05.10.2015, 17:32
(05.10.2015, 15:53)Heinzi schrieb: "Ja, aber die 'Geheilten' schreiben ja nichts". Das glaube ich nicht!
Doch, die gibt's. Wer noch den einen oder anderen aus dem "alten" Forum kennt und mit ihm/ihr weiterhin Kontakt hat oder sich auf Facebook o. ä. hin und wieder über den Weg läuft, weiß, daß es die "Geheilten" gibt. Auch welche, die es schwer erwischt hatte.
Aber ich stimme Dir zu, daß es schade ist ("schade" beschreibt es nicht richtig, es ist mehr), daß diese Menschen nicht hier ihre Erfolgsgeschichte posten.
Ansonsten haben etliche hier im Laufe der Zeit auch super Fortschritte gemacht, aber der "Rest", um sagen zu können "Hey, ich hab's geschafft!", fehlt noch. Und daher schreiben sie ihren Erfolgsbericht noch nicht. Betonung liegt auf "noch".
Ich gehöre übrigens auch zu dieser Fraktion. Vor vier Jahren ging's mir soooo besch..., da konnte ich nicht mal mehr an Krücken laufen, hatte Probleme, zusammenhängende Sätze zu formulieren, hab nicht mal mehr 'ne sms verstanden usw. Wie man sieht, sind Schachtelsätze jetzt kein Problem mehr. ;-) Und auch die Gelenkentzündungen, die JEDES meiner Gelenke monatelang befallen hatten, sind seit knapp zwei Jahren Geschichte. Aber der Rest... :-/ Das ist nun mal noch keinen "typischen" Erfolgsbericht wert, auch wenn's mir zigtausendmal besser geht als vor vier Jahren.
Zitat:Vielleicht sollte man [...] akzeptieren, dass es keine komplette Heilung gibt und sich schöneren Dingen im Leben zu widmen [...], nicht zuletzt, um sein Immunsystem und seine Psyche zu stärken.
Ich bin da anderer Meinung als andere hier, ich glaube nach wie vor... Nee, mit Glauben hat das nichts zu tun, das war jetzt Blödquatsch, es ist mehr: Ich bin überzeugt davon, daß ich wieder gesund* werde, sonst hätte ich mir die Therapien der letzten vier Jahre sparen können. Die Erfolge, die ich durch sie hatte, nämlich NICHT im Rollstuhl zu landen, bestärken mich in dieser Meinung. Und den Rest schaffe ich auch noch!
(* Unter "gesund" verstehe ICH nicht, daß alle unerwünschten Untermieter gekillt sind, sondern daß mein Körper allein das Gleichgewicht wieder halten kann, so wie es bei "Gesunden" eben ist, und ich keine Symptome mehr habe.)
Und gleichzeitig genieße ich die berühmten schönen Dinge im Leben. Aber dazu brauchte ich nicht erst krank zu werden. Durch viel Krankheit und Tod in meiner Familie bin dazu eh "erzogen" worden.
Womit alles irgendwie wieder seinen Sinn hat, wie Niki auch schon schrieb. Als "umsonst" seh ich die Krankheit nicht, denn auch ich konnte bisher durch mein Wissen, was ich mir in den letzten vier Jahren angeeignet hab, sehr vielen Neuinfizierten und chronisch Erkrankten weiterhelfen, indem ich eine SHG gegründet hab. Und wenn auch ich fachlich nicht mehr weiter weiß, so kann ich wenigstens den Hilflosen/Hilfesuchenden einen "Raum" bieten, in dem sie ernst genommen werden, in dem sie sich auch auskotzen können über Ärzte, Angehörige und den ganzen Alltag, der einem bis oben stehen kann. - Und DAS ist dann irgendwie mein persönlicher Erfolgsbericht.
Shit happens. Mal bist Du die Taube, mal das Denkmal...
Gehört zu den OnLyme-Aktivisten: www.onlyme-aktion.org