Muss ich die Antibiose abbrechen?
#1

Hallo ihr Lieben,

ich habe nun mit einer kleinen Unterbrechung von 3-4 Monaten, über ein Jahr Minocyclin (und zwischenzeitlich auch Tinidazol) genommen und nun bemerke ich erste Nebenwirkungen, die mich an der Antibiose zweifeln lassen. Ein Großteil meiner Beschwerden sind unter Minocyclin besser geworden, aber ich habe immer noch Sehstörungen, Muskelzuckungen und wandernde Nervenstiche, um nur ein paar zu nennen.

Auch schön: Bei moderaten Lichtverhältnissen sind meine Pupillen meistens größer als normal, worauf mich meine Physiotherapeutin heute angesprochen hat. Seit geraumer Zeit sind auch noch flüchtige Schmerzen in Gelenknähe hinzugekommen, die für ein paar Sekunden auftreten und dann wieder verschwinden.

Beunruhigend ist, dass ich eine leichte Verfärbung hinten auf meiner Zunge bemerkt habe und meine Schilddrüsenwerte marginal erhöht sind. Beim Ultraschall meinte die Ärztin, dass das Gewebe leicht irregulär ist, weil es womöglich mal entzündet war. Muss ich nun die Antibiose (vorzeitig) beenden oder sollte ich auf ein anderes Medikament wechseln?

Obwohl ich seit ~2 Jahren krank bin, bildet mein Körper keine IgG-AK gegen Borrelien aus. Hat jemand dafür eine Erklärung?

Meine Beschwerden sind zu 99% neurologisch.


Liebe Grüße, Ixodes


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#2

Lieber Ixodes,

Mir tut es leid für dich, dass du nicht wirklich weiterkommst mit deinen gesundheitlichen Beschwerden. Das ist alles andere als einfach und wir alle kennen die Unsicherheit, die sich daraus erwächst. Von daher bist du damit nicht alleine.

Auch wenn wir es gerne könnten und gerne würden, konkrete Behandlungsempfehlung solltest du in einem Laienforum aber eigentlich nicht erwarten, niemand hier hier ist legitimiert konkrete Empfehlungen zu geben.

Zu Minocyclin gibt es Fachinformationen. Dort kann man als Nebenwirkungen durchaus die von dir geschilderten Symptome bei Langzeitanwendung herauslesen. Ob das bei dir zutrifft, kann hier leider niemand sicher beurteilen.

Es ist durchaus auch bekannt, dass IgM auf Borrelien auch falsch positiv ausfallen können, was dann auch im Verlauf natürlich auch keine IgG - Bildung geben kann. Allerdings ist zur regulären Antikörperbildung bei Borrelien noch nicht alles geklärt, so dass eine Erklärung auf jeden Fall reine Spekulation bleibt.

Ich persönlich würde zurück zur Differentialdiagnose gehen und hier auch versuchen, den erhöhten Monozyten nachzugehen. Es gibt leider so viele Stellschrauben an denen vielleicht nachgezogen werden müsste.

Ich kann dich da nicht herausführen, möchte dir aber Mut machen, es für dich neu anzugehen. Nicht nur Antibiotika sind für Heilung notwendig, manchmal ist dann auch weniger mehr. Aber das solltest du mit einem Arzt herausfinden.

Liebe Grüße Urmel

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#3

Hallo Ixodes,
Deine Geschichte erinnert mich stark an meine. Ich nehme schon über ein Jahr mino und azithromyzin und viele nems. Und auch ich habe Auffälligkeiten an der Schilddrüse.(einen Knoten-schilddrüse Werte aber normal) ich lasse die Schilddrüse alle 6 Monate kontrollieren. Auch ich habe ein ungutes Gefühl wegen minocyclin und Schilddrüse. Ich habe mich aber entschieden, die Therapie die mein Spezi empfiehlt weiterzuführen, da sie mir doch schon sehr weitergebracht hat. Aber das muss jeder für sich entscheiden. Ich kann dir nur berichten was ich mache. Sehstörungen, muskelzuckungen, missempfindungen,.... kenne ich auch nur zu gut.

Urmel hat schon das wichtigste geschrieben. Man soll nebenbei immer alles andere versuchen abzuklären ich habe in dem letzten Jahr noch viele andere Baustellen bei mir festgestellt. Z. B.kpu+ HIT (seit ich daosin nehme sind meine Übelkeit und Atemnot viel besser). An nems nehme ich durchgehend omega 3, vitamin d +k, zink, quercetin, mariendistel, lysin, kräuter(u. a. mit artemisin, monolaurin,cryptolepis, ...)

Wenn deine Schilddrüse Werte erhöht sind,kann das auch viele Beschwerden machen.
Alles sehr komplex, leider.

Was mir aufgefallen ist, dass auch dein vitamin b12 im Blut sehr hoch ist. Cyanocobalamin ist das inaktive vitamin b12. Auch bei mir ist dieser Wert sehr hoch und bei mir ist jetzt eine verwertungsstörung festgestellt worden. Was hilfts wenn ich mir cyanocobalamin zuführen, wenn das mein Körper nicht verwerten kann. Daher auch mein hoher Wert im Blut. Ich nehme jetzt das aktivierte vitamin b12 (methylcobalamin) und folat ein. Und hoffe das bringt Besserung.
https://www.netdoktor.at/gesundheit/gesu...fr-6973506
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#4

Hallo derhorror2,

Ich frage mich momentan, wie viel Antibiotika genug sind, und ob es noch besser wird. Ansonsten schade ich meinem Körper nur mit den Nebenwirkungen. Zwischenzeitlich musste ich schon mal absetzen, weil meine Leberwerte so hoch waren. Wenn ich das Minocyclin endgültig absetze, muss ich auch erst mal eine Candidakur machen. Ich habe mir dafür schon Grapefruitkernextrakt (von Dr. Harich) gekauft.

Ich weiß leider auch nicht, welches Antibiotikum sonst in Frage käme. Am besten Infusionen, aber die macht kein Kassenarzt. Wenn ich das Geld hätte, würde ich am liebsten Naturheilkunde probieren. Das Kapitel Co-Infektionen ist bei mir auch noch nicht abgeschlossen. Das ist so der Punkt, an dem ich langsam aufgebe, weil es einfach zu komplex und zu teuer ist.

Der B12-Wert ist so hoch, weil ich wegen meiner Ernährung supplementieren muss. Aktuell sind das 500mcg Methylcobalamin am Tag sowie 5.000 IE Vitamin D, also Cholechalciferol. Ein paar Monate bevor ich krank wurde, war mein D3-Spiegel nämlich sehr, sehr niedrig.

Liebe Grüße, Ixodes

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#5

(03.01.2020, 12:32)Ixodes schrieb:  Das Kapitel Co-Infektionen ist bei mir auch noch nicht abgeschlossen. Das ist so der Punkt, an dem ich langsam aufgebe, weil es einfach zu komplex und zu teuer ist.
Hast du Co Infekte testen lassen?
Wenn welche vorhanden sind reicht oft eine monotherapie nicht aus.
Wie geht es dir sonst. Kannst du deinen Alltag noch bewältigen? Mir ging es vor einem jahr so schlecht. Da waren Antibiotika das einzige was wirklich geholfen hat. Alternativ habe ich auch schon viel probiert(klinghardt, TCM) . Aber nichts hat so geholfen wie antibiotika. Aber natürlich möchte ich auch irgendwann weg von Antibiotika. Merke aber für mich ist es noch zu früh. Vielleicht probiere ich im Sommer auch dsf.
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#6

Hallo derhorror2,

Ich habe noch nicht alles testen lassen, weil das so teuer ist, aber ein paar Viecher habe ich definitiv. Toxoplasma gondii IgG & IgM positiv sowie Yersinien IgG positiv. Bartonella quintana IgG & IgM negativ. Chalmydia trachomatis IgG & IgM negativ. D. R. hat mir empfohlen, dass ich zusätzlich Bartonella hensalea, Babesien und Rickettsien testen soll. Ich frage mich, ob das nicht alles Geldmacherei ist.

Liebe Grüße, Ixodes

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#7

(03.01.2020, 13:01)Ixodes schrieb:  Toxoplasma gondii IgG & IgM positiv

Guten Abend Ixodes,

An der Herbsttagung der Deutschen Borreliose Gesellschaft in Ulm (2019) referierte Dr. Uwe auf der Strasse (aus Herten) über: "Toxoplasmose, eine wichtige Differenzialdiagnose bei Borreliose."

Dabei machte er verständlich, dass Toxoplasmose eine spezielle Therapie braucht, eine andere als Borreliose. Er hat dazu auch folgendes publiziert: Das Toxoplasmose Handbuch, Verlag Books on Demand, 2019.

Vielleicht kennt dein Arzt ihn ja und kann sich somit schlau machen, wie die Toxoplasmose anzugehen ist.

Gruss Amandin
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#8

Hallo Amandin,

die Toxoplasmose müsste durch das Tinidazol dann doch eigentlich weg sein, oder?
Ansonsten müsste ich doch Co-Trimoxazol nehmen?

Liebe Grüße, Ixodes

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#9

Hier findest du den Artikel von Dr. U. Auf der Strasse:
https://docplayer.org/53515146-Dr-med-uw...smose.html
Von Tinidazoltherapien schreibt er nichts. Aber er schreibt was interessantes bezüglich Therapieversuch:
Zitat:Einige dieser Patienten können effektiv behandelt werden. Eine Behandlung mit Clindamycin über etwa 5-10 Tage
scheint geeignet zu sein, die Fälle zu identifizieren, in denen eine Mehrfachkombination über 4-6 Wochen sinnvoll und erfolgversprechend ist.
Wäre also eine relativ einfache Geschichte, die Toxoplasmose mit einem Therapieversuch anzugehen. Da du sowohl IgG als auch IgM positiv ist, würde ich das auf jeden Fall auf dem Radar behalten.

Zitat:Ich frage mich momentan, wie viel Antibiotika genug sind, und ob es noch besser wird.
Diese Frage stellte ich mir auch immer. Wenn sich der Zustand nicht mehr verändert, egal ob du AB nimmst oder nicht, dürfte es genug sein. Meine Spezi hat allerdings jeweils erstmal das AB gewechselt, wenns Probleme oder kein Ansprechen gab. Vielleicht müsste dein Spezi darüber auch mal nachdenken, anstatt starre Therapiepläne durchzuziehen. Wenn er das nicht kann oder will, würde ich den Wechsel zu einem anderen Arzt planen. Hat der Spezi die Toxoplasmose getestet? Wenn ja: Warum geht er es therapeutisch nicht an? Meine Spezi ging damals alle Co-Infektionen an und zwar noch vor der Borreliosetherapie.

LG, Regi

Je mehr ich über die Borreliose weiss, desto mehr weiss ich, dass man fast gar nichts weiss.

Nichts auf der Welt ist gefährlicher als aufrichtige Ignoranz und gewissenhafte Dummheit. (Martin Luther King)

Absenz von Evidenz bedeutet nicht Evidenz für Absenz
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#10

Bezüglich Toxoplasmose kann ich noch ergänzen, dass es schon interessant ist zu wissen, dass einige Beschwerden von dieser Krankheit ebenso für Borreliose zutreffen. Dr. Uwe auf der Strasse hat wie bei Borreliosekranken einen Katalog von Beschwerden aufgestellt, den man mit seinen Beschwerden abgleichen sollte und je nach Resultat sollte ein Borreliosekranker dann unbedingt auch den Test auf Toxoplasmose machen. Und falls dieser positiv ist eben wie Regi oben beschreibt vorgehen, weil ansonsten bekommt man die Beschwerden nicht in Griff.
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