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Lyme-Arthritis bei Jugendlichen
#51

(08.10.2020, 11:29)Esperança schrieb:  Aber die Frage ist, ob ich vielleicht den Arzt fragen sollte, was er statt dessen von Tini hält.
Das wird bei Tini nicht anders sein, aber es gibt keine Studien dazu, weil weltweit hauptsächlich Metro verordnet wird. Ich würde es in dem Fall nicht nehmen. Ich weiß noch nicht mal, ob das für Kinder überhaupt zugelassen ist. Ich finde hier überwiegt der potentielle Schaden den Nutzen bei weitem.

Ich bereue es übrigens Tini und Metro jemals genommen zu haben und finde es auch unverantwortlich von den Ärzten das bei "chronischer Borreliose" zu verschreiben. Aber glaube mal nicht, dass von denen auch nur einer die jeweiligen Studien gelesen hat. Und was Krebs betrifft hat das lange "Inkubationszeiten", für solide Tumoren ab 20 Jahren. Deswegen kann auch heute niemand abschätzen was den ganzen Borreliosepatienten in der Zukunft noch blüht. Kommt natürlich auch auf die Menge und die Dauer an und 7 Tage ist nicht so lange. Aber ein Jugendlicher muss/sollte auch noch 60-70 Jahren mit dem Körper leben.
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Thanks given by: urmel57 , Esperança , micci
#52

Hier gibts übrigens den Volltext der Studie: https://www.sci-hub.se/10.1016/s1383-5742(02)00007-8

Ruhig mal Graphik 4 anschauen.
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Thanks given by: urmel57
#53

(08.10.2020, 11:29)Esperança schrieb:  Hallo Markus,

hast du Erfahrungen mit Tinidazol?? Ich habe beschlossen, ihm keine Metronidazol zu geben. Aber die Frage ist, ob ich vielleicht den Arzt fragen sollte, was er statt dessen von Tini hält.

Danke nochmals
 
Von der chemischen Grundbeschaffenheit und seinen Grundeigenschaften bezüglich der Anwendung kommen Metronidazol und Tinidazol aus der gleichen Wirkstoffklasse. Es gibt keinerlei tragfähigen Studien am lebenden Menschen, die einen Nutzen bei einer klassischen Borreliose, so wie es die Lyme-Arthritis darstellt, belegen. Die Blutspiegel, die erreicht werden müssten, um eine Wirkung zu erwarten, sind im lebenden Organismus nicht zu erreichen bei den üblichen Dosierungen. Unter Laborbedingungen beobachtete Effekte gibt es nur bei sehr hohen Konzentrationen. Woraus man hier ein positives Wirkung-Nutzen-Risiko-Verhältnis  ableitet, darauf habe ich schon seit vielen Jahren keine Antwort bekommen. Die Gabe beider Mittel sehe ich im Rahmen der Lyme-Borreliose daher weiterhin als rein experimentell. Ob ich mir nachhaltig mit Metronidazol geschadet habe, vermag ich nicht zu sagen, kurzfristig im Rahmen meiner Behandlung sah ich es eher als kontraproduktives Mittel, auch bei dem was man als "chronische Borreliose" bezeichnen könnte.

Viel höher würde ich den Einfluss von Borrelien auf autoimmunes Geschehen sehen. Hier wäre interessant zu betrachten, wie die Immunantwort ausschaut, insbesondere die TH17 -Fraktion ist bei persistierenden Beschwerden im Rahmen von Lyme-Arthritis erhöht und das findet sich auch bei Antworten des Immunsystems, das sich auf körpereigene Strukturen richtet. Da könnte ein Rheumatologe sich am besten dahinterklemmen, falls er das Interesse dafür aufbringt. Auch auf Autoantikörper könnte geschaut werden.

Daher würde ich weder Metronidazol noch Tinidazol meinen Kindern geben, wenn nicht eine zwingende Diagnose dafür vorhanden ist, sondern mich zusätzlich mehr aufs immunologische Geschehen, sprich das Entzündungsgeschehen konzentrieren, ob und wie man anderweitig dagegensteuern kann.

Mitglied bei => Onlyme-Aktion.org

Wenn du strauchelst,
weil dir die Arbeit zu schwer wird,
möge die Erde tanzen,
um dir das Gleichgewicht wiederzugeben.
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Thanks given by: Markus , Esperança
#54

Esperanca, ich wünsche Euch alles Gute, drücke beide Daumen.

Gruß fischera

Exclamation Huh Lightbulb
S.18/19

https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitli...019-01.pdf
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Thanks given by: borrärger , Esperança
#55

Hallo Urmel, Markus und Fischera,

Ich lasse dann definitiv die Gabe von Metro oder Tini aus. Es hat mich überzeugt. Keine Ahnung ob ich diesen Arzt sehr vertrauen kann oder nicht. Er meinte, Metronidazol sei sehr gut für den Magen-Darm-Trakt, nur darf man auf keinem Fall Alkohol nehmen, da es einem sonst sehr übel gehen kann. Mir kommt so vor, als gäbe in Wirklichkeit keinen richtigen Spezis, sondern jeder experimentiert so wie er kann (übrigens auch die Rheumatologe oder andere Ärzte). Morgen lasse ich bei diesem Arzt ihn ein Punktat machen, da er meinte, es wäre gerade jetzt unter dem AB mit Ceftriaxon nicht gefährlich, was einer andere Entzündung betrifft. So könnte man beobachten, was passiert, ob es sich wieder füllt oder nicht. Der Rheumatologe hat so einen Vorschlag nicht gemacht. Ich kann nicht sagen, ob es Sinn macht oder nicht. Wenn Ceftriaxon etwas bewirkt hat, dann sollte die Schwellung von allein weg gehen, denke ich. Na ja, alles ganz schön kompliziert, wie gesagt.

Was das Thema immunologische Reaktion betrifft, das ist genau, was der Rhaumatologe sagt, Urmel. Einiges leuchtet mir schon ein, aber andererseits, macht es mir Sorgen, dass es noch Borrelien lebendig sein können, und vor allem will ich mir mit der Idee nicht anfreunden, bald meinem Sohn irgendwelche Antirheumatika geben zu müssen, denn sie sind alle immunsupressiva und nicht ohne, was die Nebenwirkungen betrifft. Und natürlich in der heutigen Situation mehr besorgniserregend denn je. Aber es scheint das Einzige zu sein, was der Rheumatologe mit ihm noch vor hat, ausser nochmal eine Kortisonspritze, was nur einen 50% Erfolg haben kann. Alles ziemlich zu verzweifeln. Und mein Sohn, der sich immer mehr schämt mit seinem dicken Knie und möchte nur mal wieder "normal" aussehen (trägt seit langem keine Jeans oder normale Hosen mehr, da man sonst das merkt).

Ein schöner Tag noch
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Thanks given by: urmel57
#56

Danke, Fischera, für diesen Link. Interessant, dass Tini in Deutschland nicht mehr zugelassen ist. Wusste ich nicht.
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Thanks given by:
#57

Ich würde meinem Kind so lange es nicht irgendeine KH wirklich erfordert  kein Metro oder Tini geben. Ich selbst habe das erste Metro für 8 Tage nach einem Jahr Therapie, mit anfänglichen sehr langen Pausen (da ich nicht glauben konnte dass nur Dauertherapien mich retten können) genommen.
Längere Therapien mit Tini habe ich erst ein weiteres Jahr später gemacht.
Ich berichte jetzt einfach mal von mir, ich wollte aus den bekannten Gründen auch kein Tini, Metro nehmen, allerdings kenne ich es so dass es eher das Erbgut betreffend krebserregend wirken kann.

Meinem Kind, das später vielleicht auch noch Kinder haben will, hätte ich es somit warscheinlich nie gegeben, ich bin froh dass ich nicht mein Kind war, denn sonst hätte ich mich vielleicht nicht in diesen "ganz guten Zustand" bringen können. Denn auch lange Therapien, sind off Label Use, was ich davon meinem Kind zugemutet hätte weiß ich selber nicht.

Für Esperanca will ich sagen, ich hoffe dass Eure Therapien schnell wirken und ein Wunder geschieht, wenn auch nicht mit Tini oder Metro so würde ich doch versuchen im Anschluss an das Cef. noch etwas nachzubehandeln, vielleicht kann es ja Cefuroxim oral in irgendeiner Kombi oder eben eine andere Kombi geben. Ich würde versuchen noch wenigstens zwei Wochen mit einer Kombi nachzubehandeln, in Absprache mit dem Spezie. Vielleicht mal ein Ab das man gerne nimmt. Azithromycin habe ich Mono wirklich gerne genommen und es ist sehr gut gewebegängig, aber eine Monotherapie macht hier warscheinlich keinen Sinn.
Links zu Tini, Metro stelle ich nicht ein, das hatten wir zwischen fischera und Markus schon zur genüge, da die Beiden mit Ihrer Meinung nicht immer ganz konform lagen.

Ich stell jetzt noch was allgemeines zu "Pro Tini" ein, das nicht für Esperancas Situation gedacht ist. Mir hat Tini sehr viel geholfen, ich sehe das in meinem Falle als ganz klar und eindeutig und bin froh dass ich es genommen habe und auch immernoch sporadisch einsetze. Natürlich mein Risiko.
https://forum.onlyme-aktion.org/showthre...4#pid61144

Das Immunsystem, kann angeblich an allem möglichen Schuld sein, auch an PostLymeSyndrom oder Restsymptomen. Bisher kann ich das, bei mir zumindest, noch nicht wirklich glauben, einiges wurde schon untersucht.
Ich habe mir bisschen was gesammelt was ich im Bezug aufs Immunsystem vielleicht selbst noch prüfen will.
https://forum.onlyme-aktion.org/showthre...#pid148081
https://forum.onlyme-aktion.org/showthre...#pid153560

liebe Grüße borrärgerIcon_winken3
Glücklich ist der, der hinter den schwarzen Regenwolken auch die Sonne sieht.

^^Mitglied werden^^ und dabei helfen das Forum zu erhalten !!!!!!
Es ist leicht und bewirkt viel.
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Thanks given by: micci , Esperança , Sabine
#58

@ Esparaca

Zulassung in Deutschland/Tinidazol.
https://forum.onlyme-aktion.org/showthre...#pid167856

Es sind keine medizinischen Gründe, sondern wirtschaftliche. 

Es gibt hier 100te von Beiträgen zu diesen Wirkstoffen.
Ich habe Tini immer in Haus und setze es seit Jahren bei Bedarf ein.
Vielleicht ist es bei Biofilmen nicht in gängiger Dosierung sehr erfolgreich, aber vielleicht sind ja nicht alle Borrelien gleichzeitig in Biofilmen?
Der Einsatz bei Kindern wird auch weltweit betrieben, natürlich am Gewicht/Alter adaptiert.

Ich möchte mich aber hier bei OnLyme nicht mehr öffentlich zu diesen 2 Antibiotika äußern. 
Nach so vielen Jahren hängt mir diese ewige Diskussion aus dem Hals. 
Entschuldige diese Ausdrucksform.

Gab auch schon Hinweise in 2009 diesbezüglich.
https://www.lymeneteurope.org/forum/view...f=5&t=2776

Jetzt das Knie und dann hoffentlich alles gut,
Mach Dir nicht zu viele Gedanken darüber das Du mit mehreren Ärzten an der Gesundheit Deines Sohnes arbeitest.
Nicht JEDEM immer alles zu berichten kann auch sehr hilfreich sein, weil dann Unbefangenheit besteht.
Du verstehst was ich meine.

Zweitmeinungen haben sehr vielen Menschen geholfen/helfen vor nicht nötigen OPs , bei der Suche nach der richtigen Diagnose.
Gruß fischera
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Thanks given by: Esperança , Filenada
#59

Hallo,

Ich danke Euch allen. Wir waren heute bei dem Orthopäde Spezi und mein Sohn hat eine Puktion (wahnsinnige viele Spritzen an Flüssigkeit vom Knie wurden ihm entnommen) und am Ende hat der Arzt ihm 10mg Cortison eingespritzt, da er meinte, die kleine Menge wäre nötig, um alles mit ein bisschen Glück zu beruhigen und die Entzündung zusammen mit dem AB entgegen zu wirken.
Wir haben ihm auch gesagt, dass wir uns gegen Metro entschieden haben. Über Tini haben wir auch nicht geredet, weil es mir auch nicht geheuer ist. Er meinte, seine Erfahrungen nach und für so eine kurze Zeit wäre das Medikament nicht gefährlich und sehr wirksam antiparasitär, allerdings seien seine Erfahrungen alle mit Erwachsene gewesen hat er zugegeben, aber deswegen hat er uns das für nur 7 Tage anstatt 10 oder mehr. Aber er würde es gut verstehen, dass ich als Mutter meine Bedenken habe, und es sei letzendlich meine Entscheidung, ich könnte noch weiter darüber lesen oder mich erkündigen und dann schauen, was wir machen wollen oder nicht.
Mein Sohn bekam dann eine feste Bandage, die er mindestens eine Woche tragen muss. Die erste zwei Tage auch nachts. Ceftriaxon kriegt er bis Mittwoch.
Mein Sohn würde gerne Metro nehmen und alles, was man ihn gibt. Ich habe ihm erklärt, warum wir aber jetzt nicht wollen. Er fragte mich, warum er dann jetzt nicht statt Metro eine Woche mit Doxy, die Behandlung verlängern kann, da er keine Nebenwirkungen die anderen zwei Male hatte. Gute Frage, die ich aber nicht antworten kann. Die anderen zwei Therapien mit Doxy haben aber nichts gebracht. Keine Ahnung, ob sie jetzt etwas bringen würden, oder ob es tatsächlich Sinn macht, nach Ceftriaxon etwas anderes zu geben. Für eine Woche hätte ich noch Tabletten da übrig.
Wie auch immer, wie wir schon gesprochen haben, und wie du auch sagst, Borrärger, mit sich selbst kann man viel mehr experimentieren, aber doch nicht, wenn es sich um unsere Kinder geht. Du bist froh, dass du nicht dein Kind warst, und ich wäre froh ich hätte selber die Krankheit anstatt mein Kind. Da würde ich sicherlich wie ihr gemacht habt, mit allem Möglichen experimentieren.

Danke Fischera wegen deine Ratschläge, was die Ärzte betrifft. Du hast Recht.

Ein schönes WE und ich werde Euch weiter berichten, wie es weiter geht.
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Thanks given by: urmel57 , Markus , borrärger , Sabine
#60

Hallo Esperanca,

ich musste Metronidazol dieses Jahr auch 7 Tage gegen Parasiten nehmen und gegen Parasiten hilft es wirklich sehr gut. Das ist aber bei deinem Sohn ja gar nicht klar, ob evtl. Parasiten im Spiel sind, oder? Soll das Punktat nochmal auf Parasiten untersucht werden?

Ich habe aber die Diskussion hier mitverfolgt und kann sehr gut verstehen, dass du es nicht geben möchtest. Gegen meine Borreliose haben die 7 Tage nicht viel bewirkt, ich wollte es aber nicht länger nehmen, da ich es auch sehr schlecht vertragen habe und bin froh, dass ich die 7 Tage überhaupt geschafft habe.

Ich wünsche deinem Sohn alles Gute!
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