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Doppelinfektion mit Borreliose und FSME möglich
#1

Servus zusammen,

da ich noch nichts zum o.g. Thema gelesen habe, führe ich hier mal meine gesammelten Erfahrungen wie vom Facharzt erläutert auf Biggrin

Ganz kurz zu mir:
Ich bin M/30 Jahre jung, komme und lebe im Bayerischen Wald Shy und bin beruflich des öfteren an Fließgewässern und sonstigen Gewässern unterwegs.

Zum bisherigen Krankheitsverlauf:
Ganz am Anfang wurde die Wanderröte (Anfang Aug. 2025, nach Zeckenbiss) festgestellt, sogleich wurde mir vom Hausarzt prophylaktisch Antibiotikum Doxycyclin für 20 Tage verschrieben. Danach tauchten bei mir langsam die ersten Symptome auf, und machten sich ab Ende Sept. bemerkbar (erschöpft, antriebslos, benommen, überreizt, Brain Fog; ursprünglich dachte ich noch an Burnout oder Vitaminmangel, bis ich dann merkte, da stimmt etwas anderes nicht). Ab Ende Oktober musste ich dann eine berufliche u. private Pause einlegen.

Im Dezember wurde dann wegen der Symptome ein Borreliose-Test (ELISA/Immunoblot) veranlasst, der positiv ausfiel. Daraufhin erfolgte eine weitere Runde mit Doxycyclin/20d und Cortison (10 Tage, zum Ausschluss von Rheuma). Die Symptome waren während der Einnahme ein wenig milder, kamen aber im Januar umso ausgeprägter und vielfältiger zurück. Ein zweiter Test bestätigte das positive Ergebnis, die Werte waren nahezu unverändert. 

In der Weiterbehandlung wurde zum Ausschluss anderer Ursachen zur Infektiologie und zur Neurologie überwiesen. 
Beim Infektiologen wurde auf die klassischen Co-Infektionen untersucht. Die einzigen Feststellungen waren dabei lediglich ein deutlich erhöhter ANA-Titer und leicht erhöhte Leukozyten, ansonsten zunächst kein Hinweis auf Co-Infektionen. 
Beim Neurologen wurde eine Hirnstrommessung ELT durchgeführt, es ergab sich weiterhin nichts.  Der Neurologe hielt eine Neuroborreliose ursächlich "für fast ausgeschlossen" und empfahl "keine Liquor-Diagnostik". Er empfahl lediglich einen FSME-Test, ein MRT, und ggf. eine psychologische Untersuchung zum Ausschluss sonstiger Ursachen.

Auf dessen Empfehlung und wegen bestehender Symptome wurde also beim Hausarzt wieder Blut fürs Labor abgenommen. 
In der Zwischenzeit wurden auch MRT-Bilder von Schädel u. HWS gemacht. Der MRT-Befund ergab bis auf eine "flaue Signalsteigerung in der Corona radiata links frontal" nichts, kein Hinweis auf entzündliche Veränderungen.

Zuletzt kam nun auch der beigefügte Befund vom März 2026 (und auch die vorzeitige Diagnose).

Zur Diagnose:
Aus dem Befund ergab sich neben weiterhin positiver Borreliose-Werte ein deutlich erhöhter, positiver Wert von FSME-IgG-Antikörpern, also von Frühsommer-Meningitis. Die IgM-Antikörper waren deutlich negativ, mehr oder weniger wegen der starken Immunantwort meines Körpers. Was nämlich nicht im Befund steht ist, dass meine letzte Impfung gegen FSME-Viren im Jahr 2011 war.

Nach Ausschluss aller Verdachtsfälle, habe ich in der Vergangenheit sehr wahrscheinlich eine FSME-Infektion - zusammen mit der Borreliose-Infektion - durchgemacht, so der Hausarzt. Das Thema FSME bleibt jedoch aufgrund der Immunantwort nachrangig.

Diese Doppelinfektion (oder Co-Infektion) begründet aber sehr wahrscheinlich die unterschiedlichen Symptome. Man muss das so verstehen, der Körper kämpft gegen die FSME-Viren, kann aber nicht gleichzeitig gegen die Borreliose-Bakterien ankämpfen. Es wird aber mehr von chronischen Spätfolgen und weniger von einer akuten Infektionsphase ausgegangen.

Diagnosen: Lyme-Krankheit (Borreliose), chronisches Fatique-Syndrom CE/MFS, div. weitere Symptome

Behandlung: Nervenärztliche Mitbehandlung veranlasst, eine mögliche Reha angedacht, aber keine Akut-Lösungen

Nun meine Fragen:

Erging es jemanden so ähnlich? 
Und wie bringe ich diese immer wiederkehrenden Symptome schnell und am besten endgültig weg  Huh



Viele Grüße und Beste Gesundheit an Euch Alle


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Thanks given by: hanni , FreeNine
#2

Wenn Du 'ne FSME-Impfung hattest, ist es doch klar, daß Du FSME-Antikörper hast.
Oder hab ich grad 'nen Knoten im Kopf?

Shit happens. Mal bist Du die Taube, mal das Denkmal...

Gehört zu den OnLyme-Aktivisten: www.onlyme-aktion.org
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Thanks given by:
#3

Seine FSME-Impfung liegt ja sehr viele Jahre zurück.
Man kann wohl nur durch eine spezielle Diagnostik den Unterschied zwischen Impf-Antikörpern und tatsächlichem Infektionsgeschehen herausfinden.

Siehe hier auf der Seite vom RKI =>

https://www.rki.de/SharedDocs/FAQs/DE/If...y_16870562

OnLyme-Aktion.org
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Thanks given by: urmel57 , FreeNine , Filenada , borrärger
#4

(09.05.2026, 07:54)hanni schrieb:  Seine FSME-Impfung liegt ja sehr viele Jahre zurück.

Vielleicht hat sein Körper besonders gute Gedächtniszellen. So wie meiner gegen Diphtherie und Tetanus.

Zitat:Man kann wohl nur durch eine spezielle Diagnostik den Unterschied zwischen Impf-Antikörpern und tatsächlichem Infektionsgeschehen herausfinden.

Ja, stümmt. (Gab auch bei z. B. Corona 'nen Test zur Herkunft der Antikörper; da allerdings nach'm anderen Verfahren.)
Kann man machen, aber was würde das bringen? Meines Wissens gibt's keine Behandlung gegen das FSME-Virus, nur gegen die Symptome.

Shit happens. Mal bist Du die Taube, mal das Denkmal...

Gehört zu den OnLyme-Aktivisten: www.onlyme-aktion.org
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Thanks given by: hanni , borrärger
#5

Also ich kapiere das nicht ganz. Was hat die überstandene FSME - Infektion bzw- Impfung mit der borreliose zu tun, nach Meinung deines Hausarztes?
Ich könnte mir eher vorstellen, dass die Anfangs-Antibiose nicht ausreichend lang und hoch dosiert war und du durchaus mit der Borreliose noch aktiv zu kämpfen hast.
Vielleicht lieber jetzt noch, wo es noch nicht soo lange her ist, noch mal, dann halt leider auf eigene Kappe bei einem "Spezi" eine längere Antibiotika-Behandlung unternehmen?
Schließlich sind 3 Wochen bei diesen langsam lebenden Bakterien eher etwas kurz.

Die Doppelinfektion mit FSME wäre aus meiner Sicht auch mal noch ein spannendes Thema. Ich hab mich nie gegen FSME impfen lassen, da ich im Hochrisiko gebiet aufgewachsen bin und dachte, dass man da eh schon immun geworden ist durch die vielen Zecken früher (und die Impfung auch früher wohl schlechter verträglich war als heute). Und jetzt, hab ich tatsächlich mal drüber nachgedacht, aber meine irgendwo gehört / gelesen zu haben, von Leuten, bei denen die FSME-Impfung alte Borreliose-Probleme wieder aktiviert / verstärkt hat.

Aber bei dir mit Wanderröte, passenden Symptomen, jeweils nur 3 Wochen Doxycyclin ... ich würde da weiter machen. Bei meiner Schwester haben beim ersten Mal 6 Wochen Doxy geholfen, für viele Jahre (bis zur nächsten Wanderröte).
Alles Gute, 
Sabine
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Thanks given by: urmel57 , borrärger
#6

Hallo zusammen,

dieser >200-igG-Wert kommt sehr wahrscheinlich nicht von einer 15 Jahre zurückliegenden Impfung, weil nach so langer Zeit einfach kein Schutz nicht mehr gegeben sein dürfte. (Übrigens: Auffrischungsimpfung nach 3-5 Jahren, sonst gehts wieder von vorne los). Man könnte meinen, wenn die Viecher jedes Jahr zubeißen, ist man doch abgehärtet. Leider irgendwie doch nicht ?

Das Thema FSME hab ich deshalb aufgemacht, weil bei mir im Zusammenhang mit Borreliose die schulmedizinische Diagnostik ein wenig versagt hat.

Die Symptomatik war bei mir eigentlich das größte Problem. Das "Erythema migrans" im Anfangsstadium akzeptieren die Ärzte ja als klassiches Leit-Symptom noch, darauf eine 20 tägige AB-Behandlung, und dann war das Thema erstmal vom Tisch.

Aber die ganzen neurologischen und grippeähnlichen Symptome, die bei mir nach ein paar Wochen erst auftraten, sind in diesem Stadium sehr untypisch (da Neuroborreliose angeblich nur im Spätstadium). Das heißt, andere Ursachen wie Vitaminmangel, Schilddrüse, Lymphknoten, Co-Infektionen wie EBV, HIV, etc. wurden vermutet. Darum ging es bisher die meiste Zeit. Ausschlussverfahren.

Der FSME-Test war schließlich das Bindeglied in der Diagnose. Die anfänglichen Symptome vermutete man davon, da die Viren sofort ins Blut gelangen, später die Borrelien. Beides müsste ich aber ziemlich zeitgleich bekommen haben, und ich glaube, das war auch der Grund, warum die Symptome trotz AB aufgetreten sind. 

Ich kann nur sagen, dass mein Immunsystem im Großen und Ganzen bisher wirklich voll auf Zack war, aber es seit dem letzten Sommer ein wenig aus der Bahn geraten ist, wegen diesen Zecken-Viechern ?

Wofür sind Zecken eigentlich gut?
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Thanks given by: FreeNine , borrärger
#7

Hallo Feldi, 

ich habe mich die letzten Wochen aus eigenem Interesse mit der FSME - Impfung beschäftigt. Titer können nach Impfung durchaus auch 15 Jahre signifikant erhöht sein, so wurde das in einer Studie nachgewiesen 

"Sustained antibody persistence for at least 15 years after a booster vaccination against tick-borne encephalitis following different primary vaccination schedules: Third 5-year follow-up - PubMed https://share.google/07Xo3W2M8m4YQIO3K "

Sich daher auf eine FSME- Infektion zu fixieren, kann daher genauso in die Irre führen, wie eine persistierende Borrelieninfektion. 

Je nachdem wie die antibiotische Behandlung genau durchgeführt wurde, kann es dabei auch zu Therapieversagen kommen. Da man gegen Viren kaum was medikamentös machen kann, würde ich die bisherige Behandlung gerne hinterfragen. 

Was hattest Du wie genau genommen? Wurden die richtigen Dosierungen  eingehalten und mögliche Wechselwirkungen berücksichtigt?
Gab es Verbesserungen oder Verschlechterungen bei der Behandlung? 
Wenn ja in welchen zeitlichen Zusammenhängen? 

So viele Fragen geben keine einfachen Antworten. 

Liebe Grüße Urmel

Mitglied bei => Onlyme-Aktion.org

Lass das Verhalten anderer nicht deinen inneren Frieden stören (Dalai Lama)
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Thanks given by: Filenada , borrärger
#8

Hallo urmel57,

genau das hat der Hausarzt auch so erwähnt, dass nach 15 Jahren theoretisch noch ein erhöhter Titer vorhanden sein kann. Leider fehlen da die Blutuntersuchungen und eine gesicherte Symptomatik für den Anfangszeitraum. FSME hatte damals einfach keiner auf dem Schirm, da gings nur um die Wanderröte. Und aus dem Stehgreif wüsste ich jetzt nicht, ob ich Anfang August neben der Wanderröte auch schon grippeähnliche Symptome und Fieber hatte, weil es damals draußen 38°C hatte. Ich hatte ganz am Anfang zwar kurz mal stark stechende Kopfschmerzen, aber das ging relativ schnell vorbei. Eine Hirnhautentzündung hatte ich jedoch nicht, darüber bin ich auch froh. Aber ich kann meinen Hausarzt schon verstehen, wenn er FSME nicht diagnostizieren kann, aber auch nicht ausschließen will.

Ich glaub auch, dass das Antibiotikum gegen die Borrelien versagt hat. Mein Körper kämpft ja immer noch gegen dagegen an, sonst hätte ich ja die Symptome nicht.
Gegen FSME-Viren gibt es meines Wissens nichts außer die Impfung.

Zu deinen Fragen:
Am 7.8. wurde die Wanderröte festgestellt, und gleich prophylaktisch mit 20 Tagen Doxy/200mg behandelt. 
Und am 15.12. war der erste durchgeführte Bluttest positiv, dann gab es die zweite Runde Doxy/200mg für 20 Tage, zusammen mit 10 Tagen Cortison (wg. Verdacht auf Rheuma).
Wenn du mit Wechselwirkungen den Verzicht auf Milch oder Magnesium meinst, da hab ich aufgepasst. Sonst habe ich nix eingenommen. 

Während der AB-Einnahme kam es nach ein paar Tagen mal zu Bauchschmerzen und Übelkeit, ansonsten hab ich das gut vertragen. Die Symptome waren erst während der zweiten Einnahme vorhanden, und zumindest etwas milder. Und seit AB-Ende ab Mitte Januar hatte ich die verschiedensten Symptome, zwischen leicht ausgeprägt bis intensiv, nicht alle gleichzeitig, sondern abwechselnd. Und immer schubweise, meist kommen nach 2-3 Tagen auch mal 1-2 symptomfreie Tage. Und nach den ersten Anstrengungen geht es wieder von vorne los...

Das Gute ist, es wird zumindest nicht schlechter, es wird leider aber auch nicht besser.


VG und schönen Sonntag
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Thanks given by: FreeNine , urmel57
#9

Hallochen alle zusammen,
hatte vor einigen Jahren eine nette Wanderröte...und mit Antibiotikum nur noch komatös geschlafen.
Mein Immunsystem ist völlig zusammengebrochen.Wochenlange Kopfschmerzen, Nadelstechen unter den Füßen, Muskelschmerzen,
Sehstörungen und Beulen auf dem Kopf ..Hab auch alles ausprobiert (wiederholt Antibiotikum,Schwermetallausleitung...)
Ich dachte das wird nix mehr.
Ihr müsst Geduld haben...hab etwa zwei Jahre gebraucht...Jetzt geht's mir wieder gut.

Ich kann diese FSME Co Infektion bestätigen. Diese wurde bei meiner akuten Phase der Borreliose auch nicht getestet.
Hab mich allerdings dann als es mir besser ging 1x gegen FSME impfen lassen und krieg doch prompt  wieder große Beulen
auf dem Kopf. Also spielte FSME sicher damals eine wichtige Rolle.

SO  nun noch einen Tipp was mir immernoch hilft. Ich mache in Abständen eine etwa Wochenkur mit Schwarzkümmelölkapseln. Im Laufe der Woche merk ich wie mein Körper schlapp, also überlastetes Immunsystem,wird. Dann brech ich ab und trinke viel Brennesseltee.Dannach könnt ich Bäume ausreißen,sprich bei mir hilft es enorm. 

Meldet euch, wenn ihr noch Fragen habt und alles Gute, ich hoffe ich konnte helfen.
LG  Mini2425
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