Wie lange Therapie
#1

Hallo, nehme seit Oktober Mino, seit Dezember dazu Rifampicin und cotrim. Plus zig NEM. AZI wurde dann vor 3 Wochen gegen Cotrim ausgetauscht da leukos zu niedrig.

Muskelzucken, Nachtschweiß und die ständige Müdigkeit sind weg. Aber die anderen Sachen wie laufen, Gleichgewicht und Kraft sind schlechter geworden. Krämpfe mittlerweile auch in den oberen Extremitäten. 


Weiß nicht wie lange ich das noch durchziehen soll / muss mit Antibiotika.
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#2

Hallo Bornie,

das lässt sich pauschal nicht beantworten. Die DBG sagt mindestens 3 Monate bei einer disseminierten Borreliose. Wenn du noch Symptome hast, die keine irreversiblen Folgeschäden sind, dann solltest du herausfinden welche (Co-)Infektion deine Beschwerden verursacht und diese konsequent weiter behandeln. Grundsätzlich solltest du während der Antibiose raffinierten Zucker meiden, um Pilzbefall vorzubeugen und bei Behandlung mit einem Tetracyclin mindestens 2 Stunden Abstand zu Lebensmittel halten, die viel Kalzium enthalten, da die Wirkung sonst praktisch auf 0 reduziert wird. Steht auch alles im Beipackzettel. Im Endeffekt ist es eine Grauzone wie lange behandelt wird und es liegt im Ermessen des Arztes. Wichtig ist, dass die Leber- und Nierenwerte regelmäßig überprüft werden.

Wenn du merkst, dass du mit deiner Antibiose gar nicht mehr weiter kommst, kann es auch helfen, wenn man mal pausiert und später weitermacht.

Liebe Grüße, Ixodes

Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.
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#3

Bei einem chronischen Verlauf ist es leider eine einzige Rumpröblei, ob und welche Therapien in welcher Dosierung und Dauer eine Besserung erzielen. Auch die Suche nach relevanten Co-Infektionen ist meiner Meinung eher Lesen im Kaffeesatz als Eruieren von Fakten. Die entsprechende Diagnostik sollte trotzdem durchgeführt werden und auf Verdacht behandelt werden, sofern andere mögliche Ursachen so gut wie möglich ausgeschlossen wurden. Bei mir wurde Toxoplasmose und Chlamydia trachomatis positiv getestet, wobei Toxoplasmose grenzwertig positiv war. Ausserdem war der IgG HSV 1+2 derart hoch, dass meine Spezi den Verdacht auf aktive Infektion hatte. Chlamydien und Herpes wurden vor der Borreliose angegangen und Toxoplasmose gleichzeitig mit der Borreliosetherapie. Aus meiner aktuellen Erfahrung würde ich sogar behaupten, dass man Co-Infektionen laufend im Auge behalten sollte, auch wenn sie adäquat behandelt wurden.

Ich habe es so gehalten: Solange AB mir Verbesserungen brachten, habe ich sie genommen (11 Jahre). Anfangs durchgängig mit kurzen Pausen, die regelmässig zu einer Verschlechterung führten - insbesondere bei der Erschöpfung. Die letzten vier Jahre machte ich nur noch Therapien im Schub, die der Dauertherapie in nichts nachstanden und für die ich mehr Akzeptanz aufbringen konnte. Schubtherapien wären also auch noch eine Alternative. Heute habe ich nur noch selten Schübe, nehme also auch nur noch vergleichsweise selten AB. Geblieben sind die fehlende Belastbarkeit (physisch, psychisch, kognitiv) und die fibromyalgieartigen Muskelbeschwerden. Aber ich bin nicht mehr bettlägerig, kann selber für mich sorgen und ab und zu sogar am Leben teilhaben.

Bei Tetracyclinen sollte übrigens nicht nur Abstand zum Kalzium gehalten werden sondern generell zu allen Mineralien (Magnesium, Eisen, Zink, Aluminium etc.).

Ich habe seit etwa drei Jahren auch Probleme mit Muskelkrämpfen. Ich habe hier in Thailand ein NEM gefunden, dass gute Wirkung zeigt. Es ist ein Magnesiumkomplex, der auch B-Vitamine enthält. Ich werde diesmal einen Vorrat mitnehmen wenn ich zurückkehre, denn ich habe zuhause noch nichts gefunden, das so gut wirkt und Ärzte wechseln immer das Thema oder zucken die Schultern, wenn ich davon anfange, überhaupt bei allen meinen dubiosen Borreliosesymptomen. AB sollen angeblich Magnesium und B-Vitamine "fressen". Wie belastbar die Aussage ist, kann ich nicht beurteilen. Ebenfalls unklar ist für mich, wie gut Vitamine und Co. aufgenommen werden, wenn die Darmflora von AB durcheinander ist.

LG, Regi

Je mehr ich über die Borreliose weiss, desto mehr weiss ich, dass man fast gar nichts weiss.

Nichts auf der Welt ist gefährlicher als aufrichtige Ignoranz und gewissenhafte Dummheit. (Martin Luther King)

Absenz von Evidenz bedeutet nicht Evidenz für Absenz
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Thanks given by: Filenada , Sabine
#4

Danke für eure Antworten. Laut der Neurologen habe ich ALS, laut Borreliose Arzt Borreliose. Ich habe Angst das wenn es ALS ist ich mir durch die ganzen Medikamente mehr schade...

Ich werde jetzt mal pausieren, da ich sowieso Urlaub habe. Danach dann mal sehen. Augsburg hat AB intravenos vorgeschlagen
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#5

Hallo Bornie,

wenn du wirklich ALS hast, was ich nicht hoffe, dann darfst du auf keinen Fall Minocyclin nehmen, da das den Verlauf beschleunigt! Selbiges gilt auch bei Myasthenie.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17980667

"ALSFRS-R score deterioration was faster in the minocycline group than in the placebo group (-1.30 vs -1.04 units/month, 95% CI for difference -0.44 to -0.08; p=0.005). Patients on minocycline also had non-significant tendencies towards faster decline in FVC (-3.48 vs -3.01, -1.03 to 0.11; p=0.11) and MMT score (-0.30 vs -0.26, -0.08 to 0.01; p=0.11), and greater mortality during the 9-month treatment phase (hazard ratio=1.32, 95% CI 0.83 to 2.10; p=0.23) than did patients on placebo."

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1123440/

"Professor Hawking supplements his diet with daily mineral and vitamin tablets, and zinc, cod liver oil capsules, folic acid, vitamin B complex, vitamin B-12, vitamin C and vitamin E are said to have been particularly helpful. He also follows a diet free of gluten and vegetable oil and avoids convenience foods; quite recently he started to include a small amount of dairy produce."

Muskelzuckungen habe ich übrigens auch, aber noch genügend andere Symptome, dass es keine ALS sein kann. Trotzdem habe ich die entsprechende Messung immer abgelehnt. Insofern kann ich deine Angst gut verstehen.

Liebe Grüße, Ixodes

Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.
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