Forum Borreliose & Co-Infektionen

Normale Version: Furchtbare Gelenkschmerzen, Yersinien?
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Hallo zusammen,

ich bin noch neu hier und stelle mich mal ganz kurz vor:

Mein Name ist Sven. Ich bin 27 Jahre alt und habe nun seit letztem Jahr heftige Beschwerden verschiedenster Art und werde seit gut 4 Monaten auf Borreliose behandelt.

Wie bei vermutlich sehr vielen hier ist meine Borreliose Serologie sehr grenzwertig (IGM 17,4). Da ich aber wirklich ALLE anderen Fachbereiche in der Medizin bereits durch habe, bleibt absolut nur noch Borreliose, bzw. vermute ich dass noch eine Co-Infektion im Spiel ist.

Ich habe bis jetzt über Monate hinweg Ceftriaxon 2g bekommen und es haben sich teilweise ein paar Beschwerden gebessert. Was sich aber nicht gebessert hat und sogar noch etwas schlechter geworden ist, sind meine absolut untragbaren Gelenkschmerzen. Alles in meinen unteren Extremitäten schmerzt ( Knie, Sprunggelenke, Hüfte ) und auch ab und zu Ellenbogen und Handgelenke.
Ich beschreibe es als heftige Brennschmerzen, die vermehrt in Ruhe auftreten.

Ich habe nun eine Yersinien Serologie machen lassen und diese war positiv ( IGA - 2 Banden / IGM 4 Banden ).

Nun meine eigentliche Frage:

Kann es sein, dass Yersinien meine Gelenkprobleme verursachen? Diese Gelenkprobleme haben absolut nicht auf Ceftriaxon angesprochen, das heißt es muss doch einen anderen Erreger dafür geben. Eine reaktive Arthritis, wie es bei Yersinien oftmals der Fall ist, ist es laut Rheumatologe anscheinend nicht....

Ich nehme jetzt aktuell 400mg Doxycyclin täglich, da Doxy ja auch für Yersinien gut sein sollte.

Hat jemand ähnliche Erfahrungen mit Yersinien und diesen heftigen brennenden Gelenkschmerzen? Wenn ja, ist Doxy eine gute Therapie oder sollte man doch eher in Richtung Gyrasehemmer gehen?

Danke im Voraus für Eure Hilfe.
Hallo Ente,

erstmal herzlich willkommen bei uns im Forum.

Da im IgA Banden Yersinien bei dir positiv sind, würde ich auch von einer aktiven Yersinieninfektion ausgehen. Yersininien können durchaus solche Gelenkschmerzen verursachen. Doxycyclin wäre für mich auch die erste Wahl dafür, denn die Gyrasehemmer können so einige Probleme durch sich selbst erzeugen. Eine durchaus auch gefährliche Nebenwirkung der Fluorchinolone kann die Schädigung von Sehnen sein.
http://forum.onlyme-aktion.org/showthread.php?tid=8470

Allerdings gibt es nach meinem Verständnis dann durchaus auch die Möglichkeit einer reaktiven Arthritis, die auch nach der Behandlung mit Antibiotika auftreten kann. Wie bei Borrelien auch ist es dann aber schwierig zwischen aktiver Infektion und reaktivem Geschehen zu unterscheiden. Bei positiven IgA ist allerdings das aktive Geschehen ziemlich abgesichert.


Fluorchinolone (Gyrasehemmer) wären für mich nur noch ein Notfallantibiotikum, wenn es gar nicht anders geht.

Liebe Grüße Urmel
Hallo Urmel,

vielen Dank für die schnelle Antwort.

Die Problematik mit den Gyrasehemmern und ihren Nebenwirkungen ist mir bekannt. Es wird ja überall im Netz und auch hier im Forum davor gewarnt. Aus diesem Grund sind mein Arzt und ich auch erstmal auf das Doxy ausgewichen. Mein Arzt kennt sich zwar recht gut mit Borreliose aus, jedoch nicht mit Yersinien.

Da ich die Banden im IGA positiv habe, heißt das, dass die Yersinien aktiv sind, habe ich das richtig verstanden? Ich habe vermehrt gelesen, dass sich Yersinien eigentlich "nur" im Darm ansiedeln und diesen nicht verlassen. Ist das richtig oder könnten die Dinger auch in meinen Gelenken ihr Unwesen treiben? Durchfall oder Darmprobleme habe ich nicht.

Ich werde es jetzt erstmal mit Doxy versuchen und mal schauen wie es sich entwickelt. Die Banden müssten ja theroetisch bei erfolgreicher Therapie verschwinden, richtig?

Und eine letzte Frage habe ich noch: Gibt es bei Yersinien auch eine Heryheimer Reaktion? Als ich mit Doxy angefangen habe, hat sich urplötzlich alles verschlechtert und es kamen sogar neue Gelenkschmerzen dazu.
Ja mit den Yersinien, die sind erstmal im Regelfall mal im Darm - aber können dann eben bei ungünstiger Konstellation auch in den Körper kommen.

Ich würde schon mal davon ausgehen, dass es eine Art Herxheimer-Reaktion ist, die du beschreibst.

Vielleicht hilft dir auch diese Seite einige deiner Fragen zu beantwortetn:

https://www.rheuma-online.de/rheuma-onli...arthritis/

Liebe Grüße Urmel
Also könnte es rein theoretisch sein, dass sich Yersinien in meinen Gelenken befinden?

Der Rheumatologe meinte ja es wäre keine reaktive Arthritis, weil meine Gelenke nicht geschwollen und auch nicht überwärmt sind. Es sind einfach nur heftige, brennende Schmerzen. Angefangen hatte das alles im Dezember mit einer Schleimbeutelentzündung im linken Knie.

Was mich auch immer wieder vor eine Herausforderung gegenüber den Ärzten stellt ist, dass mein CRP - Entzündungswert völlig normal ist. Von einer akuten Gelenksentzündung geht also keiner der Ärzte aus, aber was verursacht dann meine Schmerzen?

Es steht bei mir noch eine Skelettszintigraphie aus, bei der Entzündungsherde sichtbar werden. Darauf bin ich noch gespannt.

Hat denn vielleicht jemand gleichartige Symptome wie ich und ist ebenfalls auf Yersinien positiv getestet worden?

Gibt es denn noch andere Co-Erreger, die typisch für Gelenkbeschwerden sind? Meine IGG für Chlamydia sind noch erhöht, aber da wäre da gleiche Spiel...reaktive Arthritis und Doxy.

Wäre super, wenn sich jemand findet der mir hier noch einen hilfreichen Tip geben kann.

Viele Grüße
Sven
(06.07.2016, 19:03)Ente33 schrieb: [ -> ]dass mein CRP - Entzündungswert völlig normal ist.
[...]
Hat denn vielleicht jemand gleichartige Symptome wie ich und ist ebenfalls auf Yersinien positiv getestet worden?
Gibt es denn noch andere Co-Erreger, die typisch für Gelenkbeschwerden sind? Meine IGG für Chlamydia sind noch erhöht, aber da wäre da gleiche Spiel...reaktive Arthritis und Doxy.

Ich wurde auf Borrelien, Bartonellen, Chlamydia pneumo., Chlamydia tracho., Brucellen, Mykoplasmen und Yersinien positiv getestet. Wer von denen für meine damaligen furchtbaren Gelenkentzündungen (ALLE Gelenke waren betroffen, incl. Kiefergelenke) verantwortlich war, weiß ich nicht. Und ich bezweifele, daß man sowas überhaupt rauskriegen kann ohne Obduktion. ;-) Verursachen können sie es alle.
CRP war nur erhöht, als es am schlimmsten war, als etliche Gelenke gleichzeitig entzündet waren. Da stieg er mal auf 16,1; ansonsten immer zwischen 8 und 9. Als sich mein Zustand während der Langzeitantbiose radikal verbesserte, sank er unter 2,5 und ist seitdem dort geblieben, egal wie stark/schlimm Entzündungen/Schmerzen dann zwischendurch mal waren.
Nach einer zweijährigen Nonstop-Antibiose hatten sich die ständigen Gelenkentzündungen erledigt. Und wie es aussieht, auch endgültig, denn seit über zweieinhalb Jahren ist Ruhe in den Gelenken. Diese Antibiose war 'ne Kombiantibiose, bei der ich auch mal zwischendurch die ABs gewechselt hab. Plan meiner Ärztin war: Mit Schrot schießen und danach gucken, was übrig bleibt.

(Übrig geblieben sind ständige Sehnenentzündungen. Nicht mehr so schlimm wie noch vor paar Jahren, aber schlimm genug, um mich ständig radikal einzuschränken. Meines Wissens machen nur Borrelien diesen Unfug. Aber da kommt man so gut wie nicht ran, wenn die in den Sehnen sitzen.)
@ Filenada:

Danke für deine Antwort.

Das hört sich ja alles sehr erschreckend, aber vielversprechend zugleich an. Freut mich, dass es dir besser geht.

Darf ich fragen was du so für Antibiosen hinter dir hast und kannst du ggf. sagen unter welcher Antibiose sich deine Gelenkbeschwerden am meisten gebessert haben?

Ich nehme derzeit täglich 400mg Doxy und habe mir nun dazu Artemisia annua als Zellöffner bestellt.

Ein Arzt heute morgen der sich mit Yersinien und Gelenkproblemen recht gut auskennt hat mir gesagt, dass Yersinien auf jeden Fall in die Gelenken gehen können und dort die Schmerzen verursachen.

Viele Grüße
Sven
(07.07.2016, 10:27)Ente33 schrieb: [ -> ]Darf ich fragen was du so für Antibiosen hinter dir hast und kannst du ggf. sagen unter welcher Antibiose sich deine Gelenkbeschwerden am meisten gebessert haben?

Aus Zeitgründen muß ich jetzt auf meine Krankengeschichte hier im Forum verweisen. Einfach auf meinen Namen klicken.
@ Ente
Zitat:Yersinien sind Erreger, die sich mit einer Magen-Darm-Erkrankung bemerkbar machen können, doch unbehandelt können sie auch schmerzhafte Gelenkentzündungen verursachen.
http://www.shg-bergstrasse.de/html/Ehrlichiose.html
https://www.rheuma-online.de/krankheitsb...arthritis/
Es wäre super, wenn sich ggf. noch jemand melden würde, welcher die gleiche Symptomatik im Rahmen der Borreliose wie ich mit meinen Gelenkproblemen hat oder hatte.

Ich beschreibe es ganz gerne als brennende Schmerzen in den Gelenken, welche zwar auch bei Bewegung und beim kräftigen Auftreten schmerzen, allerdings gerade im Ruhezustand, vor allem im Sitzen, heftig brennen und unerträglich werden. Da ich momentan noch einiges an Ausschlussdiagnostik nebenbei mache, würde es mich noch etwas bekräftigen in meiner Diagnose Borreliose / Yersiniose, da die Ärzte letztendlich keine abschließende Diagnose stellen können bei mir.

Rheumatologisch bin ich übrigens frisch durchgecheckt, wobei es zu keinem Befund kam. Auch die Skelletszintigraphie verlief ohne Befund.

Ich befinde mich derzeit in der dritten Woche Doxy 400mg und habe leider noch keine spürbare Verbesserung meiner Symptome. Ich weiß, dass ich Geduld haben muss, zumal ein angestrebter Einnahmezeitraum von 3 Monaten geplant ist.

Ich würde mich freuen, wenn sich jemand in meiner Beschreibung wieder findet und mir einfach ein klein wenig Mut machen kann, dass ich mich auf dem richtigen, oder zumindest etwa in Richtung des richtigen Weges befinde.

Viele Grüße,
Sven
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