Neues Testverfahren: Tickplex
#11

Ich hab den Tickplex genutzt, dafür € 80 bezahlt.

Es gibt den Tickplex nur für Borrelien für € 80, und für Borrelien und Co-Infektionen für € 420. Man kann die Erreger wohl nicht einzeln testen lassen, sondern nur die beiden Pakete buchen. - Zur Sicherheit nochmals bei ArminLab nachfragen, bei uns war die Kommunikation schwierig.

Mein Doc meinte er würde ihn benutzen, wenn andere Borreliose-Tests keine oder keine klaren Ergebnisse liefern würden. Der Tickplex würde auch Persister anzeigen. Bei mir war das so, die Tests der letzten Jahre waren unklar, weder eindeutig negativ noch positiv, der Tickplex zeigt ein grenzwertig positives Ergebnis an.
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Thanks given by: micci , mari , Waldgeist , Boembel , walde
#12

Nachtrag:
Inzwischen war ich beim Doc zur Auswertung des Tests. Ergebnis: "Grenzwertig positiv auf Borrelien". Die vorherigen anderen Tests der letzten Jahre waren immer negativ. Vielleicht ist der Tickplex doch etwas trennschärfer.
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Thanks given by: Waldgeist
#13

Sagt dieser Test aus, ob eine aktuelle Infektion vorliegt?
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#14

Ja, das macht er! Und ich, wie ich denke sehr trennscharf.
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#15

Walde schrieb:Sagt dieser Test aus, ob eine aktuelle Infektion vorliegt?
Nein, das sagt er nach derzeitigem Wissenstand nicht.
Es handelt sich letztlich um einen Test, der nach Antikörpern sucht.

Dass mit antiörperbasierten Tests (und auch mit anderen Tests, egal was Anbieter von privat zu bezahlenden Tests behaupten) nicht zwischen einer akuten oder durchgemachten Borreliose unterschieden werden kann, ist bekannt. Daran ändert auch ein neues Antigen nichts, bis das Gegenteil bewiesen ist, was nicht der Fall ist.
Dass das Hinzufügen eines zusätzlichen Antigens, welches Persisterformen erfassen soll, die Unterscheidung zwischen akuter und ausgeheilter Infektion ermöglicht, halte ich für unwahrscheinlich, da Borrelien-Antikörper auch noch Jahre bis Jahrzehnte nach ausgeheilter Infektion ohne neue Krankheitsaktivität persistieren. Warum sollte das in diesem Fall anders sein?

Allgemein fehlt zu dem Test (wie auch zu dem vom gleichen Labor angebotenen Elispot, der seit über 10 Jahren verwendet wird) eine ausreichende Datenlage, damit eingeschätzt werden kann, wie zuverlässig der Test ist.
Die angegebene Sensitivität und Spezifität basieren auf dieser Publikation, die keine ausreichenden Schlussfolgerungen zulässt, insbesondere zu der Einschätzung der Spezifität des zusätzlichen Antigens für Persisterformen: https://www.nature.com/articles/s41598-018-34393-9

Ich würde davor warnen, häufigere positive Testergebnisse mit einem zuverlässigeren Test gleichzusetzen. Privat zu bezahlende Tests rentieren sich vermutlich nur dann, wenn häufiger positive Testergebnisse entstehen, also andere Tests negativ sind. Sonst würden die meisten Spezis dort keine Proben hinschicken. Da es für die Zuverlässigkeit dieser Tests so gut wie nie ausreichende Studien gibt (deshalb müssen sie privat bezahlt werden), sollte man meiner Meinung nach die Ergebnisse mit entsprechender Vorsicht betrachten bzw. sich im Vorfeld fragen, ob sich die Ausgaben lohnen und welche therapeutische Konsequenz man daraus zieht.

We lay by cool still waters
And gazed into the sun
And like the moth's great imperfection
Succumbed to her fatal charm
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Thanks given by: Markus , Zotti , Waldgeist , Filenada , Regi , FreeNine , borrärger , Nala , Peter


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