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Diagnose Borreliose - Druckversion

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Diagnose Borreliose - Leimalie - 17.01.2024

Hallo zusammen,

gerade haben wir von der Kinderärztin unserer 5-Jährigen die Nachricht erhalten, dass sie Borreliose hat. Nun wirft sich natürlich eine Frage nach der anderen auf..

Es muss wohl von einem Zeckenbiss Ende September sein. Eine Wanderröte haben wir nie festgestellt. In den vergangenen Monate war sie dann häufiger krank, teils mit erhöhter Temperatur zuletzt mit Fieber über 40.. Es hat uns schon Sorgen bereitet, aber da Kitakinder nicht allzu selten krank sind und sie schon immer hoch fiebert, haben wir es zunächst so hingenommen. Am 23.12. hat sie plötzlich eine dicke Beule am Hals bekommen und wir waren in der Kinderklinik. Die Lympfknoten waren dick angeschwollen, ansonszen hatte sie kaum Symptome, daher hat die Ärztin ihr Amoxcillin verschrieben und wir sollten uns nach 7 Tagen nochmal beim Kinderarzt vorstellen. Vorausgesetzt die Schwellung geht innerhalb von 2 Tagen zurück, ansonsten natürlich früher. Die Schwellung ging zurück, der Vertretungskinderarzt hat alles nur heruntergespielt und die Antibiotikagabe generell in Frage gestellt. Der Zeckenbiss hat ihn nicht interessiert.  Ein paar Tage später bekam sie plötzlich wieder Fieber mit kaum Symptomen. Dieses Mal zu unserer Kinderärztin und sie hat, als sie wieder fieberfrei war, eine Blutentnahme gemacht. Das Ergebnis beide Werte, also auch der Akutwert, positiv. 

Am meisten frage ich mich nun, was heißt das, dass beide Werte positiv sind? IgM und IgG? Ist es noch ein "relativ" frühes Stadium oder nicht? Wie wahrscheinlich sind Spätfolgen?

Habt ihr Tipps für uns? Auf was müssen wir achten? Die Kinderärztin hat jetzt nochmal für 14 Tage Amoxcillin verordnet. Der IgM war wohl noch bei 28 ?‍♀️.

Danke schon einmal und viele Grüße 
Leimalie


RE: Diagnose Borreliose - Valtuille - 17.01.2024

Hallo und willkommen!

Borreliose wäre möglich, die Inkubationszeit ist da nicht ganz so klar. Geschwollene Lymphknoten deuten (häufig) auf einen Infekt hin und wenn die Schwellung nach Amoxicillin zurück geht, wäre das ein Hinweis, dass es ein bakterieller Infekt ist.

Du könntest dir das Laborergebnis mal ausdrucken lassen. Es gibt die Möglichkeit, dass sie mit beiden Werten IgG und IgM meint, aber auch, dass sie nur IgM meint. Bei der Borreliose wird erst ein Suchtest (meistens Elisa) und ein Bestätigungstest (Blot) gemacht, wenn der Suchtest positiv war. das wäre die andere Möglichkeit. Generell ist das Labor bei Borreliose etwas schwierig zu interpretieren, ob eine Borreliose aktiv ist oder ausgeheilt, lässt nicht wirklich mit Labortests beantworten.

Bei Borreliose gibt es teilweise zum Beginn einer Therapie eine sogenannte Herxheimerreaktion, welche mit einer verschlechterung der Symptome einhergeht, hier könnte auch Fieber eine Rolle spielen.

Wie lange ist die Antibiotikatherapie denn geplant?

Ich hoffe, eurer Tochter geht es bald besser!


RE: Diagnose Borreliose - Leimalie - 17.01.2024

Hi Valtuille,

danke für deine Antwort.

Sie hat tatsächlich von IgM und IgG gesprochen. IgM 28 und IgG 10. 

Beim ersten Mal nach dem Notdienst im Kh hat sie 8 Tage lang 2x500mg Amoxicillin bekommen. (19kg wiegt sie). 

Da die Schwellung der Lymphknoten weg war und sie eher nur diffuse leichte grippeähnliche Symptome hatte, war für den Kinderarzt die Sache damit erledigt. 

Nun soll sie wieder 1000mg/Tag Amoxicillin nehmen. Erstmal 14 Tage lang.

Dankeschön ❤️ Ihr geht es insgesamt wieder ganz gut.. Aktuell mache ich mir am meisten langfristig Sorgen ☹️


RE: Diagnose Borreliose - urmel57 - 18.01.2024

Hallo Leimalie,

lass dir auf jeden Fall die kompletten Laborergebnisse geben, dann hast Du zumindest einen Beleg, dass es die Diagnose gibt.

Dass die Behandlung anschlägt, ist auf jeden Fall ein gutes Zeichen. In vielen Fällen gibt es keine Komplikationen danach. Da es keine geeigneten Langzeitstudien dazu gibt, lässt es sich natürlich nicht voraussagen, ob später sich nochmal was aufbaut.

Dass das Dir Sorgen machst, ist sehr verständlich. Es ist jedenfalls grundsätzlich so, dass es auch bei jeder anderen Infektion zu Komplikationen kommen kann. Da bietet das Leben ein allgemeines Lebensrisiko, dem man sich dann stellen soll, wenn es dazu kommen sollte, wovon ich erstmal nicht ausgehen würde.

Falls ähnliche Symptome erneut auftauchen sollten, würde ich das auf alle Fälle im Hinterkopf behalten - auch neue Borrelieninfektionen sind in der Zukunft nicht ausgeschlossen, da wird es dann mit der Interpretation von Testergebnissen schwierig. Fall noch Fragen von Dir kommen, scheue Dich nicht, sie hier zu stellen.

Liebe Grüße Urmel