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Mino Behandlung - Ab wann LTT oder Westernblot?
#24

(08.03.2014, 08:38)urmel57 schrieb:  Sicher ist leider nur, dass es leider überhaupt keine belastbaren Daten gibt, die belegen, warum manche Patienten nach 3 Wochen Doxycyclin in der Standarddosierung gesund sind und andere nicht.

Ganz ehrlich, wo sind diese Patienten? Die Studien, die einen Nutzen von 10 Tagen-3 Wochen Doxy im Frühstadium angeblich "belegen", betrachten Restsymptome wie Müdigkeit, Gelenkschmerzen usw. als nicht infektiös bedingt und benennen diese dann als "Post-Lyme-Syndrom"...und wo ist der Beleg, daß nach 3 Wochen Doxy wirklich alle Bakterien eliminiert worden sind? Den gibt es m.E. leider nicht.

Daß verbleibende Symptome evtl. auf andere Faktoren (Autoimmungeschehen) zurückzuführen ist, ist reine Interpretation der Studienautoren. Diese wurden von mächtigen Versicherungsunternehmen bezahlt, die ja kein Interesse haben, daß erkrankte Versicherten AB mehrere Monate/Jahre bekommen (in den USA gelten ganz andere Tarife als in Europa: ein Freund musste z.B. für eine Endoskopie 20.000 Dollars bezahlen-ich habe mich nicht verschrieben!!!-obwohl der Akt nur 20 Min. gedauert hat.Er bezahlt für sich selbst 1000 Dollars Versicherungsbeiträge, dabei sind seine Frau und sein Sohn nicht mitversichert...angesichts dieser Zahl versteht man besser, warum Versicherungskonzerne dort alles tun, damit der Nutzen von Langzeitantibiosen nicht anerkannt wird).

Zitat: Es gibt auch keine belastbaren Daten darüber, dass Langzeitantibiose mit Kombiantibiosen anderen Therapieformen überlegen sind. Es gibt lediglich Erfahrungsberichte und Beobachtungsstudien, die den Nutzen für manche Patienten nachweisen. Der Umkehrschluss, dass Monotherapien mit Antibiotika nicht immer zum Erfolg führen lässt nicht automatisch zu, dass es Kombitherapien tun. Borrelien haben vielfältige Strategien sich dem Immunsystem zu entziehen, so gesehen ist es die Frage, ob wir sie jemals ganz eleminieren können oder lediglich einen Burgfrieden herstellen können. Welchen Preis wir dafür zahlen müssen wissen wir nicht.

So weit ich weiß gibt es nur eine Handvoll Studien, die den Nutzen von Langzeitantibiosen belegen, meist als Monotherapie (Donta mit Makrolide z.B., ca. 6 Monate) aber keine Studien über den Nutzen von Kombitherapien. Mit Nutzen meine ich "Besserung der Symptome", bzw. "Beschwerdenfreiheit" (was Dr.K. und Ko. als "Remission" nennen).

Dr.K und sein Kollege wussten so weit ich nichts von den Biofilmen, als sie ihre Beobachtungsstudie veröffentlicht haben, somit haben sie ihren Patienten vor Allem "Monotherapien" oder "Bi-Therapien" wie Minocycline/Quensyl verabreichen, welche ja nicht gegen Biofilme wirken.

Dieser Mangel an Daten liegt daran, daß das Wissen über die Fähigkeit von Bb, Biofilme zu bilden, relativ neu ist (Dr.Mac Donald, 2006, Dr.Sapi 2011) und ebenfalls relativ neu, welche AB gegen Biofilme von Bb bilden (Sapi 2011). Ohne eindeutige Daten über den Nutzen von Kombitherapie, die gleichzeitig auf alle B-Formen (spirochetale frei schwimmend + Zysten + Biofilme) einwirken, bleibt den meisten Borrelioseärzten in der Tat nur den Weg des Experimentierens am Patienten übrig, leider.

Was man bei Bb auch nicht vergessen darf ist, ist daß sie sich sehr langsam teilt (ca.alle 24 Std), was eine relativ lange Therapiezeit erforderlich macht, um das Gros der Bakterien zu eliminieren. Denn AB wie Tetra können m.E. Bakterien nur während ihrer Teilungsphase angreifen, Bakterien, die sich nicht vermehren, bleiben unangetastet. Somit kann man eine Borreliose nicht wie eine Infektion mit Strepptokokken (welche sich alle 20-30 Min. teilen) behandeln und man kann aus diesem Grund nicht erwarten, daß man nach 2-3 Wochen AB wieder gesund ist, wie bei einer anderen Infektion.Der Faktor Zeit ist hier genauso entscheidend, wie die Wahl der AB:

http://www.lymeborreliose.de/07therapie/...index.html

Zitat:Die Beobachtungsstudien, die für lange Kombitherapien sprechen, beziehen sich dann eher auch auf Patienten, die oft schon sehr lange krank sind. Davon profitieren sicherlich eine ganze Reihe, das denke ich auch, aber ich denke auch, dass das nicht bei jeder Borrelienerkrankung nötig ist. Ordentliche Studien hierzu, die über 2 Jahre hinaus den Erfolg einer Behandlung belegen, sind jedoch schon seit mindestes 20 Jahren überfällig.

Hier verstehe ich nicht so Recht, was du meinst. Die Studien von Donta wurden alle mit Tetrazyklinen bzw. Makrolide + Quensyl gemacht, der Beobachtungszeitraum war 6 Monate.Nach den Studienergebnissen von Sapi und Kollegen weiß man mittlerweile, daß diese AB nicht gegen Biofilme wirken und womöglich auch nicht gegen Zysten (Quensyl).Somit wundert es mich persönlich nicht, wenn Donta nur über eine Besserung der Symptome bei den Patienten und keine "Remission" berichten konnte.

Bei Dr.K. und Kollegen war der Zeitraum (ca. 1 Jahr oder länger) deutlich länger und der Remissionsanteil lag immerhin bei ca. 37%. Das ist m.E. ein Hinweis, daß ein längerer Behandlungszeitraum einen Nutzen bringen.Aber vielleicht enthielten die Mono-/Kombitherapien dieser Patientengruppe nicht ausreichend AB, die gegen Biofilme und Zysten wirken. In dieser Hinsicht stimme ich dir voll zu, daß weitere Studien mit großen Patientenkollektiv (>100) und über einen längeren Zeitraum notwendig wäre, um hier mehr zu erfahren. Leider wäre die Aussagekraft dieser Studien angesichts der unsicheren Diagnostik der Borreliose und Co-Infektionen trotzdem eingeschränkt. Denn womöglich werden Patienten, die gegen Borreliose adäquat behandelt, nicht wieder gesund, weil bei ihnen Co-Infektionen z.B. vorliegen, die übersehen wurden. Die Diagnostik der Co-Infektionen ist leider genauso unsicher wie die der Borreliose.

Zitat:Was m.E. viel zu sehr außer acht gelassen wird ist, dass Borreliose auch eine oportunistische Erkrankung ist und die Begleiterkrankungen/ Coinfektionen oft nicht ausreichend mitbetrachtet/ mitbehandelt werden. Dann ist es nicht wunderlich, wenn Leute nicht gesund werden. Leider wird auch nicht jeder durch Langzeitantibiose oder Kombitherapie vollständig gesund

Genauso ist es. Zumindest ist es sehr wahrscheinlich so.Deswegen sind Studien über den Nutzen von ABs bei Borreliose wenig aussagekräftig, solange man bei den Patienten eine Borreliose und weitere Co-Infektionen nicht sicher diagnostizieren oder ausschliessen kann.

Zitat:Es geht dann vielmehr um Lebensqualität und Verbesserung der Lebensqualität und das kann eigentlich nur jeder für sich selber herausfinden, was da der beste Weg ist.

Für mich persönlich sollte das Ziel einer Antibiose zuerst das vollständige Eliminieren der Bakterien im Körper sein und somit die volllständige Beschwerdenfreiheit (ob das die ABs allein schaffen oder die ABs mit dem Immunsystem ist m.E. zuerst nicht vorrangig). Daß dies möglich ist, wenn man die richtigen ABs gibt und sich die notwendige Zeit dafür lässt, darauf haben Dr.K und Kollegen zumindest hingewiesen.

Sollte dies bei einem Patienten nicht möglich sein-aus welchem Grund auch immer, den Patienten und Arzt leider nicht immer kennen-dann sind wiederholte Antibiosen zur Eindämmung und Besserung der Symptome für mich gerechtfertigt, zudem die Schulmedizin leider nicht immer imstande ist, die Symptome wie Schmerzen oder Müdigkeit symptomatisch zu behandeln.

Aber warum sich selbst (als Patient) bzw. dem Patient (als Arzt) nicht von vornherin alle Chancen zur Genesung geben und alle Karten, die zur Verfügung steht, verwenden? Ich meine damit, warum nur ABs verwenden, die nachweislich nur gegen eine Form von Borrelien wirken, obwohl man weiß/vermutet, daß diese Borrelien Persisterformen bilden und daß bestimmte ABs gegen diese Formen wirken? Wenn Borrelien Zysten und Biofilme in vitro bilden, dann soll man einfach mal vermuten, daß dies im Körper auch möglich ist.Nur so kann man sich die Chance geben, alle diese Formen gleichzeitig zu bekämpfen. Denn sonst läuft man Gefahr, immer einen Teil der Bakterien im Körper unangetastet zu lassen und ein Leben lang ABs einnehmen zu müssen, um Symptome zu lindern, aber nie ein Ende der Krankheit zu sehen. Diese Art der "Dauerantibiose" lehne ich für mich selbst ab, weil ich inzwischen weiß, daß es andere deutlich schonendere Methoden gibt, um Symptome zu lindern.

Auch wenn der eindeutige Beweis noch ausbleibt, daß Borrelien auch im Körper Persisterformen wie Zysten und Biofilme bilden, gehe ich davon aus, daß dies im Körper auch der Fall sein kann.Und ja, auch auf Verdacht, daß diese Persisterformen im Körper existieren-würde ich persönlich ABs nehmen, die gegen ALLE diese Persisterformen wirken.

Ein Hinweis für ein Überleben in Biofilmen ist übrigens die Lokalisierung von Schmerzen. Ich habe z.B. seit 6 Jahren (also seit dieser "Borreliose"-Grippe 1 Woche nach dem Zeckenstich) nur an bestimmten Zonen im Körper (bestimmte Punkte am Kopf, Ellbögen, Knien, Fußgelenke, Fußsohlen) Schmerzen (Gott sei Dank der einzige Symptom seit meinen 2 Langzeit-Antibiosen). Warum aber immer an diesen Stellen? Tja, das Überleben in Biofilmen, die sich genau an diesen Stellen gebildet haben, ist ein sehr wahrscheinliche Erklärung dafür. Weil Borrelien sich eben in diesen Biofilmen an diesen Stellen aufhalten.

Ich wüsste persönlich nicht, was gegen die Tatsache sprechen sollte, daß Borrelien auch im Körper Biofilme bilden. Das tun auch andere Bakterien, z.B. Escherichia coli in der Blasenwand.

Ich persönlich verstehe nicht, daß man solche wichtige Informationen "ausblendet" bzw. nicht im Therapieplan miteinbezieht. Würde ich mich für eine erneute Antibiose entscheiden, würde ich mich nie wieder auf solche Monotherapien, wie ich sie bekommen habe, einlassen. Denn ich hätte zu viel Angst, damit nur einen Teil der Bakterienformen anzugreifen und den Rest ungeschadet zu lassen. Wer weiß (nein, keiner kann es mit 100% Sicherheit wissen, man kann es nur vermuten), ob ich jetzt nicht gesund wäre, wenn ich im Frühstadium zusätzlich zu Amoxicillin (das nur gegen frei spirochetale Formen wirkt) ein AB gegen Zysten und Biofilme bekommen hätte (also z.B. Tinidazole). Ich würde meine Hand ins Feuer legen, daß es eben die Zysten und evtl. Biofilme sind, die die 6 Wochen AB überlebt haben (ich war nach 5 Wochen Amoxi vollständig beschwerdenfrei, hatte einen Rückfall am Ende der 6 Wochen).

Aber ich stimme dir vollkommen zu: es gibt zu wenige Daten über das Verhalten von Bb im menschlichen Körper und den Nutzen von ABs bei der chronischen Borreliose.Auch ist die Diagnostik immer noch viel zu unzuverlässig (zudem eine Frühantibiose die AK-Bildung komplett unterdrücken kann und somit die Serologie als Diagnostikverfahren komplett unbrauchbar macht, es sei denn, es erfolgt eine Serokonversion nach der Antibiose, was bei mir nicht der Fall war).

Deswegen bleibt leider jede Antibiose ein Experimentieren (und leider ein teueres dazu).Undecided

Gute Besserung und liebe Grüsse
Sunflower


Lyme-Borreliose seit 2008

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Thanks given by: irisbeate , Stern , malin


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