Forum Borreliose & Co-Infektionen

Normale Version: Liquorgängigkeit...
Du siehst gerade eine vereinfachte Darstellung unserer Inhalte. Normale Ansicht mit richtiger Formatierung.
Hallo Leuts,

ich habe momentan wieder einiges an Kopfarbeit und interessiere mich für das o.g. Thema bzw. Ceftriaxon oder Minocyclin. Gemäß Hopf-Seidel ist Mino am besten liquorgängig und im chronischen Stadium "den anderen" AB vorzuziehen. Außerdem braucht man keine Infusion und kann es bequem oral einnehmen. Dennoch habe ich hier von sehr vielen gelesen, die i.V. Ceftriaxon bekommen - warum? Kommt es dabei wirklich so sehr auf das Stadium der Erkrankung an? Oder ist es wegen der Magenbelastung bei oraler Einnahme?

Bei mir steht ggf.. eine intravenöse AB an und ich möchte wissen, ob es Sinn macht, dagegen zu sein und lieber Mino zu fordern...

LG Couch Icon_winken3
Hallo Couch,

meines Wissens erhält man mit Ceftriaxon oder noch besser Cefotaxim in der Regel viel höhere Konzentrationen im Liquor als mit Minocyclin. Die Cephalosporine (dazu gehören Cefriaxon und Cefotaxim) sind nach wie vor die Medikamente, die bei einer akuten Neuroborreliose eingesetzt werden. Wirksam aber nur in der Teilungsphase der Borrelien. Ceftriaxon kann man bis 4 g am Tag geben, Cefotaxim sogar bis 12 g am Tag mit 3-4 Infusionen (stationär).

Minocyclin wirkt im Gegensatz zu den Cephalosporinen auch intrazellulär und gegen deutlich mehr Erreger, die eventuell als Co-Infektion eine Rolle spielen könnten. Bei chronischer Borreliose ist daher auch davon auszugehen, dass sich die Erreger in den Zellen aufhalten.

Bei Verdacht auf eine Neuroborreliose würde ich auf jeden Fall die intravenöse Behandlung vorziehen. Man kann auch ohne Probleme danach mit Mino weitermachen (manche Spezi verschreiben es auch parallel).

Mit Cefotaxim bekommt man noch höhere Konzentrationen als mit Ceftriaxon, hat auch weniger Nebenwirkungen, man muss es allerdings 2 mal am Tag infundieren bei einer ambulanten Behandlung bis 2 mal 3 g pro Tag. Mit einem guten Hausarzt und Notfallpraxis ist das aber auch ambulant gut möglich.


LG Niki
Ich persönlich hatte bessere Erfahrungen mit Minocyclin oral als mit Ceftriaxon i.V. Allerdings muß ich dazu sagen, daß ich das Mino zusammen mit anderen AB nahm, daher kann es auch einfach daran liegen.

Wenn man mir die Option mit Ceftriaxon ließe, würde ich es auf jeden Fall machen und dann einfach im Anschluß mit Mino weitermachen. Da eine intravenöse Behandlung logistisch einfach aufwendiger und stressiger ist und wegen des Kostenaufwands auch meist nicht über so lange Zeiträume verschrieben wird, reicht die Dauer ja oft ohnehin nicht aus.
Referenz-URLs