Forum Borreliose & Co-Infektionen

Normale Version: Neuinfektion mit Borreliose
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Hallo ihr Lieben.
Erstmal möchte ich mich bei den Menschen bedanken, die dieses Forum beleben und sich bei dieser tückischen Krankheit gegenseitig unterstützen. Das ist nicht selbstverständlich!

Nun zu meinem Leidensweg:
- ich hatte Ende Juni einen Zeckenbiss am Gesäß, habe diesen ein paar Tage beobachtet ohne irgendetwas zu bemerken und ihn dann schlichtweg vergessen
- Über das letzte halbe Jahr hatte ich keine großen Beschwerden. Bin grundsätzlich ein gesunder Mensch. Bin 30 Jahre alt. War rückblickend lediglich ein bisschen müder und evtl. körperlich nicht so belastbar wie sonst. Dachte es ist eine Phase.
- Mitte Oktober hatte ich einen Kletterunfall bei dem ich mir den Fuß verstaucht habe. Ab da kamen dann auch andere Symptome und Missempfindungen im Becken und Damm dazu. Ich dachte erst es wären Beschwerden durch den Sturz. Meine Organe, Blut und Urin wurde gecheckt. Alles in Ordnung.
- die Symptome sind linksseitig gewandert. Ich hatte dann Brustschmerzen, sehr unspezifisch. Mir war übel und ich hatte angeschwollene Lymphknoten sowie Entzündung am Brustbein. Ein MRT vom Brustbein sowie Brustwirbelsäule, Röntgenbild der Rippen und EKG waren auch in Ordnung.
- Ich war verzweifelt, da die Symptome echt stark und wandern waren und ich meinen Körper so nicht kannte. Hinzu kamen Verspannungen im Nacken und Rücken, Tinnitus, schwere Beine, Kribbeln in den Armen und ich kam schwer aus dem Bett
- habe mir dann einen Psychotherapeuten gesucht, da mich die Situation verdammt gestresst hat und ich dachte, dass ich verrückt werde. Die Gespräche taten mir gut und Ängste haben sich gelöst. Teilweise ging es mir tageweise besser, auch weil ich mich zu Sport und Bewegung gezwungen habe. Aber die Symptome blieben weitestgehend. Arbeiten viel mir schwer, weil ich mich schlecht konzentrieren konnte und ständig grübelte was mit mir nicht stimmt. War beim Osteopathen und habe stark auf gesunde Ernährung etc geachtet (noch mehr als ich sonst schon tue) 
- Zufällig viel mir ein Ausschlag an meiner Pobacke auf. So oft schaut man sich seinen Po dann doch nicht im Spiegel an ;) Ich konnte den Ausschlag erst nicht einordnen. Erst als mich ein Freund an den Zeckenbiss erinnerte kombinierte ich und alles machte auf einmal Sinn. Ich hatte den Stich schon voll vergessen.
- Ich war vor ca. 3 Wochen dann nochmal beim Hausarzt und er hat mir direkt Doxy für 20 Tage a 200mg verschrieben als er die stelle begutachtet hat. Das Blutbild mit Antikörpern war grenzwertig. Meine Therapie endet heute und ich muss sagen, dass ich nach wie vor nicht fit bin. Gerade am Hinterkopf habe ich abends Missempfindungen und mein Nacken ist steif, allg. bin ich müde und antriebslos. Meine Gelenke knacken nach wie vor. 

Zwischen bis und erstmaliger Antibiotika Therapie liegen also echt 6 Monate. Nun gehe ich von einem chronischen Verlauf aus. Mein Hausarzt sagt es wäre nach wie vor akut, sonst wäre die Wanderröte auch nicht mehr da und ich soll geduldig sein. 

Nun meine Fragen, da ich fast nie Antibiotika nehme:
- Kann es sein, dass das Doxy erst später einsetzt bzw. die aktuellen Symptome vom Doxy selbst sind? 
- Oder hat es vielleicht gar nicht reagiert? War zu schwach? 
- Sollte ich fragen, ob die Therapie fortgesetzt, verstärkt oder das Medikament angepasst wird? Wenn ja, welches sollte ich in welcher Dosierung nehmen? Ich würde sagen, dass ich Doxy einigermaßen vertragen habe. 
- Was kann ich sonst noch machen, um den Borrelien den Kampf anzusagen? An wen kann ich mich wenden, wie belesen?

Ich danke euch für jegljche Tipps und freue mich über den Austausch.

Einen entspannten Sonntag!

Pit
Hallo Piets und willkommen im Forum

Die grundlegendsten Infos, die ein "Neuling" meiner Meinung braucht, um nicht irre zu werden, sind folgende:
Die Infos die man findet und bekommt, sind aufgrund der miesen Forschungslage lediglich Meinungen
Die gängigen Bluttests, die Antikörper nachweisen (Serologien), beantworten nicht viel Info
Infos sind aufgrund des Expertenstreits und der miesen Forschungslage widersprüchlich grobe Übersicht


Zitat:Zufällig viel mir ein Ausschlag an meiner Pobacke auf.
Sieht das eher wie ein Erythmea migrans aus oder wie eine Acrodermatitis chronica atrophicans?

EM Bilder
ACA Bilder


Zitat:Zwischen bis und erstmaliger Antibiotika Therapie liegen also echt 6 Monate. Nun gehe ich von einem chronischen Verlauf aus.


Das würde ich so nicht unterschreiben sondern alles tun, was das möglichst verhindern könnte.


Zitat:Mein Hausarzt sagt es wäre nach wie vor akut, sonst wäre die Wanderröte auch nicht mehr da und ich soll geduldig sein.
Guter Arzt, der sich an der Klinik (den Symptomen) orientiert und nicht an Laborergebnissen. Wir haben nämlich nichts anderes.



Zitat:Meine Therapie endet heute und ich muss sagen, dass ich nach wie vor nicht fit bin
Wurde gar nichts besser?


Im Labor sprechen unterschiedliche Borrelienstämme unterschiedlich auf die zur Verfügung stehenden AB (Antibiotika) an. Was die dann im menschlichen Organismus noch so alles treiben, ist praktisch unbekannt, da Borrelien im Patienten nur schwer zu fassen sind.


Zitat:Kann es sein, dass das Doxy erst später einsetzt bzw. die aktuellen Symptome vom Doxy selbst sind?
Es ist praktisch alles möglich. Man weiss einfach zuwenig. Symptome, die vorher schon da waren, würde ich der Krankheit zuordnen. Symptome, die unter der Therapie auftreten, könnten Nebenwirkungen sein.



Zitat:Oder hat es vielleicht gar nicht reagiert? War zu schwach?
Beides ist möglich.



Zitat:Sollte ich fragen, ob die Therapie fortgesetzt, verstärkt oder das Medikament angepasst wird? Wenn ja, welches sollte ich in welcher Dosierung nehmen? Ich würde sagen, dass ich Doxy einigermaßen vertragen habe.
Aufgrund meiner Krankheitserfahrung würde ich die Therapie fortsetzen. Ich würde das AB wechseln oder die Doxy-Dosis zumindest auf 4-5 mg pro kg Körpergewicht verteilt auf zwei Dosen pro Tag anpassen. Die Therapie würde ich solange fortführen, bis die Beschwerden weg sind. Diese Therapieempfehlung entspricht nicht geltender Lehrmeinung und/oder Fachinformation des Medikaments sondern basiert in etwa auf den Leitlinien von ILADS und/oder DBG, die ich jedem ans Herz lege, wo geltende Lehrmeinung versagt hat. Den Wechsel des AB würde ich aufgrund meiner Krankheitserfahrung favorisieren. Alternative AB und Dosierungen findest du in folgenden verlinkten Leitlinien:

Leitlinien DBG
ILADS Burrascano 2008
ILADS 2014 (runterscrollen und pdf anklicken)
Alles in Allem ist die Therapie eine Rumpröbelei, die sich am Ansprechen darauf und an der Verträglichkeit orientiert. Bei langen und hoch dosierten AB-Therapien lohnt es sich, sich schlau zu machen, wie man Pilzen (Candida) vorbeugen kann.


Zitat:Was kann ich sonst noch machen, um den Borrelien den Kampf anzusagen? An wen kann ich mich wenden, wie belesen?
Es gibt leider kein Patentrezept. Es ist eine Rumpröbelei, wo man aufpassen muss, dass man sich nicht verzettelt. Es gibt sogenannte Borreliosespezialisten, wo Listen im Internet kursieren. Die einen opfern sich für ihre Patienten auf, die anderen ziehen ihnen das Geld aus der Tasche. Deshalb erachte ich eine persönliche Empfehlung durch eine Beratungsstelle/SHG oder hier im Forum als wichtig.

Borreliose Selbsthilfegruppen
Forumrubrik Ärztesuche (bitte spezielle Regeln beachten)
Ich möchte an dieser Stelle erwähnen, dass "Spezis" in der Regel nur noch privat abrechnen.

LG, Regi
Hallo Regi.
Danke für deine Zeit und die ausführliche Antwort. Das hilft schon sehr.

Es ist definitiv ein  Erythmea migrans. Das erste Bild passt optisch ganz gut. Ich habe auch ein Bild von vor 4 Wochen, verschone euch aber mal mit meinem Gesäß. :P

Genau, der Arzt hat mir mitgeteilt, dass die Symptome und meine Beschreibungen sehr gut zu einer Borreliose passen, auch wenn jetzt keine Wanderröte gewesen wäre und die Laborwerte nicht 100% eindeutig sind. Da ich mich vor allem an den Zeckenbiss erinnern konnte und alle anderen Untersuchungen in Ordnung waren.

Es ist für mich schwer einzuschätzen. Meine geschwollenen Lymphknoten und die Entzündung im Brustbein ist weg. Schmerzen in der Brust hatte ich zumindest auch keine mehr. Kribbeln in den Fingern und Einschlafen der Glieder ist weniger geworden. Heute fühle ich mich auch fitter. Tinnitus ist noch da, genauso wie Verspannung im Nacken und leichte Missempfindungen im Hinterkopf, die aber abends auch meist stärker werden. Die Wanderröte ist auf jeden Fall sehr stark zurückgegangen und kaum noch sichtbar. Also in irgendeiner Form gewirkt hat es. Ich bin evtl. auch zu ungeduldig.

Ich frage den Arzt heute, was er von einer Verlängerung bzw. einem Wechsel auf Mino hält. Habe das Gefühl, dass mein Immunsystem noch recht stark ist und auch eine längere Therapie mit AB verträgt. Die Leitlinien der DBG und ILADS habe ich überflogen und nun einen groben Überblick. Danke dafür!

Eine Selbsthilfegruppe macht wahrscheinlich Sinn. Werde mal schauen, wo die nächste in Berlin ist und mich informieren.

Nebenbei werde ich Neurogesan B komplex active gold, vitamine d3 Tropfen 2000, L-Carnipur 500 und omega 3 forte 700 zu mir nehmen, um mein Immunsystem zu stärken. Leider kann man momentan nicht in die Sauna sonst wäre das eine weitere Option. 

Bin bei meiner Recherche noch auf die natürlichen Mittel bzw. Homöopathische Mittel -  ledum palustre, beifuss, opc komplex kapseln, katzenkralle, stevia und kolloidales Silber - gestoßen. Hat damit jemand Erfahrungen gemacht? Kann das unproblematisch zum AB eingenommen werden? 

Liebe Grüße und einen guten Start in die Woche, Pit
(04.01.2021, 11:46)Piets schrieb: [ -> ]Bin bei meiner Recherche noch auf die natürlichen Mittel bzw. Homöopathische Mittel -  ledum palustre, beifuss, opc komplex kapseln, katzenkralle, stevia und kolloidales Silber - gestoßen. Hat damit jemand Erfahrungen gemacht? Kann das unproblematisch zum AB eingenommen werden? 

Zu diesen Themen wurde im Laufe der vielen Jahre schon seeeeeehr viel geschrieben. Am besten ist, Du nutzt die Suchfunktion dafür.
Und nicht zu vergessen unsere Linksammlung.
Zitat:Bin bei meiner Recherche noch auf die natürlichen Mittel bzw. Homöopathische Mittel -  ledum palustre, beifuss, opc komplex kapseln, katzenkralle, stevia und kolloidales Silber - gestoßen. Hat damit jemand Erfahrungen gemacht? Kann das unproblematisch zum AB eingenommen werden? 
Nach meiner Wahrnehmung ist Alternativmedizin meist Erfahrungsmedizin. Es gibt kaum Daten zu Wirksamkeit und Wechselwirkungen mit schulmedizinischen Medikamenten. Ich bin deshalb eher zurückhaltend, zumal allfällig auftretende Symptome nur schwer einzuordnen sind, ob das nun neue Krankheitssymptome, Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen sind. Wichtig finde ich bei lang und hoch dosierten AB-Therapien, so gut wie möglich zu schauen, dass sich kein Darmpilz (Candida) breit macht. Da kann man einiges über die Ernährung steuern. Der Grossteil unseres Immunsystems soll sich im Darm befinden.


LG, Regi
Update: ich habe vor zwei Tagen nochmal mit meinem Hausarzt telefoniert und ihm erzählt, dass ich weiterhin Symptome habe und ihn gefragt wie wir weiter verfahren. Habe ihn auch gefragt, was er prinzipiell von einer Verlängerung von Doxy hält bzw. einer Anpassung des AB.

Er meinte, dass er prinzipiell kein Fan von langen AB Therapien ist. Er mir raten würde nochmals einen Neurologen aufzusuchen, falls die Symptome von etwas anderem kommen, weil die Borreliose mit 20 Tagen Doxy a 200mg eig. behandelt ist. Das hat mich wiederum beunruhigt. Mein Blutbild war in Ordnung. Borrelien Antikörper unverändert leicht positiv. Ich meinte dann, dass das Doxy schon angeschlagen hat, weil die Wanderröte zurückgegangen ist. Er meinte, das wäre sie wahr. auch ohne AB. Ist das so?

Er meinte dann, dass meine Möglichkeiten folgende sind:
1. Warten, weil Doxy die Wirkung vllt. noch entfaltet und Besuch beim Neurologen.
2. Neue AB Therapie mit Amoxi bis zum Termin beim Neurologen. Falls was anderes raus kommt AB Therapie beenden.

Ich habe jetzt 40 Tabletten Amoxi 750mg Tabletten organisiert und wollte euch mal fragen, welche Einnahmemenge ihr mir empfehlen würdet?

Ich dachte an 2x 750mg Amoxi für 20 Tage oder eben höher dosiert 3x 750mg Amoxi für 14 Tage. Könnte sicherlich auch nochmal eine Packung organisieren, so dass ich auch 3x 750mg Amoxi für 20 Tage nehmen könnte. Bin aber unsicher, was am besten ist.

Und nochmal vielen Dank an Filenada und Regi. Habe mich über alternative Mittel erkundigt und mir bereits ein paar Mittel bestellt. Hoffentlich hat der Spuk bald ein Ende. Aber ich bin positiv. Hut ab vor allen, die hier in dem Forum so aktiv sind, das hilft oft mehr als ein Ärzt besuch, der oft mehr verunsichert, als er hilft. Und vor denen, die diesen Bakterien mit allen Mitteln den Kampf ansagen :)

Lieben Gruß,
Ich nehme auch Amoxi - jedoch gepaart mit Tini.
Amoxi nehme ich aktuell 3x750 mg.

Es ist bei mir absolut gut verträglich - und ich mache es als Langzeittherapie (wobei ich da Tini immer nur 10 Tage gepulst dazu nehme).

Allerdings lasse ich alle 4 Wochen Blutwerte (Blutbild, Elektrolyte, Niere, Leber) machen.
Auch ist diese AB-Therapie die Empfehlung meines Arztes.
@ Piets,
es gibt Entscheidungen die kann einem fast keiner abnehmen.

Zeckenkontakt im Juni 2020
20 Tage Doxy 200 mg

Die Leitlinien gibt schon mehr her, auch bei Frühinfektionen.
Man beachte hier das * bei der Dauer der AB Gabezeiten.
013-044l_S2k_Kutane_Lyme_Borreliose_2016-05.pdf (awmf.org)

Natürlich kann man auf Restsymptome verweisen, nach AB Behandlung S.46
030-071l_S3_Neuroborreliose_2018-4-verlaengert.pdf (awmf.org)

Wenn man etwas länger sich mit Borreliose befasst ist einem bekannt auf welcher dünnen, ja sogar fragwürdiger, wissenschaftlicher Datenlage sich Ärzte berufen.

Darum würde ich Patientenerfahrungen mindestens gleichsetzen. 
Die Wanderröte ist vergleichbar mit einem Pilz im Wald, was man sieht ist nur ein kleiner Teil, von dem was da wirklich existiert.
14. Veröffentlichung zur Datenerhebung - Borreliose Nachrichten (borreliose-nachrichten.de)

Ich persönlich nahm nie Amoxicillin. Würde ich es nehmen in deiner Situation?
Ja.
Weitere Infos 
THERAPIE DER LYME-BORRELIOSE (arznei-telegramm.de)

Zur Dosierung möchte ich dir diesen Bericht aus 2007 anbieten.
NIE 500 mg wenn man über 50 Kg wiegt, so der Ratschlag eines medizinischen Laien.
https://www.online-zfa.de/archiv/ausgabe...orreliose/
Bei Kindern wird nach geltender Lehrmeinung 50 mg pro kg Körpergewicht pro Tag, verteilt auf 3 Dosen, empfohlen. Dieselbe Dosierung findet sich in den Empfehlungen von Burrascano/ILADS 2008. 3x 750 mg würde also rund 40 kg Körpergewicht abdecken. Ob das bei dir reicht oder nicht, steht vollkommen in den Sternen. Ich würde höher dosieren. Ich selber therapierte mit 3x 1500 mg pro Tag bei 90 kg Kampfgewicht. Wichtig ist, dass du es 3x täglich, möglichst alle 8 Std. einnimmst wegen der kurzen Halbwertzeit. Amoxi empfand ich als sehr gut verträglich. An einer Tagung waren sich Spezis einig, dass Amoxi nach ihrer Praxiserfahrung besser wirken würde als Doxy im Frühstadium. Doxy ist halt billiger.

Die Dauer der Therapie würde ich nach dem Ansprechen richten, jedoch nicht unter 20 Tagen.

Zitat:Ich meinte dann, dass das Doxy schon angeschlagen hat, weil die Wanderröte zurückgegangen ist. Er meinte, das wäre sie wahr. auch ohne AB. Ist das so?
Ja, die Wanderröte geht in der Regel auch ohne AB weg, was leider nicht bedeutet, dass die Borrelien weg sind.

LG, Regi
(03.01.2021, 17:50)Piets schrieb: [ -> ]Hallo ihr Lieben.
Erstmal möchte ich mich bei den Menschen bedanken, die dieses Forum beleben und sich bei dieser tückischen Krankheit gegenseitig unterstützen. Das ist nicht selbstverständlich!

Nun zu meinem Leidensweg:
- ich hatte Ende Juni einen Zeckenbiss am Gesäß, habe diesen ein paar Tage beobachtet ohne irgendetwas zu bemerken und ihn dann schlichtweg vergessen
- Über das letzte halbe Jahr hatte ich keine großen Beschwerden. Bin grundsätzlich ein gesunder Mensch. Bin 30 Jahre alt. War rückblickend lediglich ein bisschen müder und evtl. körperlich nicht so belastbar wie sonst. Dachte es ist eine Phase.
- Mitte Oktober hatte ich einen Kletterunfall bei dem ich mir den Fuß verstaucht habe. Ab da kamen dann auch andere Symptome und Missempfindungen im Becken und Damm dazu. Ich dachte erst es wären Beschwerden durch den Sturz. Meine Organe, Blut und Urin wurde gecheckt. Alles in Ordnung.
- die Symptome sind linksseitig gewandert. Ich hatte dann Brustschmerzen, sehr unspezifisch. Mir war übel und ich hatte angeschwollene Lymphknoten sowie Entzündung am Brustbein. Ein MRT vom Brustbein sowie Brustwirbelsäule, Röntgenbild der Rippen und EKG waren auch in Ordnung.
- Ich war verzweifelt, da die Symptome echt stark und wandern waren und ich meinen Körper so nicht kannte. Hinzu kamen Verspannungen im Nacken und Rücken, Tinnitus, schwere Beine, Kribbeln in den Armen und ich kam schwer aus dem Bett
- habe mir dann einen Psychotherapeuten gesucht, da mich die Situation verdammt gestresst hat und ich dachte, dass ich verrückt werde. Die Gespräche taten mir gut und Ängste haben sich gelöst. Teilweise ging es mir tageweise besser, auch weil ich mich zu Sport und Bewegung gezwungen habe. Aber die Symptome blieben weitestgehend. Arbeiten viel mir schwer, weil ich mich schlecht konzentrieren konnte und ständig grübelte was mit mir nicht stimmt. War beim Osteopathen und habe stark auf gesunde Ernährung etc geachtet (noch mehr als ich sonst schon tue) 
- Zufällig viel mir ein Ausschlag an meiner Pobacke auf. So oft schaut man sich seinen Po dann doch nicht im Spiegel an ;) Ich konnte den Ausschlag erst nicht einordnen. Erst als mich ein Freund an den Zeckenbiss erinnerte kombinierte ich und alles machte auf einmal Sinn. Ich hatte den Stich schon voll vergessen.
- Ich war vor ca. 3 Wochen dann nochmal beim Hausarzt und er hat mir direkt Doxy für 20 Tage a 200mg verschrieben als er die stelle begutachtet hat. Das Blutbild mit Antikörpern war grenzwertig. Meine Therapie endet heute und ich muss sagen, dass ich nach wie vor nicht fit bin. Gerade am Hinterkopf habe ich abends Missempfindungen und mein Nacken ist steif, allg. bin ich müde und antriebslos. Meine Gelenke knacken nach wie vor. 

Zwischen bis und erstmaliger Antibiotika Therapie liegen also echt 6 Monate. Nun gehe ich von einem chronischen Verlauf aus. Mein Hausarzt sagt es wäre nach wie vor akut, sonst wäre die Wanderröte auch nicht mehr da und ich soll geduldig sein. 

Nun meine Fragen, da ich fast nie Antibiotika nehme:
- Kann es sein, dass das Doxy erst später einsetzt bzw. die aktuellen Symptome vom Doxy selbst sind? 
- Oder hat es vielleicht gar nicht reagiert? War zu schwach? 
- Sollte ich fragen, ob die Therapie fortgesetzt, verstärkt oder das Medikament angepasst wird? Wenn ja, welches sollte ich in welcher Dosierung nehmen? Ich würde sagen, dass ich Doxy einigermaßen vertragen habe. 
- Was kann ich sonst noch machen, um den Borrelien den Kampf anzusagen? An wen kann ich mich wenden, wie belesen?

Ich danke euch für jegljche Tipps und freue mich über den Austausch.

Einen entspannten Sonntag!

Pit

Hallo Pit, hallo an alle anderen, 

ich heiße Manuel und habe gerade fast den indentischen Fall. Meine Infektion ist etwas über ein Jahr her. Ich hatte auch die ganze Zeit kaum oder keine Symptome. Allerdings statt ich auch sehr unter Stress. Seid Anfang des Jahres hatte ich festgestellt, dass ich nicht mehr so Leistungsfähig bin und ich hatte in letzter Zeit immer Flecken um die Nase. Ich bin vor ca. 8Wochen zusammengebrochen und habe seid dem haufenweise Arztbesuche etc. gehabet. Nach 4 Wochen hatte dann mein Hausarzt festgestellt, das ich borreliose habe. Ich habe jetzt 23 Tage Doxy. genommen und gestern kamen meine Blutergebnisse die Entzündungswerte sind gut und ich soll das Doxy absetzten, ich bin mir jetzt nach Pits Beitrag unsicher ob ich die Tabletten absetzten soll. Vor allem, da ich erst seid ca. 1,5 Wochen richtige borreliose Symptome aufweise. Sehr schlapp, kacken in den Kien. etc. 

Ich wäre dankbar für eure Einschätzungen. 

@ Pit: machst du jetzt eine zweite Therapie?

VG Manuel
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