06.01.2017, 09:07
@Regi: Vielen Dank für deine ausführliche Antwort!
Von einer Reha war nie die Rede. Ich wurde ja auch nicht hospitalisiert. Das ist ein Punkt, den ich rückblickend wirklich kritisiere - ich hätte in ein Spital gehört, mir ging es so schlecht. ich konnte ja kaum noch auf den Beinen stehen und war so am Ende, dass nix mehr ging. Ich musste meine beiden Kinder der Nachbarin übergeben, weil ich nicht mehr konnte - und das braucht bei mir wirklich viel und ist noch NIE vorgekommen.
Ich fahre nicht länger als eine Viertelstunde Auto. Das reicht gerade, um auf die Arbeit zu kommen.
Er sagte noch: gehen Sie nicht ins Internet und googlen zuviel. Da steht allerlei Erschreckendes von Patienten, bei denen die Borreliose chronisch geworden sein soll - dazu gibt es aber keine Studien, welche das belegen würden. Wenn die Borreliose erkannt und entsprechend dem Schema behandelt wurde, dann ist der Erreger damit ausgelöscht worden. Der stellvertretende Hausarzt, der mich nach der Antiobiose noch in der Sprechstunde hatte meinte: Es gebe allerlei Scharlatane, welche zu unsinnigen Preisen irgendwelche aus der Luft gegriffenen Therapie anböten (mit Sauerstoff oder Gold oder ähnlichem) und die Patienten schröpfen würden. Die Borreliose sei ein gutes Geschäft, um Patienten alles mögliche einzureden und anzudrehen.
Nun, wie auch immer. Ich bin einfach noch nicht ganz richtig fit. Mein Hausarzt meinte, er stelle sich das vor wie nach einem Schädelhirntrauma - das brauche halt seine Zeit, bis das Hirngewebe sich vollständig erholt habe. ich dürfe ohne weiteres weiterhin bei Bedarf die Paracetamol nehmen. Ich hatte eben etwas Bedenken, weil ich doch schon über mehrere Monate soviele Schmerzmittel genommen habe...
Sollte es sich verschlechtern, solle ich ich wieder melden, dann würden wir den Neurologen nochmals kontaktieren und ihn fragen, ob man irgendwelche diagnostischen Möglichkeiten hätte, z.B. MRT
.
. Ich konnte nicht "ein wenig" therapieren, wenn Patienten angemeldet waren, die ich sehen sollte, dann konnte ich nicht sagen, ich sehe sie nur "ein wenig" an oder ich sehe nur 2 an, die restlichen erhalten leider keine Beurteilung. ich konnte lediglich mit den ambulanten Patienten etwas regulieren, da hab ich mir nur einen pro Tag eingeplant. Aber nach 3 Monaten krank, hatte ich einen vollen Schreibtisch und da ich alleine auf der Stelle arbeite, hat mich das ganz schön viel Zeit gekostet, wieder einen Überblick zu bekommen und die Leute, welche im Ungewissen nie mehr was von mir gehört hatten, zu kontaktieren.
Ich habe mir vorgenommen, noch etwas abzuwarten und das Ganze zu beobachten und mich etwas mit anderen Betroffenen auszutauschen, um mir einen Eindruck zu verschaffen, wie ich meine Situation einschätzen soll und um für einen allfälligen erneuten Besuch beim Doc etwas mehr Wissen mitzubringen, um auch das Richtige für mich zu fordern.
Wart ihr denn nach den ersten Behandlungen mit Antiobiotika mehrheitlich beschwerdefrei? Oder wie war denn bei euch der Verlauf?
Ich danke euch für eure Mühe!
Anghiulina
Zitat:Wer hat dich aufgrund welcher Kontrolluntersuchungen wieder teilarbeitsfähig geschrieben, respektive ab nächster Woche voll arbeitsfähig? Du gehörst meiner Meinung mit deinen Restsymptomen eher in eine Reha als an die Arbeit.Man hat keine Kontrolluntersuchungen gemacht. Der Neurologe meinte, wenn es mir deutlich besser gehe, dann habe die Therapie gegriffen und die restlichen Symptome würden über die Wochen dann noch verschwinden.
Zitat:Was arbeitest du? Ist die Sicherheit aller gewährleistet, wenn du noch derart starke neurologische Symptome hast?Ich muss korrigierend sagen, dass ich Vollzeit Mutter zweier Kinder bin (5 und 8), ein Haus unterhalte, an zweien Tagen über Mittag Tageskinder betreue und auswärts nur noch 40% arbeite. Insofern heisst hier "voll" arbeiten 12h/Woche extern. Ich arbeite im therapeutischen Bereich, allerdings nicht körperlich anspruchsvoll.
Von einer Reha war nie die Rede. Ich wurde ja auch nicht hospitalisiert. Das ist ein Punkt, den ich rückblickend wirklich kritisiere - ich hätte in ein Spital gehört, mir ging es so schlecht. ich konnte ja kaum noch auf den Beinen stehen und war so am Ende, dass nix mehr ging. Ich musste meine beiden Kinder der Nachbarin übergeben, weil ich nicht mehr konnte - und das braucht bei mir wirklich viel und ist noch NIE vorgekommen.
Ich fahre nicht länger als eine Viertelstunde Auto. Das reicht gerade, um auf die Arbeit zu kommen.
Zitat:Da das bei dir noch eine relativ frische Sache ist, würde ich an deiner Stelle weitertherapieren, um zu sehen, ob weitere Besserung möglich ist.Der Neurologe meinte, eine Therapiedauer über 3 Wochen hätte wissenschaftlich keine nachweisbaren zusätzlichen Erfolgsaussichten, im Gegenteil, es könnte zu Schäden des Darmes kommen, wenn man die Antibiotikatherapie noch länger machen würde.

Nun, wie auch immer. Ich bin einfach noch nicht ganz richtig fit. Mein Hausarzt meinte, er stelle sich das vor wie nach einem Schädelhirntrauma - das brauche halt seine Zeit, bis das Hirngewebe sich vollständig erholt habe. ich dürfe ohne weiteres weiterhin bei Bedarf die Paracetamol nehmen. Ich hatte eben etwas Bedenken, weil ich doch schon über mehrere Monate soviele Schmerzmittel genommen habe...
Sollte es sich verschlechtern, solle ich ich wieder melden, dann würden wir den Neurologen nochmals kontaktieren und ihn fragen, ob man irgendwelche diagnostischen Möglichkeiten hätte, z.B. MRT

Zitat:rate ich dir, keinesfalls dein Arbeitspensum zu reduzieren, nur weil alle behaupten, du müsstest jetzt gesund sein.Ich weiss ja gar nicht, ob es einen Unterschied machen würde, wenn ich weniger arbeiten würde. Ich arbeite seit 3 Wochen nun schon ca. 10 Stunden/Woche neben meiner Vollzeittätigkeit zuhause... ich war krankgeschrieben in einem "Arbeitsversuch", das bedeutet, dass ich selbst bestimmen konnte, wieviel ich arbeiten kann. Das hört sich super an, ist jedoch in der Praxis schwierig

Ich habe mir vorgenommen, noch etwas abzuwarten und das Ganze zu beobachten und mich etwas mit anderen Betroffenen auszutauschen, um mir einen Eindruck zu verschaffen, wie ich meine Situation einschätzen soll und um für einen allfälligen erneuten Besuch beim Doc etwas mehr Wissen mitzubringen, um auch das Richtige für mich zu fordern.
Wart ihr denn nach den ersten Behandlungen mit Antiobiotika mehrheitlich beschwerdefrei? Oder wie war denn bei euch der Verlauf?
Ich danke euch für eure Mühe!
Anghiulina