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GLUTENFREI
#11

Ernährt ihr euch rein auf Verdacht glutenfrei oder gibt es da diagnostisch Hinweise auf eine Unverträglichkeit? Ich nehme an, die Antikörper sind bei allen negativ?

Mein Doc hatte 2010 einen LTT auf Gluten machen lassen und der war positiv. Habe dann einige Wochen da recht strikt eine Eliminationsdiät gemacht, aber keine Verbesserung gespürt. Dann hatte ich keine Lust mehr drauf. Andererseits reagieren die Lymphozyten ja verstärkt auf Gluten bei mir, zumindest in vitro.
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#12

auf untersuchungen würde ich nicht setzen . die wissenschaft ist da noch nicht so weit . man müsste es ja spüren ob es einem gut tut ... ich habe es 2 x mal getestet und es 2 x mal gemerkt , dass es mir besser geht . aber es ist nicht so ein effekt der sofort am, nächsten tag da ist . der effekt kommt eher langsam und schleichend und ist deshalb auch schwer festzustellen .
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#13

"Die einzige allgemein als beweisend anerkannte Untersuchungsmethode ist aber die Gastroskopie (Magenspiegelung) mit Dünndarmbiopsie bei Kindern und Erwachsenen"()
http://www.zoeliakie.or.at/zoeliakie/diagnose.asp



Ein sehr guter Artikel im Ärzteblatt:

„Hintergrund: Die Zöliakie ist eine entzündliche Erkrankung des Dünndarms mit einer Prävalenz von etwa 0,5–1 %. Sie wird durch Verzehr von Gluten in genetisch disponierten Personen (HLA-DQ2/8) ausgelöst. Pathogenetisch beteiligtes Autoantigen der Zöliakie ist die Gewebetransglutaminase (TG2).
Methoden: Selektive Literaturrecherche unter Einschluss nationaler und internationaler Leitlinien.
Ergebnisse: Die Zöliakie kann sich in jedem Alter mit gastrointestinaler (beispielsweise Malabsorption) oder extraintestinaler Symptomatik (beispielsweise Dermatitis herpetiformis Duhring) oder in Assoziation mit anderen Erkrankungen (wie Typ-1-Diabetes) manifestieren. Ein Großteil der Erkrankungen verläuft oligosymptomatisch. Es gibt zahlreiche Differenzialdiagnosen, unter anderem Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Entzündungen des Darms, oder das Reizdarmsyndrom. Zur Diagnose sind der Nachweis der zöliakiespezifischen Autoantikörper gegen TG2 (Endomysium) mit einer Sensitivität und Spezifität > 90 %, charakteristische histologische Läsionen der Dünndarmschleimhaut und eine Remission unter glutenfreier Ernährung erforderlich.
Schlussfolgerung: Wegen ihrer Häufigkeit bei phänotypischer Heterogenität, einer effektiven Diagnostik, der leichten Behandlungsmöglichkeit und damit der Vermeidbarkeit akuter und langfristiger Komplikationen sollte die Zöliakie im klinischen Alltag aller Fachdisziplinen berücksichtigt werden. Die strikt glutenfreie Diät ist lebenslang einzuhalten.“
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„Pathogenese
Die Zöliakie ist eine der am besten charakterisierten immunologischen Erkrankungen. „
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„Histologie
Die Zöliakie zeigt meist bereits während der Endoskopie makroskopische Auffälligkeiten im proximalen Dünndarm (Verminderung der Falten, Felderung und Atrophie der Schleimhaut).“
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„Von besonderer Bedeutung sind die extraintestinalen Manifestationen der Zöliakie, die gegenüber intestinalen Symptomen im Vordergrund stehen können und bei früher Diagnosestellung häufig auf eine glutenfreie Diät (GFD) reagieren. Hierzu gehören zum Beispiel Hepatopathien, die Dermatitis herpetiformis Duhring, IgA-Nephropathie, Temporallappen-Epilepsie, zerebelläre Ataxie, periphere Neuropathie, Lungenhämosiderose oder „unspezifische“ Symptome wie Gelenkbeschwerden, Erschöpfung, Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen (Depression) und Obstipation (Kasten 1).“
()
„Die strikt glutenfreie Diät führt bei circa 70 % der Patienten mit klassischer Symptomatik innerhalb von zwei Wochen zu einer Besserung der Beschwerden. Innerhalb von drei bis zwölf Monaten normalisiert sich die Zöliakie-Serologie und langsamer bildet sich auch die intestinale Entzündung zurück“
()
http://www.aerzteblatt.de/archiv/150736/...-Zoeliakie

Gehört zu den Onlyme-Aktivisten: www.onlyme-aktion.org
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Thanks given by: Heinzi , Amelie 46
#14

Hinweise gibt es bei mir laut Proktologen definitiv allerdings nichts wirklich beweisendes irgendwie
Die reinen AK habe ich noch gar nicht testen lassen, sollte ich villeicht....?
Das mein Körper ein massives Glutenproblem hat ist mir mittlerweile mehr als bewußt, auch ohne zweifelsfreien Test, und ich werd nen Teufel tun das Zeugs wieder in mich reinzudonnern Icon_essen
Aber interessieren würde es mich dennoch....
Macht das eigentlich der Hausarzt oder hmmmmmm Hautarzt?
Die Biopsie ist ja sinnfrei wenn man längst kein Gluten mehr zu sich nimmt, wie ist das mit der reinen Blutuntersuchung? Ähnlich?
Weiß das wer?
Nach wie vor geht es mir so gut wie seit Jahren nicht mehrIcon_xmas4_hurra2
Mittlerweile backe ich auch glutenfreie Kekse, Brot & BrötchenIcon_leckerer
Polenta habe ich auch für mich entdeckt, ist sogar ausnahmsweise mal nicht ganz so teuer und schmeckt mir saulekkaaaaaIcon_winkgrin

Nimm dir Zeit, solang dir welche bleibt.....
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Thanks given by: Heinzi , Amelie 46
#15

Man muss da unterscheiden zwischen Zöliakie und Glutenunverträglichkeit. Erstere ist eine recht seltene und schwere Erkrankung, die die Schulmedizin anerkennt und diagnostiziert. Darauf bezieht sich der Link von Petronella. Eine Glutenunverträglichkeit ist vermutlich eine durch Lymphozyten vermittelte Immunreaktion (Typ 4-Allergie) und in der Schulmedizin nicht anerkannt.
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Thanks given by: Petronella
#16

(12.12.2015, 12:45)Petronella schrieb:  "Die einzige allgemein als beweisend anerkannte Untersuchungsmethode ist aber die Gastroskopie (Magenspiegelung) mit Dünndarmbiopsie bei Kindern und Erwachsenen"()

Ein sehr guter Artikel im Ärzteblatt:

(12.12.2015, 16:36)Markus schrieb:  Eine Glutenunverträglichkeit ... in der Schulmedizin nicht anerkannt.

... das Wissen hat sich weiterentwickelt.
Ist aber nicht so ganz einfach.

Inzwischen kennt man mindestens drei unterschiedliche „Störungen“ durch Gluten:

Zöliakie
Weizen-Allergie
Gluten-Sensitivität (Glutenunverträglichkeit)

Es wird von einem Spektrum von Gluten-Erkrankungen gesprochen: sog. „gluten-related disorders“ (GRD) – was man vielleicht mit Gluten-Erkrankungen übersetzen kann oder Krankheiten im Zusammenhang mit Gluten.

2011 gab es in London ein Expertentreffen mit dem Ergebnis eines Konsensus-Dokuments (2012 im British Medical Journal veröffentlicht: Spectrum of gluten-related disorders: consensus on new nomenclature and classification), wo man sich auf eine neue Einteilung und Begrifflichkeiten geeinigt hat. Seitdem gilt auch die bisher umstrittenste Form der Gluten-Erkrankung, die Gluten-Sensitivität, als anerkannt, und alle neueren Autoren beziehen sich auf dieses Konsensus-Dokument.

Im Dokument werden 5 Gluten-Krankheiten genannt:

Weizenallergie (WA – Wheat Allergy) – allergisch
Zöliakie (CD - Celiac Disease) – autoimmun
Dermatitis herpetiformis (DH) – autoimmun
Gluten Ataxie (GA) – autoimmun
Gluten-Sensitivität (im Englischen: NCGS - Non-Celiac-Gluten Sensitivity) – Ursache bisher nicht klar, möglich autoimmun oder es mangelt an „adaptiven Mechanismen“ im Gastrointestinaltrakt

Überblick Figure 1

Zöliakie z.B. ist eine Reaktion auf Gluten durch eine "unangemessene T-Zell vermittelte Immunantwort" bei genetisch prädisponierten Personen (HLA-DQ2 und/oder HLA-DQ8).

Die dramatischste Erscheinung einer neurologischen Beteiligung im Zusammenhang mit einer Immunantwort auf Gluten-haltige Lebensmittel ist vielleicht die Gluten-Ataxie. Sie wurde definiert als eine sporadische, durch keine andere Ursache erklärbare Ataxie mit serologischen Antikörpern, die mit dem Zustand der Sensibilisierung auf Gluten übereinstimmen.

Glutensensitivität (NCGS) ist das “jüngste” Mitglied in der Familie der Gluten-Krankheiten und ist charakterisiert durch intestinale und extraintestinale Symptome nach der Aufnahme von Gluten-haltigen Lebensmitteln bei Personen, bei denen Zöliakie und Weizenallergie ausgeschlossen wurden. Ebenfalls charakteristisch sind das schnelle Verschwinden von Symptomen bei Gluten-freier Ernährung, sowie das Wiederauftreten von Symptomen Stunden oder einige Tage, nachdem erneut glutenhaltige Nahrung aufgenommen wurde.

Außerdem:

Die Definition von Zöliakie wurde erheblich verändert, weil z.B. oft allgemeine Körpersymptome wie Anämie vorhanden sind, aber keine Darmsymptome. usw.

Selbst mit den modernsten serologischen Tests haben bis zu 2% der Zöliakie-Patienten keinerlei serologische Marker, sind also „seronegativ“.

Die Histologie allein gilt nicht mehr als ausreichend für die Diagnose der Zöliakie. (Histology alone, however, is not specific for the diagnosis of CD, particularly if villous atrophy is absent)

Und schließlich hat sich inzwischen herausgestellt, daß viele Zöliakie-Patienten allein mit einer Gluten-freien Ernährung nicht gesund werden/ der Darm nicht heilt, selbst wenn die Diät peinlichst genau über Jahre eingehalten wurde.

Weizen

…. aktuelle Weizen-Sorten haben einen höheren Glutengehalt als in der Vergangenheit aufgrund von Veränderungen sowohl durch die Technologie als auch durch ernährungsphysiologische Gründe.

Weizensorten, die über Tausende von Jahren angebaut wurden, wie z.B. Triticum Monococcum und Triticum Dicoccum, enthalten geringere Mengen des hochgiftigen Peptid 33-Mer Gliadin.

Zu allem gibt es inzwischen sehr viel neue Literatur.

Quellen:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4360499/
2015, Francesco Tovoli, Clinical and diagnostic aspects of gluten related disorders

https://en.wikipedia.org/wiki/Non-celiac...ensitivity
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Thanks given by: urmel57 , Markus , Petronella , Amelie 46 , Waldgeist
#17

Aber ein Nachweis der Glutenunverträglichkeit durch einen LTT auf Gluten ist nicht anerkannt, oder?
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Thanks given by:
#18

(12.12.2015, 20:17)Markus schrieb:  Aber ein Nachweis der Glutenunverträglichkeit durch einen LTT auf Gluten ist nicht anerkannt, oder?

Von einem Gluten-Nachweis per LTT habe ich in der entsprechenden Literatur noch nie gelesen.
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Thanks given by:
#19

auch wieder so kompliziert und so wirklich sicher scheint dann die Aussage auch nicht zu sein Undecided
Und wenn man wie ich längst glutenfrei lebt weiß ich nicht mal ob son Bluttest überhaupt Sinn macht?

Hier mal mein Brot - eins was endlich mal gelungen+ schmackhaft ist)
natürlich komplett glutenfrei Smile

[Bild: bild00308kwi5yutc_thumb.jpg]
[Bild: bild000qrabp3e9tc_thumb.jpg]

freue mich schon aufs Frühstück

Nimm dir Zeit, solang dir welche bleibt.....
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Thanks given by: Heinzi , Amelie 46 , Waldgeist
#20

Kompliment, das sieht echt schön aus... hübsch geflochten.

Macht mit bei: www.onlyme-aktion.org

Alle meine Aussagen sind persönliche Meinungen und ersetzen keinen Arztbesuch!


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Thanks given by: Morbus Bahlsen


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