Dieses Forum nutzt Cookies
Dieses Forum verwendet Cookies, um deine Login-Informationen zu speichern, wenn du registriert bist, und deinen letzten Besuch, wenn du es nicht bist. Cookies sind kleine Textdokumente, die auf deinem Computer gespeichert sind. Die von diesem Forum gesetzten Cookies düfen nur auf dieser Website verwendet werden und stellen kein Sicherheitsrisiko dar. Cookies auf diesem Forum speichern auch die spezifischen Themen, die du gelesen hast und wann du zum letzten Mal gelesen hast. Bitte bestätige, ob du diese Cookies akzeptierst oder ablehnst.

Ein Cookie wird in deinem Browser unabhängig von der Wahl gespeichert, um zu verhindern, dass dir diese Frage erneut gestellt wird. Du kannst deine Cookie-Einstellungen jederzeit über den Link in der Fußzeile ändern.


Corona-Themen
#41

Also an mir nagt dieses Thema schon ziemlich. Ich bin weit davon entfernt panisch zu sein, aber ich fühle mich doch unwohl mit der Ausbreitung dieses Virus. Ich habe eine Immunschwäche und bin nahezu dauernd krank- mal mehr, mal weniger. Mein Immunsystem kommt schon ins Stolpern, wenn ich mal woanders bin, einkaufen oder jemanden besuchen, so als wäre schon das andere, fremde Bakterienmilieu dort eine echte Bedrohung für meinen Körper  Confused. Und jedes "krank sein" schlägt bei mir auf die Atemwege- ich habe auch oft Atemnot.
Von daher sehe ich mich schon in der Personengruppe, für die das Virus gefährlich/ tödlich sein kann.

Ich habe trotzdem wie jedes Jahr Kohlrabi und Salat in Kästchen ausgesät, meinen Garten vorbereitet, bin draußen, wenn es das Wetter zulässt und freue mich auf das nahende Frühjahr. Ich habe noch viel vor, möchte irgendwann wieder gesund (oder zumindest gesünder) werden, Zeit mit meinem Mann verbringen, unser erwachsenes Kind weiter erleben und tausend Sachen mehr!
Also bitte kein Corona  Angel

Zusammen bewegen wir mehr!  Mitglied bei https://onlyme-aktion.org/
Zitieren
#42

Vielleicht auch ein Ansatz zur Beruhigung...

https://forum.onlyme-aktion.org/showthre...#pid160637

Insgesamt bin ich gespannt, wie die Gesellschaft diese Herausforderung meistert. Wo es doch auch darum geht Einkehr (via Kurzarbeit) zu halten, zu entschleunigen und die wesentlichen Dinge des Lebens zu fokussieren, weg von der sonstigen breiten kulturellen Zerstreuung... just ein optimistischer Ansatz Epidemien als Chance zu verstehen.
Zitieren
Thanks given by: biblio
#43

Aus meiner Tageszeitung.
„Erschreckend ist die Erkenntnis, dass vielen der gesunde Menschenverstand abhanden gekommen zu sein scheint.“

Aus und mehr
https://www.braunschweiger-zeitung.de/mi...-noch.html
Zitieren
Thanks given by: krudan
#44

Ich kann euch sagen dass der harvardmann dem ich auf twitter folge die Sache sehr ernst nimmt und auch ne Wut im Bauch hat über so beschwichtiger wie dem Schreiberling in dem Artikel. Hilfreich wenn man sich verdeutlicht was exponentielles Wachstum bedeutet. Der Schreiberling kennt das offenbar nicht. In einigen Wochen wird jeder die Auswirkungen davon sehen - in Deutschland. Ich würds mal erklären weil es das Verständnis ungemein fördert kann aber nur am Handy tippen und Graphiken geht auch nicht.

Schaut euch an was in der Lombardei läuft und rechnet mal damit dass wir das in zwei Wochen auch hier haben. Und dann überlegt euch wie ihr dem begegnen wollt.
Zitieren
Thanks given by: Filenada , ticks for free , borrärger , judy
#45

Ich kann's inzwischen nicht mehr hören und bin bis übern Eichstrich genervt.
Und zwar von Aussagen wie "Wir werden sowieso alle sterben!" über "Ich gehöre ja nicht zur Risikogruppe." bis hin zu "Konzerte werden abgesagt, aber der ÖPNV fährt weiter, da kann ich mich viel eher anstecken." - Ist das naives Denken oder Ignoranz von Informationen oder Selbstüberschätzung oder purer Egoismus?

Prof. Dr. Drosten (Mediziner + Virologe an der Charité + Mitentdecker des SARS-Virus 2003) heute auf NDR:
"Die Todesfälle von in einem Monat sind die Infizierten von heute. [...] Wollen wir wirklich so lange warten und wollen wir wirklich sagen in einem Monat, wollen wir da wirklich sagen: Hätten wir doch damals einfach auf die Daten gehört! Und auch auf Experten aus dem Ausland gehört, auf Intensivmediziner, die verzweifelte Botschaften an deutsche Zeitungen richten und sagen: Sagt das bitte Euren Ärzten, was hier passiert!"

Wie z. B. Dr. Daniele Macchini, der die Intensivstation in Bergamo (Lombardei, Italien) betreut:
"Ich verstehe die Notwendigkeit, keine Panik zu erzeugen. Aber wenn die Tragweite dessen, was passiert, die Menschen nicht erreicht und ich immer noch spüre, dass sich Menschen einen Dreck um die Empfehlungen scheren und sich beschweren, weil sie nicht ins Fitnessstudio oder Fußballspiele gehen können, dann erschaudere ich."
Weitere Worte aus Italien hier.

Italien hat uns gegenüber knapp anderthalb Wochen Vorsprung. Für uns also ein Blick in die Zukunft - wenn hier nichts passiert. Und da denke ich nicht nur an die politischen und behördlichen Entscheidungsträger, sondern vor allem an alle Menschen. Nämlich wie wir mit dem Thema umgehen.
Es geht um die Eindämmung der Verbreitung. Wir können uns nicht auf den 80 % ausruhen, für die eine Infektion wie 'ne Pillepallegrippe abläuft. Wir müssen stattdessen an die 20 % denken, von denen - so die bisherige Datenlage - 5 % eine intensivmedizinische Betreuung brauchen. Wenn die Verbreitung so weitergeht wie momentan, haben wir dasselbe Desaster wie in Italien.
Da hilft uns auch nicht, daß wir in Deutschland im Durchschnitt (Stand 2016) 8,0 sogenannte Planbetten* pro 1000 Einwohner haben (Italien nur 3,2), denn was dann gebraucht wird, sind Intensivmedizinbetten, von denen wir in ganz Deutschland nur 28.000 haben (davon z. Z. ca. 80 % belegt).

Klar, wenn man irgendwo uffm Land lebt, kann man das zum jetzigen Zeitpunkt alles noch recht entspannt sehen. In einer Großstadt vergeht einem dann schon das Lachen.
Beispiel Berlin: Wir ham hier 3,6 Mio. Einwohner, incl. Speckgürtel (meist Berliner, die ins Umland gezogen sind, aber in Berlin arbeiten) sind's 4,5 Mio. Dazu kommen pro Jahr 13,5 Mio. Touristen. Mehr als 3 Mio. Menschen benutzen Tag für Tag die öffentlichen Verkehrsmittel. Das alles sind schon genug Multiplikationsmöglichkeiten. Das Gesundheitssystem in Berlin ist im Laufe der Zeit (nicht erst seit der jetzigen Regierung) so kaputtgespart worden, daß wir hier nur 5,6 Planbetten pro 1000 Einwohner haben (Stand 2017; zur Erinnerung: Bundesdurchschnitt 8,0). Die sind aber nicht frei, sondern z. B. bei den landeseigenen Vivantes-Kliniken zu 90 % belegt. Außerdem fehlt seit Jahren Personal, sodaß letztens sogar die Aufnahme in der Intensivstation der Kinderonkologie geschlossen werden mußte (wie im Land Brandenburg zur Zeit Kreißsäle in mehreren Städten).
Auch wenn die Charité (eine der größten Unikliniken Europas) gestern noch 100 zusätzliche Beatmungsgeräte bestellt hat (ob die Hersteller welche auf Lager haben, war gestern noch nicht klar), weil wir in ganz Berlin (50 Krankenhäuser mit Planbetten) nur 1050 Stück haben, würden wir so einen Einbruch wie im chinesischen Wuhan oder Norditalien niemals stemmen können, ohne im Endeffekt auch mit vielen Toten dazustehen.
In Berlin hamwa zum jetzigen Zeitpunkt 90 bestätigt Infizierte, gestern waren es 58 (26 davon ham sich letzten Sonnabend in zwei Clubs angesteckt). Die sogenannte Dunkelziffer dürfte hier um ein enormes Vielfaches höher sein. Die Zahlen kommen nur von denen, die Symptome haben UND getestet wurden. In Berlin wird aber nur derjenige getestet, der Symptome UND Kontakt zu bestätigten Fällen hatte oder Symptome hat UND in einem Risikogebiet war (Italien zählte Anfang letzter Woche noch nicht dazu). Ansonsten interessiert es hier niemanden.
Ich hab's letzte Woche selbst durch. Der Höhepunkt (schon die telefonische "Coronavirus-Hotline" war ein Höhepunkt an sich, nachdem ich beim 61. Versuch durchgekommen bin) war dann, daß mich in der Hausarztpraxis kein Mensch nach Kontakt zu Infizierten oder Reisen fragte. Im Wartezimmer hatten von 10 unbestellten Patienten 7 Husten. Der Doc guckte mir ohne Atemschutzmaske (die Berliner Ärzte haben nämlich immer noch keine bekommen) in den Rachen, erzählte dann was von Viren und - jetzt der Höhepunkt für alle hier im Forum - gab mir ein Rezept für Amoxicillin Icon_headbash , "falls es schlimmer wird".
So wird hier in der Stadt (ich bin leider kein Einzelfall) die Theorie von RKI, Gesundheitsministerium und Berliner Gesundheitssenatorin praktisch umgesetzt. Angry 

Deshalb finde ich es so entsetzlich wichtig, daß jeder Einzelne in den nächsten Wochen genau abwägt, welche Kontakte wichtig sind (arbeiten muß man nun mal) und welche Aktivitäten man meiden könnte. Gerade wir Forumnutzer hier, deren Immunsystem entweder mit anderen Erregern zu hat oder nicht richtig funktioniert oder durch z. B. Immunsuppressiva runtergefahren ist, sollten darüber nachdenken. Und daß auch wir Überträger sein können für andere. Die Letalität für Ältere (ab 65) war ja Thema in dem Link, den Ticks im Eingangsthread gepostet hatte. 20 - 25 % kann niemand ignorieren, finde ich.

Und wer das mit dem exponentiellen Wachstum von SARS-CoV-2 noch nicht verstanden hat, liest hier nach.



* - Planbetten sind die Klinikbetten in "normalen" Krankenhäusern bzw. Stationen. Also nicht die in Sonder-, Entzugs- oder Vollzugskliniken, in Hospizen, in Bundeswehrkrankenhäusern, auf Frühchenstationen, in Reha-, Pflege- und Geriatrieeinrichtungen usw.

Shit happens. Mal bist Du die Taube, mal das Denkmal...

Gehört zu den OnLyme-Aktivisten: www.onlyme-aktion.org
Zitieren
#46

Danke Filenada. Du sprichst mir aus dem Herzen. Ich werde z.B. nicht zur Mitgliederversammlung fahren, weil ich meine älteren Angehörigen schützen will. Kontakte die nicht sein müssen, vermeide ich bis auf Weiteres.

Beim Jammern über die Absage von Fußballspielen und Geisterspielen kriege ich eine unbändige Wut.

Von den 28.000 Intensivbetten in Deutschland sind laut Dr. Drosten im Schnitt 80% belegt. Bleibt also keine so große Reserve.

https://www.bz-berlin.de/berlin/charite-...-im-herbst


LG
Pandabär

Gemeinsam sind wir stark

Bin nun auch dabei: www.onlyme-aktion.org
Zitieren
#47

PS zum Thema, daß es hauptsächlich bei Älteren die schweren Fälle gibt

Aus einem Artikel über die wirklich dramatischen Zustände in Italiens Kliniken von gestern:
"... Plätze auf Intensivstationen [...] der Bedarf wachse unaufhaltsam - ein Drittel aller Erkrankten sei mittlerweile jünger als 65 Jahre."

Lesenswert ist der gesamte Artikel.

Shit happens. Mal bist Du die Taube, mal das Denkmal...

Gehört zu den OnLyme-Aktivisten: www.onlyme-aktion.org
Zitieren
Thanks given by: borrärger
#48

Cool! Ne Packung Amoxi gegen SARS!
Und bei Borrenliose einfach zweimal die Hacken zusammen schlagen und sie ist gebändigt. Wenn es sie überhaupt gibt.
Mediziner im 21. Jahrhundert!
Hurra.

Imagine a world where people with Lyme disease are diagnosed and treated correctly and go back to living their lives!
Chronic Lyme disease is real, it’s painful, scary and no one
can tell you if you’ll get better, die or somewhere in between.

Ärzte Strategie bei Borreliose:
„Delay, deny and hope you die“
Zitieren
Thanks given by:
#49

(11.03.2020, 23:22)Towanda schrieb:  Cool! Ne Packung Amoxi gegen SARS!
Und bei Borrenliose einfach zweimal die Hacken zusammen schlagen und sie ist gebändigt. Wenn es sie überhaupt gibt. 
Mediziner im 21. Jahrhundert!
Hurra.
Was redest Du da? Ein Antibiotikum gegen Viren?! Oder soll das Sarkasmus sein? Nicht hilfreich...
Zitieren
Thanks given by:
#50

(12.03.2020, 00:38)krudan schrieb:  Was redest Du da? Ein Antibiotikum gegen Viren?! Oder soll das Sarkasmus sein? Nicht hilfreich...

Towanda bezog sich auf meinen Arztbesuch letzte Woche, den ich erwähnt hatte. Erst lesen und dann Kopf-Tisch-Kopf-Tisch.

Shit happens. Mal bist Du die Taube, mal das Denkmal...

Gehört zu den OnLyme-Aktivisten: www.onlyme-aktion.org
Zitieren
Thanks given by:


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 3 Gast/Gäste