RE: Infektionen durch Katzenflöhe ? -
Amy - 11.09.2017
Hi Klaus,
um auf deine Ausgangsfrage zurückzukommen: Wie hoch das Risiko in Deutschland ist, durch einen Katzenflohbiss an Bartonellen zu erkranken, kann ich dir leider nicht sagen. Ich kann dir nur aus eigener leidvoller Erfahrung bestätigen, dass es auch in Deutschland möglich ist, durch Katzenflohbisse sehr schwer zu erkranken, auch wenn man viele Berichte im Internet liest, dass diese hierzulande völlig ungefährlich seien. Selbst unsere Humanmediziner haben diesbezüglich leider so gut wie keine Ahnung und verschließen ihre Augen davor: Sie haben das an der Uni nicht gelernt, folglich gibt es keine chronische Bartonellose und Co. (höchstens bei Aids-Kranken)! Selbst dem Kinderinfektiologen am Universitätsklinikum
XXXX war das völliges Neuland! :( Die akute Form der Katzenkratzkrankheit wird gerade noch so akzeptiert. (Ein Nachbar von uns ist als Kind durch Katzenkratzer daran erkrankt mit hohem Fieber und der Folge, dass er Lymphknoten am Hals operativ entfernt bekam. Er ist seitdem gesund!)
Das ist sehr schade, dass diesbezüglich Veterinärmediziner und auch die USA (z.B. E. Breitschwerdt) viel weiter sind und dass beim Gros unserer Mediziner hier kein Umdenken stattfindet: Was nicht an der deutschen Universität gelehrt wurde, gibt es schlichtweg nicht! Nicht gerade sehr fortschrittlich, oder?
Meiner Überzeugung nach werden durch Insekten übertragene Krankheiten wie Borreliose, Bartonellose, Babesiose, Rickettsiose, Leishmaniose, Zika-Virus, etc. (und viele weitere bislang noch unbekannte) die Seuche der nächsten Jahrhunderte sein. Wenn man etwas nicht kennt oder verdrängt, heißt das noch lange nicht, dass es nicht existiert! Vogel-Strauß-Politik an Stelle fieberhaften Forschens und Suchen nach Lösungen findet in Deutschland und ganz Europa statt und wir betroffene Patienten völlig allein gelassen und als psychisch krank abgestempelt.
Bei Hunden und Pferden wird eine chronische durch Zecken, Flöhe oder sonstige Insekten übertragene chronische Erkrankung akzeptiert, bei Menschen dagegen abgestritten. Wo ist hier die Logik? Es ist halt einfacher, bequemer und billiger, es beim Menschen auf die Psyche zu schieben!
Das ist ein Skandal: Eigentlich gehören die deutschen Gesundheitsämter und auch Ärzte verklagt, da sie ihre Bürger und Patienten nicht über die Gefahren informieren, die von Insekten, aber auch von der Haltung von Katzen und Hunden ausgehen können.
Edit: Bitte achte darauf, dass Du zu Einrichtungen und Ärzten aller Art keinen eindeutigen Bezug gibst, wenn Du über Deine Erfahrungen dort berichtest. Dieses sind Namen, aber auch einschlägige Abkürzungen oder Ortsangaben.
Gruß Moderator
RE: Infektionen durch Katzenflöhe ? -
Sabena - 11.09.2017
Guten Abend,
Der Hantavirus wird hauptsächlich durch Mäuse oder durch Einatmen
von Staub (Mäusekot) übertragen.
Nicht von Mensch zu Mensch.
Glaub, es gibt nur ein Fall in Südafrika, Übertragung Mensch zu Mensch
der bekannt geworden ist.
Las ich grad, auch wenn Bericht schon länger her ist von Gabi68
Gruss
RE: Infektionen durch Katzenflöhe ? -
Waldgeist - 12.09.2017
Zitat:Bei Hunden und Pferden wird eine chronische durch Zecken, Flöhe oder sonstige Insekten übertragene chronische Erkrankung akzeptiert, bei Menschen dagegen abgestritten.
Wenn meine Katze einen Floh hat wird ja nicht nur ein Flohmittel benutzt sondern lt. Tierarzt muß ich immer ein Mittel gegen Bandwürmer genommen werden, da Flöhe auch Überträger von Bandwürmern sind.
Als ich einen Floh hatte, hat mich keiner auf Bandwürmer oder sonstiges behandelt!
LG,
RE: Infektionen durch Katzenflöhe ? - Ehemaliges Mitglied 1 - 12.09.2017
@Amy
Zitat:Was nicht an der deutschen Universität gelehrt wurde, gibt es schlichtweg nicht! Nicht gerade sehr fortschrittlich, oder?
In den Arztpraxen findet keine Forschung und es finden keine Experimente statt. Bei "Off-label-use" sehen sich die Ärzte mit einem Bein im Gefängnis stehen oder zumindest befürchten viele vermutlich nicht ganz zu Unrecht, erhebliche Nachteile dadurch bekommen zu können. Ärzte, die eingetretene Pfade verlassen und einen darüber hinaus begleiten sind leider selten. Die Maschinerie im Gesundheitswesen lässt sich nicht aufhalten. Und das Interesse im Bereich Borreliose- und Co-Infektionen unabhängige Grundlagenforschung zu betreiben besteht offensichtlich nicht (ausreichend).
Die Erkrankungen sind ja nicht so offensichtlich wie die Pest. Die Betroffenen leiden und sterben unauffällig daran, ohne dass sie ein Gesundheitsrisiko für andere Menschen darstellen. Da ein Nachweis von Krankheitserregern in wenigen Fällen verlässlich gelingt, kann die Ursache von Erkrankung und Tod nicht zugeordnet werden.
Ich freue mich, dass es Menschen wie Herrn Breitschwerdt gibt. Diese können jedenfalls nicht als Verschwörungstheoretiker hingestellt werden. Dieses "Schicksal" erleiden gebildete und informierte Betroffene sicher häufiger, wenn sie sich mit Verwandten, Bekannten und Ärzten unterhalten.
RE: Infektionen durch Katzenflöhe ? -
urmel57 - 12.09.2017
Borrelioseübertragung durch Flohbisse ist unwahrscheinlich, da sie ja sehr schnell zuschlagen. Borrelien funktionieren da anders, die sind ja sehr langsam. Das Gleiche gleich im Prinzip ja auch für Mücken.
Bei Wanderröten, die nicht von Zeckenstichen ausgehen, sollte man daher durchaus auch an andere Wanderröten denken. Z.B. Erysipel oder Stichreaktionen. Solche Rötungen sind dann nicht beweisend für eine Borrelieninfektion, können aber durchaus auch verwechselt werden. Da das im Frühstadium so schwer zu differenzieren ist, wird da im Zweifelsfall doch mal auf Borreliose behandelt auch wenn es keine war - ist für den Betroffenen dann aber sicherer.
Das große Problem sind dann tatsächlich die anderen Erreger, die keiner betrachtet. Auch Ehrlichien und Rickettsien und Toxoplamsem sind eine wenig beachtete Spezies. Flappsig wird behauptet, diese anderen Infektionen wären alle selbstlimitieren, d.h. bedürften keiner Behandlung. So wird es gelehrt und so wird es praktiziert. Darüber hinaus denkt kaum einer über den Tellerrand hinaus.
Ich denke mal jede dieser Infektionen (und auch noch andere parasitäte und virale) kann viel Unheil anrichten und ist lang nicht selbstlimitierend bei einer Reihe von Menschen.