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Titer testen nach Antibiose - Druckversion

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Titer testen nach Antibiose - Samantha - 21.03.2025

Hallo, 
ich bin bisher nur Stille Leserin, aber schon länger an Borreliose erkrankt. Aber merke immer mehr, dass ich keine Durchblick habe.

Ich hatte ca 2006/07 einen Zeckenstich am Bein. Der damalige Hausarzt hat gesagt es sei keine Wanderröte. 2008 hatte ich unklare Schmerzen im Handgelenk und wurde u.a. auf Borreliose getestet. Der Befund war positiv. Die Verletzung der Hand hatte allerdings einen anderen Ursprung. Zunächst bekam ich Doxy. Musste es nach ca 3 Tagen wegen heftiger Krämpfe im Bauch abbrechen. Daraufhin habe ich Cerforax bekommen. Soweit ich weiß habe ich das 4 Wochen genommen. Ich hatte damals während der Einnahme heftige Konzentrationsprobleme. 

Vor einigen Jahren dachte ich die Borreliose ist zurück und hab es auch durch einen LTT Test testen lassen. Laut Arzt sei alles okay gewesen.

Am 16.08. bin ich mit einer heftigen Erkältung aus dem Italienurlaub zurück gekommen. Hatte mich wohl bei der Klimaanalge verkühlt. Im September wurde die Erkältung wieder schlimmer und ich musste erneut krank geschrieben werden. Am 3.10. brach die Erkältung erneut aus. Irgendwann gingen die Erkältungssymptome, aber die Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten blieben. 
Durch einen Arztwechsel kam heraus die Borreliose ist reaktiv. Blutbild ist beigefügt. Dieser ist ein Allgemeinarzt der sehr stark auf Naturheilverfahren geht. Was mir zunächst auch ganz Recht war, da ich generell Antibiotikum nicht gut vertrage. Er empfiehl mir zunächst eine Schaukeltherapie (zwei Wasser welche basisch bzw sauer sind, abwechselnd einnehmen) und Zoelith. Später kam noch Beifuß hinzu. Die körperliche Abgeschlagenheit geht mittlerweile. Aber vom Kopf her keine Verbesserung. Mir fielen permanent Wörter nicht ein, vergaß was ich sagen oder machen wollte. Ich war insgesamt 4 Monaten krank geschrieben. Habe 6 Wochen Wiedereingliederung hinter mir und habe die erste Woche Vollzeit arbeiten hinter mir. Kopfschmerzen und der Tinnitus sind auch stärker als davor.und bin abends fertig. Kopfschmerzen und Tinnitus habe ich seit 10 Jahren durchgehend.

Habe 6 Wochen Cefuroxim genommen. Jetzt würde der Titer nach weiteren 8 Wochen getestet.
Habe gerade die Blutergebnisse bekommen. Der Titer hat sich wohl kaum verändert. 
Weiß nicht was ich davon halten soll. Heißt das ich muss nochmal AB nehmen? Oder dauert das ganze länger?


RE: Titer testen nach Antibiose - Regi - 22.03.2025

Leider gibt es keinen Test auf der Welt, der beantworten kann, ob die Borrelien noch ihr Unwesen treiben. Man hat nur die Möglichkeit, andere mögliche Ursachen so gut wie möglich auszuschliessen und dann eine Entscheidung zu treffen, ob man einen verträglichen Therapieversuch macht oder lernt damit zu leben. Ich konnte nicht damit leben. Die agressive Therapie hat mich nicht gesund gemacht, aber es wurde wenigstens besser.

Das positive VlsE im Blot bestätigt den Kontakt des Immunsystems mit Borrelien. Ob noch aktiv oder nicht, kann nicht sicher gesagt werden.

LG, Regi


RE: Titer testen nach Antibiose - urmel57 - 22.03.2025

Leider zeigt der Titer nicht an, ob Borrelien aktiv sind. Antikörper können jahrelang nachweisbar sein, ohne dass es Krankheitswert haben muss. Ob reaktiv oder nicht darüber streiten sich gerne die Geister. 

Da Du solche Beschwerden hast, ließe sich das ggf. eingrenzen durch eine Antibiotikagabe, die auch in den sensiblen Bereich des Liquors gehen. Hier kommen nur wenige Antibiotika in Frage. Ich persönlich würde Ceftriaxon i.v. bevorzugen. Da das allerdings nur über den Arzt machbar ist, ist die Frage, ob er das mitmachen würde. Verbessert sich dadurch gar nichts, dann führt der Weg eher nicht weiter. 

Die zweite Sache ist, dass es natürlich noch eine ganze Reihe weitere mögliche Ursachen gibt. Wenn orthopädische Ursachen ausgeschlossen sind und auch mal der Kopf als Ganzes betrachtet würde, z.B. mit MRT, können  andere Erregern aller Art ähnliche Phänomene verursachen. Auch immunologische Reaktionen können eine große Rolle spielen. Dann würden Antibiotika keinen weiteren Nutzen bringen. Daher so gut wie möglich alle anderen möglichen Ursachen ausschließen lassen. 

Die Herangehensweise mit sanfteren Methoden nach längerer Antibiotikabehandlung ist durchaus eine Überlegung wert. Es dauert auch länger, bis sich der Darm wieder erholt. Hier ist die Ernährung sehr wichtig. 

All das sind keine leichten Entscheidungen und es gibt da eben auch sehr individuelle Erfahrungen, wie Du hier auch im Forum sicher schon gelesen hast.