Dieses Forum nutzt Cookies
Dieses Forum verwendet Cookies, um deine Login-Informationen zu speichern, wenn du registriert bist, und deinen letzten Besuch, wenn du es nicht bist. Cookies sind kleine Textdokumente, die auf deinem Computer gespeichert sind. Die von diesem Forum gesetzten Cookies düfen nur auf dieser Website verwendet werden und stellen kein Sicherheitsrisiko dar. Cookies auf diesem Forum speichern auch die spezifischen Themen, die du gelesen hast und wann du zum letzten Mal gelesen hast. Bitte bestätige, ob du diese Cookies akzeptierst oder ablehnst.

Ein Cookie wird in deinem Browser unabhängig von der Wahl gespeichert, um zu verhindern, dass dir diese Frage erneut gestellt wird. Du kannst deine Cookie-Einstellungen jederzeit über den Link in der Fußzeile ändern.


Mit 29 Jahren aus dem Leben gerissen!
#1

Guten Tag,

ich bekam letzten Sonntag die Diagnose Polyneuropathie unklarer Genese. Somit möchte ich im Folgenden meine Krankengeschichte darstellen:

ich bin männlich 29 und sportlich aktiv. Gehe wöchentlich joggen, ins Fitnessstudio und in die Sauna nehme keine Medikamente und habe keine Vorerkrankungen. Im Februar dieses Jahres merkte ich eine leichte Gangunsicherheit beim Wandern, die ich allerdings auf fehlendes Training zurückführte. Die Gangunsicherheit zeigte sich nur ab und an und war recht harmlos. Zusätzliche Ausfallschritte bei schwierigem Gelände waren notwendig.

Seit Mai trat die Gangunsicherheit dann permanent auf. Der gesundheitliche Verfall begann dann mit nicht zu lokalisierten Zahnschmerzen. Da die Schmerzen auch nach Tagen noch persistent waren ging ich zum Zahnarzt. Dieser konnte im Röntgenbild nichts ausmachen. Die Zahnschmerzen gingen und ich bekam ganz plötzlich unglaubliche Müdigkeitsanfälle tagsüber. Die Konzentration war stark reduziert und ich konnte nicht mehr arbeiten. Gleichzeitig zeigte sich eine starke Antriebslosigkeit, was für mich eine völlig neue Erfahrung war. Bin ich doch sonst jemand der stets voller Tatendrang ist ;-). Die Augen waren besonders schwer und ich schwitze seit dem unverhältnismäßig viel. Vor allem habe ich häufig nachts Schweißausbrüche. Ich ging mit dem Beschwerdebild zum Hausarzt. Das Blutbild war unauffällig und er führte es auf einen ausklingenden Infekt zurück. In der folgenden Woche bekam ich Beschwerden in den großen Gelenken Knie und Ellbogen bei Belastung. Eine Woche später begannen die Beine beim Laufen zu verkrampfen und es begann sich ein dumpfer muskelkatermäßiger Schmerz in Ruhe zu manifestieren. Wenig später begann ich auch Einschränkungen in den Armen und Händen zu bekommen. Fehlende Feinmotorik, fehlende Armkraft und Sehnenschmerzen in den Fingern. Gerade am Morgen fiel es mir schwer aufzustehen, es herrschte eine bleierne Müdigkeit in Armen und Beinen. Ein Neurologe überwies mich ins Uniklinikum, da die NLG nicht in Ordnung war. Es stellten sich erste sensible Störungen im Bein ein: leichte Temperaturmissempfindungen. In der Uniklinik ( 6 Wochen nach Erstsymptomen) wurde dann eine Polyneuropathie unklarer Genese diagnostiziert. Es wurde EMG /NLG / CT / Blutbild /Liquor und MRT ausgewertet. Einzig EMG/NLG war auffällig mit einer axonal demynelarisierenden Schädigung. Bekannte Ursachen einer Polyneuropathie wurden diagnostisch ausgeschlossen. Ein B12 und Fölsaure Mangel wurde im Blutbild gefunden, welche nach Aussage der Ärzte allerdings nicht ursächlich zu betrachten sind. Meine Muskelkraft schwindet weiter dahin. Treppen steigen wird zu einer Herausforderung, genau wie Zähneputzen. Kann dies an dem langen Krankenhausaufenthalt liegen (2 Wochen)? Welche Ursache könnte diese Polyneuropathie haben? Ich grübele immer wieder, ob nicht doch meine Borreliose (6 Zeckenstiche )aus dem Vorjahr die Ursache sein könnte? Wurde jedoch in der Klinik eindeutig ausgeschlossen. Ich würde mich wirklich über eure Hilfe freuen. Fühle mich von den Ärzten ein wenig allein gelassen. Bin krankgeschrieben, da meine Beine einen ganzen Arbeitstag nicht durchhalten. Für mich unvorstellbar, dass ich vor 2 Monaten noch ohne große Beschwerden am Leben teilnahm. Ich bleibe optimistisch in naher Zukunft wieder vollständig genesen zu sein und würde mich freuen wenn ihr eure Ideen und Gedanken mit mir teilt.

Grüße,
Jens
Zitieren
Thanks given by:
#2

Hi Jens, Icon_winken3

willkommen im Forum.

Zitat:Ich grübele immer wieder, ob nicht doch meine Borreliose (6 Zeckenstiche )aus dem Vorjahr die Ursache sein könnte? Wurde jedoch in der Klinik eindeutig ausgeschlossen.

Was waren das für Tests?

Zitat:Theoretisch kann eine Lyme-Borreliose durch labortechnische Untersuchungen einer Blutprobe diagnostiziert werden. Praktisch ist das jedoch nicht immer sicher möglich. So treten häufig falsch positive oder falsch negative Befunde auf. Die derzeit gängigen Tests können nur unzureichend zwischen einer bestehenden Borreliose und einer bereits abgeheilten sowie ohne Symptome verlaufenen Lyme-Krankheit unterscheiden, wodurch die Mehrzahl der falsch positiven Ergebnisse entsteht. Zudem können Immunantworten von Mensch zu Mensch verschieden ausfallen und so bei einer tatsächlich bestehenden Borreliose negative Ergebnisse entstehen.

Kannst Du Dich an eine Wanderröte erinnern? Wurdest Du auf andere Infektionen getestet?

LG

Waldgeist

“Die Mikrobe ist nichts, das Milieu ist alles.“
Zitieren
Thanks given by: borrärger
#3

Hi Waldgeist,

danke für deine überaus schnelle Hilfe.Cool

Zitat:Was waren das für Tests?

Borerelien IgG(ELISA) < 5AU/ml
Borerelien IgM(ELISA) 4,49 AU/ml

Zitat:Kannst Du Dich an eine Wanderröte erinnern? Wurdest Du auf andere Infektionen getestet?

Ich hatte damals keine klassische Wanderröte, eher eine merkwürdig wunde Stelle am Bein, die nicht abheilte. Der Arzt behandelte daraufhin auf Verdacht mit Antibiotikum. Ich wurde auf viele andere Infektionen getestet, jedoch alles unauffällig.

Grüße,
Mathias
Zitieren
Thanks given by:
#4

Aus:

https://forum.onlyme-aktion.org/showthread.php?tid=177


Zitat:Leider ist die Vorstellung, dass eine Borreliose einfach zu diagnostizieren wäre, schlicht falsch.
Hegen Ärzte einen Verdacht auf Borreliose, veranlassen sie eine Blutuntersuchung.
Dann kommt im Regelfall der sogenannte ELISA-Test (Enzyme-linked immunosorbent assay) zum Einsatz. Er soll darüber Aufschluss geben, ob eine Infektion mit dem Erreger Borrelia burgdorferi vorliegt. Dieser Test hat jedoch die unangenehme Eigenschaft, zu viele falsche Resultate zu produzieren. Es gibt Schätzungen, die davon ausgehen, dass bis zu 70% der Ergebnisse falschnegativ sind.
Anstatt Kranke zu identifizieren, sortiert dieser Test sie demnach vielfach aus. Dass der ELISA als Suchtest derart unzuverlässig ist, ist aber vielen Ärzten und Patienten nicht bekannt.

Ich kann Dir leider auch nicht sagen, ob Du nun eine Borreliose hast oder nicht; Ich würde versuchen noch weitere Labortests zu machen, da o.g. Tests eben nicht sicher sind.

LG,

Waldgeist

“Die Mikrobe ist nichts, das Milieu ist alles.“
Zitieren
Thanks given by: Filenada
#5

Hallo Jens oder Mathias?

Wie du schon erfahren hast, schließt der ELISA Test eine Borrelien Infektion nicht aus. Wenn jemand so schnell so krank wird, würde ich denken, dass es nicht nur eine einzige Infektion ist, die dich so krank macht. Es kann auch durchaus sein, dass du schon länger Träger einer Infektion warst und dein Immunsystem die Infektion gut in Schach gehalten hat, bis das Immunsystem irgendwie gekippt ist, durch eine Neuinfektion, Stress oder...

Ich würde auf jeden Fall die gängigen Zeckenübertragenen Infektionen durchtesten. Am besten suchst du dir schnell einen Fachmann. Die sind sehr selten und schwer zu finden, aber normale Ärzte haben einfach keine Ahnung von Infektionen. Das ist zwar schwer vorstellbar, aber leider Fakt und das hast du ja auch schon erlebt.

Das wichtigste ist es sich selber so gut es geht zu informieren, dann kann man auch wieder vollständig gesund werden, auch wenn es mit Sicherheit nicht einfach wird.
Das sind jetzt etwas oberflächliche Ratschläge, aber viel mehr kann ich momentan aus der Ferne nicht raten. Falls du Fragen hast immer her damit.

Gruß Jens
Zitieren
Thanks given by: Waldgeist , schlaflos , borrärger , Luddi , Filenada
#6

doppelt
Zitieren
Thanks given by: schlaflos , borrärger
#7

hallo Jens,

du schreibst: "Es wurde EMG /NLG / CT / Blutbild /Liquor und MRT ausgewertet" - und: ...Borreliose "wurde jedoch in der Klinik eindeutig ausgeschlossen"

Insofern wurde auch sicher eine Liquordiagnostik in Richtung Borrelien gemacht, nicht nur ein ELISA. Da Neurologen laut Leitlinien eine eng gefasste Interpretation von Labornachweisen für eine aktive Borrelioseinfektion vertreten, fallen genau deshalb leider viele Patienten durch dieses Raster und bekommen neurologischerseits keine Therapie.
Du kannst hier im Forum seeeehr viel darüber finden Rolleyes...

Dein Krankheitsverlauf kommt mir sehr bekannt vor...und 6 Zeckenstiche mit anschließender Hautaffektion ist schon sehr verdächtig - wie lange hast du denn danach welches AB in welcher Dosierung bekommen ?
Hast Du die originalen Liquor-Werte vorliegen ?

Icon_winken3
hanni

OnLyme-Aktion.org
Zitieren
#8

Hallo Hanni,

die Werte im Liquor waren auch alle unterhalb der Grenze. Auch eine Schrankenstörung konnte nicht nachgewiesen werden. Die genauen Werte habe ich leider gerade nicht vorliegen. Kann ich allerdings raussuchen. Wenn ich es bei euch richtig verstanden habe sollte ich weitere Tests bezüglich der Borelliose machen, um es sicher auszuschließen. Vielen Dank für eure Mithilfe.

Grüße Jens
Zitieren
Thanks given by: borrärger , hanni
#9

Zitat:Wenn ich es bei euch richtig verstanden habe sollte ich weitere Tests bezüglich der Borelliose machen, um es sicher auszuschließen.

Es gibt leider keinen Test der diese Infektion ausschließen kann...
Du kannst bestmögliche Differenzialdiagnostik betreiben, oder eben einen gut durchdachten Versuch mit Antibiotika starten.

Liebe Grüße Jo


OnLyme-Aktion.org 


Es gibt nur zwei Tage in deinem Leben,an denen du nichts ändern kannst.
Der eine ist gestern und der andere ist morgen.
Zitieren
Thanks given by: borrärger , Luddi , Waldgeist , Filenada
#10

(07.07.2017, 15:18)Jens87 schrieb:  Ein B12 und Fölsaure Mangel wurde im Blutbild gefunden, welche nach Aussage der Ärzte allerdings nicht ursächlich zu betrachten sind.
Ein B12 Mangel kann auch zu Schäden im Nervensystem führen und andere Kh können daraus entstehen, allerdings wurde das im KKh bei Dir ausgeschlossen. Ich nehme an Du warst auf der Neurologie.
Zum B12 Mangel habe ich ^^hier^^ einiges geschrieben, es gibt bestimmte Tests die man machen kann um das weiter abzuklären. Wegen der vielen Zeckenbisse und der Symptome, sehe ich wie auch die Neurologen, den B12 Mangel nicht ursächlich. Nichts desto trotz bleibt die Frage warum Du einen Mangel hattest, denn Du nimmst ja keine Magenschoner, die die Aufnahme verhindern.
Ich würde mir auf jeden fall B12 zuführen. Ich nehme das ^^hier^^, Tropfen auf die Zunge, siether ist B12 ok, es ist nicht teuer denn es hält ewig.
Folsäure würde ich, bei Mangel, natürlich auch einnehmen.

(07.07.2017, 15:43)Jens87 schrieb:  Borerelien IgG(ELISA) < 5AU/ml
Borerelien IgM(ELISA) 4,49 AU/ml

Sind denn bei Dir im Blot keine sogenannten Banden gefunden worden ??
Sollte doch noch was auf Deinem Laborbefund von Banden stehen, kannst Du ^^hier^^ nachsehen.

(07.07.2017, 15:43)Jens87 schrieb:  Ich hatte damals keine klassische Wanderröte, eher eine merkwürdig wunde Stelle am Bein, die nicht abheilte. Der Arzt behandelte daraufhin auf Verdacht mit Antibiotikum. Ich wurde auf viele andere Infektionen getestet, jedoch alles unauffällig.
Wie schnell nach dem Stich wurde denn mit welchen Ab behandelt ? Man sollte innerhalb der ersten zwei Wochen behandeln. Wenn man früh behandelt hat, kann es vorkommen, dass die Testsergebnisse nichts positives anzeigen obwohl man krank ist, weil evtl. keine nachweislichen Antikörper gebildet werden konnten.
Die Wanderrötte, ist beweisend für eine Borrelieninfektion, nun war Deine nicht klassisch, aber von Zecken können noch andere Kh übertragen werden, auf die vielleicht nicht getestet wurde, daher würde ich auf jeden fall einen termin bei einem Spezie machen.
Hast Du noch ein Foto von der Stelle?
Zudem sind die Tests leider alle nicht die Zuverlässigsten, oft kommt es einfach auf einen Behandlungsversuch an, zu dem meist nur Spezies bereit sind. Um zu Deinen Werten mehr sagen zu können, bräuchte man die Differenzwerte.
Ich, an Deiner Stelle, würde auf jeden Fall einen Spezie aufsuchen. Neben weiterer Differenzialdiagnostik. Deine Symptome können meiner Meinung nach gut für eine Borreliose sprechen.
Hier noch unsere ^^Erstinformation^^ mit Symptomliste.

Aus Neurologischer Sicht hat man nur Borreliose, wenn man eindeutige Liquorbefunde für eine Neuroborreliose hat, dies ist meistens nicht der Fall. Neurologen sind nur für Neuroborreliose zuständig, wenn man Borreliose oder Borreliose mit Beteiligung des Nevensystems hat, hat man in Ihren Augen keine Borreliose. Wie auch bei mir, obwohl ich noch viel eindeutigere Werte hatte. Polyneuropathien habe ich übrigens auch.
Im Liquor wurde wohl doch irgendwas bei Dir gefunden ?

Wenn Du einen Spezie suchst, fragst Du am besten hier nach einem privaten Tip für Dein Postleitzahlengebiet, denn viele Spezies sehen uns leider nur als Gelddruckmaschienen. Wir dürfen uns hier nicht offen über Ärzte austauschen. Die Wartezeiten sind oft lang, daher schnell einen Termin machen und evtl. weitere Wege in kauf nehmen.
Hier noch Wege zu einer ^^Selbsthilfegruppe^^, da bekommt man oft auch Spezietips.

liebe Grüße borrärgerIcon_winken3
Glücklich ist der, der hinter den schwarzen Regenwolken auch die Sonne sieht.

^^Mitglied werden^^ und dabei helfen das Forum zu erhalten !!!!!!
Es ist leicht und bewirkt viel.
Zitieren
Thanks given by: Waldgeist


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste