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Wechsel Atovaquon auf Quensyl und Primaquin wegen Erfolglosigkeit und Nebenwirkungen
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Markus Offline
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Beitrag #31
RE: Wechsel Atovaquon auf Quensyl und Primaquin wegen Erfolglosigkeit und Nebenwirkungen
Ungefähr seit einigen Monaten stehen auf meinen Laborbefunden auch immer die Laborkosten mit drauf. Scheint wohl auch neu zu sein wegen dem Gesetz.

Jedenfalls gibt es kein Laborbudget in dem Sinne, dass ein Arzt bei Überschreiten Schaden nehmen könnte, wie du richtig anmerkst. Mein Hausarzt (Spezi) hat dieses Jahr bestimmt schon Werte für 1000 € für mich machen lassen. Den sog. Wirtschaftlichkeitsbonus (= neoliberales Neusprech) hat er eh noch nie bekommen. Und der macht bei jedem Patienten mit Langzeitantibiose wöchentlich (!) Krea, BB, GPT; GOT; GGT; AP; LDH. Daher kann ich dir versichern, dass das sehr wohl auf Kasse geht, wenn eine Indikation besteht (und diese besteht bei dir). Für die urlaubszeit bekomme ich sogar Laborscheine mit denen ich dann selbst im Labor Blut abnehmen lassen kann. Ich habe sogar die Bestimmung von CD57+NK auf Kasse bekommen (habs nicht glauben wollen, dass das auf Kasse geht). Nur mal als Beispiel, was alles möglich ist, wenn die Ärzte wollen.

Die Abrechnungen kannst du bei der Kasse anfordern, da sind alle Arztabrechnungen (inkl. Laborärzte) samt Diagnoseschlüssel aufgeführt. Wenn ich da die Kleckerlesbeträge sehe, die viele Ärzte (z.B: der Hausarzt) bekommt, muss man zugestehen, dass die Ärzte für das Geld gar keine ordentliche Betreuung leisten können (mein Arzt finanziert das quer, weil er viele Privatpatienten hat, aber bei mir legt der nur drauf).

Dr. Rainer Rothfuß: Feindbilder pflastern den Weg zum Dritten Weltkrieg
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 20.07.2018 15:05 von Markus.)
20.07.2018 15:03
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berndjonathan Offline
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Beitrag #32
RE: Wechsel Atovaquon auf Quensyl und Primaquin wegen Erfolglosigkeit und Nebenwirkungen
Nochmal OT: Ich will wirklich keine Neiddebatte und denke nicht, dass (Haus-) Ärzte überbezahlt sind für ihre verantwortungsvolle Aufgabe, aber bei einem durchschnittlichen Monatsgehalt (nach Abzug aller Praxiskosten) von knapp 12.000 EUR Brutto für Hausärzte sollte das Jammern eigentlich unangemessen sein. Der Verzicht auf 500,- EUR Laborbonus, um die eigenen Patienten gut zu versorgen, erscheint mir durchaus zumutbar. Irgendwie erscheint da auch meine eigentlich sehr humane, patientenfreundliche Ärztin in einem anderen Licht, wenn sie offensichtlich wegen diesem Bonus Geld von mir (auf Hartz 4 Niveau) als IGEL abrechnen will.

Es ist Unrecht über den Sterbenden zu lächeln, der mit der Todeswunde auf der Bühne liegt und eine Arie singt. Wir liegen und singen jahrelang (Brief Kafka an geliebte Milena)
20.07.2018 23:09
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Markus Offline
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Beitrag #33
RE: Wechsel Atovaquon auf Quensyl und Primaquin wegen Erfolglosigkeit und Nebenwirkungen
Die Ärzte klagen auf einem sehr hohen Niveau, das ist auch mein Eindruck. Überhaupt sollte ein Arzt jemand sein, der in allererster Linie Patienten helfen will. Leider leben wir in Zeiten, in denen der Beruf oftmals falsche Leute anzieht, da das Prestige hoch und die Bezahlung gut ist. Dazu wird der Zugang zum Studium erschwert, sodass oftmals die Leute mit 1,0er Abi in einem quasi-Automatismus sich in Medizin einschreiben und viele andere auf der Strecke bleiben. Unverstädnlich auch, warum der Staat nicht einfach die Studienplätze deutlich erhöht, wenn doch ein Mangel an Medizinern da sein soll.

Wegen den Laborkosten kann auch sein, dass deine Ärztin da nicht durchblickt. Bei mir wollte eine mal im Rahmen von Nebenschilddrüsenabklärung das Vitamin D mitmachen (was obligat und natürlich indiziert ist), bestand dann aber drauf, dass man das selbst bezahlen müsste. Das ist natürlich Unsinn, aber man wusste es da scheinbar nicht besser. Wenn ich Vitamin D (oder sonst was) aus Interesse, Vorsorge, etc. bestimmt haben will, so ist das Privatvergnügen, bei medizinischer Indikation (z.B. Kontrolle unter Langzeitantibiose) Kassenleistung, und wenn das dreimal die Woche der Fall sein sollte.

Dr. Rainer Rothfuß: Feindbilder pflastern den Weg zum Dritten Weltkrieg
21.07.2018 09:48
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Niko Offline
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Beitrag #34
Wechsel Atovaquon auf Quensyl und Primaquin wegen Erfolglosigkeit und Nebenwirkungen
@Markus schrieb
Zitat:Jedenfalls gibt es kein Laborbudget in dem Sinne, dass ein Arzt bei Überschreiten Schaden nehmen könnte, wie du richtig anmerkst. Mein Hausarzt (Spezi) hat dieses Jahr bestimmt schon Werte für 1000 € für mich machen lassen. Den sog. Wirtschaftlichkeitsbonus (= neoliberales Neusprech) hat er eh noch nie bekommen. Und der macht bei jedem Patienten mit Langzeitantibiose wöchentlich (!) Krea, BB, GPT; GOT; GGT; AP; LDH. Daher kann ich dir versichern, dass das sehr wohl auf Kasse geht, wenn eine Indikation besteht (und diese besteht bei dir). Für die urlaubszeit bekomme ich sogar Laborscheine mit denen ich dann selbst im Labor Blut abnehmen lassen kann. Ich habe sogar die Bestimmung von CD57+NK auf Kasse bekommen (habs nicht glauben wollen, dass das auf Kasse geht). Nur mal als Beispiel, was alles möglich ist, wenn die Ärzte wollen.

Ja!
Leider wollen und/oder können alle Ärzte in unserer Region das nicht.
Sie müssen gegenwärtig sein, ihre Handlungsweise spätestens an einem Tag X zu "rechtfertigen". Dazu sind sie hier in der Region offensichtlich nicht in der Lage oder sie wollen sich keinem Risiko aussetzen, dass ihre Handlungsweise kritisiert werden könnte.
Ich möchte gar nicht unterstellen, dass es Ärzte geben mag, die jedem Mehraufwand gegenüber erschrocken sind und es bevorzugen von vorne herein "Dienst nach Vorschrift" zu machen.

Für die Igelleistung Krea, BB, GPT; GOT; GGT; AP; LDH, Blutabnahme und Zusendung des Befunds zahlen wir als Kassenpatienten "unserem" Labor 25,71 Euro.
Bei wöchentlicher Kontrolle und Dauerbehandlung wären das im Jahr ca. 1300 Euro.

Wenn man den gesetzliche Krankenkassenbeitrag zahlt, die o.g. Leistung aus angedeuteten Gründen nicht erhält und privat zusätzlich zahlt, dann kostet das eine Stange Geld.
Die wöchentlichen Blutwertekontrollen sind erforderlich, da man nicht vorhersehen kann ob und wann dem Körper die Einnahme von Medikamenten nicht gut tut.
Würde man das nicht tun, so würde man ein Risiko eingehen.

Die Einnahme von Primaquine ist laut Beipackzettel nicht angeraten ohne engmaschige Blutwertekontrolle.
22.07.2018 13:41
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Niko Offline
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Beitrag #35
Wechsel Atovaquon auf Quensyl und Primaquin wegen Erfolglosigkeit und Nebenwirkungen
(20.07.2018 12:11)berndjonathan schrieb:  1.
@niko:
Was meinst Du mit Wachstumsschmerzen? Ich selbst habe unter Primaquin erstmals sehr starke, brennende Schmerzen in den Fußgelenken, oft unaushaltbar, Gott sei dank nicht dauerhaft und esgeht es nach einigen Stunden wieder von selbst weg. Etwas ganz Neues, was ich als Erfolg von Primaquin sehe.

2.
Nochmals: In amerikanischen Foren haben einige dadurch einen echten Durchbruch geschafft, aber alle empfanden die Nebenwirkungen als sehr heftig.

zu 1. "Wachstumsschmerzen": Hier sind von mir gemeint ziehende Schmerzen in den Unterarmen/Handgelenken und "Unterbeinen"/Fesseln, die mit starker Intensität und langer Dauer (Stunden bis ganztags oder auch permanent) auftreten.

zu 2.
Mein persönlicher Eindruck ist, dass die Kombination von Primaquine und Resochin Nebenwirkungen/Wirkungen sehr verstärkt.
In einer Leitlinie zur Malariabehandlung fand ich den Hinweis, dass 155 mg Chloroquin-Base
über 7 Tage zu Primaquine hinzugegeben werden kann.
Leitlinie Diagnostik und Therapie der Malaria

Da es schwer möglich ist Nebenwirkungen und Wirkung auseinander zuhalten, kann man eigentlich nur feststellen, ob man eine Medikation verträgt oder nicht und ob sie nützt. In wieweit etwas eine Nebenwirkung oder Wirkung ist bleibt Spekulation.
Sowohl die Nebenwirkungen aber auch die Wirkungen werden vermutlich oft unterschätzt.

Starke Sehstörungen unter Primaquine/Resochin habe ich auch beobachtet und habe die Befürchtung, dass es sich dabei hauptsächlich um Nebenwirkungen handelt. Da es in einem Zyklus ohne Resochin nicht derartig auftrat, ist für mich die Primaquine-Therapie ohne Resochin verträglicher.
Es war gut, dass Du Quensyl "nur" 14 Tage genommen hast, aber eventuell bereits zuviel? Die Primaquine-Wirkung alleine ohne Quensyl kann Dich möglicherweise auch ein wenig nach vorne bringen?

Bist Du in guter Gesellschaft, wenn Du Lariam einnehmen möchtest? Davor hätte ich großen Respekt. Wer "rettet" einen bei entsprechenden Nebenwirkungen? Undecided
Grüße Niko
22.07.2018 14:37
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Filenada Offline
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Beitrag #36
RE: Wechsel Atovaquon auf Quensyl und Primaquin wegen Erfolglosigkeit und Nebenwirkungen
(22.07.2018 14:37)Niko schrieb:  Bist Du in guter Gesellschaft, wenn Du Lariam einnehmen möchtest? Davor hätte ich großen Respekt. Wer "rettet" einen bei entsprechenden Nebenwirkungen? Undecided

Mich damals ein Zimmermädchen...

Shit happens. Mal bist Du die Taube, mal das Denkmal...

Gehört zu den OnLyme-Aktivisten: www.onlyme-aktion.org
22.07.2018 18:08
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berndjonathan Offline
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Beitrag #37
RE: Wechsel Atovaquon auf Quensyl und Primaquin wegen Erfolglosigkeit und Nebenwirkungen
@filenada
Meiner Hausärztin ging es wie Dir und sie sagt auch, nie wieder. Allerdings gibt es wirklich auch viele (wenn nicht die Mehrzahl), die gar keine Nebenwirkungen hat. Aber wie ich mein/unser Glück kenne.....dann wohl doch nur im Notfall und eher ein Versuch mit Dapson. Das wäre der letzte Ausweg.

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22.07.2018 20:31
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berndjonathan Offline
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Beitrag #38
Primaquin abgesetzt....Verchlechterung hält an
So, nach gut 4 Wochen Primaquin mußte ich absetzen, zu der üblichen Symptomverschlechterung kamen wieder psychische Ängste, Unruhe etc., ähnlich wie zum Ende der Therapie mit Atovaquon. Das entsetzliche: die Ängste ließen nach Absetzen des Atovaquons binnen Tagen nach (trotz langer Halbwertszeit), beim Primaquin geht es eine Woche nach Abestzen ohne Verbesserung immer noch extrem mies (obwohl sehr kurze Halbwertszeit).

Es scheint wirklich so zu sein, dass das Primaquin etwas in Gang setzt und das scheint nun nicht mehr weg zu gehen. der Horror.

Werde nun, wenn ich es denn schaffe, für 2 Wochen Parasitenkur mit Ivermectin machen und dann habe ich den nächsten Spezi Termin. Der wollte ja eigentlich, dass ich das Atovaquon einfach durchziehen. Zumindest sind die tollen Erfolge, die manche mit Primaquin hatten, bei mir nicht eingetroffen, vielmehr eben der dauernde Horror.

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05.08.2018 18:59
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Beitrag #39
Wechsel Atovaquon auf Quensyl und Primaquin wegen Erfolglosigkeit und Nebenwirkungen
Zitat:@berndjonathan
So, nach gut 4 Wochen Primaquin mußte ich absetzen, zu der üblichen Symptomverschlechterung kamen wieder psychische Ängste, Unruhe etc., ...

Folgende Beobachtungen wurden bei Babesiose-Erkrankungen gemacht XXX (s. Forenregel)[/color] ]Zitat:
Zitat:Die Symptome verlaufen zyklisch, gewöhnlich flackern sie alle 4 Wochen auf.
Stimmungsschwankungen, im Besonderen Angststörung und Depression sind bei Babesiose stärker vorhanden als bei den anderen Ko-Infektionen.
Eventuell sind Deine psychischen Ängste doch Teil einer Infektion und keine Nebenwirkung.
Möglicherweise ist die länger anhaltende Verschlechterung nach Primaquine ein Schub?

Bitte melde Dich, wenn es Dir wieder besser geht, denn es ist interessant, wie lange die Verschlechterung bei Dir nach dem Absetzen von Primaquine angehalten hat.
Bertra fragte in ihrem Thread https://forum.onlyme-aktion.org/showthre...438&page=3 in Beitrag #21 auch nach entsprechenden Erfahrungen.
Danke. LG Niko
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 06.08.2018 15:09 von Niko.)
06.08.2018 14:46
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berndjonathan Offline
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Beitrag #40
RE: Wechsel Atovaquon auf Quensyl und Primaquin wegen Erfolglosigkeit und Nebenwirkungen
ich melde mich und danke für das gemeinsame, langsame genesen....

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06.08.2018 16:03
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