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Europäische Doppelblindstudie zu Langzeitantibiosen
#11

Die Ergebnisse stehen wohl kurz vor der Veröffentlichung, es wurde bereits ein Presseartikel veröffentlicht.
Es wurden keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen festgestellt, was bedeutet, dass kein zusätzlicher Nutzen einer verlängerten Antibiotikatherapie mit Doxycylin oder Clarithromycin und Quensyl festgestellt wurde. Das ist eine weitere Bestätigung des bisherigen Forschungsstandes, nach dem eine Langzeitantibiose bei Borreliose dem Placebo nicht überlegen ist.

Orignalartikel (auf Niederländisch):
http://nos.nl/artikel/2032732-nijmeegse-...enten.html

Artikel mit Google-Translate:
https://translate.google.de/translate?sl...t=&act=url

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Thanks given by: Katie Alba , urmel57 , Regi , fischera , Filenada , m0reX
#12

Danke Valtuille,
da steht noch was in den Startlöchern, Untersuchung an 2000 Personen bis 2018 :
http://lymeonderzoek.nl/lymeprospect-studie/
Da spricht mir etwas aus der Seele, und wenn wir die gesamte Studie von 2015 einsehen können, werden wir sie sicher diskutieren.
Zitat: Für Forscher der Lyme-Krankheit zu sein scheint, das Ergebnis der Bitte-Studie nicht völlig unerwartet gekommen. Für viele Patienten mit schweren Symptomen nach der Erfahrung der Krankheit, die Ergebnisse sind ein schwerer Rückschlag. Sie hatten für eine entgegengesetzte Ergebnis gehofft, denn das wäre eine mögliche Lösung für ihre Beschwerden bedeutet.
Ich möchte heute schon einmal meine Beobachtungen und meine Fragen hier einstellen.
Was für einen Zustand hatten die Teilnehmer ?
Frische Infektion ?
Oder waren Teilnehmer mit langjährigen Borreliose - Typischen - Beschwerden dabei ?
Ob es in der Vergangenheit schon einmal eine Behandlung bei Teilnehmern gab ?
Wurde ermittelt ob eine Infektion von einem oder mehreren Borre_Stämmen vorlag ?
Und natürlich das Thema Co. Infektionen, fand es Berücksichtigung ?

Meine persönliche Erfahrung, nach mind. 10 jähriger Infektion, zwischendurch 1X an 5 Tagen mit Doxy 100mg/Tag behandelt, 4 Stämme positiv getestet. Blot / LTT. Nach 14 Tagen 2 gr. Ceftriaxon die ersten 2-3 schönen Tage. Dann folgte ein Wechsel zwischen HOCH und TIEF. Nach 6 Monaten trat eine Stabilität ein, der Gesundheitszustand war erheblich besser als vor der Behandlung. Stillstand - erst die Erhöhung auf 4 gr. brachte weitere Fortschritte. Wenn auch in viel kleinerem Umfang. Mit gepulsten Behandlungen, eigenständiges Leben möglich. Tinidazol hilft mir auch.
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Thanks given by: AnjaM , hanni , Katie Alba , Regi , Filenada , Luddi
#13

Inklusions- und Exklusionskriterien finden sich in dem Link von der ersten Seite:
https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT01207739

Es handelt sich um eine Studie an Patienten mit vermutetem oder bewiesenem Post-Lyme-Beschwerden.
Eine dokumentierte Borreliose und bleibende Beschwerden sind Voraussetzung.
Komorbiditäten wie Immundefekte, Schilddrüsenunterfunktion, Hiv oder andere Erkrankungen, welche die Beschwerden erklären könnten, sind Exklusionskriterien. Dass nach den hier oftmals erwähnten Co-Infektionen gesucht wurde, halte ich für sehr unwahrscheinlich - rein theoretisch wären sie aber auch ein Exklusionsgrund.


Eine Infektion mit mehreren Borrelien-Stämmen ist in der Praxis so gut wie unmöglich nachzuweisen - möglich ist sowas nur durch einen direkten Erregernachweis, der ja selbst bei einem Stamm nur selten gelingt.
Wenn man im Blot auf mehrere Borrelien-Stämme positiv testet, beweist das nicht zwangsläufig das Vorhandensein mehrerer Stämme. Wahrscheinlicher ist, dass man einen Stamm erwischt hat, der kreuzreaktiv mit den unterschiedlichen Antigenen ist.
Beim LTT ist die Spezifität so unklar, dass darüber keine klare Aussage möglich ist, es ist aber anzunehmen, dass es sich genauso verhält.

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Thanks given by: urmel57 , Regi , Filenada , fischera
#14

Inzwischen kann ein Abstract eingesehen werden.
Zum Studiendesign verweise ich auf den ersten Beitrag.

Kurz: Am Ende der Behandlung ging es allen drei Gruppen signifikant besser als zu Beginn. Jedoch gab es keine signifikanten Unterschiede zwischen den drei Gruppen. Nebenwirkungen waren auch bei allen drei Gruppen vergleichbar, es gab in vier Fällen schwere Nebenwirkungen bei der Ceftrixion-Therapie und in einem Fall bei der Clari-Quensyl-Therapie.
Eine längere antibiotische Behandlung zeigte keine Vorteile zu einer kürzeren Behandlung bei persitierenden Beschwerden nach einer Borreliose.


Unklarheiten:
-Wurden die Patienten vor der Studie bereits antibiotisch behandelt? Wenn ja wieviele? (Ausgeschlossen wurden Patienten mit mehr als 5 Tagen AB in den letzten 4 Wochen)
-Falls alle bereits "leitliniengerecht" vorbehandelt wurden, wäre es richtig klasse gewesen, wenn man die Placebo-Gruppe noch unterteilt hätte und einer Gruppe auch kein Ceftriaxon gegeben hätte. Dann hätte man zumindest feststellen können, ob eine wiederholte kurze Antibiose zusätzlichen Nutzen bringt. Denn bislang wird das bestritten und das wäre aus rein wissenschaftlicher Perspektive durchaus noch interessant gewesen...
Vielleicht gibt die komplette Studie dann Aufschluss darüber.

Der Link zum Abstract ( auf "Download abstract" klicken zur Besseren Lesbarkeit)
http://eccmidlive.org/resources/persiste...orreliosis

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Thanks given by: Katie Alba , urmel57 , Regi , Filenada , Pandabär , linus , Betty , fischera
#15

Zitat:The authors declare that they have no competing interests
Da scheint Kullberg ja eine beachtliche Wandlung gelungen zu sein. Die Jahre zuvor gab er noch an Honorare von Astellas, Pfizer, Gilead, BioMérieux, Cephalon und etwas weiter zurück Novartis, Schering-Plough, MSD und Basilea erhalten zu haben. Vom Spirofind (Boulder) abgesehen, an dessen Entwicklung er beteiligt war
European Patent Register

Der Spirofind scheint übrigens genauso tot wie das Zeckengel, dessen Phase III-Studie den Wirkungsnachweis nicht erbringen konnte. Ist wohl doch alles nicht so einfach.

Man sollte bei der Studie auch stets im Hinterkopf behalten, dass sowohl die ESCMID als auch Kullberg mit der IDSA kooperieren. Bei ESCMID aktiv tätig sind auch Prof. Hunfeld (study group ESGBOR) und Prof. Kern von der Infektiologie Uniklinik Freiburg (ECCMID programme director )

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#16

Es ist bei den Ergebnissen vor allem festzustellen, dass eine sehr enge Zielsetzung als Studienprojekt ausgewählt wurde. Die ILADS-Empfehlungen und die Realität der Erstbehandlung in Deutschland wird hierbei nur sehr beschränkt aufgegriffen. Insbesondere die Erstbehandlung mit Ceftriaxon ist kaum anzutreffen bei EM in Deutschland und die gewählte Dosierung in der Weiterbehandlung mit Doxycyclin entspricht anderen Vorstellungen als ILADS.

Die Studie beantwortet auch nicht die Frage, wie ein Rezidiv behandelt werden sollte. Sie beantwortet auch nicht die Frage wie sich Azithromycin, Minocyclin, Penicillin G oder Metronidazol/Tinidazol auf eine weiterführende Behandlung auswirken würde oder ob eine längere Behandlung und höhere Dosierung in der Frühphase von Vorteil wäre oder nicht. Sie wirft also eigentlich nur noch mehr Fragen auf, als sie zu beantworten.

Das einzigste was sie beantwortet, ist, dass nach einer Initialbehandlung von 2 Wochen Ceftriaxon 2g/d eine Weiterbehandlung mit Doxycyclin 200mg/d , oder Clarythromycin/Quensyl über 12 Wochen keine Vorteile bringt.

Generell den Nutzen anderer Antibiotika, der genannten Antibiotika in anderer Dosierung oder wiederholter/ längerer Anwendungen bei Rezidiven abzusprechen, kann und darf nicht Aussage dieser Studie sein.

Man könnte es sogar anders formulieren, nämlich dass die IDSA-Empfehlungen nichts taugen bei dieser hohen Quote an Patienten, die nach dieser Behandlung noch weiter leiden und dass es einen dringenden Bedarf gibt, die Pathogenese der Borreliose weiter aufzuklären, damit zielführende Behandlungen angeboten werden können.

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#17

Ich danke für die verschiedenen Erklärungen usw. Es geht mir jetzt besser.
@ Urmel
Zitat:
Die Studie beantwortet auch nicht die Frage, wie ein Rezidiv behandelt werden sollte.

Das soll hier wohl eine Rolle spielen - Huh Übersetzung.
Zitat:Lyme Prospect Studie
Im April 2015 Beginn Lyme Prospect Studie Radboudumc in Zusammenarbeit mit dem RIVM, AMC und Gelre Krankenhäuser Apeldoorn.

Das Ziel dieser Studie ist es, festzustellen, wie oft Menschen nach einer Behandlung von Lyme-Borreliose zu halten gesundheitliche Probleme und welche möglichen Ursachen dieser Symptome. In den Niederlanden ist nicht, ob und wie oft Menschen ähnliche Symptome nach der Lyme-Krankheit, und wie schwer diese Symptome dann bekannt. Es ist nicht bekannt, was bewirkt, dass das Auftreten dieser langfristigen Problemen.
Daher wird in dieser Studie, um das Blut zu verringern und die Teilnehmer werden gebeten, in Fragebögen, die untersucht werden können, bevor die Beschwerden kommen von den Teilnehmern und was sind die möglichen Erklärungen für die Symptome zu füllen. Die gesamte Studie dauert von Anfang 2015 bis Ende 2018, die Teilnahme an der Studie soll ein Jahr pro Teilnehmer zu nehmen. Wir nehmen das Studium der mehr als 2.000 Menschen, mit einigen der Menschen werden durch eine der beteiligten Kliniken und einige durch ihre GP und Tekenradar.nl beteiligen.

Auf dieser Website finden Sie weitere Informationen über die Teilnahme an der Prospect Lyme Forschung durch die Radboudumc finden:

Informationen für Patienten
Informationen für Ärzte

Allgemeine Informationen zu dieser Umfrage kann Tekenradar.nl finden [quote]
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Thanks given by: urmel57 , Niki
#18

Aus #11 (2015)
Zitat:Die Ergebnisse stehen wohl kurz vor der Veröffentlichung, es wurde bereits ein Presseartikel veröffentlicht.
Es wurden keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen festgestellt, was bedeutet, dass kein zusätzlicher Nutzen einer verlängerten Antibiotikatherapie mit Doxycylin oder Clarithromycin und Quensyl festgestellt wurde. Das ist eine weitere Bestätigung des bisherigen Forschungsstandes, nach dem eine Langzeitantibiose bei Borreliose dem Placebo nicht überlegen ist.
Orignalartikel (auf Niederländisch):
http://nos.nl/artikel/2032732-nijmeegse-...enten.html

Zitat:Weitere Aussichten
......
◦ Um die Fragen nach Dauer und Klasse der anzuwendenden Antibiotika-Therapie zu beantworten, sind Doppel-Blind-, Plazebo-kontrollierte und vergleichende Studien notwendig.
Der offensichtliche Misserfolg einer einmonatigen Behandlung mit Ceftriaxon intravenös, gefolgt von bis zu zwei Monaten Doxycyclin oral, um die Ergebnisse bei Patienten mit chronischer Lyme-Borreliose zu verbessern (19), war nicht überraschend - angesichts früherer Beobachtungen, dass keines der beiden zeitlich begrenzten Antibiotikaregimes in der Lage war, dem Patienten Besserung zu verschaffen (8, 10, 33).

Diese Aussage ist jetzt 13 Jahre alt !!!
Aus:
http://www.borreliose.de/html/index.php?...me=Printer
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Thanks given by:
#19

Zitat:http://www.arznei-telegramm.de/
Da gab ich viel drauf.
Jetzt sind Zweifel in meinem Kopf. Sind hier nicht schon die Ergebnisse der Studie aus der Überschrift eingeflossen ?

Letzte Änderung 05.2015.
Wenn ich den gesamten Text lese Dodgy, mir dann die Literaturangaben/Jahreszahlen anschaue. Wie nennt man solch einen Ratgeber, ich weiß es wirklich nicht.
http://www.der-arzneimittelbrief.de/Jahr...eite33.htm
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Thanks given by: urmel57
#20

Danke Fischera, das ist ein echtes Problem mit den Studien......

Alter Wein in neuen Schläuchen, nennt man das und leider geht die Tendenz dahin Empfehlungen auszusprechen, noch kürzer zu behandeln. Oder nichts dazu gelernt und die Hälfte auch noch vergessen. Dodgy

Vergessen wird hierbei, dass die Empfehlungen der 10-tägigen Behandlung lediglich für das isolierte Erythema Migrans ohne weitere Beschwerden ausgesprochen werden sollte. Ansonsten sollte die Beschwerdestärke berücksichtigt werden.

Nachdem es hochwertige internationale Leitlinien aus den USA gibt, die die Evidenz dieser Studien für sehr niedrig befinden, würde ich mich ungern dieser Empfehlung anvertrauen.

Auch ohne antibiotische Therapie kann das Erythem abklingen, eine Spontanheilung ist möglich. Die Borrelien können jedoch auch ohne sichtbare Entzündungsreaktion persistieren und nach einer Latenzzeit zu weiteren Organmanifestationen führen. Über die Länge der Latenzzeit ist nichts bekannt. Ob da 30 Monate ausreichen, halte ich für fraglich.......

Sich auf gesicherte Erkenntnisse zu beziehen ist legitim, man sollte jedoch auch auf die Tatsache verweisen, dass diese nur einen Teil abdecken, der Rest, der immerhin ca. 15% beträgt, bereitet aber hier die größten Probleme und wird derzeit als wohl nicht so bedeutsam abgewertet. 85% sind wohl ausreichend und den Rest beissen die Hunde.



Liebe Grüße Urmel

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