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Langzeitantibiose mit Pausen?
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HelenB Offline
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Beitrag #1
Langzeitantibiose mit Pausen?
Hallo!
Ich mache gerade eine Antibiose, da ich nach 5 Jahren Symptomfreiheit leider wieder starke Borreliose-Symptome bekommen habe. Vor5 Jahren hat mich eine 70 Tage dauernde Antibiose gerettet.


Jetzt habe ich die 30 Tage mit 400mg Doxycyclin fast hinter mir und es geht mir schon viel besser (aber schwankend!). Jetzt soll ich die nächsten 25 Tage andere Antibiotika nehmen.


Meine Frage: Könnte ich einfach nach dem Doxy einige Tage aussetzen, um zu schauen, ob die Beschwerden weiter abebben??? Ist es ein Problem, wenn man die Antibiose kurz unterbricht zwischen verschiedenen Antibiotika???


Vielleicht hat ja jemand Erfahrung damit oder weiß einen Rat. Ich würde mich sehr freuen!!!


Beste Grüße!
30.01.2019 20:51
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borrärger Offline
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Beitrag #2
RE: Langzeitantibiose mit Pausen?
Herzlich Willkommen hier im Forum !!

Ich würde durchtherapieren wenn es Dir nicht schlecht geht unter der Therapie, denn was man unter der Therapie spürt kann eine Weile nach Absetzen der Ab wieder anders sein, vorallem wenn es keine frische Infektion ist, sehe ich das so. Ein Ab kann unter der Therapie gut wirken und erst wenn man längere Zeit abgesetzt hat merkt man dass es doch nicht ausreichend war. Bei Doxy ging es mir nach dem Absetzen so.

Deine erste Therapie hat gut gewirkt da würde ich mit einer längeren fortlaufenden Therapie ohne Pause, wie vom Spezie/Arzt empfohlen, anknüpfen wollen.
Borrelien haben eine sehr langsame Teilungsrate, in dieser Zeit können sie vom Ab besonders gut erwischt werden, daher werden bei Bakterien mit langsamer Teilungsrate wie den Borrelien und der Syphilis meist längere durchgängige Therapien empfohlen, das sicher nicht ohne Grund.
Zitat: Die Generationszeit beträgt bei Borrelien 12-36 Stunden
http://www.dieterhassler.de/index.php?id=167
Jede Menge Bakterien haben eine kurze Generationszeit ,manche nur einigen Minuten, eine kurze Therapie ist daher ausreichend.

liebe Grüße borrärgerIcon_winken3

Glücklich ist der, der hinter den schwarzen Regenwolken auch die Sonne sieht.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 30.01.2019 23:38 von borrärger.)
30.01.2019 22:42
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HelenB Offline
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Beitrag #3
RE: Langzeitantibiose mit Pausen?
Hallo Borrärger (und alle)!


Vielen Dank für Deine nette, informative Nachricht. Das hilft mir sehr! Ich werde dann wohl weitermachen und hoffen!
Meine jetzige Therapie ist wieder die gleiche wie vor 5 Jahren. Sie hatte ja auch geholfen. Oder meinst Du es könnte Probleme wegen möglicher Resistenzen geben? Sollte man eher andere Antibiotika verwenden?


Viele Grüße!
31.01.2019 08:30
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borrärger Offline
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Beitrag #4
RE: Langzeitantibiose mit Pausen?
Eigentlich heißt es dass Borrelien nicht resitent werden.
Zitat:Erworbene Resistenzen können ja recht einfach nachgeprüft werden im Labor, da wurden durchaus entsprechende Versuche gemacht, ohne Erfolg. Auch bei den wenigen Fällen, wo nach der Behandlung noch lebende Erreger gefunden wurden (was bei jeder Infektion passiert), wurden entsprechende in vitro Untersuchungen gemacht. Jedoch konnte auch hier bisher keine erworbene Resistenz nachgewiesen werden.
https://forum.onlyme-aktion.org/showthre...#pid135065
Wenn Du magst kannst Du Dir einiges dazu durchlesen. Bei mir haben die Ab immer wieder gut gewirkt.
Es geht bei Resistenzen auch um andere Bakterien die jeder noch im Körper hat, da kann es womöglich schon zu Resistenzen kommen.

Welche anderen Ab sollst Du denn weiter nehmen ?
Ich würde die Therapie, da sie letztes mal sehr gut angeschlagen hat und Du jetzt die Möglichkeit hast sie zu wiederholen nochmal machen, ob das richtig ist Huh
Du kannst ja mit Deinem Arzt darüber sprechen.

liebe Grüße borrärgerIcon_winken3

Glücklich ist der, der hinter den schwarzen Regenwolken auch die Sonne sieht.
31.01.2019 10:54
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mikky Offline
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Beitrag #5
RE: Langzeitantibiose mit Pausen?
Hallo HelenB,
also mein Spezi sagt, daß das gar nicht schlimm ist, wenn man zwischendurch mal Pause macht; Borrelien würden nicht resistent werden. Ich selbst mache öfter Pausen, da ich die AB sehr lange nehmen muß. Da brauche ich ab und zu Pausen, um Sonne zu tanken, da ich ja unter AB nicht in die Sonne gehen darf. Mir haben diese Pausen nie geschadet. Und nach der Pause haben die AB genauso gut gewirkt wie vorher. Einmal habe ich sogar eine 3 Monate dauernde Pause gehabt, dann aber einen Rückfall bekommen und mit denselben AB weitergemacht wie vorher, und sie haben abermals sehr schnell gewirkt.

Auf der anderen Seite muß man aber auch sagen, daß es leider hier im Forum auch viele Leute gibt, die darüber berichten, daß ihre Medikamente, die ihnen immer geholfen haben, auf einmal jede Wirkung verloren haben. Woran das liegt, ob die Borrelien in diesen Fällen doch noch resistent geworden sind oder ob es sich bei diesen Leuten gar nicht um Borrelien, sondern um andere Bakterien handelt, kann man nur mutmaßen.

Mein Spezi hat mir auch dazu geraten, die Medikamente nicht zu wechseln, solange sie wirken. Er hält es nicht für gut, da Experimente zu machen, wie er es formuliert hat, solange ich eine positive Wirkung verspüre. Ich halte das durchaus für richtig. Wenn du die Medikamente wechselst, weißt du wieder nicht, ob sie überhaupt wirksam sind (es gibt ja auch angeborene Resistenzen) und auch nicht, ob du sie verträgst.

Bist du dir eigentlich sicher, daß es sich bei dir um einen Rückfall handelt und nicht um eine Neuinfektion? Manchmal merkt man das gar nicht, wenn man gebissen wird. Hast du noch mal Blutuntersuchungen machen lassen? Das würde mich sehr interessieren, was bei dir da rausgekommen ist.

Ich wünsche dir alles Gute.
31.01.2019 19:10
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HelenB Offline
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Beitrag #6
RE: Langzeitantibiose mit Pausen?
Hallo Borrärger und Mikky und alle,
vielen Dank für Eure Infos! Ich bin Euch ja noch Antworten schuldig:

Ich habe meine 30-Tage-Doxy-Therapie eigenmächtig um 2 Tage verkürzt. ( vor 5 Jahren hatte Doxy auch nicht soo gut angeschlagen).
Ab heute nehme ich im 6-Stunden Rhythmus abwechselnd Roxithromycin und Infektotrimet. Das hatte 2013 zu deutlicher Besserung geführt.

Nein ich bin mir ganz und gar nicht sicher, ob es nicht eine Neuinfektion ist. Allerdings kamen die Beschwerden sehr schnell, heftig und vielfältig. Bei einer Neuinfektion kommt doch alles eher langsam einschleichend, oder?
Meiner Ärztin war das Thema völlig egal, ob neu oder alt.

Meine Hausärztin hat nur IgG und IgM gemessen-negativ. Die Ergebnisse von der Borreliose-Ärztin habe ich noch nicht. Ich schreibe sie Euch gern, sobald ich sie weiß!

Viele Grüße - und Euch auch viel Glück!
01.02.2019 08:31
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mikky Offline
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Beitrag #7
RE: Langzeitantibiose mit Pausen?
Hallo HelenB,
für deine Therapie ist es ja wohl egal, ob es eine neue oder eine alte Infektion ist. Es hätte nur mich sehr interessiert, ob es wirklich möglich ist, daß nach 5 beschwerdefreien Jahren dann auf einmal von heute auf morgen alles wieder von vorne losgeht. Also ich hätte es sehr beruhigend gefunden, wenn du gesagt hättest, da wäre doch irgendwas gewesen, was vielleicht ein neuer Biß gewesen sein könnte. Da das offenbar nicht der Fall ist, macht mir dein Fall Angst. Das sind schlechte Aussichten für alle von uns. Scheint so, als ob man das nie mehr ganz los wird. Umso mehr interessiert es mir, ob denn deine Medikamente jetzt noch genauso anschlagen wie damals. Das wäre dann ja immerhin ein Lichtblick.

Roxithromycin und Infektotrimet kenne ich nicht. Ich nehme an, Roxi ist so ähnlich wie Azi und Infektotrimet so ähnlich wie Mino??? Kann das sein? Ich hoffe sehr, daß dir das helfen wird. Was ich nicht verstehe: Wieso hat deine Ärztin dich denn überhaupt mit Doxy anfangen lassen und nicht gleich diese beiden anderen Medikamente verschrieben? Zumal wenn du eh schon mit Doxy eher schlechte Erfahrungen gemacht hast. Ich verstehe es einfach nicht, warum man immer mit 4 Wochen Doxy anfangen muß, um schon gemachte schlechte Erfahrungen ständig zu wiederholen.

Ich würde mich sehr freuen, wenn du uns auf dem Laufenden halten würdest, wie es bei dir weitergeht. Auch bezüglich der Ergebnisse vom Spezi. Danke.
03.02.2019 16:04
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Markus Offline
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Beitrag #8
RE: Langzeitantibiose mit Pausen?
Wie ist denn damals die B. nachgewiesen worden und wie aktuell? Roxy und Trimethoprim sind offiziell nicht wirksam bei Borreliose, und wenn die Serologie dazu negativ ist, dann ist es vielleicht auch was anderes (z.B. Chlamydien). Was ja, wenn es hilft, dann auch keine Rolle spielt. Aber man sollte dann vorsichtig sein, diese Erfahrungen auf andere zu übertragen.

Dr. Rainer Rothfuß: Feindbilder pflastern den Weg zum Dritten Weltkrieg
03.02.2019 16:30
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Beitrag #9
RE: Langzeitantibiose mit Pausen?
Hallo!

Danke für alle Hinweise! Ich halte Euch gern auf dem Laufenden:

Zur alten Infektion 2011/12:
Im Nachhinein war und bin ich mir sehr sicher, dass ich damals infiziert worden bin. Leichtsinnigerweise bin ich nicht zum Arzt gegangen.
Nach einer langen Odyssee 2013 und der Langzeittherapie hatte ich 2014 abklingende Symptome und dann nichts mehr.

Neue starke Beschwerden seit Ende 2018:
Als Erstes dachte ich an eine Neuinfektion, denn es gab sowohl im Sommer 2017 als auch im Herbst 2018 Zeckenbisse. Später kamen mir wieder Zweifel. Ich weiß es nicht!
Bei einer Neuinfektion hätte doch Doxy (5 Wochen!) entweder besser helfen müssen oder es bestehen Resistenzen?

Antibiotika:
Jetzt bin ich bei der "Borreliose-Therapie nach Gasser, Graz". Roxithromycin ist ein Makrolid, Infectotrimet hat den Wirkstoff Trimethoprim der Gruppe Diaminopyrimidine.
Dass das eher gegen Clamydien helfen soll und nicht gegen Borrelien ist ja interessant. Danke für den Hinweis, Markus!
Mit dieser Therapie geht es mir bis jetzt gut bis mittelprächtig. Abwarten!

Ja, ich ärgere mich schon etwas darüber, dass ich mit Doxy anfangen musste, und dann solange. Ich wage es nicht, meiner Ärztin energischer entgegen zu treten, aus Angst, dass sie mir wieder gar nichts verschreiben will! (So wie 2013, als ich monatelang mit unerträglichen Beschwerden herumlaufen musste, sie unter Tränen angefleht habe, mir Antibiotika zu verschreiben, und ich ihr unterschreiben musste, dass ich es auf meine eigene Verantwortung mache).

Liebe Grüße,

HelenB
04.02.2019 08:43
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borrärger Offline
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Beitrag #10
RE: Langzeitantibiose mit Pausen?
Hier habe ich noch einen alten Thread zum Gasser Schema gefunden, ob es nun gegen B wirklich hilft das würde mich auch etwas verunsichern, Markus hat recht das kann man dann guten Gewissens nicht weiter empfehlen. Habe noch einen alten Thread dazu gefunden, anscheinend haben es einige recht erfolgreich eingesetzt.
https://forum.onlyme-aktion.org/showthre...ser+Schema
Bei Hassler findet man das dazu
Zitat:9. Sulfonamide
MHK-Werte: > 100 Borrelien sind gegenüber Sulfonamiden primär resistent. Lediglich von einer Arbeitsgruppe [15] wurde berichtet, dass in einigen Fällen mit der Kombination Roxithromycin + Trimethoprim/Sulfmethoxazol chronische Borreliosen geheilt werden konnten. Dem widerspricht, dass man Trimethoprim/Sulfamethoxazol in der Borrelienkultur zur Vermeidung von Kontaminanten schadlos zusetzen kann!
https://forum.onlyme-aktion.org/showthre...ser+Schema

Ich würde das eigentlich auch gerne bei Bedarf mal probieren. Aber ich trau mich nicht recht denn ich denke wenn es noch ein paar Ab gibt die mein Körper nicht kennt, kann das vielleicht ganz gut sein, daher hebe ich mir das noch auf.

liebe Grüße borrärgerIcon_winken3

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(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 04.02.2019 13:08 von borrärger.)
04.02.2019 13:07
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