Hallo samirah,
was genau passiert, wenn man mit Borrelien infiziert ist und man wird nicht behandelt, kann keiner genau vorhersagen.
Da gibt es die
Waldarbeiterstudie, wo man bei Waldarbeitern hohe Antikörpertiter gefunden hat, die aber ansonsten gesund sind und nie irgenwie behandelt wurden.
Da gibt es die Aussagen von Dr. Hassler, dass alle, die Antikörper haben innerhalb 8 Jahren Beschwerden bekommen. Frau Dr. Hopf-Seidel hat das in einer
Broschüre zur persistierendene Borreliose dargestellt.
Klinische Langzeit-Beobachtungen von Herrn PD Dr. Hassler haben diese Studienaussagen wieder relativiert. Denn er beobachtete bei jenen Patienten, die eine gesicherte Borrelieninfektion hatten
und seropositiv wurden, aber beschwerdefrei waren (Typ „gesunder Waldarbeiter“), das erstmalige Auftreten von borrelienassoziierten Beschwerden noch bis zu 8 Jahren nach ihrer Borrelieninfektion.
Jene Infizierten aber, die bereits kurz nach der Borrelieninfektion erkennbar krank werden (z. B. in Form einer „Borreliosegrippe“), scheinen häufiger in die chronische Verlausform der Borreliose mit
ihren verschiedenen Symptomen überzugehen. Dies hängt aber noch von sehr vielen weiteren Bedingungen und Faktoren ab, von denen wir erst einige kennen und gezielt mit Laboruntersuchungen überprüfen können.Der wahrscheinlich häufigste Grund für einen Übergang in die chronische Form ist bei nicht völlig Immungesunden die unterlassene oder unzureichende antibiotische Behandlung zum Zeitpunkt des Vorliegens eines Erythema migrans, eines Lymphocytoms oder - den beiden gleichwertig dem Vorliegen einer „Sommergrippe“ kurz nach einem beobachteten Zeckenstich.
Da gibt es die, die sagen alleine das Immunsystem müsse es schaffen, und die die sagen nur mit Antibiotika wäre es in den Griff zu bekommen.
Irgenwo dazwischen liegt die Wahrheit.
Bei all dem darf man natürlich auch nicht vergessen, dass es auch andere Krankheitsursachen geben kann. Das ist eine Gleichung mit mehreren Unbekannten, die da zu lösen ist. Dazu bedarf es ganz viel Ausschlussdiagnostik und auch den Willen der Ärzte es herauszufinden woher deine Beschwerden kommen. Das Ganze muss dann auch bezahlt werden und daran scheitert es leider immer öfter zumindest in D.
Möglicherweise wurdest du schon als Kind infiziert und dein Immunsystem ist damit zurecht gekommen und durch die vielen Schwangerschaften ist dein Körper geschwächt und kommt nicht damit zurecht. All das ist sehr schwer zu beantworten. Der Antikörpernachweis sagt leider überhaupt nicht über eine Aktivität von Borrelien aus. Die Frage ist daher, wie wahrscheinlich ist es, dass die Borrelien deine Beschwerden auslösen. Wenn dein Spezi es anders sieht, ist das auch nur eine Frage seiner Einschätzung und erhebt keinen Anspruch auf absolute Wahrheit.
Wesentlich wichtiger wäre es dann aber auch gewesen, wenn er nicht nur Borrelien, sondern auch andere Infektionskrankheiten noch miteinbezogen hätte. Denn mit dem Borrlienantikörper ist der Nachweis gegeben, dass du zu Zecken Kontakt hattest, die auch noch sehr sehr viele andere Erkrankungen mitübertragen können, die Beschwerden aller Art auslösen können.
Ich bin der Meinung, wenn sich einer "Spezi" nennt, sollte er diese Möglichkeit ernsthaft miteinbeziehen in seinen Aussagen.
Ansonsten ist bei mir durch die Schwangerschaften einiges ausgelöst worden, was ich vorausgegangenem Zeckenkontakt zuordnen kann. Die Geburten sind bei mir nicht normal gelaufen, ohne, dass der Arzt dafür eine Begründung wusste, es gab Hautveränderungen im Bereich der Scheide, die der Arzt nur kopfschüttelnd ansonsten nur bei alten Frauen sah. Es stelltes ich als eine Lichenifikationssklerose heraus. Ansonsten hat sich meine Schilddrüse angefangen zu verabschieden, eine allgemeine Immunschwäche beeinträchtigte mich die nächsten Jahre, wohl auch bedingt, dass ich mit Mandelstreptokokken nicht mehr zurecht kam, bis diese operativ entfernt wurden. Irgendwie wurschtelte ich immer weiter ohne besonders leistungsmäßig zu Höchstformen aufzulaufen. In den Wechseljahren kam es dann beinahe zum Gau. Den Rest kannst du in meiner Krankengeschichte nachlesen.
Heute bin ich mit 55 oft fitter als mit 33. Meine Kinder scheinen mir gesund zu sein.
Ich persönlich würde die Beschwerden, die du hast, nicht auf sich beruhen lassen und weiter forschen.
Liebe Grüße Urmel