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Wissenschaftliche Erkenntnisse und an diese anschließende Überlegungen
#4

Hallo,

ich bin gerade erstmal knappe zwei Wochen mit der Therapie dabei (Tinidazol, Samento, Banderol und Serrapeptidase), weshalb mir meine subjektiven Erfahrungen, die ich in dieser kurzen Zeit gesammelt habe, nicht aussagekräftig erscheinen. Auch wenn ich ansonsten immer versuche, Dinge möglichst objektiv zu betrachten, kommt in mir ständig der Gedanke "Jetzt nehme ich schon dieses ganze Zeug, und es geht mir unendlich viel schlechter als zuvor" hoch - Und das steigert sich halt noch durch die Ungewissheit darüber, woran es letztlich liegt bzw. hängt auch mit meiner Neigung zu rationalem Denken zusammen, da ich für alles immer nach einer verifizierbaren Erklärung suche.

Was ich eindeutig merke, ist, dass seit Therapiebeginn in meinem ganzen Körper Entzündungsvorgänge stattzufinden scheinen (Brennen im Brustbereich, Kopfgefühl wie bei einem schweren grippalen Infekt, Fußsohlenschmerzen, ...) und dass mein Immunsystem auf Hochtouren zu laufen scheint (seit langer Zeit sind meine Lippen ständig aufgeplatzt).

Nach all den Jahren kann ich definitiv für mich (!) sagen, dass es mir schlechter geht, sobald die Temperaturen kälter werden, was wohl bei vielen hier so ist, nach all dem, was ich so gelesen habe. Das ärgert mich unendlich: Im letzten Winter hatte ich einen ziemlich heftigen Schub, bis ich mich dann gegen Frühjahr deutlich erholt hatte und es dadurch bedingt auch in anderen Lebensbereichen erneut bergauf ging, was sich auch wiederum positiv auf meinen gesundheitlichen Zustand ausgewirkt hatte. Jetzt im Herbst/Winter kam zu der Kälte auch noch viel privater Stress dazu, wodurch scheinbar ein neuer Schub ausgelöst wurde, und dieses Gefühl einer 'Niederlage', nachdem ich schon dachte "So geht es einigermaßen" macht mich echt fertig.


Bei mir wurde ja eine chronische Neuro-Borreliose diagnostiziert, und tatsächlich war bei dem LTT-Test der Wert für Borrelia garinii am höchsten: Dieser Borrelien-Stamm soll wohl vor allem bei an Neuro-Borreliose erkrankten Menschen zu finden sein. Dass daher im Gehirn Entzündungsvorgänge stattfinden, die bei mir auch entsprechende Symptome hervorrufen, stimmt mich noch pessimistischer. Ich frage mich, ob auch Herxheimer-Reaktionen, also die Reaktionen des Organismus auf abgetötete Borrelien bzw. die so entstehenden Toxine, zu einem Anstieg dieser Zytokin-Werte und einer damit einhergehenden verstärkten Symptomatik führen können.


Entschuldigung, dass ich hier so vieles durcheinandermenge, aber das ist halt das Resultat davon, wenn man sich durch diese riesige Vielzahl von Studien, Meinungen und Erfahrungen von Betroffenen, die oftmals stark divergieren, verunsichert ist.


Weiß jemand vielleicht, warum Doxycyclin bei chronischer Neuro-Borreliose im Spätstadium kaum noch wirksam ist, obwohl es bei akuter Neuro-Borreliose äußerst gut zu wirken scheint? Ich kann mir kaum vorstellen, dass es nur daran liegt, dass dieses keine Zysten bzw. Biofilme aufbrechen kann, da ich vor Beginn meiner jetzigen Therapie über ca. 3 Wochen Doxycyclin plus Serrapeptidase eingenommen hatte, ohne dabei aber weder eine positive noch eine negative Wirkung verspürt zu haben.


Damit das hier nicht allzu wirr wird und auch noch einen Bezug zu dem Artikel hat, den ich im Eingangspost verlinkt hatte und wirklich interessant finde: Es ist schon ein mehr als nur deprimierender Gedanke, dass man da Erreger im ganzen Organismus hat, bei denen man sich nur darauf konzentrieren kann, deren Aktivität auf ein äußerstes Minimum einzudämmen, die man aber nie mehr ganz los werden wird. Und ich finde, dass man das nicht einfach mit Dingen wie Herpes-Infektionen oder Ähnlichem vergleichen kann, da man sowas zwar auch lebenslang im Organismus haben kann, die potentiellen 'Ausbrüche' aber im Vergleich zu Borreliose-Schüben relativ (!) 'harmlos' sind bzw. das eigene Leben nicht in diesem Maße einschränken.


Viele Grüße

sunset
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Wissenschaftliche Erkenntnisse und an diese anschließende Überlegungen - von sunset - 03.11.2015, 23:27
RE: Wissenschaftliche Erkenntnisse und an diese anschließende Überlegungen - von Nimrod - 04.11.2015, 10:21
RE: Wissenschaftliche Erkenntnisse und an diese anschließende Überlegungen - von urmel57 - 04.11.2015, 12:17
RE: Wissenschaftliche Erkenntnisse und an diese anschließende Überlegungen - von sunset - 04.11.2015, 12:39
RE: Wissenschaftliche Erkenntnisse und an diese anschließende Überlegungen - von urmel57 - 04.11.2015, 13:20
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RE: Wissenschaftliche Erkenntnisse und an diese anschließende Überlegungen - von KeyLymePie - 04.11.2015, 13:05
RE: Wissenschaftliche Erkenntnisse und an diese anschließende Überlegungen - von sunset - 04.11.2015, 14:07
RE: Wissenschaftliche Erkenntnisse und an diese anschließende Überlegungen - von Nimrod - 04.11.2015, 13:30
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RE: Wissenschaftliche Erkenntnisse und an diese anschließende Überlegungen - von urmel57 - 04.11.2015, 16:28
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RE: Wissenschaftliche Erkenntnisse und an diese anschließende Überlegungen - von KeyLymePie - 04.11.2015, 14:17
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RE: Wissenschaftliche Erkenntnisse und an diese anschließende Überlegungen - von urmel57 - 04.11.2015, 16:39
RE: Wissenschaftliche Erkenntnisse und an diese anschließende Überlegungen - von linus - 04.11.2015, 17:30

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