehmen. Seit nun 5 Wochen ohne Therapie und die Symptome sind wieder zurück. Schnüff. Morgen starte ich mit Riamet. Also Daumen drücken! Ich sollte langsam mal wieder zur Arbeit!

Ich hoffe, mein kleiner, kurzer Erfahrungsbericht hat Dir etwas geholfen. Ich bin kein Freund vom ständigen Mesikamentenwechsel. Meine Erfahrung ist, dass die Therapien hart, qualvoll und langwierig sind, Geduld muss man haben.

Ich drücke Dir die Daumen!!!!!

da gibt es noch wellvone in doppelter dosis für 9 montae das werd aber teuer für dich . für 9 monate so 9000 - bis 10.000 € .
aus frankreich da kostet es nur dii falsche 350 € nicht wie in deutschland 750 €.