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Nach 1 Jahr Kampf endlich Behandlung - Druckversion

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Nach 1 Jahr Kampf endlich Behandlung - Ikarus - 13.07.2015

Hallo ihr Lieben,

fast auf den Tag genau vor einem Jahr habe ich die Diagnose Borreliose und Neuroborreliose Stadium III + Coinfektion
mit Bartonellen von einem Spezi erhalten und bis heute um Anerkennung dieser Diagnose und Behandlung gekämpft.
Nun endlich hab ich eine Behandlungs-Zusage von einem Arzt bekommen. Sein Therapie-Plan sieht wie folgt aus und richtet sich (bis auf eine Ausnahme) nach der Empfehlung meines Spezis:

Über 12 Wochen:

1 x täglich 250 mg Azithromycin
2 x täglich 400 mg Metronidazol (hier hatte der Spezi stattdessen täglich 250 mg Tinidazol empfohlen)

(zusätzlich täglich 1 x Mutaflor, 2 x Omniflora, Multivitaminpräparat)

Nun lese ich in den meisten Berichten immer nur von gepulsten Therapien. Und gerade zu Metronidazol finde ich keine Hinweise zu einer Langzeittherapie (12 Wochen durchgehend täglich 800 mg?).

Was haltet ihr von dieser Therapie-Empfehlung bzw. hat jemand von Euch schon eine Behandlung in dieser Form durchgeführt und kann mir seine Erfahrungen mitteilen? Huh

Liebe Grüße und einen schönen Abend

Ikarus Icon_winken3


RE: Nach 1 Jahr Kampf endlich Behandlung - Luddi - 13.07.2015

ich hatte über drei Monate durchgängig Tinidazol (ein ähnlicher Wirkstoff).
Ich freue mich für dich, dass Du endlich behandelt wirst.


RE: Nach 1 Jahr Kampf endlich Behandlung - Ikarus - 13.07.2015

Danke Luddi, dann hoffe ich mal, dass ich die Medikamente vertrage und die Therapie hilft.
Mit den Viechern hatte ich es ja bereits vor 25 Jahren zu tun und nach einer stationären
Behandlung mit Infusionen bis November 2011 Ruhe. Dann ging es leider von vorne los.
Seit August 2014 bin ich arbeitsunfähig. Noch gehe ich optimistisch davon aus, dass ich
vor Ablauf der Krankengeldfrist eine Rückkehr an meinen Arbeitsplatz schaffe.


RE: Nach 1 Jahr Kampf endlich Behandlung - anfang - 13.07.2015

Prima - das wird ja auch Zeit,da laß dir mal deine Federn für den weiterflug in der Sonne festigen,könnt schon klappen zur K-Geldfrist,versuchs einfach.Bin slbst immer wieder erstaunt,was man trotz all der erschwernisse noch zuwege bringt.Groß Daumendrück... - anfang -


RE: Nach 1 Jahr Kampf endlich Behandlung - Ikarus - 13.07.2015

Danke "anfang". Ich hab schon so einige Dinge in meinem Leben weggesteckt, aber weitergekämpft hab ich immer. Also bin ich auch jetzt mal guter Dinge. Aber vor der Therapie hab ich wirklich einen Riesenbammel. Mein Körper spielt schon bei Medikamenten in "Kinderdosis" verrückt. Selbst bei einer Doxy-Behandlung
ging nicht mehr als 100 mg täglich, und ich hatte trotzdem noch Wochen später mit den Nachwirkungen zu kämpfen. Na, schau'n mer mal ... :)


RE: Nach 1 Jahr Kampf endlich Behandlung - Klaus - 14.07.2015

(13.07.2015, 19:27)Ikarus schrieb:  Über 12 Wochen:

1 x täglich 250 mg Azithromycin
2 x täglich 400 mg Metronidazol (hier hatte der Spezi stattdessen täglich 250 mg Tinidazol empfohlen)

Hallo,

diese Therapie habe ich so noch nicht gelesen.

Täglich Azi, aber niedrig dosiert und auch nur 250mg Tini. aber täglich.

Ich kenne Tini. 2 mal 500mg für 10 Tage im Monat.
Mein Spezi macht auch Sa./So. nur dazu Metro oder Tini, 2 mal 400 oder 2 mal 500mg.

Wenn Du empfindlich bist, kannst Du die AB ja einschleichen.

Welchen Spezi hast Du, bitte per PN.

Viel Erfolg !
Klaus


RE: Nach 1 Jahr Kampf endlich Behandlung - Ikarus - 14.07.2015

Vielen Dank Klaus, PN ist raus.

Grüße von Ikarus


RE: Nach 1 Jahr Kampf endlich Behandlung - urmel57 - 14.07.2015

Hallo Ikarus,

ich mische mich ungern in Therapieempfehlungen von Ärzten ein. Da du aber auch nach persönlichen Meinungen gefragt hast:

Ich persönlich bin keine Freund von Langzeitanwendung von Metronidazol und Tinidazol und würde das nur machen, wenn ich keine Alternative sähe. Das kann ich bei dir nicht beurteilen.

Wenn du die Medkamention machen willst, dann empfehle ich dir aber nicht mit beiden Medikamenten gleichzeitig anzufangen. Ich würde erst mit dem Azithromycin anfangen und erst 14 Tage später das Metronidazol dazunehmen.

Anders wird es zu unübersichtlich, falls du Nebenwirkungen bekommst abzuschätzen, welches Medikament dafür eher in Frage kommt.

Wenn du mit uns gemeinsam um Anerkennung dieser Erkrankungen kämpfen möchtest, schau dich bei uns im Verein um. Wir bemühen uns intensiv darum und haben auch verschiedene Aktionen am laufen, die gerne unterstützt werden können.
http://onlyme-aktion.org/ Weitere Fragen dazu kann ich oder andere auch gerne beantworten.

Für mich ist es mittlerweile unerträglich mitanzuschauen, wie Patienten im Regen stehengelassen werden.

Aber erstmal schau, wie du mit deiner Therapie zurecht kommst. Ich hoffe, sie bringt dich weiter.

Liebe Grüße Urmel


RE: Nach 1 Jahr Kampf endlich Behandlung - Ikarus - 14.07.2015

Vielen Dank Urmel,
ich bin selbst kein Freund von einer langfristigen Anwendung (egal um welche Medikamente es sich handelt, sofern nicht lebensnotwendig). Da ich bereits eine Thrombose und eine Ablation am Herzen hatte, ferner ein Leaky-gut-Syndrom mit Fructoseunverträglichkeit und Histaminintoleranz besteht und ich nach wie vor an Anfälle von Herzrasen und hohem Ruhepuls (beim Arzt gestern bei 126) leide, versuche ich grundsätzlich, die Einnahme von Medikamenten zu vermeiden. Nur leider spricht sich inzwischen selbst der Borreliose-Spezialist derzeit gegen die Möglichkeit einer phytotherapeutischen und alternativen Behandlung aus, da sich das Krankheitsbild seit seiner Diagnose vor einem Jahre weiter verschlechtert hat und inzwischen auch ein Hirnnerv betroffen ist, der zu einer einseitigen Augenmuskellähmung führt. Aber wirklich wohl ist mir bei dieser Therapie-Empfehlung nicht, auch wenn ich sehr dankbar bin, dass ich endlich überhaupt behandelt werde.
Aber nun erst einmal vielen Dank für Deine Tipps, Euren Einsatz und Eure Unterstützung.
Liebe Grüße von Ikarus


RE: Nach 1 Jahr Kampf endlich Behandlung - KeyLymePie - 14.07.2015

Hallo Ikarus,

was ist denn das für ein Spezi, wenn ein Jahr vergehen muss bis du behandelt wirst? Welche Tests wurden gemacht, um Borrellien und Bartonellen festzustellen?

Zu deinem Therapieplan:

Azitromycin nimmt man 3-4 pro Woche in einer Dosierung von 500 mg. Metronidazol würde ich NICHT nocheinmal nehmen. Metro sollte wenn auch nur 10 Tage am Stück genommen werden.
Tinidazol ist viel verträglicher und auch deutlich wirksamer. Tindidazol sollte in einer Dosierung von 2 x 500 mg genommen werden. Der Nachteil ist halt nur, dass du es bspw. aus Italien bestellen musst, was aber mit Rezept problemlos geht.

Starte nicht mit beiden Medikamenten gleichzeitig. Azitromycin kann schon ziemliche Herxheimer Reaktionen auslösen. Ich würde erstmal 2-3 Wochen nur Azi nehmen und dann erst ein weiters Medikament hinzunehmen. Azi wird in der Regel mit Quensyl kombiniert um es besser zellgängig zu machen.

Enzyme sind sehr wichtig, um die Wirksamkeit der Antibiotika zu verstärken und die Biester angreifbar zu machen. Ich empfehle dir Serrapeptase oder Nattokinase. Letzteres bin ich gerade erst am Testen.

Achte darauf deinen Körper zu entgiften, indem du viel Wasser trinkst (mind. 2,5 Liter pro Tag). Zusätzlich ist z.B. Chlorella Alge denkbar.

Vielleicht kannst du den Therapieplan mit deinem behandelnden Arzt nochmal abändern. Wenn du nicht gerade 40 Kg wiegst, ist 250mg Azi zu wenig und man muss es auch nicht täglich nehmen, da sich der Wirkspiegel lange hält.

Viel Erfolg