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Der parasitäre Stoffwechsel von B. burgdorferi
#1

Hallo zusammen,

hier eine interessante Studie zu Borrelien. Sie könnte erklären, warum ich trotz Disulfiram immer stärker werdende Symptome kriege. Ich nehme nämlich NAD+ (und auch andere NEMs, die für den Zellstoffwechsel wichtig sind). Später vielleicht mehr. Muss los und konnte das nicht für mich behalten

Titel: Lactate dehydrogenase is the Achilles’ heel of Lyme disease bacterium Borreliella burgdorferi
Link: https://journals.asm.org/doi/10.1128/mbio.03728-24

Ich lasse sie mal für sich sprechen (LD steht für Lyme Disease. Hab das per KI übersetzten lassen):

... Außerdem sprechen PTLDS-Patienten oft nicht auf weitere Antibiotikabehandlungen an (14, 15). Solche anhaltenden Symptome können darauf zurückzuführen sein, dass B. burgdorferi arzneimittelresistente „persistente“ Zellen bildet (16, 17). In der Tat passt sich B. burgdorferi in Gegenwart von routinemäßig verabreichten Antibiotika wie Doxycyclin, Amoxicillin und Ceftriaxon an einen langsam wachsenden Zustand an (18-21), der dem in der nährstoffarmen Umgebung der Zecke ähnelt. Daher besteht ein zunehmender Bedarf an der Entwicklung neuartiger Therapeutika zur Behandlung von LD oder zur Prophylaxe von LD (15).

Das Genom von B. burgdorferi besteht aus einem linearen Chromosom mit ~910 Kilobasen und mehr als 20 zirkulären und linearen Plasmiden (22, 23). Mit einem so kleinen Genom verfügt B. burgdorferi über ein minimales Stoffwechselsystem und ist daher in hohem Maße auf Zeckenvektoren und Säugetierwirte angewiesen, um konstitutive Nährstoffe bereitzustellen (24). So fehlen B. burgdorferi beispielsweise Gene, die für die Proteine kodieren, die für die Synthese von Lipiden, Nukleotiden, Aminosäuren und Cofaktoren erforderlich sind. Stattdessen enthält sein Genom 16 Gene für ein breites Spektrum an Membrantransportern, die vermutlich für die Aufnahme dieser essenziellen Nährstoffe aus der extrazellulären Umgebung verantwortlich sind (22).

Interessanterweise verzichtet B. burgdorferi auch auf die Verwendung von Thiamin (25), das aufgrund seiner lebenswichtigen Rolle als Cofaktor im zentralen Kohlenhydratstoffwechsel und in der Aminosäurebiosynthese als essenziell für alle lebenden Organismen angesehen wurde (26, 27). Im Genom von B. burgdorferi lassen sich keine Biosynthesewege, Transporter oder Enzyme finden, die Thiamin als Cofaktor verwenden, was ein Novum darstellt (25). Darüber hinaus fehlen B. burgdorferi auch Gene, die für Enzyme kodieren, die am Tricarbonsäurezyklus (TCA) beteiligt sind (22), z. B. Pyruvatdehydrogenase (PDH), die Pyruvat decarboxyliert und dabei Acetyl-CoA und CO2 erzeugt. Pyruvat ist ein zentraler Metabolit für die Erzeugung von Cofaktoren und Energie, die für die anabolen und katabolen Reaktionen der Zelle benötigt werden (28).

Darüber hinaus fungiert Pyruvat als Schutzmolekül für B. burgdorferi gegen reaktive Sauerstoffspezies (ROS), die DNA-Schäden und Abtötung verursachen (29). Um das Fehlen von Thiamin, PDH und des TCA-Zyklus zu kompensieren, haben Borreliella-Arten eine ausgeprägte Stoffwechselalternative entwickelt, die auf Laktatdehydrogenase (LDH) für die kontinuierliche ATP-Synthese und die Regeneration von NADH/NAD+ durch anaerobe Glykolyse angewiesen ist (22, 30-32).
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Thanks given by: urmel57 , Waldgeist , Susanne_05 , Claas , FreeNine
#2

Hallo Ihr Lieben,

mein Gehirn funktioniert ja leider nicht mehr so, wie ich es gerne hätte:

Kann mir das bitte jemand  erklären?

Zitat:

"Darüber hinaus fungiert Pyruvat als Schutzmolekül für B. burgdorferi gegen reaktive Sauerstoffspezies (ROS), die DNA-Schäden und Abtötung verursachen (29). Um das Fehlen von Thiamin, PDH und des TCA-Zyklus zu kompensieren, haben Borreliella-Arten eine ausgeprägte Stoffwechselalternative entwickelt, die auf Laktatdehydrogenase (LDH) für die kontinuierliche ATP-Synthese und die Regeneration von NADH/NAD+ durch anaerobe Glykolyse angewiesen ist (22, 30-32)."


Verändert/Benutzt  damit B. burgdorferi auch meinen Stoffwechsel und meine ATP-Synthese? Und die Laktatdehydrogenase sorgt dafür das wir ein saures
Milieu haben, damit die Viecher bei uns gut und gerne leben?

Waldgeist

“Die Mikrobe ist nichts, das Milieu ist alles.“
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Thanks given by: urmel57
#3

Es erklärt nach meinem Verständnis, warum lebende Borrelien als Persister existieren können - um sich dann bei irgendeiner Gelegenheit wieder stark vermehren zu können. 

Die Borrelien schützen damit ihre DNA und sichern sich damit ihr Überleben. 

Man könnte es auch so sehen: Wenn jemand auf Grund einer Grunderkrankung oder ungesunde Lebensweise zu hohe LDH -Spiegel hat, könnten Borrelien davon profitierten. 

Deine ATP- spiegel werden durch deine Mitochondrien gesteuert. Falls die Zellen dann durch zu hohe Lactatspiegel gestört werden, im Sinne von oxidativem Stress, der durch LDH nur für dich aber nicht für die Borrelien schädlich ich wäre, ist der Ansatz, diese Spiegel nach unten zu bringen vielleicht ja durchaus interessant 
.

Wie gut und aussagekräftig diese Studie ist, kann ich jetzt nicht beurteilen. Auch meine Schlussfolgerungen sind daher Spekulation. 

Interessant finde ich das auf jeden Fall. Da ist auch noch die Sache mit dem Mangan statt Eisen, was Borrelien verwenden.  Den Link gibt es hier im Forum.

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Lass das Verhalten anderer nicht deinen inneren Frieden stören (Dalai Lama)
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Thanks given by: Waldgeist , Susanne_05 , Claas , FreeNine
#4

Ja, ungesunder Lebenswandel ist das eine (Ernährung etc.)


Aber Stress macht doch auch eine Übersäuerung; Wenn jemand z.B: eine Angsterkrankung hat macht die Stress; Diese Erkrankung mit den ständigen Beschwerden,
das stresst mich; Meine Stresstoleranz ist gesunken; Das stresst mich auch; 

Und die Borreliose bewirkt ja auch eine Störung des Serotoninstoffwechsels mit Gereiztheit, Panikattacken, Angstzuständen etc.

Also: Die Borreliose-Erkrankung (oder die Spirochäten) sorgen auch selbst  dafür, das Ihr Milieu passt; 

Hoffentlich habe ich Euch mit meinen Aussagen jetzt nicht zu sehr gestresst;  Dodgy

Waldgeist

“Die Mikrobe ist nichts, das Milieu ist alles.“
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Thanks given by: Susanne_05 , Claas , urmel57 , FreeNine
#5

Du stresst mich damit gar nicht. Der Abbau von Stress und seine positiven Folgen könnte aber den Erfolg psychsomatischer Behandlung erklären. 

Sprich durch Verhaltensänderung, der Krankheit den Nährboden entziehen. Das hätte dann durchaus Auswirkungen auf den Stoffwechsel der dann auch die Psyche positiv beeinflussen kann.  Ich finde das interessante Überlegungen, die bei chronischen Beschwerden einen Versuch wert sein könnten.

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Thanks given by: FreeNine , Claas
#6

Ich habe noch einen französischen Beitrag dazu gefunden:
Revolution in der Behandlung der Lyme-Borreliose: Entdeckung eines vielversprechenden Enzyms

Laut automatischer Übersetzung:
Zitat:Ein wichtiger Durchbruch im Kampf gegen die Lyme-Borreliose
Forscherteam hat wichtige Informationen im Kampf gegen die Lyme-Borreliose aktualisiert. Sie entdeckten die entscheidende Rolle eines Enzyms namens BbLDH für das Überleben und die Infektiosität des Bakteriums Borrelia burgdorferi, das die Krankheit verursacht.
Diese Entdeckung eröffnet den Weg für gezielte und potenziell wirksamere Therapien.
Zitat:Ein für das Überleben der Bakterien essentielles Enzym
In einer kürzlich in mBio, einer Zeitschrift der American Society for Microbiology, veröffentlichten Studie haben Forscher herausgefunden, dass „BbLDH eine einzigartige biochemische und strukturelle Eigenschaft besitzt und für das Wachstum und die Infektiosität von B. burgdorferi von entscheidender Bedeutung ist “, erklärt Chunhao Li, Professor am Philips Research Institute for Oral Health der University of Virginia.

Darüber hinaus wurden BbLDH-Inhibitoren identifiziert , die als Grundlage für zukünftige Behandlungen dienen könnten.

“Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.” Mahatma Ghandi

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Thanks given by: micci , Claas , Sabine


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