RE: Besuch bei Labormediziner -
ibi - 13.06.2015
Eisenmangel tritt häufig als einziges Symptom einer silenten Zöliakie auf, das könntest Du mal noch testen lassen bei Gelegenheit (Gliadin-Ak, etc.).
RE: Besuch bei Labormediziner -
Markus - 13.06.2015
Das wurde vor Jahren alles schon gecheckt und war in Ordnung. Ein anderer Doc hat damals allerdings Gluten im LTT (IMD Berlin) testen lassen, und dieser Test war positiv. Ich halte mich aber nicht wirklich an die Diät, da es praktisch kaum umsetzbar ist und ich auch nicht weiß, wie man dem LTT da trauen kann.
RE: Besuch bei Labormediziner -
ibi - 13.06.2015
Da kannst DU hier nochmal nachlesen, ob die Diagnostik komplett war
http://www.aerzteblatt.de/archiv/150736/Diagnostik-und-Therapie-der-Zoeliakie
Ansonsten bei der dzg-online.de
Falls kein IgA dazu bestimmt wurde (oder es zu niedrig war) und der Labormediziner recht hat (und es damals auch schon so war) sind die Teste auf Gliadin und EMA nicht aussagekräftig.
Davon abgesehen gibt es auch noch die Gluten-/Weizensensitivität, die nicht labortechnisch nachgewiesen werden kann, aber ähnliche Auswirkungen hat.
RE: Besuch bei Labormediziner -
Markus - 13.06.2015
@ibi: Also würdest du empfehlen Eisen zu substituieren? Welche Form nimmt man da und nach welcher Zeit kann man dann Besserung erwarten, so die Beschwerden denn auf einen Eisenmangel zurückgehen (orale Substitution vorausgesetzt)?
RE: Besuch bei Labormediziner -
linus - 13.06.2015
na dann haben wir es doch. Gluten!
Nahrungsmittelallergietest machen!
RE: Besuch bei Labormediziner -
Sunflower - 14.06.2015
(13.06.2015, 17:37)Markus schrieb: @ibi: Also würdest du empfehlen Eisen zu substituieren? Welche Form nimmt man da und nach welcher Zeit kann man dann Besserung erwarten, so die Beschwerden denn auf einen Eisenmangel zurückgehen (orale Substitution vorausgesetzt)?
Du kannst Eisen oral einnehmen (100-200 mg pro Tag als Eisenglycinsulfate wie Ferro Sanol oder Eisenbisglycinat) oder dir Eiseninfusionen als Eisensaccharose (Venofer, FerMed) bei einem auf Eisenmangel spezialisierten Arzt geben lassen. Letztere können die Eisenspeicher in 2-5 Infusionen mit je 200 mg Eisen auffüllen (1-2 Infusionen pro Woche). Die orale Eisensubstitution kann Monate in Anspruch nehmen, weil Eisen oral zu max. 10% resorbiert wird (also max 10 mg von 100 mg, Eisenspeicher betragen aber ca 1000 mg).
RE: Besuch bei Labormediziner -
Sunflower - 14.06.2015
(13.06.2015, 15:12)Markus schrieb: Das wurde vor Jahren alles schon gecheckt und war in Ordnung. Ein anderer Doc hat damals allerdings Gluten im LTT (IMD Berlin) testen lassen, und dieser Test war positiv. Ich halte mich aber nicht wirklich an die Diät, da es praktisch kaum umsetzbar ist und ich auch nicht weiß, wie man dem LTT da trauen kann.
Mit ein wenig Motivation klappt es auch!
Ich ernähre mich seit 1 Jahr glutenfrei, die Umstellung war viel einfacher als befürchtet und die Umsetzung in der Praxis auch: statt Weizennudel gibt es jetzt Sojanudel (Vitaquell im Reformhaus), statt Weizenbrot gibt es ein selbstgemachtes Buchweizenbrot und glutenfreie Knäcker aus dem Bio-Markt, Vollkornreis, Quinoa oder Kartoffel oder Hülsenfrüchte als Beilage zum Fleisch/Fisch/Eier, usw.
Ansonsten Obst, Gemüse, Nüsse, usw.
Gluten erhöht nachweislich die Darmpermeabilität, fördert damit Entzündungen und überfordert damit das Immunsystem.
RE: Besuch bei Labormediziner -
Markus - 14.06.2015
(14.06.2015, 01:43)Sunflower schrieb: Mit ein wenig Motivation klappt es auch!
Ich weiß schon. Habe das selber einige Zeit durchgezogen, aber keine Verbesserung gemerkt. Und dann sinkt die Motivation doch recht schnell. Werd jetzt aber wieder strenger drauf achten.
(14.06.2015, 01:43)Sunflower schrieb: Ich ernähre mich seit 1 Jahr glutenfrei, die Umstellung war viel einfacher als befürchtet und die Umsetzung in der Praxis auch: statt Weizennudel gibt es jetzt Sojanudel (Vitaquell im Reformhaus), statt Weizenbrot gibt es ein selbstgemachtes Buchweizenbrot und glutenfreie Knäcker aus dem Bio-Markt, Vollkornreis, Quinoa oder Kartoffel oder Hülsenfrüchte als Beilage zum Fleisch/Fisch/Eier, usw.
Das ist halt alles auch eine Kostenfrage. Der Preis für Quinoa ist in den letzten Jahren dramatisch gestiegen, weil es mittlerweile ein Lifestyleprodukt ist. Das führt dazu, dass die einheimische Bevölkerung in den Anbaugebieten sich kein Quinoa mehr leisten kann und auf Reis ausweichen muss, was wiederum Mangelerscheinungen hervorruft.
Sojaprodukte meide ich, da sie möglicherweise gesundheitsschädlich sind aufgrund ihrer hormonellen Wirkung. An konventionell angebautem Soja klebt vermutlich auch viel Blut, da die Ländereien den Einwohnern häufig von den Konzernen mit Hilfe der korrupten Regierung geraubt werden (wir Europäer brauchen das ja so dringend für unsere Autos und Viehmast). Abgesehen von der nachhaltigen Vergiftung des Ökosystems durch den massenhaften Einsatz von z.B. Monsanto Roundup.
Aber auch ohne Quinoa und Soja kann man sich glutenfrei ernähren; werde mal wieder nen Versuch starten...
RE: Besuch bei Labormediziner -
Markus - 14.06.2015
Hab nochmal meine alten Befunde durchgeschaut. Im Zeitraum 2004 bis 2007 habe ich 4 Differentialblutbilder mit jeweils erhöhten Lymphozyten und erniedrigten Neutrophilen. Dabei sind die Erhöhungen meist nur leicht (ca. 10% über Norm), einmal aber 50% über Norm. Zum Abnahmezeitpunkt hatte ich aber keinen Infekt bemerkt. Das ist auf jeden Fall auffällig und steht bestimmt in kausalem Zusammenhang mit meiner Erkrankung.
RE: Besuch bei Labormediziner -
Filenada - 20.06.2015
(13.06.2015, 14:39)Markus schrieb: Leider gibt es zu den Werten keine Referenzbereiche, keine Ahnung wieso.
Weil Du vermutlich nur einen Ausdruck aus Deiner Patientendatei vom Doc hast. Du brauchst aber die Befunde vom Labor!, denn da stehen IMMER die Referenzbereiche drauf.
Viele Arztpraxen tippen die Befunde ab, um nicht so viel "Altpapier" lagern zu müssen. Und da sie immer beim selben Labor arbeiten lassen, ham sie die Referenzbereiche mehr oder weniger im Kopf. - In meinen Augen ein fataler Fehler, weil es Laborwerte gibt, deren Referenzbereiche sich nach Alter/Gewicht/Geschlecht usw. des Patienten sehr unterscheiden können, was wiederum Folgen haben kann.
Also geh hin zum Doc und verlang Kopien der Originalbefunde des Labors! Notfalls kann das Labor 'nen Duplikat schicken.