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Zecke aufbewahren - wie lange?
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backpackerin Offline
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Beitrag #1
Zecke aufbewahren - wie lange?
Hallo,

meine Tochter hatte gestern eine Zecke. Sie war maximal 2,5 Stunden am Körper und wurde von einer Ärztin dann richtig entfernt. Jetzt bin ich am überlegen, ob ich die Zecke in ein Labor zum Austesten schicken soll. Da die Zecke aber relativ schnell entfernt wurde, glaube ich nicht, dass Krankheitserreger übertragen wurden.

Weiß jemand, wie lange man so eine Zecke aufbewahren kann um sie eventuell zu einem späteren Zeitpunkt noch einzuschicken?

Danke!
06.06.2019 21:01
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hanni Offline
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Beitrag #2
RE: Zecke aufbewahren - wie lange?
die tests suchen nach DNA der eventuell vorhandenen erreger in der zecke. das geht auch mit jahrelang aufbewahrten, vertrockneten tieren.

Icon_winken3

OnLyme-Aktion.org
07.06.2019 03:57
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Towanda Offline
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Beitrag #3
RE: Zecke aufbewahren - wie lange?
Stimmt. Im Labor wird die Zecke zermahlen und daraus die DNA isoliert. Daraus wird dann mit spezifischen Primern, die Borellien DNA amplifiziert, also vervielfältigt. Vervielfältigung braucht es , um die DNA „sichtbar“ zu machen. Dies geschieht mit der PCR Technik oder Real-Time PCR Technik . Letztere lässt zusätzlich auch noch Rückschlüsse auf die Anzahl der Erreger zu, ist also ein qualitativer und quantitativer Nachweis. DNA ist relativ gut stabil, so sollte es möglich sein, auch noch nach ein paar Jahren den Nachweis zu erbringen. Tatsache ist aber auch, dass je frischer die DNA ist, desto besser gelingt der Nachweis.
Ich würde an deiner Stelle nicht warten (auf was?, Symptome können gänzlich ausbleiben, wie bei mir und dann ist es zu spät ) sondern die Zecke einsenden und bei positivem Resultat Antibiotika einnehmen. Mindestens vier Wochen. Egal was die Ärzte sagen. Dies ist in Anbetracht der möglichen Folgen weniger schlimm, als wenn die Krankheit sich ausbreiten kann. Hätte ich es damals bei mir so getan, wäre ich jetzt wohl nicht so krank und stünde nicht vor den Scherben meines Lebens. Von den Schmerzen ganz zu schweigen. Und den Demütigungen der Ärzte, ich hätte eine Modekrankheit. Denn: Der Antikörpernachweis später war nicht eindeutig und meine zwar typischen Beschwerden waren „rein psychosomatisch“ Auch der Zeckenstich , an den ich mich erinnern konnte war: ja ja, Zecken machen auch schwanger.
Nee, lieber rechtzeitig und vielleicht unnötig als das Risiko eingehen.
Musst du aber selbst entscheiden. Ich würde keinem Arzt, der mich beschwichtigen will, nochmals vertrauen.
07.06.2019 08:07
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fischera Offline
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Beitrag #4
RE: Zecke aufbewahren - wie lange?
Zu #2
http://www.verschwiegene-epidemie.de/201...osklerose/
07.06.2019 10:29
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Towanda Offline
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Beitrag #5
RE: Zecke aufbewahren - wie lange?
@fischera.
Hmmm. Jo. Ötzi. Die Frage war ja nach der Haltbarkeit in den Zecken, nicht im Humangewebe.
Es muss, sorry, auch gesagt werden, dass in dem verlinkten Abschnitt leider ein Fehler sein MUSS. dort steht „im Genom“ wurde Bb DNA gefunden. Damit kann nur Ötzi Genom gemeint sein. Und dass ist mit Sicherheit falsch. Bakterien sind NICHT in der Lage Ihre DNA ins menschliche Genom einzubauen. Das können nur Viren. Ansonsten muss die Wissenschaft neu geschrieben werden. Die Bb DNA würde vielleicht anderswo gefunden, vielleicht in Zellen aber nicht im Genom. Das nur am Rande.
Tatsache ist aber je frischer die DNA desto besser und eindeutiger läuft die PCR. Sorry. Ich mache das jeden Tag. Ich weiss wovon ich spreche. Und ja. Auch an Bakterien.
07.06.2019 12:55
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Niko Offline
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Beitrag #6
RE: Zecke aufbewahren - wie lange?
@Towanda
Sag niemlas nie
Bartonellen können dasExclamation

Bakterien können DNA in menschliche Zellen einschleusen

Conjugative DNA transfer into human cells by the VirB/VirD4 type IV secretion system of the bacterial pathogen Bartonella henselae

Ein Grund mehr einmal ein Nachdenken über die Gefährlichkeit dieser Erkrankung zuzulassen.
Wenn man nicht darüber "nachdenkt", ob Bartonellen-Erkrankungen beim Menschen tatsächlich häufig selbstlimitierend sind Icon_winkgrinIcon_winkgrinIcon_winkgrin dann wird man es auch nie erfahren ob das eventuell eine falsche "Annahme" ist.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 08.06.2019 10:02 von Niko.)
07.06.2019 21:33
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Towanda Offline
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Beitrag #7
RE: Zecke aufbewahren - wie lange?
LOL. Ich weiss. Das wollte ich der Einfachheit weglassen. Gunnar, und Christoph kenne ich gut. Bei B. henselae und rochalimaea verursacht das auch die tumorösen Gefässveränderungen. Verruga Peruana auf der Haut und in der Leber. Vor allen bei immungeschwächten Patienten. ABER wichtiger Unterschied: die DNA wird nicht stabil eingebaut sondern reversibel. D. H. Die Läsionen heilen ohne krebsartig , also bösartig zu werden wieder ab. Dies ist bei Viren nicht möglich. Ist das Virus Gen erst mal drin, geht es nicht mehr raus. U U. entstehen so bösartige Tumoren.
Warum: Bartonella hat einen dafür einen Enzymkomplex, welcher noch bei keinem anderem Bakterium gefunden worden ist. Und übrigens auch nur bei B. henselae und rochalimea.
Viren haben „Reverse Transkriptase“, die schaffen es DNA in RNA umzuschreiben und kommen so in jede DNA.
Halte Bartonella nicht für so schlimm, (ausser B.henselae siehe O. und B. quintana) da sie lieber in « ihrem“ Wirt bleiben und nicht im Menschen sein wollen. Z. B. Will B. birtlesii parout in der Maus bleibenund nicht nicht in die Ratte , sowie B. tribocorum nicht in die Maus geht.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 08.06.2019 16:05 von Towanda.)
08.06.2019 15:55
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Beitrag #8
RE: Zecke aufbewahren - wie lange?
Zu #5
Hallo Towanda,
ein Labor was sich der Zeckenanlyse verschrieben hat, wird sicher Auskunft geben können.

Was da nun bei Ötzi passiert ist oder nicht? Es waren über 40 Forscher und Wissenschaftler an IHM drann.

Vielleicht bringt dieser Artikel ja Licht ins Dunkle.
https://www.tagesspiegel.de/wissen/genom...66312.html

Was macht man eigentlich wenn man ein positives Ergebnis von einer Zeckenuntersuchung bekommt. (Testen die verschiedene Stämme?)
Was bringt es dem Menschen?
https://forum.onlyme-aktion.org/showthread.php?tid=7189
11.06.2019 12:11
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Towanda Offline
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Beitrag #9
RE: Zecke aufbewahren - wie lange?
@fischera,
Hallo, ja das Labor sagt einem auch dass ELISA Tests auf Borrelien zuverlässige Ergebisse liefert.
Die Infos die man dort bekommt wenn man anruft... Naja.
Ich mach zwar PCRs auf Bakterien jeden Tag (und habe schon welche aus Hirschfliegen, Flöhen, etc herausisoliert) aber wenn es Dir so wichtig ist, darfst Du gerne das letzte Wort haben.

Ich bleibe dabei: Je frischer desto besser, weil die Ergebnisse eindeutiger sind. Die Qualität der DNA spielt eine entscheidende Rolle. Vor allem wenn man dann noch die Spezies wissen will. Siehe unten.

Genauso wenn 100 Wissenschaftler an Ozi rumgeschnippelt haben, ändert dass nichts daran, dass die Beschreibung in dem Artikel einfach falsch ist. Ging mir lediglich um Richtigstellung dessen.
Darfst auch hier das letzte Wort haben.

Zur Testung der verschiednen Stämme: wird sicher gemacht, ist aber sicher eine Preisfrage wenn man die Spezies will. Wird dann teurer, weil höherer Arbeitsaufwand. Oder sie machen es per Real-Time, dann ist es eh teurer. Je nachdem sind die Spezies auch nicht eindeutig voneinander zu trennen resp. die Primer binden sowohl bei einen wie beim Anderen und man muss verschiedene Arbeitsschritte machen, um zum Ziel zu gelangen. Manchmal ist es auch unmöglich. Man muss dann sequenzieren und blasten um zum Ergebnis zu kommen. Das ist zum grossen Teil sehr aufwändig und sowas kann in den meisten Med.Laboren aber fast keiner weil sie nicht wissen wie es geht.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 12.06.2019 16:58 von Towanda.)
12.06.2019 16:50
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Beitrag #10
RE: Zecke aufbewahren - wie lange?
huch, habe in meinem Beitrag von 7 tatsächlch
B. bacilliformis vergessen. Die sind auch noch ziemlich übel.
Im Prinzip ist's halt wie immer. Ich halte sie (den Rest) für nicht gar so schlimm, wenn das Immunsystem intakt ist. Wenn es aber wie bei uns geschwächt ist, könnte ich mir schon vorstellen, (und es ist auch erwiesen) dass einige wenige Probleme machen. Was für mich dagegen spricht ist eben die Anpassung an den Wirt von Bartonella. Die mögen von einer Maus zur anderen, usw. In den Menschen mögen die wenigsten.
Und, zumindest in vitro, sprechen die meisten Stämme auf herkömmliche Antibiotika an. Wenn man also mit intrazellulär und extrazellulär wirkenden AB arbeitet, sollte das besser behandelbar sein als Borre. Die können, wenn das nicht "ihr" Wirt ist, das Immunsystem nicht so gut austricksen wie Borrelien.
A.Moter von der Charite in Berlin hat da zur Endokarditis etwas publiziert. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17889492
Bartos sind nicht so resistent wie Borellien. Das Problem ist halt der ausreichende Serumspiegel und die Dauer in vivo.
12.06.2019 18:16
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