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Erfahrungen mit Bewegungstherapie bei Muskelschmerzen
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Regi Offline
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Beitrag #1
Erfahrungen mit Bewegungstherapie bei Muskelschmerzen
Ich habe leider einen chronischen Verlauf nach Borreliose Stadium 3 mit Acrodermatitis chronica atrophicans und mindestens sechs Jahren bis zur Diagnose. Die Schmerzen sind dauerhaft wie ein Ganzkörpermuskelkater zu beschreiben - vielleicht auch als fibromyalgieartig.

Ich weiss noch , dass ich in einem damals konditionell noch guten Zustand immer weniger Sport und Hobbys betrieb, weil es mich im Nachgang immer wieder mit Muskel- und/oder Sehnenschmerzen im zuvor belasteten Körperteil bestrafte.

In der Schmerzsprechstunde wurde mir aktuell Bewegungstherapie verschrieben. (Täglich grüsst das Murmeltier). Ich habe mich erneut darauf eingelassen, trotz schlechter Erfahrungen in der Vergangenheit. In der Krankengymnastik haben wir ein Progrämmchen mit 5 Übungen ausgearbeitet, dass in einem ersten Schritt hauptsächlich auf den Aufbau der Rumpfmuskulatur abzielt. Nachdem ich dieses Programm das dritte oder vierte Mal absolviert hatte, bekam ich starke belatungsabhängige Schmerzen am Beckenkamm, wo meines Wissens einige Muskeln ansetzen. Schon nach einer Minute stehen oder gehen wollte ich mich nur noch hinsetzen. Hinzu kam eine ausgeprägte Kälteempfindlichkeit an derselben Stelle. Das Ganze dauerte nun zwei Wochen. Die Bewegungstherapie habe ich solange ausgesetzt. Seit ich begonnen habe, in Belastung einen Rückenstützgürtel zu tragen und mit "Zaubergel" einzureiben, habe ich es wieder so weit im Griff, dass der ursprüngliche Tagesrhytmus mit Selbstversorgung und Körperhygiene wiederhergestellt werden konnte.

Die Schmerztherapeutin ist der Meinung, dass es sich um Muskelkater handle. Ich empfand es aber nicht als Muskelkater sondern als Schmerzen und die Dauer von zwei Wochen ist für Muskelkater meiner Meinung auch unüblich. Eine Krankengymnastin erzählte mir mal dasselbe. Damals warens die Sehnenansätze an der Hüfte. Ich habe darauf fünf Monate weitertrainiert, bis ich vor dem Trainingsraum nur noch in Tränen ausbrach. Nach fünf Monaten sollte bei regelmässigem Training meiner Meinung keine Muskelkater mehr auftreten.

Gibt es hier noch andere Betroffene, die ähnlich auf Bewegungstherapie reagieren? Welche Strategien führten bei euch zu mehr Bewegung ohne zusätzliche Schmerzen?

Ich kann wegen dem Asthma keine NSAR länger als zwei Tage nehmen und mit Tramadol bin ich nur noch Zombie vor dem TV.

LG, Regi

PS. Das "Zaubergel" habe ich im Liquidationsmarkt gekauft. Es enthält Teufelskralle, Murmeltieröl und Menthol. Murmeltieröl soll ein natürliches Cortison enthalten. Ich habe mir jetzt das 100%-ige bestellt und werde in einem separaten Thread darüber berichten.

Je mehr ich über die Borreliose weiss, desto mehr weiss ich, dass man fast gar nichts weiss.

Nichts auf der Welt ist gefährlicher als aufrichtige Ignoranz und gewissenhafte Dummheit. (Martin Luther King)
04.10.2018 06:07
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Nicole1968 Offline
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Beitrag #2
RE: Erfahrungen mit Bewegungstherapie bei Muskelschmerzen
Hallo Regi,
ich kenne das auch genau so, wie du es schilderst... hatte mal Reha-Sport angefangen,... nach ein paar Wochen habe ich es hingeschmissen, da es alles nur verschlimmert hat... wie Muskelkater, nur schlimmer und dauerhaft...
Ich habe jetzt seit 10 Monaten Physio zweimal die Woche und das Glück, dass meine Physiotherapeutin mich "nur" massiert. Ich bin dadurch sehr viel beweglicher geworden, da sie immer wieder alles versucht zu lösen, was ich durch Anspannung und Schonhaltung verursache...
Es ändert zwar nichts an meinen Dauerschmerzen, aber da es mich deutlich beweglicher macht, habe ich wenigstens ein Gefühl von Linderung.
Was mir auch hilft, ist Wassergymnastik, da ich mich im Wasser relativ gut bewegen kann ohne extra Schmerzen... Hatte ich mal während einer Reha... und wird jetzt hier neuerdings angeboten als Reha-Sport... habe mich mal auf die Warteliste setzen lassen.. einen Versuch ist es wert.
LG
Nicole
04.10.2018 07:29
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Waldgeist Offline
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Beitrag #3
RE: Erfahrungen mit Bewegungstherapie bei Muskelschmerzen
Hallo Regi,

ich habe das gleiche Problem; Mein HP meinte das mein Muskelstoffwechsel nicht richtig funktioniert;

Zusätzlich habe ich Ansatztendinosen und das jede Menge; Wenn da Zug drauf kommt wird alles nur noch schlimmer; Deswegen habe ich auch mit dem Reha-Training aufgehört;

Ist echt ein Schei...! Was mir hilft: Wenn ich beim Walken war, danach ein warmes bis heißes Bad mit Magnesiumchlorid Hexahydrat; Halbe Stunde drin bleiben;

Teilweise hilft auch mein Tens-Gerät;

Die Sehnenansätze schmiere ich mit Salben ein; Manchmal hilft auch zusätzliche Wärme;

Man kommt sich manchmal echt vor wie ne wandelnde Apotheke;

LG,

Waldgeist

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04.10.2018 12:35
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borrärger Offline
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Beitrag #4
RE: Erfahrungen mit Bewegungstherapie bei Muskelschmerzen
Hallo Regi,

Ich kann Dir leider nicht weiterhelfen, ich nehme bisher alle fünf bis sechs Monate zwei Wochen Ab, dann geht es wieder ganz gut. Wie das weitergehen soll und geht weiß ich selbst noch nicht.

Ich habe auch sowas wie einen Ganzkörpermuskelkater, vorallem in den Beinen und Füßen und in den Armen. Ich wüsste nicht was Gymnastik da helfen würde. Bei mir fühlt es sich so an als würde jemand meine Beine quetschen. An den Nerven ziehen in Armen und Beinen oder als wäre was in den Muskeln. Es fühlt sich kalt an.

Manchmal wenn ich laufe wird es in den Füßen etwas besser, wenn ich es nicht übertreibe. Das laufen tut zwar erst weh aber irgendwie auch doch gut, denn sitzen und stehen ist ja oft auch nicht besser. Wenn ich laufe spüre ich es blos weniger, keine Ahnung warum. Aber Gymnasik möchte ich nicht dafür machen. Lieber nicht.

Für die Wirbelsäule und die Rückenschmerzen hilft mir die Gymnastik (Muskelaufbau und Bewegung um die Gelenke zu schmieren und die Muskeln zu dehnen dass sich nichts verkrampft) sehr gut. Aber da weiß ich auch genau dass die Wirbelsäule zerstört ist. Meine Gymnastik ist nur für den Nacken und da bewrkt sie bisher zum Glück wirkliche Wunder.
Die Gymnastik dafür hat von Anfang an irgendwie gut getan. Man hat gespürt dass man das richtige tat. Unter der Bewegung war der Schmerz dann zu Anfang schlimmer, aber im Anschluss besser. Jetzt kriege ich den Rückenschmerz damit sogar bis zum nächsten Morgen weg. Dann muss ich wieder Gymnastik machen.

ich hab das nur so ausführlich beschrieben, weil ich denke dass es ungewöhnlich und nicht unbedingt heilsam ist, wenn es nach zwei Wochen immer noch so weh tut wie bei Dir und es ist eher schlechter geworden.

Man spürt doch selbst auch ob was hift oder nicht. Ging mir zumindest so. Ich spüre genau gegen die Muskel/Nervenschmerzen oder was auch immer das ist, würde mir Gymnastik wohl kaum helfen. Allgemeines Bewegen im Alltag hilft mir dafür scheinbar, also ruhig mal eine Treppe mehr laufen und auch sonst nicht an Alltagsbewegung sparen obwohl es unangenehm ist. Ich hab das Gefühl das tut mir am besten. Putzen tut mir gut (hört sich wirklich Cool beknackt an), wäsche aufhängen usw. Ich helfe manchmal auch einer Nachbarin bei Kleinigkeiten, weil es mir gut tut auch wenn es im Moment viel unagenehmer ist als wenn ich mich nicht bewege. Aber insgesamt hilft es.

Ich wünsche Dir dass es Dir bald besser geht und Du einen Weg findest.

Ich möchte gerne wissen was das ist was uns so weh tut und ob es überhaupt dasselbe ist, wissen wir auch nicht.

liebe Grüße borrärgerIcon_winken3

Glücklich ist der, der hinter den schwarzen Regenwolken auch die Sonne sieht.
04.10.2018 14:15
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Regi Offline
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Beitrag #5
RE: Erfahrungen mit Bewegungstherapie bei Muskelschmerzen
Danke für eure Feedbacks. AB haben leider keinen Einfluss auf die "Weichteilschmerzen".

Wassergymnastik ist jetzt auch meine grosse Hoffnung. Für die Wassergymnastik habe ich eine Instruktion bekommen, da ich am 2.11. wieder für ein halbes Jahr nach Thailand reise und dort einen niederschwelligen Zugang zum Pool habe. Hier geht das nicht. Bis ich angezogen bin, die Tasche gepackt habe und im Hallenbad wieder ausgezogen bin, bin ich schon derart erschöpft, dass ich gleich wieder nach Hause kann. Länger als ein bis zwei Wochen kann ich das nicht durchziehen bei zwei bis drei Einheiten pro Woche. Ich habe grundsätzlich Mühe bei solch zusätzlichen Belastungen zur Selbsversorgung. In Thailand muss ich nicht waschen, kochen und putzen. Wegen der tiefen Preise bei den Dienstleistungen kann ich jemanden dafür anstellen und auswärts essen gehen.

Walken und danach ein heisses Bad nehmen überfordert meine Ressourcen leider bei Weitem. Ein Bad zu nehmen frisst mir generell die Resssourcen von mindestens einem halben Tag. Tens ist bei mir unwirksam.

Mit Salben hatte ich bisher wenig bis gar kein Erfolg ausser jetzt mit dem Gel, der Murmeltieröl enthält. Bei den Sehnen hilft das (noch) nicht wirklich. Aber ich bin schon froh, dass ich diese Beckenschmerzen fast los bin.

LG, Regi

Je mehr ich über die Borreliose weiss, desto mehr weiss ich, dass man fast gar nichts weiss.

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04.10.2018 18:20
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FreeNine Offline
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Beitrag #6
RE: Erfahrungen mit Bewegungstherapie bei Muskelschmerzen
Hallo Regi,

ich merke mittlerweile auch, wenn ich mich falsch belaste, da bekomme ich die Retourkutsche.
Wenn ich mir überlege, dass ich 2011 noch 2-3 x pro Woche ins Fitnessstudio gegangen bin und mit relativ leichten Übungen an den Geräten versucht habe, die Muskulatur zu stärken. Das ist alles nicht mehr machbar, erschöpfungstechnisch.

Wenn ich mir alles schön einteile und nicht übertreibe, komme ich ganz gut über den Tag. D.h. schmerzmäßig komme ich soweit ohne Medikamente aus.
Aber vor einer Woche habe ich wieder 2 Stunden im Garten auf meiner "Hochblumenrabatte" einiges abgeschnitten, rausgezogen usw. und das z.T. auf Knien (so im Art Vierfüßlergang) Seitdem Schmerzen mir wieder beide Schultern . Ich bekomme die Arme kaum in Schulterhöhe gehoben. Kaffeeingießen im Sitzen ging zum Teil gar nicht. Da fehlt die Kraft und es schmerzt. Das nur als Beispiel.

Also die Wassergymnastik tut mir generell auch gut. Ich bin hinterher aber auch total am Limit, obwohl ich in einer Gruppe bin, wo der Durchschnitt ca. 20 Jahre älter ist. Ich bin froh, wenn ich die knapp 20 km Fahrtweg zur WG in der Fahrgemeinschaft in einem Auto mitfahren kann, da ich es einfach manche Tage nicht schaffe bzw. ich muss im Vorfeld bzw. Nachgang mich schonen, so dass mein Energie -und Kraftlevel für die Behandlung reichen.
Aber die Wassergymnastik tut mir im Endeffekt gut, ich merke, wie sich das ein oder andere wieder entspannt & lockert...

Mittlerweile sind wohl einerseits durch die Schonhaltung, und andererseits mein Muskelstoffwechsel auch nicht normal funktioniert (erhöhter unklarer CK), einige Muskeln verkürzt.

Ich habe hier eine Physiotherapeutin, die die Muskulatur dehnt und die immer wieder plötzlich verhärteten Stellen immer wieder lockert, weniger mit Massage, sondern immer wieder mit anderen Griffen usw.
Und ich habe eine Strategie gefunden, dafür auch immer Rezepte in Petto zu haben, so dass ich 1-2 mal pro Woche zur Physiotherapie kann.
(Neurologin mit KG fürs ZNS, Orthopädin mit MT für Schulter, Nacken, Beine, Ergänzung durch Hausarzt oder B.-Arzt).
Aber alle Behandlungen müssen halt auf meinen Zustand angepasst (leichter und z.T. vorsichtiger) sein. Sie kennt meine Symptomatik mittlerweile und ich brauche ihr nur zu sagen, wo meine aktuelle Problematik ist und sie legt dann zielgerichtet los. (Also kein 0815 Standartprogramm Wink ) Ich bin sehr sehr froh, dass ich sie gefunden habe!
Also dass bringt mir meist etwas Linderung und immer wieder kurzfristige Besserung.

Also vor 2 Jahren z.B. dachte meine Orthopädin mir gerätegestützte Krankengymnastik zu verordnen. Ich habe es probiert, aber vieles musste ich abbrechen, da ich das Maß, was ein relativ fitter in meinem Alter schaffen würde, gar nicht mehr ansatzweise schaffe.

Zu Borrärger - Treppensteigen.
Jeden Gang in den Keller überlege ich mir genau - vor allem in der zweiten Tageshälfte bzw. ich brauch immer wieder lange Erholungsphasen.

Regi, ich wünsche dir dass es generell wieder besser wird.
LG FreeNine

“Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.” Mahatma Ghandi

Macht mit bei: www.onlyme-aktion.org
04.10.2018 21:12
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