Port implantieren zwecks Infusionen
#21

@ #18 es passiert bei ca. 3 %.
Umstellung auf orale AB's.
Gruß fischera
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#22

@fischera: wie ist es denn bei dir weitergegangen ? Wie geht es dir ? Mit dem Port ist es ja nicht gut gelaufen.
@LeChuk: Ist es nicht gut gelaufen? Was ist denn passiert, hattest du einen Port?

Ich weiche hier auf den alten thread aus und schreibe über meine Erfahrungen, die ich so auffasse:„Kein Port, dafür Pneumothorax“.
Was war schlecht? Zunächst war ich körperlich nicht im besten Zustand (was bei LB sowieso ein Glücksfall wäre), abgeschwächt durch den Stress mit den Ärzten und viel Lauferei (es wäre besser, sich mehr auszuruhen). Falsches Timing: ich sollte schon um 6 Uhr im KH sein (morgens ist bei mir die ungünstigste Zeit). Danach musste ich über eine Stunde warten, auf meine Frage, warum, war die Antwort: Die meisten Patienten kommen verspätet, deshalb bestellen wir sie früher.
Irgendwann um ca. 8 Uhr wurde ich gefahren. Während der OP merkte ich nach einer Weile, dass etwas nicht stimmt: der Chirurg wurde nervös, seine Finger zitterten, als ich ihn fragte, was los ist, sagte er: der Katheter biegt in die andere Vene ab, lässt sich nicht weiter schieben; er machte noch weitere Versuche, auf einmal verspürte ich als ob ein Stromschlag durch die rechte Seite ging, da sagte der Chirurg: „Es geht nicht, wir müssen abbrechen“, - und hat den Schnitt zusammen geschweißt (ich glaube mit dem Laser). Der Schmerz war ungewöhnlich scharf, kurz danach kollabierte die Lunge (die Stimme wurde zuerst ganz dünn, dann ist sie fast verschwunden). Weiter lief es sehr schnell: in einem anderen Raum wurde die Thoraxdrainage gelegt, zu meinem „Unglückschirurg“ kam noch ein Assistenzarzt dazu (ich schätze, nicht älter als 30), ich weiß noch, wie er mir sagte: Wir machen es gut! Und tatsächlich, von ihm bekam ich die beste Dauerverweilkanüle meines Lebens Exclamation Nur gab es für die richtige Betäubung leider keine Zeit… (An dieser Stelle möchte ich nicht weiter ausführen.)
Der Effekt von allen sedierenden Mitteln kam aber später: der Schmerz hat nachgelassen, es war wie im Nebel, ich erinnere mich nur an ständiges Fahren zwischen den Stationen und zum Röntgen (im Bett, mit Schläuchen  – superpeinlich!). In der ersten Nacht ging es dann mit den Schmerzen und mit dem Atemproblem wieder los. Erst wollte ich die unfreundliche Krankenschwester nicht rufen und habe lange gewartet, bis ich dann doch klingelte. Weiter kann ich mich nur vage erinnern: plötzlich war noch jemand da - ein Arzt, der feststellte, dass der Schlauch an die Pumpe nicht angeschlossen war (die Krankenschw. hat nicht aufgepasst, sagte aber, es sei meine SchuldHuh). Wegen der Schmerzen konnte ich mich nicht bewegen (bemerkte nur, dass ich irgendwie komisch zuckte und dachte dabei: Was für ein Theater mache ich hier, nachts, wie peinlich…). Nachdem ich wieder die Betäubungsspritze bekam (diese Spritzen waren gewaltig, ich hätte gern gewusst, was es für eine Droge war), begann der Krampf nachzulassen und der Arzt konnte alle „Baustellen“ untersuchen, auch das Fieber wurde gemessen (bei gefühlten 39° waren es nur 37,7). Trotz meiner Vernebelung im Kopf hatte ich das Gefühl, dass er ziemlich aufgeregt war, wahrscheinlich besorgt wegen weiteren Komplikationen.
In den nächsten Tagen hat sich der Stationsarzt (es war der gleiche, der nachts gekommen war) wirklich bemüht, die passenden Schmerzmittel für mich zu finden. Das größte Problem bei der Thoraxdrainage, wie er erklärte, macht der Lungenkatheter: der liegt auf dem Rippenfell und drückt auf die empfindlichen Nerven. Leider vertrage ich alle Medikamente sehr schlecht wegen der LB. Die ersten Tage waren mit Erbrechen, Kampf und Krampf um jede selbst kleinste Bewegung - mit oder ohne Schmerzmittel. Mental habe ich versucht nicht zu denken, wo und welche Wunden ich habe; das Blut, das durch den Schlauch in das Plastikbehälter lief (in ein Köfferchen am Bettende), war etwas abstraktes oder wie im Film anzuschauen; die Schmerzen wurden von diesem „Kino“ getrennt, sie waren quasi „Verlängerung“, neue Erscheinung von der LB.
Erst am 4. Tag sagte mir der Stationsarzt, dass der Schnitt an der Lunge 7,8 cm groß war Lightbulb.
In den folgenden Tagen wurde „das Loch“ allmählich kleiner, und es lief so in mehreren Wiederholungen: Röntgen – Warten – Pumpe ein- ausschalten. Am Freitagabend ist die Pumpe kaputt gegangen (die arme), hat niemand kontrolliert, für mich heißt: ein Tag umsonst mit dem Katheter verbracht.
Am 6. Tag wurde der Katheter gezogen (war kein Problem), die rechte Seite zugepflastert (wie zugemauert, zum LB-Ausschlag kam eine Art Allergie auf Pflaster, es juckte fürchterlich) und am 7.Tag wurde ich entlassen.
Eine Woche danach musste ich zur Reha fahren (wegen ganz anderer Geschichte: EM-Rente). Es war nicht so geplant, aber es war doch mindestens in einem Punkt gut: ich konnte abschalten. Die Schmerzen waren zwar da, aber ich war vor allem seelisch irgendwie in einem tiefen Loch. Die ersten 10 Tage wollte ich mit niemandem sprechen, dann haben mich einige nette Kontakte wieder belebt, das Wetter hat sich auch gebessert, ich wurde sozusagen von innen und von außen aufgewärmt.
Bei der Frage, wie es jetzt weiter gehen soll, geistern in meinem Kopf zurzeit verschiedene Wunschgedanken: pick line, wie ich in den Berichten von Jo lese? – Aber da muss ein Arzt in meiner Stadt vorhanden sein, der sich damit auskennt. Nochmals mit dem Port versuchen? Im gleichen KH?!. – kann ich mir im Moment nicht vorstellen.
Die andere Option lockt mich mehr an: Die Dauerverweilkanüle, die ich im KH bekam, hat 7 Tage problemlos gehalten, kein Bluterguss, kein Druck, etwas seitlich am Ellbogen, so dass der Arm bei Bewegungen kaum gehindert war (im Vergleich zu anderen Dingen am Körper war die Kanüle wirklich wie ein Schmetterling). So träume ich jetzt immer öfter von dieser Kanüle. Vielleicht könnte ich lernen, damit umzugehen und die Infus selbst legen(?). Ich habe im Forum gelesen, dass jemand schon so gemacht hat.
Was ich aber noch klären möchte Lightbulb: Im Arztbericht steht als Diagnose für diese Komplikation - „latrogener Pneumothorax“. Das war aber mit einem Blutverlust verbunden, der von der KS sogar bemessen und dokumentiert wurde. Wie ich nachgelesen habe (Internet sei Dank), soll es sich dabei um einen Hämatopneumothorax handeln. Warum das mit keinem Wort erwähnt wurde, bleibt mir ein Rätsel Undecided. Vielleicht sollte ich bei der unabhängigen Patientenberatung nachfragen… Weiß ich noch nicht, wo ich den ersten Schritt machen soll.
Also - nur Fragezeichen.
Danke für das Lesen
LG
claudianeff


 
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Thanks given by: Waldgeist , Niki , johanna cochius , fischera
#23

Da hast du ja auch was mitgemachtUndecided
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Zitat:geistern in meinem Kopf zurzeit verschiedene Wunschgedanken: pick line, wie ich in den Berichten von Jo lese? –

Ja.....
Bin begeistert von dem Ding! Habe jetzt eine Verlängerung dran und mache die Infusionen selber.
Einmal pro Woche kommt der Pflegedienst und wechselt die Halteplatte+ Transparentverband.
Einen Arzt brauche ich dafür nicht. Du brauchst aber jemanden der dir alle paar Tage die Verlängerung wechselt. Ist aber nicht schwer...
Ich habe den Vorteil das meine Mutter zu mir kommen kann, auch über Nacht, wenn es mir so schlecht ginge das ich es nicht mehr selbst machen kann.
Und auch bei AB-wechsel oder die erste Kombi die ansteht, ist sie zur Stelle.

Jedenfalls bereue ich die Picc nicht, gute ErfindungLightbulb
In deinem Fall würde ich sie wohl vorziehen gegenüber einem neuen Versuch einer Port Implantation...

LG Jo

Liebe Grüße Jo


OnLyme-Aktion.org


Es gibt nur zwei Tage in deinem Leben,an denen du nichts ändern kannst.
Der eine ist gestern und der andere ist morgen.

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Thanks given by: Niki , fischera , Waldgeist , borrärger
#24

Ach du Scheiße, Claudianeff #22.
(Ich habe das S - Wort noch nie hier benutzt, aber heute)
Das muss ich nochmal in Ruhe lesen Dodgy

Mit Narkosemitteln sparen (2. Port) kenne ich auch, seitdem kann mich nicht mehr viel schocken. Auch musste ich darauf aufmerksam machen, dass mein Handrücken jetzt fast voll ist mit der 0,9 % Salzlösung, in der da nebenliegenden Vene aber noch Platz wäre gab ich gern kund.

Beim 1. Port hatte ich nur nach der OP gebeten die Blutflecken an der Decke mal zu überstreichen. Waren noch rot, aber nicht mehr ganz frisch.
War für einen OP unerfahrenen Patienten ein "guter" Start der OP.

Ich kenne jetzt alle Wege, mit ausreichenden Abstand, zu diesem Krankenhaus.
Gruß fischera

Nachtrag:
http://forum.onlyme-aktion.org/showthread.php?tid=7313
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Thanks given by: johanna cochius , borrärger , Waldgeist
#25

Vielen Dank euch für den Trost Icon_unknownauthor_troest
und auch für das Schimpfen! Beides passt genau.
Ja, ich befasse mich natürlich mit der pick line. Ich freue mich, Jo, dass es bei dir (einigermaßen) klappt:Icon_unknownauthor_clap
Nach meinen Recherchen wird die pick line nur in Berlin und irgendwo in Süddeutschland gemacht. Oder habe ich was übersehen?.. Andererseits muss ich noch nachhacken, wohin ich im Notfall (s. deutsches ärzteblatt, PICC-Katheter mit erhöhtem Thromboserisiko Dienstag, 21. Mai 2013) gehe. Es gibt noch eine Menge Fragen bezüglich pick l, die stelle ich dann später.
Aber: @fischera, was ist mit dem Handrücken? Ich dachte, man spült über den Port?.. Wenn man den schon hat. Wobei auf der linken Seite - das ist schon die Ausnahme; soweit ich weiß, wegen des Herzens und HRS.
Und noch etwas Klärung zu meiner OP: vielleicht habe ich mich nicht klar ausgedrückt, aber es wurde bei mir mit Narkosemitteln nicht gespart. Glaub ich nicht. Bloß kann man beim Kollabieren der Lunge nicht lange warten und wie ich nachgelesen habe, lässt es sich bei diesem Eingriff grundsätzlich schlecht betäuben.
Man lernt ja wirklich einiges mit der LB. Deswegen habe ich übrigens aufgeschrieben. Icon_schriftsteller_b
Den Tipp von Niki habe ich auch vor Augen (danke dir dafür): wenn ich den HA finde, der das macht, wäre es auch eine Lösung. Zurzeit mache ich mir Penicillin Injektionen, zum Überbrücken - so mein Spezi, der leider in einem anderen Ort sitzt.
Euch einen schönen Sonntag,
LG claudianeff
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Thanks given by: borrärger , Waldgeist
#26

Hi,

Zitat:Nach meinen Recherchen wird die pick line nur in Berlin und irgendwo in Süddeutschland gemacht.

Das weiß ich nicht, kann ich mir aber irgendwie nicht vorstellenIcon_denker
Ruf doch sonst bei einer Uniklinik in deiner Nähe einfach mal an und frag in der Radiologie nach...

LG Jo

Liebe Grüße Jo


OnLyme-Aktion.org


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Der eine ist gestern und der andere ist morgen.

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Thanks given by: borrärger
#27

@ claudianeff,
Handrücken - bei der OP lief ein AB parallel in meinen Körper. (Ich bat im Gespräch vor der OP darum) Und da aber die Vene nicht getroffen wurde lief das alles in meinen Handrücken. Etwas unangenehm, Salz im Fleisch.

Narkosemittel war es bei mir ja auch nicht, sondern ein Betäubungsmittel was örtlich eingesetzt wurde. Nicht lange genug gewartet oder zu wenig ?
Abschließend kann ich nur vermuten warum ich das Skalpell so deutlich in mir spürte Angry
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#28

Doch Jo,
da ist was drann, liegt nicht in jeder Schublade rum. las ich schon vor deinem.
2011
Zitat:In Deutschland so gut wie unbekannt
In den USA und Großbritannien ist der PICC-Line Katheter eine gängige Methode, doch in Deutschland beherrschen nur wenige interven-tionelle Radiologen dieses Verfahren. Die Rems-Murr-Klinik Schorndorf gehört zu den wenigen Häusern, die den PICC-Line Katheter einsetzt. „Als wir vor kurzem einen Patienten mit einer Chemotherapie an eine Uniklinik überwiesen haben, haben mich die Kollegen dort angerufen, um mehr über den Katheter zu erfahren“, berichtet Dr. Bareth. „Diese Methode war ihnen noch ganz unbekannt. Die allermeis-ten Patienten kommen aber mit dem PICC sehr gut zurecht und wir sind froh, in den Rems-Murr-Kliniken diese Alternative anbieten zu können.“
Aus:
http://www.medinfoweb.de/article.php?articleID=29931

Mehr darüber
http://radiologie.charite.de/pflegeleitf...pflege.pdf
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Thanks given by: johanna cochius


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