RE: Forschung zu Borrelien-Persistern und Therapie chronischer Borreliose - Ehemaliges Mitglied - 12.02.2016
@ Niki #50
Punktion, ist keine Option für Dich ? Oder warst Du die letzten Wochen oberhalb von 850 M über NN. Eine Geschichte, nicht aus dem 19. Jahrhundert.
http://www.borreliose24.de/krankengeschichte-borreliose-26.html
RE: Forschung zu Borrelien-Persistern und Therapie chronischer Borreliose -
Luddi - 12.02.2016
@Niki: ich wollte beinahe schon schreiben "schön für dich" ;-), aber das ist wohl deplatziert, wenn ich an Deinen Gelenkerguss denke. Ich weiss noch nicht so recht, was Du mir damit sagen wolltest? Dass - zum Glück - gegen die Leitlinie verstoßen wird? Wenn alle Ärzte so vernünftig wären, in diesem Fall AB zumindest als Option anzubieten, müsste ich mich auch nicht immer so aufregen. In letzter Zeit bekam ich aber nur Spezis und Leitlinienautoren zu Gesicht. (Da kann man schon verzweifeln). Vielleicht wolltest Du mir auch nur ein wenig Hoffnung machen, dass sich langsam was bessert, wäre schön ;-)
lg luddi
RE: Forschung zu Borrelien-Persistern und Therapie chronischer Borreliose -
Niki - 12.02.2016
(12.02.2016, 15:43)Luddi schrieb: Ich weiss noch nicht so recht, was Du mir damit sagen wolltest? Dass - zum Glück - gegen die Leitlinie verstoßen wird?
Genau
Bei uns im Stuttgarter Raum immer öfter...und nicht von Borreliose-Spezis.
@Fischera
Orthopäde ist in Urlaub und an Fasching wollte ich keinen ranlassen, den ich nicht kenne.
Es ist jetzt schon etwas besser, falls es sich aber weiter manifestiert, werde ich es punktieren lassen und das Punktat ins NRZ schicken.
...und jetzt ist Schluss mit meinem Thema hier, sonst muss das noch abgetrennt werden :-)
LG Niki
RE: Forschung zu Borrelien-Persistern und Therapie chronischer Borreliose -
Luddi - 12.02.2016
(12.02.2016, 16:27)Niki schrieb: .. sonst muss das noch abgetrennt werden :-)
LG Niki
ouups.. das Knie abtrennen, wäre aber eine drastische Maßnahme, dann lieber die Punktion und ab ins NRZ. Vielleicht findet unser Volker ja lebende Borrelien... oh, äh gibt's ja gar nicht...
RE: Forschung zu Borrelien-Persistern und Therapie chronischer Borreliose -
Niki - 12.02.2016
(12.02.2016, 16:37)Luddi schrieb: ... oh, äh gibt's ja gar nicht...
Vielleicht ja doch....das wär doch ne Erfolgsstory
LG Niki
RE: Forschung zu Borrelien-Persistern und Therapie chronischer Borreliose -
Heinzi - 26.03.2016
Kim Lewis hat wieder Forschungsgelder erhalten, wie seine Internetseite mit 21.3.16 mitteilt. Es sind 1,5 Millionen Dollar von der Cohen Foundation. Er will damit neue Therapien für chronische Borreliose entwickeln, die auf einer pulsierten Antibitikumsgabe basiert. Interessant ist auch, dass er laut dem Text dort anscheinend die Existenz der Krankheit und die Schwierigkeiten in der Behandlung nicht in Frage stellt. Damit haben wir eine klare Aussage eines sehr renommierten Wissenschafters, der bereits mehrmals in Nature, PNAS, Science veröffentlicht hat. So etwas muss dann auch von deutschen Unikliniken ernst genommen werden.
Lewis: “I find this really striking that you go to the doctor and you get a treatment of doxycycline for a week or two and there are no alarm bells that there is a 15 percent probability that your life as you know it has ended.”
Lewis: “Nobody has been developing drugs against Borrelia, the bacterium that causes Lyme disease ... Antibiotics to treat this pathogen have been borrowed from other applications, but Borrelia is unique. Its biology is very different, so this borrowing approach from other pathogens is not optimal. We are looking for compounds that specifically hit Borrelia."
Grob und verkürzt übersetzt sagt er, dass bisher niemand Medikamente gegen Borrelien entwickelt hat, die ABs, die eingesetzt werden sind von anderen Therapien 'ausgeliehen'. Da aber die Biologie der Borrelien anders ist, ist das nicht optimal. Er sucht nach Ansätzen, die gezielt auf Borrelien wirken.
Das klingt doch gut oder?! Weiter so Lewis, weiter so!
http://www.northeastern.edu/cos/2016/03/kim-lewis-new-treatments-lyme-disease-grant/
RE: Forschung zu Borrelien-Persistern und Therapie chronischer Borreliose -
KeyLymePie - 26.03.2016
(26.03.2016, 11:54)Heinzi schrieb: Lewis: “I find this really striking that you go to the doctor and you get a treatment of doxycycline for a week or two and there are no alarm bells that there is a 15 percent probability that your life as you know it has ended.”
Weiß jemand wie er auf die 15% kommt?
RE: Forschung zu Borrelien-Persistern und Therapie chronischer Borreliose -
Markus - 26.03.2016
(26.03.2016, 11:54)Heinzi schrieb: Das klingt doch gut oder?! Weiter so Lewis, weiter so!
Eine etwas ketzerische Frage (ich habe nicht so den Überblick): Hat Lewis bisher irgendetwas veröffentlicht, was uns Patienten therapeutisch gesehen weiterbringt?
RE: Forschung zu Borrelien-Persistern und Therapie chronischer Borreliose -
Heinzi - 27.03.2016
(26.03.2016, 23:49)Markus schrieb: Eine etwas ketzerische Frage (ich habe nicht so den Überblick): Hat Lewis bisher irgendetwas veröffentlicht, was uns Patienten therapeutisch gesehen weiterbringt?
Er hat zum Beispiel ein neues AB gefunden (Nature, 2015).
http://www.northeastern.edu/adc/
Zu Borreliose forscht er noch nicht so lange / aber schon alleine die Tatsache, dass er die Chronifizierung und schwierige Behandelbarheit in den Vordergrund stellt, hilft uns Patienten, denke ich.
RE: Forschung zu Borrelien-Persistern und Therapie chronischer Borreliose -
Valtuille - 27.03.2016
Gegenfrage: Hat Sapi irgendwas veröffentlicht, was Patienten in irgendeiner Hinsicht wirklich weitergebracht hat? Oder haben am Ende des Tages nur zwei Firmen mit überteuerten Preisen von ihren Studien profitiert?
Wie ich zu reinen Laborstudien stehe, habe ich ja bereits angemerkt, aber diese Arbeit ist sehr wichtig und Lewis oder Zhang sind der Aufgabe gewachsen. Das sind sehr renommierte Wissenschaftler auf ihrem Gebiet, die man nicht einfach so belächeln kann wie Sapi, und die sicherlich auch Brücken bauen können.
Die Ergebnisse von Laborstudien einfach so auf Menschen zu übertragen funktioniert halt nicht so wirklich. Und dass die beste Therapie nichts bringt, wenn man die falsche Krankheit therapiert, ist eine andere Sache.
Aber: Lewis hat bisher eine Publikation zu Lyme draußen, die erst vor einem Jahr veröffentlicht wurde.
In dem Link von Heinzi steht, und das ist für mich eigentlich genauso wichtig, dass noch dieses Jahr Studien an Menschen zu gepulsten Antibiosen begonnen werden. Je nach dem, was dabei rauskommt, kann das wirklich was bewirken.
Darüber hinaus hat Horowitz gesagt, dass er eigene (teils gepulste) AB-Persister-Schemen entwickelt hat, die auf der Forschung von Lewis und Zhang basieren und laut ihm sehr vielversprechend sind bei hartnäckigen Fällen. Er referiert derzeit bereits dazu und es wird sich auch in seinem kommenden Buch was dazu finden. Er will Fallberichte publizieren und ist der Meinung, dass das wirklich ein Umdenken bewirken wird (was ich jedoch vorerst mal bezweifle).