RE: Quensyl (Hydroxycholoroquin) gegen Zysten wirksam oder nicht? -
AnjaM - 24.10.2014
(24.10.2014, 08:22)Sunflower schrieb: Tinidazol wirkt gegen Biofilme kaum besser als Tini....
Hä? Was ist der Unterschied zwischen Tinidazol und Tini?
RE: Quensyl (Hydroxycholoroquin) gegen Zysten wirksam oder nicht? -
Free - 24.10.2014
keiner hier im forum wird's nur abgekürzt nicht durch das aut. script sondern durch die user ?
RE: Quensyl (Hydroxycholoroquin) gegen Zysten wirksam oder nicht? -
johanna cochius - 24.10.2014
Ich denke mal es ist Metro gemeint...oder Sunflower ?
RE: Quensyl (Hydroxycholoroquin) gegen Zysten wirksam oder nicht? -
Sunflower - 24.10.2014
(24.10.2014, 15:31)Regi schrieb: Zitat:Das würde für Doxy bei Borreliose 2000 bis 4000 mg/Tag entsprechen
![Icon_eazy_kotz_graete Icon_eazy_kotz_graete](https://forum.onlyme-aktion.org/images/smilies/green_smiles/icon_eazy_kotz_graete.gif)
So ging es mir mit 400 mg Doxy, Regi!
RE: Quensyl (Hydroxycholoroquin) gegen Zysten wirksam oder nicht? -
Sunflower - 24.10.2014
(24.10.2014, 15:34)AnjaM schrieb: (24.10.2014, 08:22)Sunflower schrieb: Tinidazol wirkt gegen Biofilme kaum besser als Tini....
Hä? Was ist der Unterschied zwischen Tinidazol und Tini?![Huh Huh](https://forum.onlyme-aktion.org/images/smilies/huh.gif)
Bo+Hashi-Hirn!
Tini...da meinte ich eigentlich Doxy!Sorry...
Wenn man sich dieses Bild anschaue, merkt man, dass die Zahl der Biofilme nach Inkubation mit Doxy kaum größer ist als die Zahl der Biofilme nach Tini:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3132871/figure/f4a-idr-4-097/
Zitat:Using the quantitative staining method, doxycycline reduced
biofilm-like colonies by ∼40%, tinidazole reduced biofilmlike
colonies by ∼50%–55%
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3132871/pdf/idr-4-097.pdf
Also ist Tini auch kein richtig guter "Biofilm-Knacker".
Zitat:Biofilms are adherent polysaccharide-based matrices that protect bacteria from the hostile host environment and facilitate persistent infection.28–30 These organized structures are responsible for a number of chronic infections, including periodontitis, chronic otitis media, endocarditis, gastrointestinal infection, and chronic lung infection. Formation of biofilm-like colonies
would allow B. burgdorferi to survive various environmental
stresses including exposure to antibacterial agents.28–30 Recent
studies suggest that bacteria live in an environment deep within
the biofilm-like colonies where diffusion of antibiotics might be
difficult, and in that state the bacteria could become 1000 times
more resistant to antibiotics.28–30 This resistance could also be
one of the reasons why conventional antibiotic therapy that
is usually effective against free-floating bacteria becomes
ineffective once a pathogen forms biofilm-like colonies.28–30
Damit kann man nachvollziehen, warum jemand Tini mit anderen AB (Tetra/Makro, usw.) monatelang einnimmt und trotzdem weiter kränkelt. Schaffen es die ABs möglicherweise nicht alle Biofilme zu eliminieren und an alle Bakterien ranzukommen?
Die Frage ist natürlich: welche ABs "knacken" die Biofilme von Bb besser? Die bleibt m.E, bisher unbeantwortet.
Eine weitere Frage, die mich beschäftigt, ist, ob natürliche Wirkstoffe (ätherische Öle, Pflanzenextrakte) eine Antibiose durch Antibiofilmwirkung potenzieren können, also ob eine kombinierte, integrative Therapie die Heilerfolge erhöhen könnte, indem die Biofilme besser aufgelöst werden könnten und die Bakterien damit besser angreifbar wären.
RE: Quensyl (Hydroxycholoroquin) gegen Zysten wirksam oder nicht? -
johanna cochius - 24.10.2014
Ich schrieb das ja schon mal in einem anderen Thread, Heparin soll die Neubildung der Biofilme verhindern und Lumbrokinase soll sie auflösen.
Mal sehen ob ich das bald mal probiere...
http://lymepeople.com/biofilm-fighter-boluoke-for-lyme-and-other-infections/
http://www.treatlyme.net/treat-lyme-book/lumbrokinase.html
http://www.lymediseaseresource.com/Lumbrokinase.html
Ich habe erst jetzt davon gehört, ist das bei Euch auch so unbekannt ?
LG Jo
RE: Quensyl (Hydroxycholoroquin) gegen Zysten wirksam oder nicht? -
Sunflower - 24.10.2014
Zurück zum Thema:
Hydroxycholoroquin (HCQ).
Eine Wirkung gegen Zysten wurde von Brorsons, Sievers und Sapi beobachtet. Bei welcher Dosierung in vitro?
Brorsons:32 µg/ml für ältere Zysten (> 1 Woche alt)
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12102233
Zitat:When incubated at 37 degrees C, the MBC for young biologically active cysts (1-day old) was > 8 microg/ml, but it was > 32 microg/ml for old cysts (1-week old).
Sapi:20 µg/ml
http://www.dr-hopf-seidel.de/mediapool/87/874128/data/Lecture_at_Nutech_Mediworld_8-1-13.pdf
Zitat:HCQ at high concentration (20 μg/ml) reduced the spirochete forms by 40% and the round bodies by 82%
Sievers:16 µg/ml
http://www.lymenet.de/shgs/corryw/BadSoden-4-08_BFBD.pdf
Zitat:Quensyl(Hydroxychloroquin): In vitro zeige sich bei 16 mcg/ml Wirkung auf Bb. Auch hier kam es bei niedriger Dosis -wie 6mcg/ml- zur Bildung zystischer Formen.
Merke: bei niedriger Dosierung (6 µg/ml) => Zystenbildung!
Merke: in diesem Artikel beschreibt Sievers eine Wirkung von Chloroquin gegen Zysten bei 6 µg/ml (Bild 6). Ist das der gleiche Wirkstoff?
http://www.zhaw.ch/fileadmin/user_upload/life_sciences/Dateien/Studium/Broschueren/Transfer_03_06.pdf
Also zwischen (6?) 16 und 32 µg/ml wurde eine Wirkung von HCQ in vitro beobachtet.
Sind diese Konzentrationen in vivo erreichbar?
Konzentrationen im Plasma:
Arthritis Rheum. 1987 May;30(5):567-71.
Plasma hydroxychloroquine concentrations and efficacy in rheumatoid arthritis.
Miller DR, Fiechtner JJ, Carpenter JR, Brown RR, Stroshane RM, Stecher VJ.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/3593438
Zitat:HCQ, 400 mg/day. Responders had a mean HCQ level of 213 ng/ml
400 mg HCQ pro Tag führten zu einem Plasmaspiegel von 213 ng/ml, was
0,213 µg/ml entspricht (1 µg = 1000 ng)
Arthritis Rheum. 2002 Jun;46(6):1460-9.
Hydroxychloroquine concentration-response relationships in patients with rheumatoid arthritis.
Munster T1, Gibbs JP, Shen D, Baethge BA, Botstein GR, Caldwell J, Dietz F, Ettlinger R, Golden HE, Lindsley H, McLaughlin GE, Moreland LW, Roberts WN, Rooney TW, Rothschild B, Sack M, Sebba AI, Weisman M, Welch KE, Yocum D, Furst DE.
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/art.10307/pdf
HCQ Blutspiegel nach der Einnahme von
400 mg HCQ bis zu 25 Wochen lang: max. 1400 ng/ml =
1,4 µg/ml HCQ
Wir sind also mit 400 mg HCQ/Tag (DBG empfiehlt 200 mg/Tag) weit entfernt von den in vitro wirksamen Konzentrationen von 6-32 µg/ml.
Konzentrationen im Gewebe und Gehirn:
HCQ reichert sich im Gehirn und Gewebe an, wo die Konzentrationen bis zu 10 (Gehirn) bzw. 200 fach (Gewebe) höher sein können als im Blut.
Hier noch die Überlegungen von Joachim Gruber:
http://www.lymenet.de/literatur/hydroxychloroquin.htm
Zitat:Mit den Anreicherungsdaten von Sanofi und unter der Annahme einer Eliminationshalbwertszeit t1/2 = 41 + 14 (41 - 14) Tage, erhält man folgenden Schätzwert für die einzunehmende Dosis:
1. Dosis = 4000 (8000) mg/Tag für 32 Microgramm/ml in Blut,
2. Dosis = 20 (40) mg/Tag für 32 Microgramm/ml in Gewebe,
3. Dosis = 400 (800) mg/Tag für 32 Microgramm/ml im Gehirn.
Die Dosis zum Erreichen von 32 Microgramm/ml in Blut liegt über der Dosis (approximately 1000 mg/Tag), die für Erwachsene mit Malaria empfohlen wird (siehe auch Medline Literaturesuche, Stichworte "hydroxychloroquine/adverse effects"[All Fields] AND dosage).
Bei Einnahme von weniger als 4000 (8000) mg pro Tag könnte das Blutkompartment für mobile Spirocheten nicht bakterizid sein, wenn die Brorsons' in vitro Daten auf in vivo-Fälle anwendbar sind. Man hat aber zu beachten, daß dies eine sehr grobe Abschätzung ist, die darauf abzielt, herauszufinden, ob HCQ als mögliches Mittel gegen Borreliose diskutiert werden kann.
Mit 400 mg/Tag (die doppelte von der DBG empfohlene Dosis) könnte die von Brorson in vitro gefundene Konzentration im Gewebe und Gehirn (wo sich HCQ anreichert) erreicht werden, aber nicht im Blut.
Mit 200 mg/Tag (DBG Empfehlung) hätte man theoretisch zumindest eine Wirkung im Gewebe, aber wahrscheinlich weder im Gehirn noch im Blut.
Zitat:Toxizität and Nebenwirkungen
Hohe tägliche Dosen (>250 mg) von Chloroquin oder Hydroxychloroquin können zu irreversiblen Hör- und Retinaschäden (Retinopathie) führen.
Bei Dosen von 200 - 400 mg pro Tag) erscheint das Risiko von Ablagerungen in der Hornhaut (corneale Depositionen) und Schädigung des Auges geringer für Hydroxychloroquin als für Chloroquin zu sein. Retinopathie hängt vermutlich mit der Medikamenten-Anreicherung in Melanin-reichen Geweben zusammen (Bernstein et al., 1963) und kann vermieden werden, wenn die täh=gliche Dosis 250 mg oder weniger beträgt (Medline-Suche nach Dubois, 1978 und nach Rennie, 1993).
Bernstein, H.N., Svaifler, N.J., Rubin, M., and Mausour, A.M. The ocular deposition of chloroquine. Invest. Ophthalmol. Visual Sci., 1963, 2:384-392
Für mich hat sich damit die Frage nach der Wirkung von HCQ gegen Zysten in vivo erübrigt.
RE: Quensyl (Hydroxycholoroquin) gegen Zysten wirksam oder nicht? -
Sunflower - 24.10.2014
(24.10.2014, 17:49)johanna cochius schrieb: Ich schrieb das ja schon mal in einem anderen Thread, Heparin soll die Neubildung der Biofilme verhindern und Lumbrokinase soll sie auflösen.
Mal sehen ob ich das bald mal probiere...
Ich habe erst jetzt davon gehört, ist das bei Euch auch so unbekannt ?
Von mir ja, ich wusste bereits seit 2010, dass proteolytische Enzyme ein anti-Biofilm Potential haben:
http://www.symptome.ch/vbboard/borreliose/75655-biofilme-proteolytische-enzyme.html
Ich nehme deswegen Bromelain (dauernd) und Serrapeptase (während der Antibiosen) ein.
Claudia Lietha schrieb in ihrem Buch, dass Sapi eine gute Wirkung von Serrapeptase gegen Biofilme von Bb in vitro beobachtet habe. Ich hatte das auch in einer der PDF Dateien der New Haven University gelesen (leider nicht mehr online, ich habe die PDF nicht gespeichert).
Die Studien mit Bromelain bei menschlichen Probanden deuten auf eine synergetische Wirkung von Bromelain mit AB in vivo hin. Die Heilungsraten von Infektionskrankheiten waren mit der Kombi höher als mit AB allein. Ich hatte selber einen Aha-Effekt mit Bromelain + AB bei einer zuvor ABresistenten Blasenentzündung. Die Schmerzen verschwanden nur ein paar Tage nach Beginn der Kombi, während die wochenlange Einnahme mehrerer AB (nacheinander) erfolglos geblieben war. Erklärung meines Urologen: die Bakterien leben in Biofilmen in der Blasenwand und sind weder für das IS noch für das AB erreichbar. Hat Bromelain diese Biofilme aufgelöst und die Bakterien damit freigesetzt? Ähnliche Erfahrung mit einer hartnäckigen Nebenhöhlenentzündung.
Ich weiß nicht, ob es bereits in vivo Studien mit Lumbrokinase oder Serrapeptase gab. Weiß das jemand?
Ansonsten scheint NAC auch ein Potential zu besitzen, zumindest in vitro:
http://www.symptome.ch/vbboard/borreliose/80056-n-acetylcystein-nac-acc-antioxidans-biofilm-hemmer.html
Manche Ätherische Öle und Pflanzenextrakte habe offensichtlich auch die Fähigkeit, die Bildung vom Biofilmen zu verhindern bzw. Biofilme aufzulösen. Dies könnte der Grund für eine synergetische Wirkung zwischen manchen Naturstoffen und manchen AB gegen bestimmte Bakterien sein, die man in vitro beobachten konnte, erklären. Da liegt für mich das große Potential einer integrativen Therapie der Borreliose mit komplementären Wirkungen von AB und Pflanzenextrakte/Naturstoffen.