Borreliose ausschließen - Blutwere vorhanden
#1

Hallo zusammen, 

ich bin neu hier! :) bin 29 Jahre alt und männlich, sportlich und beruflich erfolgreich.

Ich habe seit 2009 gesundheitliche Problem, beiße mich aber seit 11 Jahren durch. Es war (ist) eine wirklich schwere Zeit und ich habe das Gefühl, ich habe das Jahrzehnt komplett verloren.

Angefangen hat es schleichend mit Kopfschmerzen, Benommenheit und Müdigkeit.

Ich wurde auf den Kopf gestellt und das einzige was herauskam war ein leicht verminderter MCV Blutwert.

MRT Kopf, Blutwerte HWS MRT normal.

Weil es so schräg war, wurde ein ELISA Test gemacht, negativ.

Fast forward 11 Jahre: es hat sich nichts gebessert, habe aber gelernt damit zu leben. Es wurde nichts gefunden, deshalb auch keine Therapie.

So, jetzt geht es los: die Kopfschmerzen wurden immer unerträglicher, es kam heraus, dass ich eine CMD (Cranio-mandibuläre Dysfunktion) habe. Leider sehr schwerwiegend. Laut Untersuchung habe ich Arthritis in den Kiefergelenken und den Knien!!

Es kam wieder der Verdacht Borreliose.

Folgendes kam heraus:

IgG-Antikörper > 6 (negativ)
IgM-Antikörper negativ

Dazu noch ein Westernblot, weil mein Hausarzt ein toller Mensch ist und auch echt verzweifelt war:

P83
P58
P43
P39
P30
Ospc
P21
Osp17
Dbpa
P14
V1se

Alles negativ.

Frage: kann ich damit die borreliose beiseite "wischen"

Viele Grüße, 
Marc
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#2

(22.05.2020, 15:28)melkor schrieb:  Frage: kann ich damit die borreliose beiseite "wischen"
Das nicht, aber eine Borreliose ist nun zumindest deutlich unwahrscheinlicher als vor dem Test. Hattest du Zeckenbisse? Lebst du in einem Endemiegebiet? Auch ein weiterer Westernblot in einem anderen Labor, z.B. IMD Berlin, kann sinnvoll sein, weil die Tests nicht standardisiert sind.
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#3

Hallo .Wie sieht mit Co infektionen aus ? Wurde da mal was getestet? Hast du Haustiere?
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#4

Danke für eure Antworten!!

Ich hatte als Kind schon einige Zecken, so vielleicht 5 insgesamt. Wohne im Odenwald, also Endemiegebiet.

Ich hatte/habe Katzen, aber Bartenollisis wurde irgendwie ausgeschlossen.
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Thanks given by: urmel57
#5

Bartonellen ist ähnlich wie Borreliose ich hab zum schluss beim privat arzt ein Test machen lassen weil kaum ein arzt das kennt - sogar infektologen potsdam wussten nicht richtig bescheid - mein Test war 1 zu 128 positiv aber nur IGG (ich hab auf Arbeit an die 25 freilaufende Katzen ) Shy Shy
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Thanks given by: urmel57
#6

Du schreibst, du hast CMD, Arthritis in Kiefergelenke und Knie. Wer hat das diagnostoziert? Der Hausarzt oder der Rheumatologe? Denn wenn es Verdacht auf Arthritis besteht, sollst du am besten dich von dem Hausarzt ins KH oder zu einem Rheumatologen überweisen. Bei mir bestand auch der Verdacht und hab gedrängt auf eine Überweisung, um Rheumakrankheiten auszuschliessen. Denn diese können auch viele Beschwerden verursachen. Sonst noch LTT und Westenblot in IMD machen lassen  noch auf Coinfektionen prüfen. Auch wenn unangenehm und viel Zeit und Nerven kostet, viele Spezialisten wie Neurologen, Rheumatologen, Endokrinologen usw konsultieren und per Ausschlussverfahren näher ein einer Diagnose kommen. Evtl auch Ärzte für Komplementär Medizin oder Borreliose Spezialisten konsultieren  diese muss man selber zahlen. Denn auch bei negativem Bluttests, kann eine Borreliose bestehen und das kann nur ein Spezialist per Differential Diagnose diagnostitieren. Vielleicht liesst du dir die sehr gute Zusammenfassung über chronische borreliose von maes, frei zugänglig im Internet. Mir hat es vor 6 Monate sehr gut geholfen einen Überblick,  Informationen, Links über Borreliose zu bekommen, denn damals war für mich Thema Borreliose ad adcta gelegt als das Ergebnis aus Nervenwasser negativ war. Noch eine Frage: hast du in all den Jahren schon mal Antibiotika genommen? Unterschied gemerkt?
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Thanks given by: urmel57
#7

Der sichere Ausschluss einer Borreliose ist leider unmöglich. Arthritis beschreibt nur einen Zustand. Die Ursachen können infektiös oder autoimmun bedingt sein. Deshalb wäre der Ausschluss einer rheumatischen Erkrankung sicher sinnvoll. Warst du diesbezüglich schon bei einem guten Rheumatologen? Dann gibts noch eine Reihe von Erregern, die zu einer Arthritis führen können (z.B. Chlamydien, Yersinien, Streptokokken, Staphylokokken, Gonokokken, Syphilis, HIV, etc.). Wurden da schon Untersuchungen gemacht? Inwiefern die Erreger weitere für dich passende Allgemeinsymptome machen können, müsstest du selbst recherchieren. Vielleicht weiss auch ein User hier noch was dazu.

Hast du auch Gelenkschwellungen? Dann wäre die Untersuchung von Gelenkwasser und/oder Gelenkhaut auch sinnvoll. Wenn das gemacht wird, würde ich wollen, dass mittels PCR nach den verdächtigen Erregern gesucht wird. PCR weist DNA/DNS von den Erregern nach und ist somit ein Direktnachweis, im Gegensatz zu den Blutuntersuchungen (Serologien), wo mittels Antikörpersuche die Immunreaktion auf die Erreger gemessen wird. Leider ist PCR bei der Borreliose nicht sehr sensitiv, was heisst, dass relativ oft (30-50%) mit falsch negativen Ergebnissen gerechnet werden muss. Ein positives Ergebnis wäre hingegen richtungsweisend. Von einer Arthritis hättest du was bemerken müssen (Schmerzen, Gelenkschwellung). Wenn das nicht der Fall ist, ist die Diagnose anzuzweifeln. Bist du sicher, dass von Arthritis die Rede war? Oder hast du das mit Arthrose verwechselt?


Zitat:Denn auch bei negativem Bluttests, kann eine Borreliose bestehen und das kann nur ein Spezialist per Differential Diagnose diagnostitieren.
Diese Meinung teile ich nicht. Auch ein sogenannter "Spezi" kann die Diagnose nicht sichern. Sie haben diagnostisch keine besseren Möglichkeiten als die "normalen" Ärzte. Der Unterschied ist, dass die Chancen auf einen Therapieversuch beim Spezi höher sind. Dass Spezis bessere Differantial-Diagnose machen, würde ich nicht pauschal behaupten.Therapeutisch haben auch Spezis nur Antibiotika (AB). Alles andere ist Erfahrungsmedizin und reine Rumpröbelei. Übrigens: Den Titel Borreliose-Spezialist gibt es eigentlich nicht. Wenn hier von Spezis die Rede ist, dann handelt es sich um Ärzte aller Fachrichtungen, die eine andere Ansicht zur Borreliose haben, als geltende Lehrmeinung vertritt. Wann immer eine Borreliose nicht nach Schulbuch verläuft oder nicht sicher ausgeschlossen werden kann, bekommen Betroffene bei Spezis in der Regel eine Chance mit einem Therapieversuch. Leider sind die meisten Spezis privat zu bezahlen und es hat auch solche dabei, die die Borreliose als Goldgrube entdeckt haben. Borreliose bei negativem Bluttest kann ich aus meiner eigenen Erfahrung bestätigen. Komplett negativ war er nicht, aber auch nicht auffällig genug, damit er als positiv interpretiert wurde. Die PCR von Blut und verdächtiger Hautprobe war dann aber positiv. In meinem Bekanntenkreis gab es jemanden, der auch komplett negative Bluttests hatte, obwohl er schon die Hautveränderungen des Stadiums 3 hatte. Die waren so typisch, dass sogar ein Unispital die Diagnose trotz negativer Laborergebnisse stellte. Möglich ist bei der Borreliose fast alles, zu beweisen fast nichts.

Die Moral von der Geschicht: Sollten andere mögliche Ursachen so gut wie möglich ausgeschlossen sein, bleibt dir nur der Therapieversuch, um zu schauen, ob eine Besserung eintritt.

LG, Regi

Je mehr ich über die Borreliose weiss, desto mehr weiss ich, dass man fast gar nichts weiss.

Nichts auf der Welt ist gefährlicher als aufrichtige Ignoranz und gewissenhafte Dummheit. (Martin Luther King)

Absenz von Evidenz bedeutet nicht Evidenz für Absenz
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Thanks given by: micci , Filenada , urmel57 , hanni


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