23.12.2014, 05:19
Ich kann dich sehr gut verstehen. Dir gehen Gedanken im Kopf rum, wie mir damals vor 10 Jahren. Ich wollte nur eine Chance mit einer Therapie haben.
Eigentlich wollte ich dir auf deinen ersten Beitrag schon schreiben, bin aber bisher nicht dazu gekommen. Mich verwirrt, dass du einige Symptome schon vor dem Zeckenstich und den Insektenstichen hattest. Hatte man damals eine Ahnung, warum du in der Reha dieses Fieber hattest? Viren oder Bakterien? Hattest du vor deiner Reha schon Zeckenstiche? Sind unbemerkte Zeckenstiche vor der Reha grundsätzlich möglich?
Wurde das Kortison lokal (mit Salbe/lokale Spritzen) oder systemisch (Tabletten/Spritzen i.v.) angewendet? Wenn es systemisch angewendet wurde, könnte das die Antikörperproduktion beeinflusst haben. Dazu könnte es einer bestehenden persistierenden oder frischen Infektion (welcher Art auch immer) Tür und Tor geöffnet haben.
Inwieweit wurde das dicke Knie abgeklärt? Wurden Untersuchungen auf Rheuma gemacht? Welche? Wie waren die Ergebnisse? Es gibt Rheumaformen, die auch zu systemischen Beschwerden führen können. Ich denke da vor allem an die Kollagenosen. Allerdings hätten dann die Beschwerden unter Kortison bessern müssen, sofern es systemisch in der nötigen Dosierung angewendet wurde.
Bei den Insektenstichen handelt es sich vermutlich um exotische Insekten, die zu heftigen Reaktionen führen können.
http://www.lifeline.de/news/medizin-gesu...33199.html
Was im Artikel verharmlosend zu möglichen Krankheiten steht, glaube ich nicht. Das Problem ist relativ neu. Leider neigen verantwortliche Gesundheitsbehörden dazu, noch nicht wissenschaftlich Untersuchtes als inexistent zu erklären.
Zu der erwähnten Dunkelfeld-Diagnostik möchte ich erwähnen, dass es sich meistens um ein alternativmedizinisches Verfahren handelt - also nicht die klassische Dunkelfeldmikroskopie, wo die Borrelien angefärbt werden. Die Aussagekraft der Dunkelfeldmikroskopie, wie sie teilweise von den Spezis verkauft wird, kommt bei mir ziemlich nebulös an. Es handelt sich meines Wissens auch nicht um einen validierten Test.
Antikörpertests (ELISA/Blot) und LTT sind indirekte Nachweisverfahren. Sie messen die Immunreaktion auf den Erreger. AK-Tests haben bei mir auch kläglich versagt. Sie waren zwar nicht komplett negativ, wurden aber als negativ oder als Seronarbe (AK von ausgeheilter, früher durchgemachter Borreliose) interpretiert, weil die Immunantwort sehr schwach war. Lange Zeit später konnten Borrelien mittels PCR (Nachweis von DNA/DNS) direkt aus einer Hautprobe und Blut nachgewiesen werden.
Wenn du dich für einen Therapieversuch entschieden hast, dann sind deine Chancen auf eine AB-Therapie am grössten, wenn du dich an einen von der Selbsthilfe empfohlenen Spezi wendest. Ein weiterer Vorteil ist, dass du wahrscheinlich die AB in höherer und längerer Dosierung bekommst als bei einem Mediziner, der nach geltender Lehrmeinung arbeitet. Aber auch hier schadet kritisches Hinterfragen nicht. Einige haben sich die Borreliose als Goldgrube aufgetan. Es wird getestet dem Teufel ein Ohr ab. Bringt ein Haufen Kohle, obwohl die Aussagekraft der Tests fragwürdig ist. Dann werden zu den AB diverse Mittelchen verschrieben, die privat zu zahlen sind und wo keiner so richtig weiss, mit welchen Wirkungen, Nebenwirkungen, Wechselwirkungen oder gar Resorptionsminderungen anderer Medikamente (z.B. der AB) gerechnet werden muss.
Meine Spezi passt die Therapien an das Ansprechen und die Verträglichkeit an. Sie hat mir in den letzten 10 Jahren - bis auf eine Ausnahme - nie etwas verschrieben, das ich privat zahlen musste. Geheilt haben mich die AB nicht, aber es trat eine Besserung ein und das Fortschreiten der Krankheit konnte aufgehalten/verlangsamt werden. Da du noch nicht allzu lange krank bist, sehe ich deine Chancen relativ gut, dass du mit einer ordentlichen Therapie wieder ganz gesund wirst, solltest du an Borreliose leiden. Manchmal braucht es aber ein bisschen Geduld.
LG, Regi
Eigentlich wollte ich dir auf deinen ersten Beitrag schon schreiben, bin aber bisher nicht dazu gekommen. Mich verwirrt, dass du einige Symptome schon vor dem Zeckenstich und den Insektenstichen hattest. Hatte man damals eine Ahnung, warum du in der Reha dieses Fieber hattest? Viren oder Bakterien? Hattest du vor deiner Reha schon Zeckenstiche? Sind unbemerkte Zeckenstiche vor der Reha grundsätzlich möglich?
Wurde das Kortison lokal (mit Salbe/lokale Spritzen) oder systemisch (Tabletten/Spritzen i.v.) angewendet? Wenn es systemisch angewendet wurde, könnte das die Antikörperproduktion beeinflusst haben. Dazu könnte es einer bestehenden persistierenden oder frischen Infektion (welcher Art auch immer) Tür und Tor geöffnet haben.
Inwieweit wurde das dicke Knie abgeklärt? Wurden Untersuchungen auf Rheuma gemacht? Welche? Wie waren die Ergebnisse? Es gibt Rheumaformen, die auch zu systemischen Beschwerden führen können. Ich denke da vor allem an die Kollagenosen. Allerdings hätten dann die Beschwerden unter Kortison bessern müssen, sofern es systemisch in der nötigen Dosierung angewendet wurde.
Bei den Insektenstichen handelt es sich vermutlich um exotische Insekten, die zu heftigen Reaktionen führen können.
http://www.lifeline.de/news/medizin-gesu...33199.html
Was im Artikel verharmlosend zu möglichen Krankheiten steht, glaube ich nicht. Das Problem ist relativ neu. Leider neigen verantwortliche Gesundheitsbehörden dazu, noch nicht wissenschaftlich Untersuchtes als inexistent zu erklären.
Zu der erwähnten Dunkelfeld-Diagnostik möchte ich erwähnen, dass es sich meistens um ein alternativmedizinisches Verfahren handelt - also nicht die klassische Dunkelfeldmikroskopie, wo die Borrelien angefärbt werden. Die Aussagekraft der Dunkelfeldmikroskopie, wie sie teilweise von den Spezis verkauft wird, kommt bei mir ziemlich nebulös an. Es handelt sich meines Wissens auch nicht um einen validierten Test.
Antikörpertests (ELISA/Blot) und LTT sind indirekte Nachweisverfahren. Sie messen die Immunreaktion auf den Erreger. AK-Tests haben bei mir auch kläglich versagt. Sie waren zwar nicht komplett negativ, wurden aber als negativ oder als Seronarbe (AK von ausgeheilter, früher durchgemachter Borreliose) interpretiert, weil die Immunantwort sehr schwach war. Lange Zeit später konnten Borrelien mittels PCR (Nachweis von DNA/DNS) direkt aus einer Hautprobe und Blut nachgewiesen werden.
Wenn du dich für einen Therapieversuch entschieden hast, dann sind deine Chancen auf eine AB-Therapie am grössten, wenn du dich an einen von der Selbsthilfe empfohlenen Spezi wendest. Ein weiterer Vorteil ist, dass du wahrscheinlich die AB in höherer und längerer Dosierung bekommst als bei einem Mediziner, der nach geltender Lehrmeinung arbeitet. Aber auch hier schadet kritisches Hinterfragen nicht. Einige haben sich die Borreliose als Goldgrube aufgetan. Es wird getestet dem Teufel ein Ohr ab. Bringt ein Haufen Kohle, obwohl die Aussagekraft der Tests fragwürdig ist. Dann werden zu den AB diverse Mittelchen verschrieben, die privat zu zahlen sind und wo keiner so richtig weiss, mit welchen Wirkungen, Nebenwirkungen, Wechselwirkungen oder gar Resorptionsminderungen anderer Medikamente (z.B. der AB) gerechnet werden muss.
Meine Spezi passt die Therapien an das Ansprechen und die Verträglichkeit an. Sie hat mir in den letzten 10 Jahren - bis auf eine Ausnahme - nie etwas verschrieben, das ich privat zahlen musste. Geheilt haben mich die AB nicht, aber es trat eine Besserung ein und das Fortschreiten der Krankheit konnte aufgehalten/verlangsamt werden. Da du noch nicht allzu lange krank bist, sehe ich deine Chancen relativ gut, dass du mit einer ordentlichen Therapie wieder ganz gesund wirst, solltest du an Borreliose leiden. Manchmal braucht es aber ein bisschen Geduld.
LG, Regi
Je mehr ich über die Borreliose weiss, desto mehr weiss ich, dass man fast gar nichts weiss.
Nichts auf der Welt ist gefährlicher als aufrichtige Ignoranz und gewissenhafte Dummheit. (Martin Luther King)
Absenz von Evidenz bedeutet nicht Evidenz für Absenz