Forum Borreliose & Co-Infektionen

Normale Version: Bartonellen Nachweis
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Mein Doc hat serologische, IFT und PCR Testung auf PCR auf Bartonellen angefordert. (Berlin)

Komischerweise kommt dort immer nichts, oder das falsche an,
mir sagten sie, aufgrund fehlender Röhrchen können sie nur PCR machen.

Ich hatte bereits 2 Blutabnahmen !

Wie aussagekräftig ist der PCR, wie wichtig IFT für den Nachweis ?

Gruß
Klaus
Ich habe aus Berlin einen positiven IGG... aus dem Harz hatte ich ein halbes Jahr zuvor einen positiven IGM.. PCR wurde nie gemacht. Interessant ist, dass beim positiven IGG dabei stand, dass keine Behandllung nötig wäre, da es sich um eine abgelaufene Infektion handelt.
Bei Bartonellen ist es wohl auch so, dass die Serologie nicht zwischen aktiver, länger andauernden Infektion und vergangener Infektion unterscheiden kann. Bei Bartonellen muss es bei aktiver Infektion auch nicht zwangsweise zu Symptomen kommen, wie auch bei Babesien ("subklinisch").

Kurz gesagt:
Serologie:
Vorteil: Sensitiver, kostengünstiger. Nachteil: in der Regel anfälliger für falsch positive Ergebnisse und kann nicht zwischen aktiver und abgelaufener Infektion unterscheiden.
PCR:
Vorteil: sehr spezifisch, ein positives Ergebnis, legt eine aktive oder bis vor kurzem aktive Infektion sehr nahe (unterscheidet nicht zwischen lebenden und toten Erregern) und macht eine Seronarbe unwahrscheinlich. Falsch positive Ergebnisse sind aber nicht auszuschließen, wenn der Test oder das Material ungeeignet sind, aber seltener als bei Serologie.
Nachteil: weniger sensitiv, da in der Blutprobe eben auch Bartonellen oder Teile von Bartonellen vorhanden sein müssen, aufwändiger/teurer.

Beachten sollte man, dass sowohl Serologie und PCR nicht nur auf einen Stamm testen, das erhöht die Trefferquote.
Bei sehr begründetem Verdacht oder bei positiver Serologie mit Verdacht auf aktive Infektion, sollte der PCR schon versucht werden, da hat man einfach eine bessere Ausgangssituation... Das gilt auch alles für andere im Blut lebende Co-Infektionen wie z.B. Anaplasmen, Ehrlichein oder Babesien.

Siehe auch hier:
http://forum.onlyme-aktion.org/showthrea...3#pid65893
und hier:
http://forum.onlyme-aktion.org/showthrea...7#pid69057
Spannend ist ja, was NACH dem Ergebnis passiert...
Fall A: positiv - kann eine spezielle Behandlung zur Folge haben (sind ja nicht die selben AB wie bei der Borreliose) oder eben auch nicht, wenn nämlich interpretiert wird "abgelaufene Infektion". Oder es kann auch jemand auf die Idee kommen "falsch positiv". Dann steht man da mit seinem "positiven Ergebnis"!
Fall B: negativ - Symptome aber vorhanden. Hat sich dein Arzt schon geäußert, ob er dann trotzdem auf Bartonellen behandeln will?
Bei meiner Tochter sind die Symptome "lehrbuchartig", sie reagiert auf die speziellen ABs deutlich (kurz Rifampicin, jetzt Cotrim) - der Test (Serologie, 3 Stämme, spezialisiertes Labor) war negativ... Zum Glück haben wir einen Spezi, der von Vorne herein gesagt hat, dass ihn das Blutergebnis eigentlich wenig interessiert. Wir haben es nur gemacht, um der Versicherung notfalls was vorlegen zu können - das hat nun also nicht geklappt und wir behalten das Ergebnis schön für uns....
Vielleicht hast du Glück und du hast nachher was in der Hand UND dein Arzt ist bereit zu behandeln - dann hätte es Sinn gemacht.
Ich habe da noch etwas Interessantes von Dr. Martin C. Jäckel gefunden. Er scheint auch der Auffassung das eine postive Serologie auf Bartonella eine akute Infektion oder zumindest kürzlich Abgelaufene wiederspiegelt. Nur etwa 25% der Patienten sind länger als 1 Jahr IgG postiv, was nach dem Jahr ist weiß ich leider nicht. Hier ein Auszug und der Link:

Zitat:Eine Absicherung der Diagnose scheint dagegen durch den serologischen Antikörpernachweis im Enzymimmunoassay möglich zu sein. Seine Sensitivität beträgt 75% für IgG allein, 85% für IgG und IgM zusammen, allerdings nur 48% für IgM allein (6). Da gesunde Probanden lediglich zu rund einem Prozent seropositiv sind, sind sowohl der IgG- als auch der IgM-Nachweis für eine Erkrankung hochspezifisch. Dem entspricht auch die erst jüngst publizierte Beobachtung, daß beide Titer nach einer Erkrankung wieder zurückgehen. Nach Ablauf eines Jahres ist kein Patient mehr seropositiv für IgM und nur noch rund 25% für IgG (7). Aus diesem Grunde kann - bei entsprechender klinischer Symptomatik - auch der alleinige Nachweis von IgG als beweisend für eine akute Erkrankung gelten. Ergänzt wird das diagnostische Spektrum schließlich noch durch den ebenfalls hochspezifischen Nachweis bakterieller DNA mittels PCR, der allerdings nicht überall verfügbar ist (8).

[email=http://martin-jaeckel.blogspot.de/2006/07/katzenkratzkrankheit.html]Katzenkrankheit Dr.Jäckel[/email]

Gruß m0reX
Sehr interessant.
Leider oder aber warum Wissen
- die Kassenärztlichen Vereinigungen
- die Krankenkassen
- die Bundes- und Landesärztekammern
- der Gemeinsamme Bundesausschuss
- die Ärzte der Leitlinienerstellung
- sowie die behandelnden Ärzte

niemals über so etwas Bescheid?

Gruß Gräterle

(01.04.2015, 06:44)m0reX schrieb: [ -> ]Ich habe da noch etwas Interessantes von Dr. Martin C. Jäckel gefunden. Er scheint auch der Auffassung das eine postive Serologie auf Bartonella eine akute Infektion oder zumindest kürzlich Abgelaufene wiederspiegelt. Nur etwa 25% der Patienten sind länger als 1 Jahr IgG postiv, was nach dem Jahr ist weiß ich leider nicht. Hier ein Auszug und der Link:

Gruß m0reX
Die Gutgläubigen, die meinen das B. nach ein paar Wochen AB geheilt ist, haben sich mir gegenüber nie über Co.- Infektionen geäußert !
In den Medien habe ich da auch nie etwas gelesen oder gesehen, ja komisch.
Ganz genau richtig Klaus

und da denke ich jetzt gerade an die Schlagzeilen und Berichte in der Presse über die seit 6 Monaten an Borreliose erkrankte kanadische Sängerin Avril Lavigne.

Sängerin Avril Lavigne „Ich dachte, ich würde sterben!“

Alle Klatschblätter und das sind nicht nur 2 schreiben darüber und nutzen diese Information für Ihren Profit.

Aber es stimmt diese Medien sind nicht in Krankenhäusern, nicht im Bundestag und nicht in den Wartezimmern der Ärzte zu finden.

Neeeiiiiiiinnnnnn nein das finden und lesen nur die Borreliose betroffenen.

Wieviele und wie oft haben wir Betroffene gedacht "Ich würde sterben!" ???

Wenn wir das unserem Arzt sagen, dann liegt es an unserer Psyche und wir werden auf das Bahngleis für den Zug zur Klapse geschoben.

"Diese Ärzte haben doch alle einen an der Waffel".

Für mich sind das alles Betrüger, die gehören nicht in die Psyche, nein die gehören in den Knast.

Gruß Gräterle

(02.04.2015, 23:14)Klaus schrieb: [ -> ]Die Gutgläubigen, die meinen das B. nach ein paar Wochen AB geheilt ist, haben sich mir gegenüber nie über Co.- Infektionen geäußert !
In den Medien habe ich da auch nie etwas gelesen oder gesehen, ja komisch.
(02.04.2015, 22:45)gräterle schrieb: [ -> ]Sehr interessant.
Leider oder aber warum Wissen
- die Kassenärztlichen Vereinigungen
- die Krankenkassen
- die Bundes- und Landesärztekammern
- der Gemeinsamme Bundesausschuss
- die Ärzte der Leitlinienerstellung
- sowie die behandelnden Ärzte

niemals über so etwas Bescheid?

Gruß Gräterle

Guten Morgen,

ja ich habe die Erfahrung gemacht solange beim Arzt nicht mit Schweißausbrüchen, Fieber und total verkümmert auf seinen Stuhl sitzt an überhaupt keine Infektion gedacht wird.

Wer kontrolliert den auch schon Bartonella, dies geschah bei mir in Eigenregie aufgrund von Tipps hier im Forum. Danke noch einmal dafür.Angel

Ich habe mich gestern lange mit über dieses Thema mit meiner "normalen" Hausärztin unterhalten, ihre Mutter ist übrigens auch an Borre erkrankt ist. Sie sagte, Infektiologie wird in Deutschland wesentlich zu wenig Beachtung geschenkt und erschreckend ist das viele Ärzte noch nie was von Bartonella gehöhrt haben. Sie wäre auch nie auf die Idee gekommen nach Bartonella bei mir zu Suchen und hat sich nach meinen Befund "postiv", mal bei ein paar Kollegen schlau gemacht welche die gleichen Erkenntnisse haben wie Dr. Jäckel. Ich denke auch nicht das Herr Dr. Jäckel ein kleiner dahergelaufener Niemand ist dessen Aussage bei den Haaren herbeigezogen ist, er ist schließlich Leitender Oberarzt in der HNO-Klinik Darmstadt.

"Ich nenne es mal das berühmte Klammer am letztens bisschen Hoffnung" Biggrin

Dennoch muss ich leider sagen, das mich einige Ärzte (Endo, Neurologe) verdutzt angeschaut haben als ich von Bartonella sprach. Die wussten nich einmal was das ist. Confused

Mein "Spezi" übrigens sagt, das er mich selbst ohne Befund auf diese Biester mit Rifa behandeln würde, da meine Symptome sehr spezifisch für sie sind. Das ich unter Rifa nun extrem Wadenzucken habe bestärkt seine meine (in der Frequenz höher). Ich werde mein nächsten Test auf Bartonella erst im Juni machen, da bin ich dann 4 Monate in Therapie.

Liebe Grüße und ein frohes Osterfest
m0reX
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