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Normale Version: MDK empfiehlt Reha
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Hallo Ihr Lieben,

jetzt ist es auch bei mir (bald 34) so weit und der MDK empfiehlt mir eine Reha, da er meine Erwerbsfähigkeit gefährdet sieht.
Ich hatte allerdings schon eine Reha und diese hat mir zumindest was meine körperlichen Symptome angeht, damals gar nix gebracht (war vor der Diagnose Borreliose und den AB).

Meine Frage an euch, was bringt mir ein Widerspruch beziehungsweise mit welchen Konsequenzen muss ich dann rechnen?

Vor allem soll ich Ende des Jahres noch teilstationär in eine Klinik, die ich mir selbst ausgesucht habe und wo ich hoffe, dass sie mich psychisch weiterbringen kann, da ich schon einmal dort war, aber aufgrund meines somatischen Zustandes abbrechen musste.

Da ich vermutlich nicht um die Reha drum rum kommen werde, da ich ja dann ggf auch auf eine Rente angewiesen bin. Für eine Reha als Neuroborreliose Erkrankter, habt ihr da eine Empfehlung?

Vielen Dank für eure Hilfe!
(21.10.2019, 09:23)nt_grizzly schrieb: [ -> ]der MDK empfiehlt mir eine Reha, da er meine Erwerbsfähigkeit gefährdet sieht.
War bei mir auch so. Die DRV hat dann nach zwei Gutachten den Antrag abgelehnt, weil angeblich die Erwerbsfähigkeit nicht gefährdet sei. Da wird halt seitens der Ämter Pingpong gespielt.

Ich würde an deiner Stelle aber bei der DRV nicht einen Antrag auf Reha, sondern einen auf Rente stellen. Den Fehler hab ich damals gemacht und kämpfe nun notgedrungen um eine Reha, obwohl ich eigentlich eine Rente brauche (es gibt ja keine Therapie bei meinem Krankheitsbild, jedenfalls nicht bei der DRV).
Also aus meiner gemachten Erfahrung heraus würde ich den Grundsatz der DRV: "Reha vor Rente" beachten.
Deine körperlichen Symptome können eher in einer Reha festgestellt werden, als von einem Gutachter in einer Begutachtungs-Momentaufnahme von 1-2 Stunden. Letztendlich ist für die Einschätzung der Erwerbsfähigkeit das individuelle Leistungsvermögen entscheidend. Da ist die Chance, das in einer Reha festzustellen entsprechend höher. Die Diagnosen sind zum Teil Nebensache. Die Borreliose ist dabei ein "rotes Tuch" bzw. gesondert zu sehen....
Welche körperlichen Symptome spielen denn die ausschlaggebende Rolle bei dir? Welche Reha in welchem Fachbereich schlägt denn der MDK vor?

Bei psysischen Problemen würde ich ggf. auch die von dir angedachte Klinikbehandlung parallel nutzen und auch mit angeben. Dann ist die psysische Seite auch schon mit abgeklärt und kann dir ggf. auch weiterhelfen in der "Begutachtung".

Ansonsten lies dir unbedingt dazu mal den Link von Fischera im Beitrag #2 durch, denn er beantwortet auch deine Fragen. Wink

Die gemachte Erfahrung von Markus, das Ämter "Pingpong spielen", kann ich bestätigen.

LG
(22.10.2019, 12:10)FreeNine schrieb: [ -> ]Also aus meiner gemachten Erfahrung heraus würde ich [b]den Grundsatz der DRV:
Deine körperlichen Symptome können eher in einer Reha festgestellt werden, als von einem Gutachter in einer Begutachtungs-Momentaufnahme von 1-2 Stunden.

Ich wurde gar nicht untersucht, sondern die Empfehlung per Aktenlage gegeben.
Das Gutachten habe ich bisher noch nicht erhalten, soll aber laut Krankenkasse auf dem Weg zu mir sein.

Stelle mir gerade noch die andere Frage, nachdem ich den Link gelesen habe.
Welche Wahl habe ich eigentlich wirklich? Mal angenommen, ich gehe dann im Dezember in die Klinik, kann einige psychische Baustellen abarbeiten und bin danach aber immer noch nicht arbeitsfähig. Dann bekomme ich ja nur noch bis maximal Ende März Krankengeld.
Danach müsste ich dann ja sowieso selbst einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente stellen, oder? Arbeitslosengeld werde ich ja nicht bekommen, da ich ja nicht arbeitsfähig bin.

Wenn ich Markus richtig verstanden habe, sollte ich lieber einen Antrag auf Rente stellen, da ich dann später nicht so viele Probleme haben werde, eine Reha zu bekommen, wenn ich sie denn dann wirklich brauche?

Eine Reha ist ja eine wirklich gute Sache! Aber sie hilft mir nicht dabei, meine Borreliose los zu werden. Da helfen mir allerdings bisher die AB sehr dabei, wenn auch immer noch leichte Schübe alle 4 Wochen da sind und ich häufiger durch die ganzen Medikamente völlig benebelt bin.
Die chronische Müdigkeit wird ja vermutlich vor absetzten der AB nicht weggehen.
Ich erhoffe mir aber noch von meiner aktuellen AB Kombi, dass auch die Bartonellen und Chlamydien 'geknackt' werden und die neurologischen Symptome komplett verschwinden.
Außerdem haben sich meine Schmerzen in den letzten beiden Jahren extrem verbessert.
Was geblieben ist:
• Verminderte Leistungsfähigkeit (mehrere Ruhepause am Tag, Mittagsschlaf)
• ca alle 4 Wochen Grippeschub (aber abnehmende Intensität und Dauer, zuletzt nur noch ca 1 Tag)
• phasenweise Hyposthäsien und Temperaturmissempfindungen (aber nur noch schwach ausgeprägt und meist du Medikamente oder Toxine verursacht)
• phasenweise verschwommenes Sehen/Benommenheitsschwindel (als hätte mir jemand mit einem großen Hammer auf den Kopf gehauen) vor allem bei/nach Belastung
• phasenweise fehlende Konzentration/Nebel im Kopf (habe aber auch seit 2.5 Jahren eine ADHS Diagnose, Nebel im Kopf durch Fluconazol deutlich gebessert!)
• phasenweise (selten) starke Muskelschmerzen, vorallem im oberen Rücken, den Schulter bis zwischen die Augen, in Arme und Beine ausstrahlend.
• 'Vergiftungsgefühl'/Katergefühl nach dem Aufstehen (kein Wunder bei den ganzen Medis..... seit Fluconazol deutlich besser)
• depressiv Verstimmt, da alles so lange dauert und ich immer noch nicht arbeiten kann
(22.10.2019, 12:10)FreeNine schrieb: [ -> ]Dann ist die psysische Seite auch schon mit abgeklärt und kann dir ggf. auch weiterhelfen in der "Begutachtung".

Wie meinst du das?

Ich kenne die meisten Baustellen ja schon, konnte Sie bisher nur nicht vollständig lösen (weil ich ja die Behandlung früher abbrechen musste).
Sie sind aber auch nicht mehr sooo gravierend, bis auf die depressive Verstimmung. Die wird aber leider vermutlich erst dann verschwinden, wenn ich körperlich fitter bin und wieder am sozialen Leben teilhaben kann.
Und die ADHS bedingten Symptome habe ich mit Medikinet und Sport gut im Griff gehabt. Auch wenn es viel zu viel Sport war, da ich die Diagnose erst so spät im Leben bekommen habe (geht vielen ADHSlern so, dass sie eine Sportsucht entwickeln (oder eben eine andere Sucht)).
Die Sportsucht hat sich aber z.B. durch die Borreliose sowieso erledigt, da ich aktuell keinen Sport mehr machen kann.
(22.10.2019, 17:37)nt_grizzly schrieb: [ -> ]Wenn ich Markus richtig verstanden habe, sollte ich lieber einen Antrag auf Rente stellen, da ich dann später nicht so viele Probleme haben werde
Vergiss das lieber mal, da ich nicht deine spezifische Situation im Hinterkopf hatte. Zudem ist das auch nicht meine Welt, dieser Ämterhickhack und Juristerei.

Bei mir hat mich damals das Jobcenter aufgefordert einen Rehaantrag zu stellen, was ich auch getan habe. Ich erfuhr später, dass ich wohl auch stattdessen einen Rentenantrag hätte stellen können (den habe ich später nachgereicht). Jetzt kämpfe ich formal vor Gericht um die Genehmigung einer Reha (wegen dem Antrag von damals), die ich ja gar nicht will. Denn für mein Krankheitsbild gibt es keine adäquate Reha, und das was angeboten wird (psychosomatisch) ist nachgewiesenermaßen schädlich; das Urteil auch vorneherein klar. Falls du denkst, eine Reha könnte was für dich sein, kannst du es ja probieren. Wenn die da sinnvolle Therapien für mein Krankheitsbild anbieten würde (z.B. Immunglobuline), würde ich da auch hinfahren.

Wobei mir ja laut aktuellem Gutachten selbst die Reha nicht vergönnt wurde, da ich nicht nur voll arbeitsfähig sei, sondern noch nicht einmal eine Gefährdung der Arbeitsfähigkeit gesehen wird.
(22.10.2019, 18:10)Markus schrieb: [ -> ]
(22.10.2019, 17:37)nt_grizzly schrieb: [ -> ]Wenn ich Markus richtig verstanden habe, sollte ich lieber einen Antrag auf Rente stellen, da ich dann später nicht so viele Probleme haben werde
Vergiss das lieber mal, da ich nicht deine spezifische Situation im Hinterkopf hatte. Zudem ist das auch nicht meine Welt, dieser Ämterhickhack und Juristerei.

Kämpfst du vor Gericht für die Reha oder nur deshalb für die Reha, damit du die Rente bekommst?

Wenn ich aber davon ausgehe, dass es vielleicht doch sinnvoll wäre, erstmal die Erwerbsminderungsrente zu bekommen und dann später, wenn die Antibiotika weg sind und ich einigermaßen wiederhergestellt, außer z.B. die Fatigue, dann doch in eine Reha möchte, zur Erholung, dann wäre der Weg doch zuerst den Rentenantrag zu stellen und später die Reha, vielleicht doch richtig, oder?

Denke, es ist wohl doch am besten die Erwerbsminderungsrente zu bekommen, da mir ansonsten ja nichts mehr bleibt, wenn das Krankengeld ausläuft, oder habe ich das falsch verstanden? Die Arbeitsagentur zahlt ja nur übergangsweise, bis der Rentenantrag dann z.B. durch ist.

Bei einer Reha habe ich aktuell auch viel zu viel Angst, dass sie meine Medis absetzen möchten oder mich nachher auch noch als gesund entlassen.
Kann ich mir zwar schwer vorstellen, aber man weiß ja nie.....
Bewegen tue ich mich für einen Borreliosekranken immer noch sehr viel, ca 3h spazieren am Tag und 1 mal die Woche leichtes Gerätetraining.
Verglichen mit vor der Erkrankung ist das aber gar nix.... und die Ärzte der Sportmedizin der Uniklinik haben mir sogar noch mehr erlaubt, trotz das ich mich schonen sollte, da ich vorher einfach unglaublich fit war und meine aerobe Schwelle selbst letztes Jahr im Juni noch bei 11.5 km/h laufen lag... (aber auch das ist lange her... laufen geht gar nicht mehr und selbst Radfahren funktioniert durch mangelndes Training und die vielen Antibiotika auch immer, immer schlechter....). Die Ärzte meinten, wenn sie mir nahe legen würden, gar keinen Sport zu machen, dann müssten sie dem durchschnittlichen Deutschen verbieten einkaufen zu gehen, weil das für mich ungefähr genauso anstrengend war.
Habe ja wie schon andernorts geschrieben vorher Leistungssport gemacht und dabei zeitweise deutlich mehr als 20 h Sport die Woche gemacht neben Job etc....
(22.10.2019, 17:37)nt_grizzly schrieb: [ -> ]Stelle mir gerade noch die andere Frage, nachdem ich den Link gelesen habe.
Welche Wahl habe ich eigentlich wirklich?

Schwere Frage, die dir kaum einer richtig beantworten kann.
Ich würde dir schon ausführlich antworten, habe aber in den nächsten Tagen volles Programm. D.H. in 1,5 Wochen siehts besser aus.

Vieleicht findest du noch ein paar Antworten für dich, wenn du folgende Beiträge liest:
Aktenkundige Psychodiagnosen und Antrag auf EU-Rente

bzw.
Grad der Behinderung - Versorgungsamt

Da bekommst du Infos zum Pro und Kontra:
- Reha oder Rente
- Borreliose oder Psycho-Diagnose
- Gutachterbefund oder Rehabefund
usw.
(gemachte Erfahrungen von Fischera, Markus, mir und einigen anderen ...)

Die Entscheidung musst letztendlich du treffen. Ob sie richtig oder falsch ist/war zeigt die Zeit und das Glück oder Pech, was man mit dem jeweiligen Bearbeiter hat ...

Die Ämter spielen alle mit Zeit, dass siehst du auch, wenn du schaust, wann alle unsere Beiträge beginnen ... (Auf den letzten Seiten findest du jeweils auch eine Zusammenfassung meiner gemachten Erfahrungen)

Zur Rehafrage:
Zitat:Für eine Reha als Neuroborreliose Erkrankter, habt ihr da eine Empfehlung?
hätte ich ggf. eine Info zur Überlegung. Später wie gesagt mehr dazu.

LG bis später!
(23.10.2019, 10:19)FreeNine schrieb: [ -> ]Schwere Frage, die dir kaum einer richtig beantworten kann.
Ich würde dir schon ausführlich antworten, habe aber in den nächsten Tagen volles Programm. D.H. in 1,5 Wochen siehts besser aus.

Zur Rehafrage:
Zitat:Für eine Reha als Neuroborreliose Erkrankter, habt ihr da eine Empfehlung?
hätte ich ggf. eine Info zur Überlegung. Später wie gesagt mehr dazu.

Da wäre ich dir sehr, sehr dankbar!

Habe heute den Brief von der Krankenkasse und auch den Bericht des MDK (zumindest den gekürzten?).
Der Gutachter scheint wirklich keinen der Berichte wirklich gelesen zu haben und empfiehlt mir jetzt eine neurologische Reha mit Schwerpunkt MS, dabei habe ich ja sogar laut meinen letzten Terminen in der Neurologie der Uniklinik wohl doch keine MS sonder einen 'Zustand nach Neuroborreliose'.
Allerdings steht auf meiner Krankmeldung immer noch die Diagnose mit drauf.
Ich hatte auch Berichte von einer Borrelioseklinik, einem Spezi und meiner Rheumatologin dazu gelegt, die alle die Borreliose als gesichert ansehen und auch die Therapie als zielführend ansehen, da es mir schon viel, viel besser geht.Die scheinen aber keine Beachtung gefunden zu haben.

Eine Neuro Reha stelle ich mir aber nicht als zielführend in meiner Situation vor, da ich:
1. ja keine neurologische Behandlung brauche. Also zumindest nicht so, wie z.B. ein Schlaganfallpatient
2. keine immunsuppresive Therapie brauche, auch laut 3 Unikliniken nicht
3. auf alle Fälle weiter mit AB therapieren möchte, da sie mich sehr weiterbringen
4. meine psychischen Baustellen vermutlich viel zu kurz kommen, dabei könnte ich die wirklich in einem solchen Setting gut bearbeiten (wenn ich körperlich dann auch fit genug dafür bin)

Habt Ihr einen Tipp für eine Rehaeinrichtung, die sich auch der Borreliosetherapie gegenüber offen zeigt? Oder zumindest die Therapie weiterführen würde, wenn man die AB selbst besorgt.

Ich sehe es ja so, dass ich erst dann von einer Reha profitieren kann, wenn ich körperlich fit genug bin, um wirklich an meinen psychischen Baustellen zu arbeiten.
In der ADHS Klinik dieses Jahr wurden meine Schlafstörungen z.B. so stark, dass ich Zopiclon nehmen musste und durch den Medikamentencocktail dann so einen Überhang/Vergiftungsgefühl/Brainfog hatte, das ich bei der (Gruppen)therapie total neben mir stand und auch die Therapeuten der Meinung waren, das eine Psychotherapie so keinen Sinn macht. Also wurde ich vorzeitig entlassen. Zumal dann auch wieder ein Grippeschub aufgetreten ist und die Schmerzen, vermutlich auch aufgrund der Anspannung, deutlich zugenommen hatten.
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