03.05.2018, 14:36
Hallo Mike,
Du weißt aber schon das die Borreliose-Tests nicht sicher sind?
Erstinformationen:
https://forum.onlyme-aktion.org/showthread.php?tid=177
LG,
Du weißt aber schon das die Borreliose-Tests nicht sicher sind?
Erstinformationen:
https://forum.onlyme-aktion.org/showthread.php?tid=177
Zitat:Diagnose der Lyme-Borreliose
Leider ist die Vorstellung, dass eine Borreliose einfach zu diagnostizieren wäre, schlicht falsch.
Hegen Ärzte einen Verdacht auf Borreliose, veranlassen sie eine Blutuntersuchung.
Dann kommt im Regelfall der sogenannte ELISA-Test (Enzyme-linked immunosorbent assay) zum Einsatz. Er soll darüber Aufschluss geben, ob eine Infektion mit dem Erreger Borrelia burgdorferi vorliegt. Dieser Test hat jedoch die unangenehme Eigenschaft, zu viele falsche Resultate zu produzieren. Es gibt Schätzungen, die davon ausgehen, dass bis zu 70% der Ergebnisse falschnegativ sind.
Anstatt Kranke zu identifizieren, sortiert dieser Test sie demnach vielfach aus. Dass der ELISA als Suchtest derart unzuverlässig ist, ist aber vielen Ärzten und Patienten nicht bekannt.
Nur wenn der ELISA-Test ein positives oder grenzwertiges Ergebnis aufweist, wird der aussagekräftigere Immunoblot/Westernblot von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt und daher auch nur dann vom Arzt veranlasst (sogenannte Zweistufendiagnostik).
Beiden Tests gemein ist, dass sie nicht die Erreger selbst finden, sondern nur auf die Antikörper reagieren, die unser Körper im günstigsten Fall gegen die Krankheitserreger bildet.
Achtung: Antikörper bilden sich nicht sofort! Frühestens ca. 4 bis 6 Wochen nach Infektionsbeginn können erste Antikörper festgestellt werden.
Beim Westernblot/Immunoblot werden Antikörper, die sich gegen spezifische Borrelia-burgdorferi-Proteine richten, auf eine Membran übertragen (engl. Blotting, to blot = klecksen, beflecken). Das ist eine Art Papierstreifen, auf dem sich die sogenannten Banden bilden. Falls Sie bei dem Begriff „Bandenbildung“ an kriminelle Vereinigungen denken, müssen Sie ausnahmsweise umdenken. Diese Banden sehen so ähnlich aus wie Barcodes. Die unterschiedlichen Banden sind auch unterschiedlich bedeutsam, da sie eine ungefähre Vorstellung vermitteln, um welches Stadium der Borreliose es sich handeln könnte.
Will man mit dem Westernblot frische von älteren Infektionen unterscheiden, geschieht dies durch die Antikörper, auch Immunglobuline genannt. Auf Ihrem Laborergebnis sehen Sie beispielsweise „IgG“, was Immunglobulin G bedeutet, oder „IgM“, das ist folglich das Immunglobulin M.
IgM-Antikörper gelten als die „schnelle Eingreiftruppe“, sie bilden sich relativ schnell nach einer Infektion. Die IgG-Antikörper werden dagegen erst später gebildet und lassen sich oft über Jahre, manchmal sogar ein Leben lang nachweisen; sie sind das „Gedächtnis“ unseres Immunsystems.
Diese Antikörper patrouillieren auch noch dann in unseren Körper, wenn eine Infektion längst bekämpft ist. Daher sagen Antikörpertests im Grunde nur aus, dass unser Körper mit einem Erreger in Kontakt gekommen ist; sie bestätigen keine aktive Infektion mit Borrelien, schließen sie aber auch nicht aus. Entscheidend ist und bleibt die klinische Diagnose anhand der Symptomatik!
Unzählige Borreliosekranke können jedoch – aus verschiedenen Gründen – nicht genügend Antikörper gegen Borrelien bilden. Ein nicht zu unterschätzendes Problem.
Der Patient könne sich glücklich schätzen, wenn das, was an Antikörpern übrig bleibt, überhaupt ausreiche, um aufzufallen, schreibt Dr. Harold Smith in seiner lesenswerten Abhandlung „Two-tier testing system must go“ (ab Seite 5). Borrelien zögen sich sehr bald ins Gewebe zurück und mit ihnen die Antikörper.
Sein niederschmetterndes Urteil lautet: Für die meisten Borreliosepatienten ist dieses Testsystem weder wissenschaftlich oder praktisch, noch ethisch oder rational sinnvoll. Wissenschaftlich unsinnig, weil Lyme-Borreliose keine Krankheit sei, bei der Antikörper frei im Blut zirkulieren und darauf warten, den Cut-off, also die „Schwelle“, zu überschreiten, ab der Patienten nicht an Borreliose leiden oder, anders ausgedrückt, ein positives oder negatives Ergebnis erzielen.
Den Cut-off, die Ziffer, ab der das Laborergebnis als positiv oder negativ bewertet wird, definiert übrigens jedes Labor anders.
Bei sogenannten seronegativen Borreliosen bietet sich als alternative Testmethode der LTT (Lymphozytentransformationstest) an. In diesem Fall raten Ärzte der Deutschen Borreliose Gesellschaft zur Anfertigung in einem spezialisierten Labor.
Der LTT misst die Reaktion der zellulären Immunaktivität gegen die Borrelien. Obwohl Untersuchungen eine hohe Spezifizität und Sensitivität gezeigt haben, ist der Test offiziell nicht anerkannt und wird auch nicht mehr von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.
Aber auch hier ist Vorsicht geboten!
Auch der LTT kann falschnegative Ergebnisse liefern. Als mögliche Ursachen kommen in Frage, dass der Test zu früh nach Ausbruch der Infektion oder zu kurz nach einer Antibiose erstellt wurde. Bei einer bereits chronischen Borreliose kommt es zudem häufig zu einer „Runter-Regulierung“ des Immunsystems. Auch dies kann dazu führen, dass der LTT trotz aktiver Borreliose negativ ist.
Erschwerend für die Zuverlässigkeit aller Testverfahren, scheint die Fähigkeit der Borrelien zu sein, sich an die Oberflächen von menschlichen Proteinen zu binden. Das Immunsystem erkennt sie nicht mehr als „Angreifer“ und bildet auch folgerichtig keine Antikörper.
Das traurige Fazit: Es gibt derzeit keinen Test, mit dem sich eine Borreliose 100% sicher diagnostizieren lässt.
LG,
Waldgeist
“Die Mikrobe ist nichts, das Milieu ist alles.“

