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Meine Wanderröte 9 Wochen nach Zeckenstich // Leichtes Kribbeln und Brennen im Fuß - Druckversion

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Meine Wanderröte 9 Wochen nach Zeckenstich // Leichtes Kribbeln und Brennen im Fuß - Polarbear - 11.12.2016

Hallo Zusammen,

Erstmal eine kurze Zusammenfassung meines Falls, der auch in anderen Forumsbeiträgen gelesen werden kann.

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Ich (m, 47, 1,80 m, 80 kg) hatte Anfang Oktober 2016 einen Zeckenstich.

ca. 1,5 Wochen nach Zeckenstich
Ausbildung einer atypischen flächigen Wanderröte mit ca. 5 -6 cm Durchmesser

ca. 2,5 Wochen nach Zeckenstich
Start von 3 Wochen 200 mg Doxy täglich (Therapie vom Hausarzt).

ca. 5,5 Wochen nach Zeckenstich
Abschluss der Doxy Therapie: Die Wanderröte verblasste in den ersten 5-10 Tagen sehr stark, verblieb die restlichen 2 Wochen aber halbwegs im selben blassen Zustand. Eigentlich hatte ich keine anderen Symptome und fühlte mich ansich gut.

Ca. 6 Wochen nach Zeckenstich
Start des folgenden Therapieplans von einem Spezi der Hopf Seidel Liste: Täglich 250 mg Azithromycin und 250 mg Tinidazol (Betonung hier auf täglich, also keine On-Off Therapie) für 4 Wochen bzw. bis die Wanderröte weg ist.

Ca. 9 Wochen nach Zeckenstich (heute)
Inzwischen nehme ich die 250 mg Azi und 250 mg Tini täglch morgens seit gut 3,5 Wochen. Die Wanderröte hat sich eigentlich nicht wesentlich verändert. Sie ist weiterhin blass, vielleicht kann ich mir einbilden sie sei noch blasser geworden, dies hängt aber auch von der Umgebungstemperatur ab. Manchmal scheint sie sogar ganz verschwunden zu sein. Inzwischen spüre ich aber immer öfter ein leichtes Kribbeln bzw. Brennen nur in dem Vorderfuß, welcher an der Ferse die Wanderröte hat. Dies tritt nur temporär stundenweise auf und ist lediglich unangenehm aber nicht hinderlich. Ich habe keine weiteren Symptome und folge einem normalen Alltagsleben.

Weitere Infos:

Auf Grund der aktuellen Antibiose wurden bei meinem Hausarzt inzwischen zwei Blutuntersuchungen zu Nieren und Leberwerten und 1x EKG gemacht um Nebenwirkungen der Antibiotika auszuschließen. Diese waren unauffällig, lediglich ein erhöhter Bilrubinwert. Ein ELISA Test scheint auch gemacht worden zu sein, die Werte sind jedoch lediglich wie folgt angegeben: BORRWB-G: grenzwertig / BORRWB-M: positiv und somit für mich nicht wirklich hilfreich. Tendentiell geben sie aber das wieder was ich durch die Wanderröte sowieso schon wusste.

Ich nehme regelmäßig darmunterstützende Medikamente mit ca. 12 h Abstand zu den AB: Dr. Wolz Darmflora Select (während der Doxy Therapie), Mutaflor und Omniflora (während der aktuellen Azi und Tini Therapie). Ich scheine die Antibiotika bis hierin gut zu vertragen.

-------

Nun zu meinen Fragen:

(1)
Das leichte zeitweise Kribbeln, Brennen ist nur in dem Fuß, an dessen Ferse auch die Wanderröte ist. Diese Symptome sind auch beim Azithromycin als Nebenwirkungen für Hände und Füße gelistet. Da es bei mir aber lediglich in dem Fuß mit der Wanderröte auftritt würde ich es mal nicht als Nebenwirkung des AB einordnen. Irgendwo habe ich gelesen das diese Symptome auch durch die absterbenden Borrelien auftreten könnten. Klingt das sinnvoll? Wie sind Eure Erfahrungen und Meinungen hierzu? Um es nochmal klar zu machen: Es ist lediglich ein leichtes Kribbeln und Brennen, welches mich weder am Schlafen noch sonstigen Tätigkeiten hindert, aber ich spüre es.

(2)
Zu der generellen Ernährung findet man ja viele verschiedene Informationen im Netz. Gerne hätte ich mal Eure Meinungen zu Grapefruits und zu Schwarzem Tee gehört. Zur Zeit esse ich abends öfter mal eine halbe Grapefruit und morgens trinke ich schonmal schwarzen Tee. Die Antibiotika nehme ich aber immer mit Leitungswasser.

(3)
In Summe habe ich in Kürze insgesamt 7 Wochen Antibiose hinter mir (3 Wochen Doxy 200 mg/tgl. + 4 Wochen 250 mg Azi und 250 mg Tini). Ich habe vor Weihnachten nochmal den ein oder anderen Arzttermin. Ich weiss das ihr alle nur aus Eurem unermesslichen Erfahrungsschatz berichten könnt, entsprechend würde mich interessieren ob ihr von mit mir vergleichbaren Fällen berichten könnt und mir somit Entscheidungshilfen für das weitere Vorgehen geben könntet.

Entschuldigung, das der Text relativ lang geworden ist, aber ich habe versucht alle relevanten Daten zu listen. Entsprechend freue ich mich über jede hilfreiche Meinung.

Vielen Dank und einen geruhsamen 3. Advent,
Polarbear

Icon_xmas_kilroy


RE: Meine Wanderröte 9 Wochen nach Zeckenstich // Leichtes Kribbeln und Brennen im Fuß - urmel57 - 11.12.2016

Lieber Polarbaer,

Zu deiner Frage 1: ich kann dir leider auch nicht sagen, ob deine Kribbeleien nun von aktiven oder toten Borrelien oder als Nebenwirkung durch die Medikamente verstärkt werden. Falls Nerven geschädigt wurden, kann es aber auch eine Weile dauern, bis diese sich wieder regenerieren.

Zu deiner Frage 2. Was ich dir allerdings nicht wirklich empfehlen würde, sind die Grapefruits, die die Entgiftungsfunktion des Körpers stark beeinflussen können, das kann man auch unabhängig auch vom Einnahmezeitpunkt mit den Medikamenten zu sehen:

https://forum.onlyme-aktion.org/showthread.php?tid=47

Mit dem schwarzen Tee sehe ich keine Probleme. Zum Entgiften ist reines Wasser in ausreichender Menge eigentlich immer am besten zu empfehlen.

Zu deiner Frage 3:

Das ist eine ganz persönliche individuelle Entscheidung, wie man da weiterverfahren kann. Ich persönlich würde nach 6 Wochen eine Pause machen wollen und schauen, wie es sich entwickelt. Die Empfehlungen sind unterschiedlich, aber auch nach 4 Wochen lassen sich wohl durchaus respektable Ergebnisse verbuchen, wenn man frühzeitig behandelt hat. Letztlich lässt sich das aber auch nur individuell entscheiden.


Liebe Grüße Urmel


RE: Meine Wanderröte 9 Wochen nach Zeckenstich // Leichtes Kribbeln und Brennen im Fuß - Katie Alba - 11.12.2016

Hallo Polarbear,

besten Dank für deine schöne Zusammenfassung!
Ich finde es klasse, wie schnell du dich umfassend informiert hast!

Wie du ja schon mitbekommen hast, ist weniges sicher im Bereich der Borreliose aufgrund viel zu geringer Forschungsanstrengungen in den letzten Jahrzehnten. Leider lässt sich auch nicht sicher beantworten, was deine derzeitigen Symptome sind. Es ist immer eine ganz schwierige Frage, wann der Punkt gekommen ist, eine Antibiotikatherapie zu beenden - eben weil man nicht weiß, was die übrig gebliebenen Symptome sind (persistierende Erreger? Herxheimer? Reaktionen des Immunsystems?).

In dieser unsicheren Lage kann man deswegen leider nicht auf abgesicherte Forschungsergebnisse zurückgreifen, sondern muss auf Erfahrungen und das eigene Gefühl zurückgreifen.
Die Einschätzungen hängen natürlich ganz eng zusammen mit den eigenen Erfahrungen und der eigenen Krankheitsbiografie.
Und im Forum findet natürlich auch bereits Selektion statt, weil viele Betroffene nicht hierherfinden oder nicht (mehr) regelmäßig hier lesen.
Mein Eindruck ist, dass es vor allem zwei Gruppen sind, die nicht hierherfinden: Die größere Gruppe der unkompliziert Gesundgewordenen, die sehr gut auf die Therapie ansprachen, wird wohl kaum den Weg ins Forum finden, jedenfalls liest man derartige Geschichten selten.
Andererseits ist mir schon oft aufgefallen, dass mir sehr Schwererkrankte mit langem Leidensweg, die sich sehr hart eine Langzeitantibiose erkämpft hatten (z.B. in Form von Infusionen), berichteten, nicht im Forum aktiv zu sein.
Ich finde es ganz interessant zu überlegen, wer wohl nicht im Forum schreibt, da die Antworten auf deine Fragen je nach Gruppe sicherlich sehr unterschiedlich ausfallen - allein schon auf deine erste Frage.
Der unkompliziert Gesundete sieht deine Restsymptome sicherlich viel unkritischer als jemand mit schwerem Verlauf, dem eine Langzeitantibiose Gesundung brachte.

Ich schreibe dir mal meine persönlichen Gedanken (ich gehöre übrigens zu den sehr schwer Erkrankten).
1. Wie du die Symptome im Fuß beschreibst, klingt das nicht nach einer Nebenwirkung. Leider lässt es sich nicht differenzieren, ob die Symptome durch persistierende Erreger oder durch immunologische Reaktionen entstehen. Ich persönlich finde es naheliegende Hypothesen, dass die Symptome durch die Erreger selbst entstehen oder natürlich auch durch abgestorbene Erreger, die dann als Toxine abtransportiert werden müssen (= Herxheimer). Bei der Herxheimer-Reaktion würden sich aber die Symptome meiner Erfahrung nach eher verstärken.
Ich würde persönlich möglichst solange therapieren, bis keine oder kaum noch Symptome vorhanden sind. Du bist ja sicher deswegen im Kontakt mit deinem Spezi - der wird ja sicher eine Empfehlung für dich haben, wielange du therapieren solltest!? Ich würde, wenn ich dem Spezi vertraue, vermutlich bei dieser Frage seinem Rat folgen.
Wenn du die Antibiotika absetzt, wenn noch Restsymptome da sind, würde ich einfach wachsam sein und bei einer Zunahme der Symptome würde ich persönlich lieber nochmals weitertherapieren, auf dem Hintergrund, dass ich einen Heidenrespekt vor dieser Multisystemerkrankung habe.
Die Frage des richtigen Zeitpunkts des Absetzens der Antibiotika ist jedenfalls nicht leicht zu beantworten und ich würde da auch auf mein Gefühl hören, am Ende musst du es halt "ausprobieren", da es keinen Test gibt, der zuverlässig Auskunft geben kann über die Aktivität der Borreliose.

2. Grapefruit beeinflusst meines Wissens nach die Wirkung von Antibiotika (in die eine oder andere Richtung), deswegen mache ich sicherheitshalber darum einen Bogen. Man möchte ja weder unkontrollierte Erhöhungen noch Erniedrigungen der Spiegel. Zu Wechselwirkungen mit schwarzem Tee weiß ich leider nichts.

3. Du hast wirklich sehr schnell reagiert, du hast relativ schnell nach der Wanderröte eine Doycyclin-Behandlung bekommen und hast danach keine Zeit verstreichen lassen, sondern gleich noch eine Anschlusstherapie gemacht. Das finde ich sehr gute Vorbedingungen!
Was leider nicht in deiner Kontrolle liegt ist die Tatsache, dass das Doxycyclin bei dir so niedrig dosiert war, wie es auch mein Hund beim Tierarzt kriegen würde (der wiegt übrigens knapp 30 kg und nicht wie du 80 kg) und dass Doxycyclin als Frühtherapie umstritten ist (man liest hier leider fälschlicherweise oft von Therapieversagern statt von Therapieversagen..). Du hast aber alles richtig gemacht und gleich reagiert, deswegen bin ich sehr optimistisch, dass du das in den Griff bekommst!
Von der größten Gruppe der unkompliziert-Gesundgewordenen habe ich bis jetzt leider nur wenige kennengelernt, weil man die ja nicht an den üblichen verdächtigen Orten (Forum, Spezipraxen, Selbsthilfegruppen) trifft - es sind aber die allermeisten!
Also: Der Erreger ist außerordentlich gewitzt - aber du hast ihm kräftig was entgegengesetzt!! Ich drücke dir die Daumen, dass du damit mächtig Eindruck hinterlassen hast und das Kapitel bald abschließen kannst!

Alles Gute!
Katie

PS. Dein positiver Westernblot ist nochmals eine Bestätigung der ohnehin durch die Wanderröte abgesicherten Diagnose. Da hast du ja gleich zweimal beim 50-50-Joker richtig getroffen - Glück im Unglück!
PS2. Parallel mit Urmel geschrieben, deswegen teils doppelt.


RE: Meine Wanderröte 9 Wochen nach Zeckenstich // Leichtes Kribbeln und Brennen im Fuß - Die Ratte - 12.12.2016

Hallo Polarbär, wenn ich mich jetzt noch mal entscheiden könnte, würde ich nach so einer Zeit wie du therapiert hast, erst mal eine Pause machen und schauen. Bei mir sind Symtome dazu gekommen, die ich während der Akkutphase nicht hatte, lediglich unter den Medikamenten. Und aus reiner Angst, vor der Krankheit, hatte ich immer weiter therapiert,12 Wochen mit kurzer Unterbrechung. Nun habe ich Schmerzen in den ganzen Beinen, ziehen, gribbeln, brennen.der Ort wechselt, diese Probleme hatte ich mit den Tabletten bekommen. Ich habe jetzt zwei Wochen Pause und es hat sich nicht viel verändert.Ich weiß nicht wirklich wo ich stehe. Hätte ich nach der ersten Therapie Pause gemacht wüßte ich eher was los ist. Nun ist es schon fast Rätselraten. Borreliose oder nicht, polyneuropathie oder nicht sie braucht auch Zeit zum ausheilen. Diese vielen Antibiotiker können auch Probleme machen. Herxheimer oder nicht.Was sagt denn dein Arzt zu deinen Symtomen.
Liebe Grüsse Andrea


RE: Meine Wanderröte 9 Wochen nach Zeckenstich // Leichtes Kribbeln und Brennen im Fuß - anfang - 12.12.2016

Folgendes finde ich zumindest erwähnenswert....
So ca. 4-5jahren,nach Ausbruch,Diagn,+Therapien setzte bei mir wellenweise eine klare neuropathie ein.
Beide Füße+Beine stundenweise voller schmerzen.Unternommen habe ich nichts.
Das hat sich sozusagen in der mitte meiner B-Karriere (seit 2012)verloren+abgeschwächt...tritt nur noch gelegentlich auf.- anfang -

...vermerke ich unter...Alterszipperleins...


RE: Meine Wanderröte 9 Wochen nach Zeckenstich // Leichtes Kribbeln und Brennen im Fuß - Ehemaliges Mitglied - 12.12.2016

Danke Kati, für #3

Nahrungsmittel und Medikamente
http://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/So-beeinflussen-sich-Medikamente-und-Nahrungmittel,wechselwirkung101.html


RE: Meine Wanderröte 9 Wochen nach Zeckenstich // Leichtes Kribbeln und Brennen im Fuß - Katie Alba - 12.12.2016

(11.12.2016, 12:49)Polarbear schrieb:  Die Wanderröte hat sich eigentlich nicht wesentlich verändert. Sie ist weiterhin blass, vielleicht kann ich mir einbilden sie sei noch blasser geworden, dies hängt aber auch von der Umgebungstemperatur ab.

...kleiner Nachgedanke: kann es sein, dass sich die Wanderröte insbesondere unter Wärme zeigt (z.B. nach dem Duschen, Baden)?
Ich hatte auch mal eine, die im chronischen Stadium auftrat (also unabhängig von einem Stich) und wirklich nur nach dem Baden auftrat, sonst nicht sichtbar war. Unter einer neuen Antibiose verschwand sie dann, vorher hatte ich sie viele Monate gehabt.

Es ist übrigens spannend, dass die Therapieempfehlungen bei noch vorhandener Wanderröte (Reaktion der Lymphozyten, also Immunantwort auf den Erreger ist) im Frühstadium so unterschiedlich sind. Die Spezialisten, die ich kenne, empfehlen bis zum Verschwinden der Wanderröte zu therapieren (die "Nummer-sicher-Variante"), aber es gibt ja ebenso gute Argumente dafür, dass deine Therapie zum jetzigen Zeitpunkt ausreichend sein müsste.

Im Thread von Ratte gab es noch den Hinweis auf einen möglichen Vitamin B12-Mangel - vielleicht wäre das auch für dich sinnvoll, das nochmal zu testen (aber bitte Holotranscobalamin und Methylmalonsäure)?
https://forum.onlyme-aktion.org/showthread.php?tid=9619&pid=112627#pid112627

Weil hier noch ein anderer Krankheitsverlauf erwähnt wurde: Was den Symptomverlauf angeht, rate ich bei längerem Verlauf (also Polarbär betrifft das nicht) dringend!!! zum Führen eines detaillierten Symptomtagebuchs (unbedingt die Stärke der Symptome bewerten). Filenada gehört hier unbedingt frei zitiert: Das Ding gehört unters Kopfkissen! Oder wenigstens ins Bett.
Das ist die einzige Möglichkeit, einen guten Überblick zu bewahren, welches die ursprünglichen Borreliosesymptome waren, welche Symptome sich unter welchen Medikamenten neu entwickelten (Nebenwirkungen?), verstärkten (Herxheimer?) oder verschoben (z.B. Beinschmerzen nach anfänglichen Fußschmerzen). Ebenso ist es natürlich sehr wichtig auf dem Schirm zu haben, welche sonstigen Medikamente noch zu Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen führen könnten und ob bestimmte Mängel die Symptome auslösen könnten.
Diese sorgsamen Beobachtungen können helfen, die schwierige Frage, ob es sich bei bestehenden Beschwerden um Nebenwirkungen oder um Borreliosesymptome handelt (worin auch immer diese genau bestehen), etwas besser zu beantworten.

Da Polarbärs Symptome ja aber genau und nur am Fuß mit der Wanderröte auftreten, klingt das für mich nicht nach Nebenwirkung oder Mangel.
Ich bin dennoch sehr optimistisch, dass du die Borrelien in die Tonne treten kannst - mit beiden Füßen! Icon_winkgrin


RE: Meine Wanderröte 9 Wochen nach Zeckenstich // Leichtes Kribbeln und Brennen im Fuß - Polarbear - 12.12.2016

Hallo Zusammen,

Erstmal vielen Dank für Eure zahlreichen Rückmeldungen, die mir zum einen zeigen wie komplex und verschiedenartig das ganz Thema ist, zum anderen geben sie mir auch gute Denkanstösse zur Entscheidungsfindung.

Insbesondere die Info zur Grapefruit war mir in der Konsequenz nicht bekannt.

Interessanterweise kann ich übrigens nicht unbedingt sagen, dass meine Wanderröte gerade nach Wärme am sichtbarsten ist, denn morgens nach dem aufstehen aus dem warmen Bett ist sie oft eher blass. Nach langem heißen Duschen ist sie vielleicht schon etwas ausgeprägter.

Vitamin B12 + B6 nehme ich bereits regelmäßig abends ein.

Was meine Ärzte sagen: Hmm, Zwei sahen den Vorgang schon nach der ersten Antibiose mit 200 mg Doxy als abgeschlossen, auch wenn noch Reströte vorhanden war. Einer möchte so lange therapieren bis die Wanderröte nicht mehr zu sehen ist. Ich habe das Gefühl das könnte noch ziemlich lange dauern. Wo die Wahrheit liegt weiß ich auch nicht .... ;-)

Polarbear

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RE: Meine Wanderröte 9 Wochen nach Zeckenstich // Leichtes Kribbeln und Brennen im Fuß - Ehemaliges Mitglied - 13.12.2016

Aus #7
Zitat:Weil hier noch ein anderer Krankheitsverlauf erwähnt wurde: Was den Symptomverlauf angeht, rate ich bei längerem Verlauf (also Polarbär betrifft das nicht) dringend!!! zum Führen eines detaillierten Symptomtagebuchs (unbedingt die Stärke der Symptome bewerten). Filenada gehört hier unbedingt frei zitiert: Das Ding gehört unters Kopfkissen! Oder wenigstens ins Bett.
Das ist die einzige Möglichkeit, einen guten Überblick zu bewahren, welches die ursprünglichen Borreliosesymptome waren, welche Symptome sich unter welchen Medikamenten neu entwickelten (Nebenwirkungen?), verstärkten (Herxheimer?) oder verschoben (z.B. Beinschmerzen nach anfänglichen Fußschmerzen).

http://www.borreliose-nachrichten.de/symptom-tagebuch/


RE: Meine Wanderröte 9 Wochen nach Zeckenstich // Leichtes Kribbeln und Brennen im Fuß - Katie Alba - 14.12.2016

(13.12.2016, 12:40)fischera schrieb:  Aus #7
Zitat:Führen eines detaillierten Symptomtagebuchs
http://www.borreliose-nachrichten.de/symptom-tagebuch/

Danke fischera, für den Link.
Ich finde das Symptomtagebuch von der Seite gut, nur in dem Fall, wo es wirklich darum geht, Medikamentennebenwirkungen zu differenzieren von Herxheimer-Reaktionen, finde ich es übersichtlicher, wenn die Medikamente in der Tabelle drin sind - ich hänge meine Version mal an.

(12.12.2016, 22:03)Polarbear schrieb:  Was meine Ärzte sagen: Hmm, Zwei sahen den Vorgang schon nach der ersten Antibiose mit 200 mg Doxy als abgeschlossen, auch wenn noch Reströte vorhanden war. Einer möchte so lange therapieren bis die Wanderröte nicht mehr zu sehen ist. Ich habe das Gefühl das könnte noch ziemlich lange dauern. Wo die Wahrheit liegt weiß ich auch nicht .... ;-)

Was das Doxy angeht, würde ich jetzt nicht nochmals meinen Hund zitieren (ihr wisst ja, der, der mit seinen knapp 30 kg auch 200 mg Doxy vom Tierarzt bekommen würde..), sondern nochmal auf diesen Beitrag #69 und das darin verlinkte Video hinweisen:
https://forum.onlyme-aktion.org/showthread.php?tid=4960&pid=112746#pid112746

Am Anfang des Videos macht Dr. Lewis deutlich, welche Risiken bestehen, wenn nach dem Zeckenstich mit Doxycyclin behandelt wird.
Zitat Dr. Lewis am Ende des Videos:
"...if I'm bitten by a tick, I know exactly what antibiotic I'm going take, it's not going to be doxycycline"

Polarbär, was ich damit sagen möchte:
Deine jetzige Wanderröte ist ja wenigstens frühzeitig und zumindest im Nachgang gut behandelt worden und damit hattest du im Vergleich eine wirklich gute Versorgung. Gerade stehst du noch vor der Detailfrage, ob weiterbehandeln bis zum vollständigen Verschwinden der Wanderröte (das raten dir die, die große Angst vor der chronischen Form der Krankheit haben) oder Beendigung des jetzigen Zyklus und Abschluss der Antibiose (das raten dir die, die davon ausgehen, dass die Behandlung absolut ausreichend war und die davon ausgehen, dass eine so früh behandelte Wanderröte keine Probleme machen wird) - für beide Varianten gibt es gute Argumente, da wirst du nach deinem Gefühl entscheiden müssen.

Was ich aber noch wichtig für die Zukunft finde: Ich wäre an deiner Stelle aufmerksam bezüglich möglicher neuer Zeckenstiche und sollte es (was wir nicht hoffen) nochmals zu einem Zeckenstich mit Wanderröte kommen, würde ich an deiner Stelle dann eine stärkere Erstbehandlung machen, also dann nicht mit 200 mg Doxycyclin, einfach aus dem Grund, weil du schonmal eine Infektion hattest.
Im Fall eines Zeckenstichs würde ich an deiner Stelle vermutlich die Zecke einschicken, um sie im Labor untersuchen zu lassen, da die Wanderröte ja nicht immer auftritt.

Letzte Idee: Vielleicht kannst du uns ja hier in einiger Zeit ein Update geben und von deiner Erfolgsgeschichte berichten! Icon_hurra_fruehling6