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Aktenkundige Psychodiagnosen und Antrag auf EU-Rente
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fischera Offline
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Beitrag #41
RE: Aktenkundige Psychodiagnosen und Antrag auf EU-Rente
@ Markus
Das diese Thema schon mit mit mehreren 100 Beiträgen zum Thema bedient wurde (SUCHE)
möchte ich nur kurz auf Privatgutachten eingehen.

Jetzt macht die Rentenversicherung eines. ABWARTEN
Es ist in Deinem Sinn?
Wenn nicht, dann geht das mit KLAGE/Sozialgericht und der Möglichkeit des privaten Gutachtens los.
Aber auch das Gericht kann ein neues Gutachten erstellen lassen.

(Nicht nur §109 SGG = Gegengutachten in #1)
https://forum.onlyme-aktion.org/showthread.php?tid=4144

Chapeau, Frau Reemtsma
https://www.zdf.de/gesellschaft/precht/precht-204.html

https://fridaysforfuture.de/
und nicht vergessen
https://www.plant-for-the-planet.org/de/...schokolade
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 16.06.2018 11:09 von fischera.)
16.06.2018 11:06
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Hans-Bert Offline
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Beitrag #42
RE: Aktenkundige Psychodiagnosen und Antrag auf EU-Rente
@Filenada: Bitte das Zitat im Kontext lesen und nicht einfach herausnehmen. Es ging darum ob man wegen einer Psychologischen Erkrankung berentet wird oder wegen einer Infektion. Denn eine Infektion ist laut Lehrbuch ja leicht behandelbar. Die Chance mit einer Psychologischen Erkrankung ist viel höher. Und darum ging es in dem Zitat. Warum man berentet wird steht nicht auf dem Rentenbescheid. Ich wollte nur daraufhin weisen das der Kampf um den Berentungsgrund vergebene Energie ist. Energie die man für Ärzte die auf Diagnosesuche bzw Behandlung fixiert sind viel besser aufgehoben ist als sich mit einer Behörde zu streiten. Das Ergebnis zählt, nicht der Weg dahin.

Abgesehen davon hast du natürlich recht. Es ist für die Ärzte immer einfach es auf die Psyche zu schieben. Aber woher wollen die von der Diagnose wissen? Ich geh ja nicht zu einem Arzt und bitte um Behabdlung und sage ihm was ich habe. Das soll er mal schön selbst rausfinden.

Abgesehen davon find ich es immer schade das bei manchen Psychologische Erkrankungen so einen schlechten Ruf haben, nach dem Motto ich hab alles nur das nicht. Ich hätte lieber eine psychologische Erkrankung als Borre. Denn die erstere könnte man wenigstens behandeln.

Achja, ich wurde übrigens wegen Bore berentet. Hat mir aber keinen Vorteil in der Behandlung gebracht. Es gibt keine. Jeder Arzt fragt warum ich berentet wurde: Ich sage Borre. Dann fragt der Arzt ob ich AB bekommen habe. Ich sage ja. Dann sagt der Arzt dann kann ich auch nix für Sie tun. Wie man sieht, es ändert sich dadurch nichts. Denn für die Ärzte ist man nach 14 Tagen AB austherapiert. Selbst die Kardiologen machen es sich einfach und schieben meinen AV Block auf die Borre ohne nach anderen Ursachen zu suchen. Und für die Behandlung sind sie nicht zuständig, da sie Borre nicht behandeln. Wie du siehst, egal welche Diagnose man hat. Geholfen wird einem so oder so nicht.



Im übrigen und ich kann mich nur wiederholen wird man wegen den Beschwerden und nicht wegen einer Erkrankung berentet. Von daher ist die Vorgehensweise von Markus sowieso ohne Sinn, denn woher die Beschwerden kommen ist total irrelevant.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 18.06.2018 00:08 von Hans-Bert.)
17.06.2018 23:54
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Markus Offline
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Beitrag #43
RE: Aktenkundige Psychodiagnosen und Antrag auf EU-Rente
Hans-Bert, du scheinst mein Anliegen nicht zu verstehen. Wir haben einen Symptomkomplex, den z.B. der Internist einer chronischen Infektion zuschreibt, der Neurologe einem CFS und andere einer psychosomatischen Erkrankung. Es geht nicht darum, ob man Läuse oder Flöhe hat, sondern um alternative Erklärungen (Diagnosen) für ein und dasselbe Krankheitsbild.

Wenn nun mein Neurologe mit mir eine Immuntherapie im Offlabel Use machen möchte, die bei der Kasse beantragt werden muss, gleichzeitig aber eine Berentung wegen einer psychosomatischen Erkrankung vorliegen würde, wie wird man da dann wohl entscheiden? Dann wird im Zweifel die Diagnose des Neurologen falsch sein und die Diagnose aus der Reha richtig. Wenn dann also kein CFS vorliegt, sondern eine psychosomatische Erkrankung, dann wären IVIG eh nicht indiziert. Es ist ohnehin schon sehr unwahrscheinlich, dass man das bewilligt bekommt.

Eine andere Sache ist, dass niemand weiß, was in der Zukunft noch kommt. Wenn Diagnosen zukünftig auf der Karte gespeichert werden, kann man davon ausgehen, dass sich das sehr nachteilig auswirken wird.

Und ja, mit Behörden anlegen macht keinen Sinn. Tu ich ja auch nicht.

Dr. Rainer Rothfuß: Feindbilder pflastern den Weg zum Dritten Weltkrieg
18.06.2018 09:45
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Markus Offline
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Beitrag #44
RE: Aktenkundige Psychodiagnosen und Antrag auf EU-Rente
Der "Trick" bei psychosomatischen Krankheiten ist allgemein, dass der Ball dann beim Patienten liegt. Er hat es dann in seiner eigenen Hand, wieder gesund zu werden. Sperrt er sich, weil er "keine Krankheitseinsicht" hat, so liegt der schwarze Peter dann auch bei ihm.

Ganz anders wäre das ja bei den Umwelterkrankungen, denn da kann der Patient nichts dafür und recht häufig lassen sich dann auch Schuldige ausmachen, die lieber im Vorborgenen blieben (siehe z.B. Holzschutzmittelskandal in den 90ern etc.). Die Psychiater bilden da die Schnittstelle und dementsprechend ist auch meine Meinung über diese Leute.

Dr. Rainer Rothfuß: Feindbilder pflastern den Weg zum Dritten Weltkrieg
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 18.06.2018 10:11 von Markus.)
18.06.2018 10:10
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Hans-Bert Offline
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Beitrag #45
RE: Aktenkundige Psychodiagnosen und Antrag auf EU-Rente
Zitat:Wenn nun mein Neurologe mit mir eine Immuntherapie im Offlabel Use machen möchte, die bei der Kasse beantragt werden muss, gleichzeitig aber eine Berentung wegen einer psychosomatischen Erkrankung vorliegen würde, wie wird man da dann wohl entscheiden?

1. Man wird nicht wegen einer Erkrankung berentet. Sondern wegen deinen Einschränkungen im alltäglichen Leben. Welche Krankheit dahinter steckt, interessiert die Rentenversicherung nicht!

2. Die Kasse hat sowieso alle ICD Diagnosen deines gesamten Lebens im Computer gespeichert. Alleine ich habe ca. 30 Schlüssel im System stehen, die bei Renten und Rehabeantragung von der Kasse an die DRV geschickt werden. Diese werden übrigens gesammelt und nicht aktualisiert. D.h., auch wenn ich zum Beispiel vor 8 Jahren mal ein gebrochenes Bein hatte, steht das da drin.

3. Das eine schließt das andere nicht aus. Wenn man eine psychosomatischen Erkrankung hat, kann man sich trotzdem die Beine brechen. Deswegen wird der Arzt keinen Gips verweigern. Und genauso ist das mit deiner Therapie. Wenn der behandelnde Arzt meint du hast die Erkrankung, dann bekommst du die auch bezahlt. Egal was andere Ärzte sagten. Ich war bei 3 "Borre Spezis", alle wollten Ceftriaxon nicht auf Kasse verschreiben, nur privat, weil sie meinten sie kriegen das nicht durch. Dann war ich bei einem normalen Neurologen, der sagte "Quatsch, wenn ich der Meinung bin sie benötigen die AB, dann bekommen sie die auch". 3 Tage später bekam ich meine erste Infusion.


Und zu guter letzt, folgende Frage:
Willst du jede Diagnose die deiner Meinung nach falsch ist, anfechten? Wenn ja, wie?
Ich war 2mal zur Reha. Beide Chefärzte haben sich nicht die Bohne für die Arzt- und Krankenhausberichte interessiert. Die haben sich die nicht einmal angesehen.

1. Reha: Keine Ahnung was sie haben, aber auf keinen Fall Borreliose. Wir können ihnen nicht helfen. Im Rehabericht standen dann alle möglichen Diagnosen.

2. Reha: Also ich sag Ihnen gleich, Borreliose macht keine Beschwerden. Sie haben was anderes. Im Rehabericht standen wieder neue Diagnosen, von denen ich noch nie etwas gehört habe.

Und solche Diagnosen zu stellen, ist nun einmal das Recht der Ärzte. Und da frage ich mich, wie du dagegen vorgehen willst? Weil du für eine Rente so oder so zur Reha musst. Reha vor Rente. Selbst wenn du ein Gutachten hast, dass besagt, dass du Bore hast, keine psychosomatischen Erkrankung. Es nützt dir rein gar nichts. Dann sagt der nächste Chefarzt: "So ein Quatsch, ich sage sie haben xyz". Das nützt dir gar nichts. Willst du dann wieder ein neues Gutachten machen? Und selbst wenn, dann holt der Arzt die Leitlinie raus, drückt dir für 14 Tage 200mg Doxy in die Hand und sagt: "Nun sind sie geheilt"

Gegengutachten nützen dir etwas, wenn es darum geht deine Leistungsfähigkeit zu bewerten. Aber den Krieg welche Erkrankung du hast, kannst du nur verlieren.


PS.: Den Ascbhlussrehabericht schickt die Reha direkt zur DRV. Das heisst, die Ärzte können da auch eine psychosomatischen Erkrankung diagnostizieren ohne das du es überhaupt mitbekommst. Willst du dann bei einem Rentenbescheid bei der DRV nachfragen, warum du berentet wurdest und wenn es wegen einer psychosomatischen Erkrankung laut Rehabericht ist, in Widerspruch gehen?
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 18.06.2018 11:36 von Hans-Bert.)
18.06.2018 11:32
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Markus Offline
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Beitrag #46
RE: Aktenkundige Psychodiagnosen und Antrag auf EU-Rente
(18.06.2018 11:32)Hans-Bert schrieb:  Willst du jede Diagnose die deiner Meinung nach falsch ist, anfechten? Wenn ja, wie?
Ich habe nicht vor irgendeine Diagnose anzufechten, weil ich prinzipiell nicht vor Gericht ziehe und weil es wahrscheinlich auch nicht erfolgversprechend wäre. Ich habe lediglich gerne ein paar Berichte von Ärzten, die das Krankheitsbild tatsachengemäß schildern, weil es das weitere Leben doch an vielen Stellen erleichtert. Ich suche natürlich nur Ärzte auf, die mich auch diagnostisch/therapeutisch weiterbringen, und suche nicht nur einen Gefälligkeitsdienst. Aber ich bin nicht bereit mich von irgendwelchen ideologisch verblendeten Leuten psychosomatisieren zu lassen und dabei auch noch mitzuspielen. Mal abgesehen, dass es sehr erniedrigend ist, fördert es auch die Gesundheit an keiner Stelle, wenn alle Beteiligten der Meinung sind, der Patient habe nur was am Kopf.

Du darfst auch nicht von deiner eigenen Erfahrung auf andere Fälle, insbesondere meinen, schließen, weil das wäre Äpfel und Birnen miteinander verglichen. Selbstverständlich bezahlt die Kasse Ceftriaxon bei einer Borreliose, es ist ja dafür zugelassen. Immunglobuline bei CFS sind aber eine experimentelle Therapie und das bedarf einer Bewilligung durch die Kasse, mit durchaus schlechten Chancen (allgemein, auch bei z.B. MS). Es interessiert da im Zweifelsfall herzlich wenig was der behandelnde Arzt empfiehlt oder nicht. Alles was ich bisher an Gutachterliteratur bezüglich CFS gesehen habe, geht dahingehend, das Krankheitsbild zu psychosomatisieren. Also hat man da schon von vorneherein einen schweren Stand.

Man kann alte, vermeintlich oder tatsächlich falsche Diagnosen nicht einfach mal so aus der KK-Akte streichen lassen, das ist leider wahr. Wenn man aber eine handvoll Fachärzte hat, die eine somatische Krankheit bescheinigen, ist das weit besser, als wenn man nichts hat. Man kann so nicht (oder nicht so leicht) für verrückt erklärt werden. Das kann sich unter Umständen nämlich schnell haben, und dann hat man ein Problem.

Dr. Rainer Rothfuß: Feindbilder pflastern den Weg zum Dritten Weltkrieg
18.06.2018 14:30
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Beitrag #47
RE: Aktenkundige Psychodiagnosen und Antrag auf EU-Rente
Unabhängig zum Grundthema des Beitrages.
(18.06.2018 14:30)Markus schrieb:  Selbstverständlich bezahlt die Kasse Ceftriaxon bei einer Borreliose, es ist ja dafür zugelassen.

Meine Erfahrung ist die von Hans-Bert (#45) zum Thema Ceftriaxon. (Hausarzt nein / Neurologe ja)
Ich denke, dass der Grund des Übels am Budget der Ärzte liegt und ihnen damit gewisser weise die Hände gebunden sind. Und bevor sie Regressforderungen zahlen müssen, vermeiden die Hausärzte eine Verordnung des relativ teuren Ceftriaxon. (Wenn Ihr meine Themen zu den Infusionen lest, findet ihr meine Erfahrungen dazu).
Neurologen können im Zuge der Neuroborreliose wiederum so eine Verordnung ausstellen. Nun kommt es wieder auf die Interpretation des Neurologen an, wann er ein Neuroborreliose als behandlungsbedürftig einschätzt. Nur bei eindeutigen Symptomen wie akkuter Lähmung und Pos. Liquor oder eben auch mal bei Verdacht mit nicht eindeutigen Symptomen ...

Selbst die Gabe von mehrtägigen Infusionen scheinen die Allgemeinärzte nicht so einfach abrechnen zu können, bzw. machen wohl ein "Minusgeschäft" wie ich indirekt erleben bzw. erfahren musste. (Da kommt es wohl wieder darauf an, wie die Patienten-Mischung in der Praxis aufgestellt ist - Anteil von chron. Kranken, Rentner, Kassen- und Privatpatienten)
Natürlich werden Ärzte es nicht offiziell eingestehen. Ist alles Argumentationssache und ggf. zeitintensiv. Und da die Zeit (auch Geld kostet) und für den Patienten auch eng geregelt ist, lehnen sich eben viele Hausärzte nicht aus dem Fenster, vor allem, wenn sie irgendwo angestellt sind. Hut ab vor denen, die sich trotz allem noch die Zeit nehmen und dem Patienten versuchen allseitig zu helfen. Blush

Ich habe zu dem Thema Ceftriaxon im Laufe der Jahre auch etliche Varianten der Argumentation zu hören bekommen. Wenn man die Zusammenhänge und Hintergrundproblematik nicht kennt, glaubt man natürlich als erstes der Aussage oder schimpft über den Arzt.

Die gleiche Problematik kenne ich bei meiner Schilddrüsen-Situation.
Mein Hausarzt hat mir früher immer Calcium usw. auf Privatrezept verordnet und gesagt, es geht nur so. Der Endokrinologe verordnet mir nicht nur Calcium, sondern noch einiges mehr auf Kassenrezept ohne Probleme. Muss man alles nur erst mal herausfinden bzw. in Erfahrung bringen und den Arzt seines Vertrauens dazu finden.

Und da gibt es noch mehr solcher Beispiele.
LG

“Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.” Mahatma Ghandi

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(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 18.06.2018 18:54 von FreeNine.)
18.06.2018 18:53
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Markus Offline
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Beitrag #48
RE: Aktenkundige Psychodiagnosen und Antrag auf EU-Rente
Die Ärzte wissen zum Teil selbst nicht, was sie dürfen bzw. bezahlt wird. Mir wollte man erzählen, dass die Bestimmung von Vitamin D zur Abklärung eines Hyperparathyreoidismus keine Kassenleistung sei. Ich hätte es also - obwohl von der Ärztin für notwendig befunden - selbst zahlen sollen. Ich habe es dann nicht bestimmen lassen, weil es kurz zuvor eh von einer anderen Ärztin bestimmt worden ist.

Mein Kenntnisstand ist auch so, dass Hausärzte allgemein keine Infusionen abrechnen können, sondern nur Fachärzte. Wie das dann aussieht, wenn ein Hausarzt Ceftriaxon rezeptiert, weiß ich nicht. Vielleicht darf er tatsächlich keine iv-Medikamente rezeptieren? Die Infundierung bekommt er ja m.W. nicht gezahlt, insofern wäre das dann kohärent.

Wegen der Übernahme von Kosten: Prinzipiell besteht natürlich ein großer Unterschied, ob ein Neurologe für eine vermutete Neuroborreliose Ceftriaxon einsetzen will (unstrittig das Mittel der Wahl) oder bei einem CFS IVIG (Kosten 15 000 €), wobei die dafür weder zugelassen sind und es auch keine g'scheiten Studien bisher gibt. Es wäre reines Trial & Error, was aus juristischer Sicht m.W. aber gerechtfertigt wäre, wenn ein schweres oder lebensbedrohliches Krankheitsbild vorliegt, das nicht anderweitig therapiert werden kann bzw. Standardtherapie versagt hat. Aber wie gesagt wird es wohl sogar bei der MS nicht genehmigt. Ich werde sehen, was bei meinem Antrag rumkommt. Vielleicht werfe ich an der Stelle dann meine Ideale mal über Bord und ziehe vors Sozialgericht, weil die Sache juristisch eigentlich klar ist. Deswegen will ich auch nicht eine Erneuerung der Psychodiagnose in Form eines Rehaberichts, weil solche Sachen dann ein gefundenes Fressen sind, um das Gerichtsverfahren dann zu drehen bzw. den Antrag gleich von vorneherein abzulehnen. Leider wird man die Reha nur verzögern, aber nicht gänzlich aufschieben können.

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(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 18.06.2018 19:09 von Markus.)
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Beitrag #49
RE: Aktenkundige Psychodiagnosen und Antrag auf EU-Rente
(18.06.2018 19:09)Markus schrieb:  dass die Bestimmung von Vitamin D zur Abklärung eines Hyperparathyreoidismus keine Kassenleistung sei.
Hast du Hyperparathyreoidismus oder Hypoparathyreoidismus? Also durch den Hypoparathyreoidismus bekomme ich jetzt alles auf Kasse und zeitweise wurde die Diagnose sogar auf dem Rezept mit angegeben. Und zur Bestimmung des Vitamin D hat selbst der Endokrinologe schon die unterschiedlichsten Aussagen gemacht und dann doch bestimmt als Kassenleistung.

(18.06.2018 19:09)Markus schrieb:  Leider wird man die Reha nur verzögern, aber nicht gänzlich aufschieben können.
Also ich habe ja nun auch unglücklich durch meine vorzeitige plötzliche Aussteuerung damals den Rentenantrag gestellt und dann ewig vor Gericht gekämpft, da ich auch keine reine Psychodiagnose wollte.
Wie man es macht, kann man sowieso keinem raten, da man nicht weis, an welchen Richter oder auch Gutachter man gerät. Letztendlich habe ich diesen ungleichen Gerichtskampf kurz vor Ende abgebrochen, wie hier schon mal beschrieben.

Nach der Erfahrung der letzten Jahre, sehne ich mich eher einer Reha entgegen, so wie es Hans-Bert beschreibt, wo man bei meinen vielen Diagnosen, dann endlich mal meine derzeitige Leistungseinschränkung im Zusammenhang sieht und richtig einschätzt. Allerdings lasse ich mich ohne "Muss" einer Behörde auch nicht mit Macht irgendwohin treiben.

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(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 18.06.2018 19:33 von FreeNine.)
18.06.2018 19:30
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Beitrag #50
RE: Aktenkundige Psychodiagnosen und Antrag auf EU-Rente
War schon V.a. Hyperparathyreoidismus bei mir. Der kann sekundär bedingt sein durch Vit.-D Mangel, daher wird das mituntersucht. Es haben bei mir aber schon zig Ärzte Vitamin D bestimmt auf Kasse wegen allen möglichen Sachen. Ist ja mittlerweile in Mode. Probleme gibt es da nicht.

Wegen den iv Sachen fällt mir ein, dass mein Hausarzt das auch schon bei mir auf Kasse verordnet hat. Also gehen tut es schon, aber die Infundierung kann er glaube ich nicht abrechnen. Die Sache mit dem Regress kann dann akut werden, wenn man viele solche Patienten hat; bei Einzelfällen denke ich nicht. Dadurch aber, dass man einige Ärzte "hochnimmt" wirkt das disziplinierend auf die Masse. Macht man doch bei allem so.

Dr. Rainer Rothfuß: Feindbilder pflastern den Weg zum Dritten Weltkrieg
18.06.2018 20:39
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