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Borreliose - sicher??
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Chillkröte Offline
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Beitrag #1
Borreliose - sicher??
Hallo zusammen,Icon_winken3

seit 2 Tagen stöbere ich bei euch rum, habe aber nicht die Antworten auf meine Fragen gefunden, deswegen schreibe ich nun selbst.

Also... ich bin Sonntag vor anderthalb Wochen am See von einer Bremse gestochen worden. Erst nur lokale Schwellung und leichte Rötung, am nächsten Tag Einstichstelle leicht vereitert, jucken, Selbstbehandlung mit Soventol, die nächsten Tage wurde es deutlich besser. Genau eine Woche später fing die Stelle plötzlich an zu jucken, weh zu tun und zu quaddeln. Montags war ich beim Werkssanitäter, der schon ein wenig komisch guckte, mir einen Verband mit Salbe anlegte und sagte, wenn's am nächsten Tag nicht besser ist, soll ich mal einen Arzt aufsuchen.

Vorgestern früh schlug ich dann also beim Hausarzt auf. Diagnose: Erythema migrans - auch Bremsen können wohl Borreliose übertragen. Dazu Blutabnahme, Doxycyclin morgens und abends jeweils 100mg.

Heute hab ich die Ergebnisse der Bluttests bekommen:
Entzündungswerte ok, Antikörpertest grenzwertig, irgendwo bei 0,96 (was genau das heißt kann ich nicht einordnen, ich habe nur die Hälfte verstanden).

Was mich verwirrt, ist folgendes:
1. Ich lese überall, dass Antikörper erst nach 4 Wochen nachweisbar sind. Bei mir war es zum Zeitpunkt der Blutabnahme 10 Tage her. Wie passt das zusammen?
2. Die Rötung ist nach wie vor da, aber mein Erythema migrans ist nicht rund um die Einstichstelle. Die Einstichstelle ist mehr oder minder am Rand der Rötung!?
3. Bei der Behandlung mit Doxy - sind morgens und abends 100mg nicht zu wenig? Meine Ärztin sagte, sie orientiert sich an den Leitlinien der DBG, aber dort werden 400mg pro Tag empfohlen, ergo die doppelte Dosis. Huh

Mein Ärztin ist leider die nächsten 2 Tage nicht da und sagte, ich solle nächste Woche wiederkommen, dann besprechen wir alles näher. Aber es sitzt mir einfach im Nacken, ich hoffe ihr versteht mich...

Danke euch!! Shy


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(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 09.08.2018 16:18 von Chillkröte.)
09.08.2018 13:24
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Waldgeist Offline
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Beitrag #2
RE: Borreliose - sicher??
Hallo Chillkröte,

herzlich willkommen in diesem Forum!

Zitat:Vorgestern früh schlug ich dann also beim Hausarzt auf. Diagnose: Erythema migrans - auch Bremsen können wohl Borreliose übertragen. Dazu Blutabnahme, Doxycyclin morgens und abends jeweils 100mg

Ich würde ein Foto von dem Erythma migrans machen und wenn es eine Infektion mit Borrelien ist, ist die Dosis zu gering!

Zitat:Heute hab ich die Ergebnisse der Bluttests bekommen:
Entzündungswerte ok, Antikörpertest grenzwertig, irgendwo bei 0,96 (was genau das heißt kann ich nicht einordnen, ich habe nur die Hälfte verstanden).

Lass Dir doch von der Ärztin die Originalbefunde der Laborergebnisse aushändigen (Kopien); Wenn Du möchtest kannst Du die Laborergebnisse hier im Forum (anonym) einstellen:


Zitat:1. Ich lese überall, dass Antikörper erst nach 4 Wochen nachweisbar sind. Bei mir war es zum Zeitpunkt der Blutabnahme 10 Tage her. Wie passt das zusammen?
2. Die Rötung ist nach wie vor da, aber mein Erythema migrans ist nicht rund um die Einstichstelle. Die Einstichstelle ist mehr oder minder am Rand der Rötung!?
3. Bei der Behandlung mit Doxy - sind morgens und abends 100mg nicht zu wenig? Meine Ärztin sagte, sie orientiert sich an den Leitlinien der DBG, aber dort werden 400mg pro Tag empfohlen, ergo die doppelte Dosis. Huh

Zu 1.: Da bin ich jetzt überfragt; Vielleicht kann Dir da noch jemand aus dem Forum darüber Auskunft geben;

Zu 2.: Wie oben schon erwähnt würde ich ein Foto machen und wenn Du möchtest kannst Du dieses auch im Forum einstellen;

Zu 3.: Verstehe ich jetzt ehrlich gesagt auch nicht warum Deine Ärztin nicht gewichstadaptiert und nach den Leitlinien der DBG therapiert wenn sie es schon so ankündigt;

LG,

Waldgeist

“Die Mikrobe ist nichts, das Milieu ist alles.“
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 09.08.2018 14:40 von Waldgeist.)
09.08.2018 14:29
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Chillkröte Offline
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Beitrag #3
RE: Borreliose - sicher??
Hallo Waldgeist,

Ich danke dir für deine schnelle Antwort.
An die Laborergebnisse komme ich leider erst kommende Woche, aber ich habe mal versucht, ein Foto des Übeltäters zu machen, habe es meinem ersten Post angehängt. Die Rötung verblasst bereits ein wenig, es juckt auch nicht mehr wie bekloppt. Die Einstichstelle ist ganz unten zu sehen, neben dem Kuli-Strich rechts unten, das heisst, die Rötung breitet sich nicht drumherum aus, sondern von der Einstichstelle weg.

Vielleicht hilft das ja schonmal als Anhaltspunkt!? Ich weiß, ihr seid vermutlich alle keine Ärzte, aber ihr habt sicher schon einiges hier gesehen und gehört...

Vielen Dank nochmal!!
Elisa
09.08.2018 16:21
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Waldgeist Offline
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Beitrag #4
RE: Borreliose - sicher??
Zitat:Die Einstichstelle ist ganz unten zu sehen, neben dem Kuli-Strich rechts unten, das heisst, die Rötung breitet sich nicht drumherum aus, sondern von der Einstichstelle weg.

Ich bin kein Experte...,

aber für mich sieht das nicht wie eine typische Wanderröte aus;

Wobei, wenn ich mir die folgenden Bilder ansehe, sind manche für mich auch nicht eindeutig als Wanderröte zu erkennen:

https://www.google.de/search?q=erythema+...gws_rd=ssl

LG,

Waldgeist

“Die Mikrobe ist nichts, das Milieu ist alles.“
09.08.2018 16:48
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Chillkröte Offline
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Beitrag #5
RE: Borreliose - sicher??
Für mich sieht es auch nicht so aus, aber ich habe mich bis dato nie damit beschäftigt. Was mich stutzig gemacht hat, ist das Ergebnis des Blutbildes, angeblich sind ja bereits Antikörper vorhanden. Ich denke aber, dass ich das am Montag anfordern und noch eine zweite Meinung einholen werde...

Danke dir!
09.08.2018 17:29
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urmel57 Online
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Beitrag #6
RE: Borreliose - sicher??
Hallo Chillkröte,

sei willkommen bei uns. Icon_winken3

Auf Bildern kann man sich manchmal ganz schön täuschen. Ob das nun ein Erythema migrans ist oder eine andere Infektion - ich würde da jetzt nicht lange rumdeuteln und das Antibiotikum lang genung, das heißt 3 bis möglichst 4 Wochen nehmen, denn Gewissheit bekommt man da nicht so einfach.

Bluttests können durchaus auch schon schneller positiv anzeigen, es kann hier aber auch Kreuzreaktionen geben. Lass dir nach Möglichkeit die Originalergebnisse des Labors geben, die sind oft ausführlicher als die Dateien, die der Arzt bei sich abspeichert.

Vielleicht meinte die Ärztin/ Arzt ja, nach den Leiltinien der DDG zu behandeln, da sind 200 mg vorgesehen. Was nun richtiger ist, darüber gibt es keine Untersuchungen. Wenn eine Behandlung nicht ausgereicht hat, wird das schnell als Argument herangezogen und es hat auch eine gewisse Logik. Bei Kindern rechnet man 4mg/ kg Körpergewicht und hört willkürlich bei 50 kg auf...

Wie auch immer, Doxycyclin wirkt gegen eine ganze Reihe von Infektionen, so gesehen ist es nicht ganz falsch so zu handeln, wie es geschieht. Ob es ausreicht, lässt sich jetzt nicht sagen.

Wichtig ist es tatsächlich die Einnahmehinweise von Doxycyclin peinlichst zu beachten. Alle Nahrungsmittel, die in hohen Mengen Calcium und Magnesium enthalten sind mit deutlichem Zeitabstand, am besten 4 Stunden versetzt einzunehmen. Das betrifft alle Milch- und viele Milchersatzprodukte aber auch Wasser aus der Flasche oder manchmal auch aus der Leitung. Doxycyclin wird in Kontakt mit Calcium oder Magnesium fest gebunden und kann damit nicht mehr vom Körper aufgenommen werden.

Ebenso ist ein guter kompletter Sonnenschutz empfehlenswert, da es phototoxisch ist und es leicht in der Sonne, auch hinter Glasscheiben, zu Hautschäden kommen kann.

Liebe Grüße Urmel

Mitglied bei => Onlyme-Aktion.org

Hier stehe ich, ich kann nicht anders ....
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 09.08.2018 21:22 von urmel57.)
09.08.2018 19:24
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Chillkröte Offline
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Beitrag #7
RE: Borreliose - sicher??
Hallo Urmel,

vielen Dank! Icon_winken3

Die Ergebnisse der Blutuntersuchung habe nun doch schon! Obwohl meine Ärztin diese Woche nicht im Hause ist, konnte ich glücklicherweise jemanden erreichen, der sie faxen konnte.

Die Ergebnisse habe ich nun heute dem viel gelobten Hausarzt eines guten Freundes angeschleppt. Er hat sich sehr sehr viel Zeit genommen, sich meine Geschichte anzuhören und mir alles kleinlichst erklärt - das gesamte Blutbild, was IgM und IgG sind, was meine Werte bedeuten, was Borrelien sind und was sie tun usw usw. Und er sagte mir auch, dass in meinem Fall wirklich nichts für eine Borreliose sprechen würde, weder die Art der Rötung, noch der Verlauf der Hautveränderung oder die Blutwerte (alle, wirklich alle, völlig im Normbereich), sondern dass er stark von einer allergischen Reaktion ausgeht.

Natürlich bin ich immer noch ein wenig ängstlich "was ist, wenn...", aber er schien mir wirklich kompetent, deutlich mehr als die erste Ärztin und er konnte mir jede Frage adhoc beantworten, so dass ich hier auf sein Urteil vertraue und mich wohl damit fühle.

Lieben Dank für eure Unterstützung, es ist toll, wenn man nicht allein im Regen stehen gelassen wird!! Heart
10.08.2018 12:41
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