29.10.2019, 11:44
(29.10.2019, 10:10)Spino schrieb: Wie sind die Erfahrungen?
Also ich spreche von mehreren erlittenen Zeckenstichen im 2013 und bereits nach zwei Wochen entwickeltes Beschwerdebild. In der Schweiz, insbesondere im Raum Basel, wird Borreliose seit einigen Jahren totgeschwiegen und Ärzte folgen leider den Behauptungen der deutschen Neurologischen Gesellschaft, d.h. bei negativem Liquor wird Borreliose ausgeschlossen, was in Wirklichkeit ein fataler Fehler ist. Aus diesem Grunde wurde Borreliose trotz eindeutigen Borreliosebeschwerden erst Ende 2017 korrekt diagnostiziert (So wie es übrigens das Schweizer Bundesgericht seit Jahren auch in jedem Urteil festhält: Diagnose erfolgt aufgrund von Beschwerdebild, Kenntnis von Zeckenstichen, Ausschlluss von anderen Krankheiten, und Tests können lediglich ein zusätzlicher Hinweis sein, aber sind nicht entscheidend, weil es falsch negativ gibt.) und mittels LTT-Borelientest im bekannten Labor in Berlin als weiterer Hinweis bestätigt.
Weil erst so spät korrekt diagnostiziert, haben sich die Borrelien-Erreger zwischenzeitlich im ganzen Körper verteilt. Wir sprechen also von einer Borreliose im späteren Stadium. Diese behandle ich seither mit AB-Intervallen. Das erste Intervall (Mino plus Quensil) während vier Wochen brachte eine sehr gute Verbesserung der schlimmsten Beschwerden, sprich Stirnkopfschmerzen und suizidale Gedanken und kognitive Störungen gingen weg auch die Gelenkschmerzen nahmen ab. Was aber in groben Zügen gesagt wieder aufkam war Müdigkeit und ab und zu leichte Kopfschmerzen u. manchmal Gelenkschmerzen.
Länger als vier Wochen konnte ich ABs bis heute nicht einnehmen, weil es mir dann als wie schlechter ging. Ich legte also immer ein paar Wochen Pause ein. Behandelte noch in zwei Intervallen ausschliesslich mit Cefuroxim (Nutzen ist im späteren Borreliosestadium umstritten.) und schliesslich Doxycyclin (Nutzen im späteren Stadium umtritten.)
Ich hatte dann noch zwei 4wöchige Intervalle Minocyclin plus Tinidazol (Tini aber immer nur während 10 Tagen) und dann nach 8 Wochen AB-Pause während 3 Wochen Azithromycin plus Tinidazol. Mittlerweile 11. Woche ohne AB. Es geht mir heute wesentlich besser als noch im 2017. Diese Antibiosen haben auf jeden Fall geholfen und waren sehr wichtig.
Von einer Heilung kann man aber nicht sprechen! Auch wenn der Borrelien-LTT mittlerweile negativ ist. Denn ab und zu habe ich immer mal wieder für ein paar Tage Krankheitsschübe, wobei dann die Müdigkeit an erster Stelle steht. Und was wohl niemand bis heute sagen kann, was wirklich die beste Methode ist bezüglich länge einer Antibiose. Was ich nie machte, weil nicht sicher ob und wie sinnvoll das Ausleiten von Toxinen. Denke aber mittlerweile, dass das sinnvoll ist.