Unis verheimlichen Studienergebnisse
#1

"Bei 93 Prozent aller medizinischen Studien an deutschen Unis werden die Ergebnisse nicht vorschriftsgemäß veröffentlicht. [...]
445 Studien, deren Ergebnisse auch mehr als ein Jahr nach Studienende nicht in der EU-Datenbank veröffentlicht wurden. Das hat die britische Organisation Transparimed gemeinsam mit der deutschen BUKO Pharmakampagne herausgefunden. Sie haben dafür alle Studien ausgewertet, die seit 2004 von deutschen Universitäten bei der EU angemeldet wurden. [...]
Demnach haben die 35 deutschen medizinischen Hochschulen nur sieben Prozent der Studienergebnisse in der EU-Datenbank EudraCT veröffentlicht. Das ist weit weniger als in anderen Ländern. Universitäten in Europa haben im Schnitt 63 Prozent der Studienergebnisse in der EU-Datenbank veröffentlicht, in den USA 69 Prozent. [...]
Unveröffentlichte Studien schadeten nicht nur den Patienten, zugleich würden öffentliche Gelder verschwendet und das Vertrauen von Studienteilnehmern missbraucht."

Quelle: https://www.tagesschau.de/investigativ/n...n-101.html

Shit happens. Mal bist Du die Taube, mal das Denkmal...

Gehört zu den OnLyme-Aktivisten: www.onlyme-aktion.org
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Thanks given by: mari , borrärger , Markus , Regi , judy
#2

Naja, das mag wohl den Tatsachen entsprechen. Und es ist bestimmt auch nicht richtig, nicht zu veröffentlichen. Aber ist das wirklich ein Gradmesser für die Qualität der Studienlage? Ich sage nein.
Erstens publiziert jeder nur positive Ergebnisse. Also, „wir haben herausgefunden dass...“ Kommt bei einer Studie heraus, dass keine (neuen) Erkenntnisse gewonnen wurden, wird das keiner publizieren. Man will ja nicht da stehen als ob man es nicht hinbekommen würde.
Der Erfolgsdruck in der Forschung resultiert aus der Verteilung von Forschungsgeldern. Um diese muss man sich bewerben, und je mehr man bereits erfolgreich auf einem Gebiet veröffentlicht hat, desto wahrscheinlicher ist es, dass man (weitere) Forschungsgelder erhält. Diese speisen sich aus nationalen, europäischen (ERC Grant) und internationalen Geldtöpfen und können gewaltige Summen beinhalten. Wer würde da negative Ergebnisse veröffentlichen?
Nur ist es aber so, dass Forscher an europäischen Universitäten, nach einer gewissen Zeit, wenn sie „Full Professor“ geworden sind, Anstellung auf Lebenszeit an der Uni haben und sie müssen sich schon gravierender Fehler schuldig machen, um ihre Anstellung zu verlieren. Dazu bekommen sie von ihrer Uni selbst noch gewisse Forschungsgelder zugesprochen. Das ist zwar nicht viel aber immerhin. Das erlaubt ihnen zumindest eine minimale Unabhängigkeit von externen Quellen, sprich Erfolgs- respektive Veröffentlichungsdruck. Diese können es sich aus dem Grunde eher erlauben mal was nicht zu veröffentlichen und oder sich mehr Zeit für ein Projekt zu lassen.
In den USA weht da ein ganz anderer Wind und genau das Gegenteil ist der Fall. Keine Anstellung auf Lebenszeit, keine internen Gelder. Wenn man nich hoch genug und oft publiziert ist man weg vom Fenster. Das öffnet selbstverständlich Manipulationen, oder ich nenne es jetzt mal Interpolation, Tür und Tor. Das wird , sollte es herauskommen natürlich streng geahndet,ist aber letztendlich nicht immer beweisbar. Ein kleines Beispiel. Ich habe eine Theorie und um diese zu beweisen, mache ich einen Versuch. Jetzt klappt der nicht auf Anhieb und, weil ja immer mal was schief gehen kann, wiederhole ich den Versuch. Es klappt noch immer nicht. Ich mache also den Versuch insgesamt zehnmal.Solange bis es klappt. Beim letzten Mal ist er positiv. Meine Theorie ist somit bestätigt. Dieses Ergebnis veröffentliche ich dann. Wunderbar!
Nur: was stimmt denn nun? Die neun Versuche, die gegen meine Theorie sprechen oder der eine positive Output? Und wer kontrolliert die negativen Ergebnisse, die ich womöglich gar nicht protokolliere? Und das ist nur ein ganz simples Beispiel.
Überprüfungskommissionen haben herausgefunden, dass unter anderem aus diesem Grund, in mehreren Blindversuchen Analysen und Versuche von in den höchsten Forschungsjournalen publizierten Ergebnissen nicht mit dem gleichen Resultat wiederholt werden konnten. Sprich der gleiche Versuch wurde in einem anderen Labor unter den gleichen Bedingungen wie beschrieben wiederholt. Und konnte nicht reproduziert werden. Schlimmer noch: Der gleiche Versuch wurde in dem Labor wiederholt in dem er ursprünglich gemacht wurde und konnte wiederum nicht reproduziert werden! Ja. Da staunt man Bauklötze. Ist aber Fakt. Von falsch angewendeten Auswertmethoden und Statistiken ganz zu schweigen! Eine Zelle teilt sich nach einer gewissen Zeit und aus eins mach zwei. Aus zwei mach vier, usw. Das ist ein natürlicher Vorgang. Nichts Besonderes. Man nennt es auch Logarithmus. Wenn ich also einen Effekt von irgend einer Substanz auf diese Zellen sehen und darstellen möchte, muss ich diesem Umstand Rechnung tragen. Ich muss zur Darstellung in einer Skala eine logarithmische wählen. Nehme ich eine lineare Darstellungsweise, oh welch Wunder, habe ich immer einen (positiven) Effekt auf die Teilungsrate der Zellen. Fantastisch! Substanz X hat einen Effekt auf die Teilungsrate von Zellpopulation Y. Applaus. Und nun publiziere ich das, hurra. Und jetzt sollte man glauben solche Irrtümer würden nicht passieren! Sind doch alles hoch gebildete Wissenschaftler. Mitnichten! Solche Irrtümer sind in den höchsten Publikationen gefunden worden.
Ist es also tatsächlich so, dass die Qualität der Ergebnisse an der Anzahl der Publikationen gemessen werden kann? Nein, eben nicht grundsätzlich.

Und nur so nebenbei: die schlimmsten Publikationen kommen von den Medizinern. Die sind oft so haarsträubend und fehlerbehaftet, dass es einen schüttelt. Die haben nämlich überhaupt keine Ahnung wie man sowas macht. Es ist einfach nicht ihr Metier.
Und anstatt mit Biologen zusammen zu arbeiten, die dies aus Erfahrung besser können, um bessere Ergebnisse zu erhalten, können sich beide Seiten partout nichts abgewinnen und belächeln sich lieber gegenseitig.

Imagine a world where people with Lyme disease are diagnosed and treated correctly and go back to living their lives!
Chronic Lyme disease is real, it’s painful, scary and no one
can tell you if you’ll get better, die or somewhere in between.

Ärzte Strategie bei Borreliose:
„Delay, deny and hope you die“
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Thanks given by: Markus , mari , claudianeff , urmel57 , judy


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