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TTherapie gegen Bartonellen + Babesien + Borrelien - Druckversion

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TTherapie gegen Bartonellen + Babesien + Borrelien - Ursula - 09.01.2015

Hallo Ihr lieben Mit-Leidenden,

heute bin ich ratlos und deprimiert und bitte um Euren Rat. Vielleicht macht jemand von Euch ja die gleiche Therapie und kann über seine Erfahrungen berichten.

Ich mache seit 3 Monaten eine orale Kombinations-Therapie gegen Borrelien Bartonellen und Babesien. Für mich neu dabei sind Rifampicin gegen die Bartonellen und Atovaquon/Proguenil gegen Babesien. Dazu mehrere andere Antibiotika, von denen ich zur Zeit nur noch Clarithromycin nehme, weil ich mich zunehmend schlechter fühlte: immer wieder Magenprobleme und Kopfschmerzen und das subjektive Gefühl, "vergiftet" zu werden. Vielleicht sind es aber Herxheimer-Reaktionen ???

Die Therapie soll eigentlich 5 Monate dauern, weil die roten Blutkörperchen ca. 4 Monate alt werden und die Babesien nur dort sind. Deshalb frage ich mich, ob es nicht sinnvoller ist, erst die Therapie gegen Babesien zu Ende zu bringen und danach die Bartonellen mit Rifampicin + mehreren anderen AB. Zumal das Rifampicin die Wirkung von Atovaquon reduziert (ich nehme es zeitversetzt).

Oder ist es wichtig, alle gleichzeitig zu behandeln?

Danke im Voraus für Eure Erfahrungen und Rat.

Liebe Grüße
Ursula


RE: TTherapie gegen Bartonellen + Babesien + Borrelien - ticks for free - 09.01.2015

(09.01.2015, 18:37)Ursula schrieb:  Oder ist es wichtig, alle gleichzeitig zu behandeln?

Hallo Ursula,

meines Wissens nicht. Aber da hat ja jeder Spezi eine andere Vorgehensweise - sei es hüben oder drüben des Ozeans.

Meine Güte, da ziehst du ja grade ein Hammerprogramm durch.

Meine Meinung ist: Man sollte und muß es auch nicht übertreiben. Letzten Endes muß ja der Körper es selber schaffen und dazu braucht er auch noch (zumindest) einen Rest an Funktionsvermögen. Rifa allein ist schon megahart, so auch Atoquavon. Jeder hat da sein individuelles Verträglichkeit- und Entgiftungsvermögen.
Ich weiß nur, dass für viele Rifa allein schon ein schwerer Angang war, das durchzuziehen.
Ich meine nicht , dass alle Erreger gleichzeitig behandelt werden müssen.

Wünsch dir auf jeden Fall guten Erfolg! Icon_winken3


RE: TTherapie gegen Bartonellen + Babesien + Borrelien - Luddi - 09.01.2015

Ursula,

ich habe ein ähnliches Regime verordnet bekommen. Mir ging es ähnlich schlecht und habe beschlossen erstmal Babesien und Borre zu behandeln und erst wenn ich mit Atoquavon fertig bin, Rifapimcim zu nehmen. Wenn Du die Packungsbeilage von Atoquaon/Plaquenil liest, dann wirst Du sehen, dass dort explizit erwähnt wird, dass man es nicht mit Rifampicin zusammen nehmen soll. Atoquavon/Plaquenil ist sehr gut gegen Babesien. Du musst es wiklich richtig dosiert (2x750 mg) nehmen. Da werden dann schon viele Symptome besser - glaube es mir. Was Du machen könntest wäre also: erstmal 5 Monate Atoquavon/Plaquenil zusammen mit Azi und Mino zu nehmen. Danach dann Rifa/Azi/Mino.... aber alles zusammen... das ist zu viel...vor allem weil auch Rifa und Atoquavon eben nicht zusammen genommen werden sollen.... Schick mir doch mal ne PN wenn Du weitere Fragen hast..


RE: TTherapie gegen Bartonellen + Babesien + Borrelien - Ursula - 10.01.2015

Herzlichen Dank Ticks und Luddi für Eure Kommentare,

jetzt habe ich ein paar Argumente mehr für das Gespräch mit meinem Arzt. Mal sehen was der meint. Ich werde Euch informieren.

Liebe Grüße
Ursula


RE: TTherapie gegen Bartonellen + Babesien + Borrelien - Luddi - 10.01.2015

Liebe Ursula,

ich wollte dir eigentlich eine private Nachricht schicken, aber das geht leider nicht, da Du diese Funktion deaktiviert hast. Mich interessieren Deine Babesien Symptome, da diese immer noch von vielen Ärzten nicht ernst genommen und richtig behandelt werden (Frieren, Schwitzen, Atemnot?). Wie ist es bei dir? Offensichtlich hast Du das große Glück einen Arzt gefunden zu haben, der sich mit Babesien und Bartonellen auskennt. Dies ist eine Seltenheit. Sei froh. Eine Bitte habe ich noch: Meine Meinung, die ich hier gepostet habe, ist eine Privatmeinung und kann eine Arztmeinung nicht ersetzen. Deshalb wäre ich dir dankbar, wenn Du bei deinem Gespräch mit Deinem Arzt diese Meinung nicht als "Argument" einsetzt - wie Du schreibst. Ärzte sind oft empfindlich, wenn sie den Satz hören "ich habe in einem Internetforum gelesen" hören. Und zwar zu recht. Jeder Arzt hat seine eigenen Erfahrung und jeder Arzt hat Patienten, die eine Verordnung gut vertragen und andere eben nicht. Sag ihm einfach, dass Du es nicht verträgst und dass du eins nach dem anderen behandeln willst. Für jeden vernünftigen Arzt muss das als Argument ausreichen - und das wird es auch, es sei denn er überzeugt vom Gegenteil und dann glaube bitte Deinem Arzt, denn Du scheinst wirklich einen kompetenten zu haben. Halte uns auf dem Laufenden. Ein Tipp noch zu Babesien. Bei vielen hier setzte die Wirkung erst nach 2-3 Monaten ein. Dann allerdings richtig super. Habe also Geduld. Gerade zu Beginn der Behandlung kann das Schwitzen sogar stärker werden. Also Geduld! Ich wünsche dir gute Besserung und halte uns hier auf dem Laufenden bitte über Deine Forstschritte. Denn wie schon gesagt: gerade die Babesien und die Bartonellen Behandlung wird meines Erachtens viel zu wenig richtig angewandt.


RE: TTherapie gegen Bartonellen + Babesien + Borrelien - fischera - 10.01.2015

Mein Wissen und Bauchgefühl sagt mir, ab einer Menge X (u.U. 2) können nicht nur Nebenwirkungen sondern auch Wechselwirkungen entstehen. Hier etwas was nicht nur ÄLTERE Menschen betrifft, denke ich.
http://www.aerzteblatt.de/archiv/123048/Polypharmakotherapie-im-Alter-Weniger-Medikamente-sind-oft-mehr
http://www.br.de/themen/ratgeber/inhalt/gesundheit/wechselwirkungen-medikamente-tabletten100.html
Alles Gute


RE: TTherapie gegen Bartonellen + Babesien + Borrelien - Philipp - 10.01.2015

Moin,

wie wurden die Babesien diagnostiziert ?

Ein sehr bekannter Spezi bei Bonn belächelte vor 2 Jahren meine Frage nach Babesien und sagte,dass diese Erreger in Europa keine Rolle spielen und nur in Nordamerika als Coinfektion vorkommen.

Daher meine Frage: Habt ihr euch eventuell in den USA angesteckt und wie wurden die Babesien diagnostiziert ?

Eine solche Hammertherapie , wo alles eventuellen Infektionen gleichzeitig behandelt werden , könnte ich unmöglich durchziehen.

Für mich sind 2 ABs schon sehr hart gewesen. Ich denke man muss nach Körpergefühl entscheiden und sollte nicht zu strikt den Behandlungsplan befolgen , wenn es einen damit immer schlechter geht.

Grüße Philipp


RE: TTherapie gegen Bartonellen + Babesien + Borrelien - Luddi - 10.01.2015

Philipp,

bei mir wurden Antikörper gefunden. Ich weiss auch, dass etliche Ärzte der Meinung waren Babesien gäbe es in Europa nicht. Die vorherrschende Meinung derzeit ist wohl, dass es zwar Babesien gibt (ich habe irgendwo mal eine Studie von Fingerle gelesen, dass ein ziemlich hoher Prozentsatz von Zecken infiziert sind). Allerdings herrscht die Meinung vor, Babesien wären nicht humanpathogen. "Hunde ja, Menschen niemals" lachte mir ein bekannter Wissenschaftler im Brustton der Überzeugung ins Gesicht. Da sich bei mir die Symptome seit der Babesientherapie endlich verbesserten, glaube ich persönlich schon, dass es humanpathogene Babesien in Deutschland gibt. Aus diesem Grund interessieren mich auch sehr die Symptome und Therapien von Forumsmitgliedern hier.


RE: TTherapie gegen Bartonellen + Babesien + Borrelien - fischera - 14.01.2015

Hallo,
Link 1 Wissen aus der Tierwelt, zum Thema:
http://www.laboklin.de/pdf/de/fachbeitraege_online/2008_1_vet_spiegel_naucke.pdf
http://www.shg-bergstrasse.de/html/Babesiose.html
https://fragdenstaat.de/anfrage/rki-epidem-studien-zur-inzidenzpravalenz-von-zecken-ubertragener-erreger-wie-babesien-bartonellen-ehrlichien-etc/


RE: TTherapie gegen Bartonellen + Babesien + Borrelien - Ursula - 17.01.2015

Hallo Ihr Lieben,

Weil mein Computer defekt war, kann ich mich jetzt erst wieder melden.

Erst mal Danke für Eure weiteren Informationen! Danke auch Luddi für den Hinweis, dass PN nicht möglich - ich hoffe, es geht jetzt.

Meine Therapie wurde insoweit geändert, dass Clarithromycin durch Azithromycin ersetzt wurde. Das nehme ich jetzt seit drei Tagen zu Rifampicin, Atovaquon/Proguenil und Tinidazol - bis jetzt ganz ohne Magen-Probleme. Ab Morgen versuche ich noch Minocyclin dazu. Wenn das gut geht, auch noch Trimethoprim.

Mein Arzt meinte, bei Clarithromycin oral hätten Patienten häufiger Magenprobleme. Ich hatte es früher aber problemlos vertragen. Jetzt habe ich den Verdacht, dass das billige Generikum, das meine Kasse nur noch bezahlt, für die Magenprobleme verantwortlich war. Ich war auch erstaunt, dass die übliche bittere Geschmack von Clari diesmal nicht auftrat. Wer weiß, was da drin war - es gibt ja immer wieder Fälschungen. Und Generika können ja auch andere Nebenwirkungen haben.

Was die Nebenwirkungen betrifft, ist ja klar, dass die bei Kombinationstherapien auch mehr werden, aber die Wirkungen eben auch. Und meine Parasiten haben schon mehrere andere Therapien überlebt, so dass ich jetzt alles kombinieren will, was ich vertrage.

Ich will nun doch die Therapie gegen Bartonellen und Babesien gleichzeitig weiterführen, weil ich ja schon mehr als die Hälfte der 5 Monate hinter mir habe und bei einer zweiten Einnahme von Rifampicin ja erhebliche Nebenwirkungen möglich sind. Zwischen Rifampicin (600 mg morgens nüchtern) und Atovaquon/Pro. (750 mg 2xtägl.) halte ich drei Stunden Abstand (auf Empfehlung vom Spezi, aber der Apotheker meint, das nützt nichts in Bezug auf die Reduzierung der Wirkung).

Der Diagnose-Verdacht aufgrund der Symptome wurde durch das Labor in Norwegen mit Dunkelfeld-Mikroskopie bestätigt. Antikörper hatte ich zumindest vor ein paar Jahren nicht, allerdings habe ich mich im Ausland infiziert und weltweit soll es ja viele verschiedene Bartonellen und Babesien geben.

Ich bin sehr neugierig, welches Ergebnis die Kontroll-Untersuchung ergibt.

Viele Grüße
Ursula