Forum Borreliose & Co-Infektionen

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Guten Morgen

Ich bin neu hier, stelle erstmal kurz meinen Fall vor.

Vor knapp einem Monat hatte ich eine Zecke, gott sei dank vorne am Knie und sehr gut sichtbar. Danach hatte ich 10d keine Beschwerden, bis sich dann eine Vergrösserung des Stiches zu einem Erythma migrans zeigte.

Ich habe die Therapie mit Doxycyclin bereits begonnen, als die Rötung noch 1.5cm breit war, 2 Tage später war sie 4cm breit... gute Entscheidung.

Habe nun noch Antibiotika diese Woche, dann waren es 25d 2x100mg.

Zuerst wollte mir die Ärztin nur 10d verschreiben, da habe ich ziemlich schnell interveniert & mir nochmals eine grössere Packung verschreiben lassen.
Hätte ich gewusst, dass die Gesellschaft für Borreliose wie auch die Zeckenliga (Schweiz) 400mg empfehlen, hätte ich das auch noch angepasst

Ich bin 82kg schwer, 200mg sind also 2.4mg/kg... suboptimal.
Will aber niemandem die Schuld geben, studier selber in jene Richtung und hab mich doch schon informiert auf mehreren Seite (Studie USA, Uni Vorlesung Vorlesung usw) nirgends stand was von 400mg, doch macht die gewichtsbezogene Therapie durchaus Sinn.

Jedoch ist das Erythmea ziemlich schnell abgeklungen, nur der eigentliche Biss ist immernoch sichtbar, wieder klein wie in den ersten 10 Tagen,
doch immernoch da.

Ebenfalls wurde bei mir weder Serologie gemacht noch den Spiegel des Antibiotikums gemessen.

Wie würdet ihr mit dieser Situation umgehen? Es bei denn 25 Tagen 2x100 belassen?
Nochmals eine neue Antibiose starten?

Symptome hatte ich eigentlich kaum, nur nach 10 Tagen kurz Fieber, war aber nach 2 Tagen Docycyclin bereits verschwunden. Seither symptomfrei

Lg. Smartass22
Zitat:Ebenfalls wurde bei mir weder Serologie gemacht noch den Spiegel des Antibiotikums gemessen.
Wie du sicher schon selbst gelesen hast, sind die Serologien für die Therapiekontrolle nicht geeignet. Die Wanderröte ist eine Blickdiagnose. Also wäre eine Serologie in deiner Situation komplett sinnlos. AB-Spiegel messen bringt meiner Meinung auch nicht viel, weil wir im Zusammenhang mit Borreliose meines Wissens keine belastbare klinische Studien haben. Und Garantien gibt das auch keine. Borrelien können sich den AB-Therapien entziehen - ungeachtet der Dosis.

Zitat:... nur der eigentliche Biss ist immernoch sichtbar, wieder klein wie in den ersten 10 Tagen,
doch immernoch da.
Bissstellen, die lange nicht abheilen, könnten ein Hinweis auf Bartonellen sein, wie mir meine Spezi mal sagte. Aber eigentlich könnte das ganze Arsenal an mehr oder weniger gefährlichen Erregern sein, die Zecken auf dem Stichwerkzeug so mit sich tragen und mit dem Doxy nicht gleich miterledigt wurden.

Zitat:Wie würdet ihr mit dieser Situation umgehen? Es bei denn 25 Tagen 2x100 belassen?
Nochmals eine neue Antibiose starten?
Ich würde es mal dabei belassen, wenn du keine weiteren Symptome hast. Allerdings würde ich die Einstichstelle regelmässig kontrollieren. Wenn sich da etwas verschlechtert, würde ich dem nachgehen wollen. Ebenfalls würde ich an die Sache denken, wenn irgendwann dubiose Symptome auftreten, die keiner anderen Krankheit sicher zugeordnet werden können.

Tut mir leid, wir haben nichts anderes, als die klinische Kontrolle. Ich wünsche dir aber auf jeden Fall, dass die Sache für dich ausgestanden ist, denn in der Schweiz wirds mit chronischer Borreliose/Post Lyme-Syndrom echt schwierig mit der medizinischen Versorgung. Ich musste das selbst erfahren.

LG, Regi
Hallo Regi

Danke für deine Antwort!
Dass die IgM Serologie nichts anzeigen wird früh war mir klar, dass die Spiegelmessung nicht aussagekräftig ist nicht.

Ich finde es nur fraglich, dass uns in der Uni etwas anderes eingetrichtert wird, als das was eben die Zeckenliga o.ä. proklamiert, da ich denke, dahinter stehen Spezialisten.

Vielen Dank für deine Meinung, werde das wohl so machen & hoffen, dass ich nicht zu den 10% Therapieversagen zähle.

Für weitere Meinungen bin ich offen.
Lg. Smartass
@ smartass,
aus #3
Zitat:Ich finde es nur fraglich, dass uns in der Uni etwas anderes eingetrichtert wird, als das was eben die Zeckenliga o.ä. proklamiert, da ich denke, dahinter stehen Spezialisten.
Wo sind die Spezialisten ?
Urteile selbst, bitte.

Die 2 Lager
http://www.borreliose-nachrichten.de/Sch...dation.pdf

http://www.verschwiegene-epidemie.de/einlesen/
12. Auswertung +
http://www.borreliose-nachrichten.de/

http://www.borreliose-verschwiegene-epid...lten-blog/
Schwierig ein Urteil abzugeben.

Trotzdem würde ich persönlich es vorziehen ein bisschen zu viel geben (e.g. 400mg für +/- Monat) als ein unnötiges Risiko mit einer zu kurzen/zu tief dosierten Behandlung einzugehen & danach einen chronischen Patienten habe, der a) lange leidet & b) viel kostet.

Naja wird wohl aber nicht mein Fachgebiet, mal sehen wie sich das in nächster Zukunft entwickelt. ;-)
Tach Smartass und herzlich Icon_charly_willkommen im Forum!

(21.10.2016, 07:04)smartass22 schrieb: [ -> ]Wie würdet ihr mit dieser Situation umgehen? Es bei denn 25 Tagen 2x100 belassen? Nochmals eine neue Antibiose starten?

Wenn ich - mit meinem heutigen Wissen - die Zeit noch mal zurückdrehen könnte und eine Wanderröte gehabt hätte, würde ich mind. 4 Wochen (vermutlich eher 6) volle Kanne draufhauen Gw_warrior002 (also gewichtsadaptiert), um auf Nummer sicher zu gehen. Ich weiß, daß dies gegen jede ärztliche Vernunft ist, will Dich dazu auch auf keinen Fall "anstacheln", ist nur meine ganz persönliche Meinung, die durch etliche Jahre Schmerzen und Folgen daraus entstanden ist. Und ich weiß, daß ich nicht die Einzige bin, die so denkt...
Kann ich verstehen, man weiss es halt meistens erst besser, wenns schon halbwegs zu spät ist.

Gewichtsadaptiert nachvollziehbar, 6 Wochen doch eher ein bisschen viel.
Ich würde mich einfach an der höchsten Leitlinie orientierem um sicher zu gehen.
Andernseits habe ich nun nach fast einem Monat Antibiotika nicht noch Lust, nochmals einen Monat von vorne zu nehmen - hätte ich diese Info zu Beginn gehabt, hätte ich auf 3-4 Wochen 400 bestanden.
(21.10.2016, 20:16)smartass22 schrieb: [ -> ]Andernseits habe ich nun nach fast einem Monat Antibiotika nicht noch Lust, nochmals einen Monat von vorne zu nehmen - hätte

Mit " Lust "hat die Natur-Gesundheit noch Nie was am Hut damit ...
Die Medizin hat es nur langsam und nicht überall,soweit\sogut etwas verstanden,da rein zu pfuschen und sogar auch Erfolge zu haben.
Trotzdem ist ja im Endeffekt alles nur ein Versuch und die Natur versteht keinen Spaß.

...denke - je schneller das zu akzeptieren möglich ist ,desto besser...war zumindest meine Erfahrung.- anfang -

Nachtrag:...das Wort-hätte,wenn+aber..das kenn ich nicht mehr...
Zitat:Ich würde mich einfach an der höchsten Leitlinie orientierem um sicher zu gehen.
Sehe ich genauso. Sicher gehen kann man nicht, aber so sicher wie möglich halt. Nebst Orientierung an Leitlinien ist es sehr wichtig, sich am individuellen klinischen Verlauf zu orientieren. Das macht das Ganze dann noch sicherer.

Zitat:Ich finde es nur fraglich, dass uns in der Uni etwas anderes eingetrichtert wird, als das was eben die Zeckenliga o.ä. proklamiert, da ich denke, dahinter stehen Spezialisten.
Das liegt am jahrzehntelangen Expertenstreit. An der Uni wird geltende Lehrmeinung gelehrt. Die Borreliose hält sich aber offensichtlich öfter nicht ans Schulbuch. Deshalb gibt es Experten, die das Ganze anders sehen. Wer Recht hat und wer nicht, kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschliessend beantwortet werden. Vermutlich haben alle ein bisschen recht, je nach Patient und Verlauf. Ich als chronisch Betroffene hätte allerdings mehr davon, wenn sich die Experten zusammensetzen und Forschung anstossen würden, wo nötig als sich darüber zu streiten, wer Recht hat oder nicht.
Allem voran brauchen wir belastbare Diagnostik, die aktive von abgelaufenen Infektionen unterscheiden kann. Evtl. weitere Marker, weil ich mir vorstellen könnte, dass es Leute gibt, die trotz aktiver Borreliose ein fröhliches Leben führen. Ohne brauchbare Diagnostik wird das Leid noch Jahrzehnte weitergehen. Der Schweizer Infektiologe hatte letztes Jahr in der Sendung Puls nur ein Schulterzucken zur Antwort, als er auf die Diagnose-Misere angesprochen wurde. Also kein Interesse von ärztlicher Fachgesellschaft.

LG, Regi
Ich komme nochmals mit einer Frage an euch:

Meine Ärztin meinte nun, ich solle doch noch eine Titerbestimmung machen, da sie keine Erklärung dafür hat, warum die Bissstelle immernoch entzündet ist.

Ich sehe nur nicht, in welcher Hinsicht mir dies etwas bringen soll?
Es müssten ja sowieso IgM/IgG vorhanden sein - egal ob das Antibiotika wirkte oder nicht?

Lg.
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