3 Monate Ceftriaxon 4g und Kombi-Therapie
#11

Hallo Markus,
Hallo OnLyme Vorstand,

ich kenne Deine Aktivitäten zu Metronidazol vor einigen Jahren.
Es gibt eine ähnliche Chemische Struktur zu Tinidazol, für Unwissende.
Es gibt diesen Hinweis im Tierversuch, der aber viele ? hat.

Metronidazol ist im weltweiten Einsatz, seit sehr vielen Jahren.
Das soll kein Freifahrtsschein sein, ABER


was Du hier schreibst, finde ich solltest Du haltbar begründen,
oder LÖSCHEN.


Aus #10
Zitat:Nimmst du seit einem Jahr Tinidazol durchgängig? Das Zeug ist potentiell krebserregend,

#####################################################

@ Marilou,
B12 ist doch gut, Spray soll noch effektiver sein.

TINIDAZOL seit langer Zeit, da sehe ich eben das eine Unterdosierung nicht's bringt,
sondern eher schadet. Vielleicht in ganz anderen Bakteriengruppen im Körper.

Es gibt Labordaten die eine Wirksaimkeit auf Borellien erst in einer hohen Dosis zeigen.
Manche hier schreiben so eine hohe Dosis ist problematisch in einen Menschen zu bringen.
Ich kenne einige Patieneten die erst nach Tini auf die Beine kamen.
Persönlich mache ich auch nur hin und wieder für bis zu 8 Tagen Tini Anwendungen.
Ich fange aber am Tag 1 mit 2 Gramm an, gehe dann runter.

Hier wird einiges gut beschrieben.
https://forum.onlyme-aktion.org/showthread.php?tid=6444

Diese 10 Tage Regelung beruht auf sehr fragwürdigen Umständen.
(Bei Tinidazol ist es aber eine Herstellerempfehlung, siehe Beipackzettel)

Zitat:Eine off label Verschreibung kann gegen uns verwendet werden, indem die Kasse die Kosten von uns zurückfordert. Bei verzögerter Klage, langer Verschreibung und teuren Medikamenten kann das ein Kostenrisiko von mehreren zigtausend Euro bedeuten. Halten wir das Risiko für zu hoch, können wir die Kasse auffordern, die Kostenübernahme zuzusagen. Das kann man nicht immer tun, sonst bestünde der Arbeitstag nur noch aus dem Schreiben von Anträgen. Der Gedanke, dass Verwaltungsangestellte von Krankenkassen uns damit die medizinische Entscheidung aus der Hand nehmen, ist ohnehin schwer zu ertragen. Wenn wir die wissenschaftlichen Begründungen für unstrittig halten, nehmen wir die Verschreibung vor und gehen damit Prozessrisiken ein.
Aus:
https://www.onkologie-partner.de/meinung...eiben-darf

Eine Behandlungsform die nicht nur ich durchführen, über Jahre.
https://forum.onlyme-aktion.org/showthread.php?tid=6463

Der Borre Papst, leider gibt es ja fast keine neue Forschung zu Borreliose, darum immer noch! Hier aber aktueller als Du es scheinbar kennst.
"Version: 29. Juli 2014 "
http://www.lymenet.de/BurrD.htm
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Thanks given by: Marilou , claudianeff , borrärger
#12

(30.03.2019, 12:00)fischera schrieb:  ich kenne Deine Aktivitäten zu Metronidazol vor einigen Jahren.
Es gibt eine ähnliche Chemische Struktur zu Tinidazol, für Unwissende.
Es gibt diesen Hinweis im Tierversuch, der aber viele ? hat.

Metronidazol ist im weltweiten Einsatz, seit sehr vielen Jahren.
Das soll kein Freifahrtsschein sein, ABER

was Du hier schreibst, finde ich solltest Du haltbar begründen,
oder LÖSCHEN.

Ich sehe nicht, wieso es da was zu löschen gibt. Zunächst einmal schrieb ich von potentiell krebserregend. Potentiell im Sinne von "möglich", "denkbar". Zum Tinidazol selbst gibt es keine Untersuchungen, nur zu Metronidazol, das ist korrekt. In einem Review aus dem Jahr 2018 heißt es in der Zusammenfassung:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29595104 schrieb:Due to potent carcinogenic behaviour, use of MTZ for animals’ treatment and its uses in animal food products is prohibited in USA and European countries; however its clinical use in human population is still increasing. Therefore, regular research studies are required to explicate its mechanism/s involved in carcinogenesis.

Zitat:Aufgrund des starken krebserregenden Verhaltens ist die Verwendung von MTZ [= Metronidazol] zur Behandlung von Tieren und seiner Verwendung in Tiernahrungsmitteln in den USA und europäischen Ländern verboten; die klinische Verwendung in der menschlichen Bevölkerung nimmt jedoch immer noch zu. Daher sind regelmäßige Forschungsstudien erforderlich, um den/die an der Karzinogenese beteiligten Mechanismen zu erklären.

Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator


Jetzt kann man natürlich sagen, was in Tieren der Fall ist, muss noch lange nicht im Menschen der Fall sein. Oder was für Metronidazol gilt, das muss nicht für Tinidazol gelten. Das muss jeder für sich selbst entscheiden.

Daher nehme ich mir durchaus das Recht raus hier neue Nutzer, insbesondere wenn sie recht unkritisch mit dieser Wirkstoffklasse umzugehen scheinen, auf die potentielle Gefahr hinzuweisen. Ich weiß nämlich aus eigener Erfahrung, dass Borreliose-Ärzte das häufig nicht machen bzw. es als Tatsache darstellen, dass Metronidazol für Menschen sicher ungefährlich sei, was die Studienlage nicht hergibt. Man muss auch dran denken, dass Metro in der Schulmedizin nur einige Tage eingesetzt wird und nicht über so lange Zeit oder auch wiederholt wie in der Borreliose-Behandlung.

Wie gesagt, jeder soll es selbst für sich entscheiden. Es gibt Indizien, dass Metronidazol auch im Menschen krebserzeugend wirkt, allerdings waren die Studien vom Design her sehr mangelhaft und die Probandenzahl zu gering. Die Ergebnisse sind aufgrund der geringen Fallzahlen daher nicht statistisch signifikant.

Selbe Quelle wie oben verlinkt:

Zitat:Several retrospective cohort studies have reported MTZ as a potential risk factor for lung cancer (n = 771), cervical cancer (n = 2500), breast cancer (n = 2), cholangiocarcinoma (n = 1), and neuroblastoma (n = 28). So far, all the reported data have confirmed MTZ carcinogenicity in animals; however it is still controversial in humans.

Zitat:Mehrere retrospektive Kohortenstudien haben MTZ als potenziellen Risikofaktor für Lungenkrebs (n = 771), Gebärmutterhalskrebs (n = 2500), Brustkrebs (n = 2), Cholangiokarzinom (n = 1) und Neuroblastom (n = 28) berichtet. Bisher haben alle gemeldeten Daten die MTZ-Karzinogenität bei Tieren bestätigt, beim Menschen ist sie jedoch noch umstritten.

Jedenfalls kann man kaum seriöserweise Entwarnung geben, wie viele Borrelioseärzte das tun. Es bräuchte dringend längerfristige Beobachtungen bei genügend hoher Probandenzahl.
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Thanks given by: urmel57 , borrärger
#13

Also, danke, @Markus, für den Hinweis. Mir hat das tatsächlich nie jemand gesagt. Aber es wurden bei mir gerade hochsensitive Tumormarker bestimmt, die offenbar Jahre vor Ausbruch eine solche Erkrankung anzeigen würden - es war alles total superklasse unauffällig. Also da mache ich mir jetzt mal keine Sorgen. Sonst komme ich noch mehr durcheinander.

Danke dir @Fischera, für das Werk von Burrascano in neuerer Fassung!!! Ein Traum! Habe es heute schon beinahe vollständig durchgelesen. Da ist das Mitronidazol ja ein sehr wichtiger Bestandteil und da bei mir jetzt erstmals die Behandlung so richtig losgehen soll, werde ich das nicht gerade jetzt stoppen. Ich nehme also Tini 2 x 500 zum Ceftriaxon und Augen zu und durch. Ich könnte auch Mitronidazol als Infusion kriegen - was denkst du dazu? Auch Azithromycin könnte infundiert waren, wenn das sein muss. Burrascano schreibt, i.v. ist extrem viel besser wirksam als oral.

Noch eine Frage: Hat die gepulste Ceftriaxon- Therapie (4 Tage 4g Infusion und 3 Tage Pause oder 5 Tage 4g und 2 Tage Pause) einen Vorteil in der Wirksamkeit ggü. einer durchgehenden Behandlung? Weniger Nebenwirkungen - okay. Aber was von beidem ist wirksamer?

Ich habe ja noch Bartonellen und Babesien - das ist gesichert. Es gibt eine positive Serologie, was ja schon äusserst selten ist, und auf der klinischen Symptomliste von Burrascano kann ich bei Babesien wirklich an jedem Punkt ein Kreuz machen, gefolgt von Bartonellen und Borrelien, die gleichauf liegen. Die Behandlung wird in die Borrelienbehandlung integriert. Erst die Bartonellen, dann die Babesien. 6 Wochen Rifa soll in Kombi mit Azi die Barts killen, Malarone in Kombi mit Azi die Babesien. Alles während der Ceftriaxon Infusionen. Da ich ein Mitspracherecht bei der Behandlung habe, kann ich das fortlaufend mit dem Arzt anpassen. Also wenn ihr da noch Inputs habt?

Danke für die weiteren Tipps. Auf Fluconazol verzichte ich jetzt seit einigen Tagen bereits, B12 werde ich weiter integrieren. Burrascano schreibt auch noch viel von anderen Supplementen, die ich zum großen Teil bereits einnehme wie Omega3 und Q10, B-Komplexe und Vitamin C. Das passt also.

Danke auch für die Links! Ich habe das meiste durchgewühlt, viel Interessantes dabei!

Ich muss einfach zu meiner Geschichte sagen, dass ich seit 2 Jahren keinen Tag ohne Antibiotika leben kann. Meine Infektionen sind so hochgradig schlimm, dass ich ohne Antibiotika innerhalb von 3 Tagen gefühlt in Richtung Sepsis gehe. Jeder, der darüber die Augen verdreht oder sich Sprüche anmaßt, hat einen solchen Zustand noch nicht erlebt. Meine Neuro-Symptome explodieren, ich kriege Schüttelfrost, 1000 Nadeln im ganzen Körper, Tinnitus schreit im ganzen Nervensystem, gefolgt von Taubheit in Armen und Beinen, Herzrasen, Schweißausbrüche, Übelkeit, ich könnte die Wände hochgehen, so ein Horror ist das. Meine aktuellen Antibiotika dämmen das sehr gut ein.

Ich hoffe, dass diese Rundumschlagstherapie dem Desaster jetzt ein Ende macht :-) oder mich ein gutes Stück weiter bringt. Deswegen soll alles so effektiv und so hoch dosiert wie möglich werden. Ich will ja mal wieder halbwegs normal leben können. Es wird Sommer! :-)
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Thanks given by: Niko
#14

Zitat: ich kriege Schüttelfrost, 1000 Nadeln im ganzen Körper,
@Marilou
ich wünsche Dir, dass die neue Therapie Dich weiterbringt.
ich würde mich freuen, wenn Du hier weiter berichten würdest.Icon_winken3
Schüttelfrost und unzählige Stiche im ganzen Körper sind mir seit Jahren nicht unbekannt. Kombinationstherapien haben Schüttelfrost-Begebenheiten sehr reduziert, aber noch nicht vollständig beseitigt. Die "1000" Nadelstiche sind sehr hartnäckig.
Ich spekuliere, dass es sich um Beschwerden einer Babesien-Infektion handeln könnte. Im Zusammenhang mit Borreliose- und Co-Infektionen werden eine Unmenge unspezifischer Beschwerden beschrieben, jedoch "Stiche"/"Nadel-Stiche" werden nicht genannt, bis auf die Übersicht der Beschwerden bei Babesiose von Dr. Schaller, die unter anderem "Random stabbing pains"/zufällige stechende Schmerzen aufzeigt http://www.personalconsult.com/free/Checklists2012.pdf.

Mich würde besonders interessieren, wie sich das mit den "1000 Stichen" bei Dir entwickelt.
Niko
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Thanks given by: Marilou
#15

Hallo Markus,
ich habe Deine Erklärung in #12 zur Kenntnis genommen.
Gruß fischera
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Thanks given by:
#16

@ Marilou
#13
Zitat:Noch eine Frage: Hat die gepulste Ceftriaxon- Therapie (4 Tage 4g Infusion und 3 Tage Pause oder 5 Tage 4g und 2 Tage Pause) einen Vorteil in der Wirksamkeit ggü. einer durchgehenden Behandlung? Weniger Nebenwirkungen - okay. Aber was von beidem ist wirksamer?

Burrascano schreibt ja darüber, dass es kein Problem ist, dass sich Leber und Galle in den 2 Tagen erholen können. (etwas)
Ich glaube das diese Pausen keine negativen Auswirkungen haben.

diese Aussage beruht aber nur auf eigene Erfahrung und auf die meines Dr.
nicht auf Studien.

Mittlere Halbwertszeit von Ceftriaxon:
ca. 8.0 H


Ohne es wirklich genau zu wissen, denke ich das Du viel Zeit durch Unterdosierung verloren hast. Mich würde nicht wundern wenn es Dir in ca.5 Wochen nicht wesentlich besser geht. 4 Gramm Ceftriaxon ist schon eine Hausnummer.

Nachdenklich macht mich Dein Hinweis auf Deine Lebensqualität in den letzen Jahren.
Hier wird eine Nebenwirkung von einigen Antibiotikas beschrieben.
(Entzündungshemend)
Vielleicht ein neuer Gesichtspunkt für Dich.
http://www.zeckenliga.ch/downloads/2013_...20Satz.pdf

Wenn man der "privaten Borreliose Forschung" zuviel Aufmerksamkeit schenkt, ohne es zu verstehen = gefährlich.
Trotzdem
http://www.xerlebnishaft.de/chronisch.pdf
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Thanks given by: borrärger , Marilou , claudianeff
#17

@fischera:

Danke! Ich wollte eigentlich wissen, ob das tägliche Ceftriaxon ohne Pause Vorteile in der Wirksamkeit hat, denn so ist es bei mir für mind. 3 Monate geplant.

Ich habe heute angefangen! Hip hip hurra! Morgen gibt es Ursofalk dazu, zudem eine ganze Reihe Supplemente, ich fahre jetzt einfach Burrascanos Empfehlungen so gut es geht komplett ab.

Die Low Dosis Therapie seit einem Jahr war mir von einem renommierten Borre-Spezi so verordnet, deswegen habe ich das nie hinterfragt. Aber die anfängliche Wirksamkeit verflog zunehmend. Ceftriaxon 2g bekam ich vor einem Jahr von einem normalen Neurologen - und das war am allerbesten wirksam. Jetzt mal abwarten, was die neue Therapie bringt.
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Thanks given by: biblio
#18

@Marilou
würde mich über eine Rückmeldung zu #14 freuen
Grüße Niko
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Thanks given by:
#19

Hi Niko,

Erstmal danke für die Liste. Die ist aber sehr toll. :-) Ich gehe das später direkt mal alles durch.

Ich werde auf jeden Fall berichten, wie es weitergeht.

@fischera: Danke noch für den Artikel von der Zeckenliga. Ich halte diesen aber für sehr gefährlich. Genau solche Artikel sind der Grund, warum die Leute nicht die richtige Behandlung kriegen. Der Autor ist ja auch in der Borreliose-Welt sehr umstritten und rühmt sich sogar damit, hilfesuchende Patienten wegzuschicken: „9 von 10, die zu mir kommen, haben gar keine Borreliose“. Offizielles Zeitungs-Zitat von ihm. Das ist doch ziemlich entsetzlich... Denn wer zum Borreliose-Arzt geht, hat oft schon eine lange Odysee hinter sich und guten Grund, an eine Borreliose zu denken.

Ich habe übrigens gestern Fieber bekommen. Das erst Mal seit langer Zeit. Mal sehen, was der Arzt heute dazu sagt. Ich glaube aber, das kommt nicht von der Therapie, sondern zufällig.

Fieber ist ja grundsätzlich gut.
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Thanks given by: Niko , fischera , claudianeff
#20

Zitat:Fieber ist ja grundsätzlich gut.
Wenn man Medikamente einnimmt, besteht leider auch die Möglichkeit eines dadurch ausgelösten Fiebers, die man nicht ganz aus den Augen verlieren darf. Insbesondere, wenn man mehrere Medikamente parallel nimmt?
Aber ich bin kein ArztWink
Du bist ja in Behandlung und kannst dort fragen, wenn es anhält.
Grüße Niko
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Thanks given by: urmel57 , Marilou


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