Borreliose und Prednisolon
#11

(06.12.2013, 14:52)Claudia schrieb:  Hallo Zusammen

Ich wurde auch 3 Wochen mit Prednisolon behandelt. Mein Zustand verschlechterte sich unter dem Medikament so rasant, das ich es Absetzen musste. Viele Beschwerden die durch das Medikament dazukamen verschwanden dann zum Glück unter AB wieder.
Die Nebenwirkungen sind auch nicht so toll. Ich hatte Ausschläge am ganzen Körper und ein Gesicht wie ein Luftballon. Solche Medikamente sind sicher für gewisse Menschen ein Segen. Doch sollte man sehr vorsichtig sein und diese nur nehmen, wenn's keine andere Möglichkeit gibt.

danke für deine Zeilen, ich stelle gerade folgende Überlegungen an:

Sollte man Prednisolon einnehmen und sich die Beschwerden unter diesem Medikament bessern, könnte das ein Hinweis auf eine andere Erkrankung sein die nichts mit Borreliose zu tun hat oder hab ich da einen Denkfehler?

Grüsse vom Carlinsche

Hüte Dich,
alles zu begehren, was Du siehst;
alles zu glauben, was Du hörst;
alles zu sagen, was Du weißt;
alles zu tun, was Du kannst.
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#12

Zitat:Sollte man Prednisolon einnehmen und sich die Beschwerden unter diesem Medikament bessern, könnte das ein Hinweis auf eine andere Erkrankung sein die nichts mit Borreliose zu tun hat oder hab ich da einen Denkfehler?

Kein Denkfehler - ich meine nur: Etwas zu kurz gedacht.
Lyme und Co wird oft von Entzündungen begleitet (egal ob direkt ausgelöst oder eher opportunistisch). Da kann ein Cortisonpräparat im Einzelfall durchaus kurzfristig sehr lindernd und hilfreich sein.
Das bittere Ende kommt dann meist etwas später und ist auch abhängig von der Einnahmedauer und Dosierung des Medikaments.

Und natürlich kann eine dauerhafte Besserung unter Cortison ein gewichtiger Hinweis sein, dass eine andere Erkrankung im Vordergrund steht.

Liebe Grüße

Leonie

Macht mit bei: www.onlyme-aktion.org

Wenn die Guten nicht kämpfen, werden die Schlechten siegen.

Platon

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#13

(14.12.2013, 20:29)Leonie Tomate schrieb:  
Zitat:Sollte man Prednisolon einnehmen und sich die Beschwerden unter diesem Medikament bessern, könnte das ein Hinweis auf eine andere Erkrankung sein die nichts mit Borreliose zu tun hat oder hab ich da einen Denkfehler?

Kein Denkfehler - ich meine nur: Etwas zu kurz gedacht.
Lyme und Co wird oft von Entzündungen begleitet (egal ob direkt ausgelöst oder eher opportunistisch). Da kann ein Cortisonpräparat im Einzelfall durchaus kurzfristig sehr lindernd und hilfreich sein.
Das bittere Ende kommt dann meist etwas später und ist auch abhängig von der Einnahmedauer und Dosierung des Medikaments.

Und natürlich kann eine dauerhafte Besserung unter Cortison ein gewichtiger Hinweis sein, dass eine andere Erkrankung im Vordergrund steht.

Liebe Grüße

Leonie

danke für deine Antwort, ich bin immerzu auf der Suche nach irgend etwas was für mich Sinn machen könnte, bis jetzt haben wir noch nichts gefunden. Das ist so schwierig für mich, weil ich kein geduldiger- gelassener Mensch bin. Aber vielleicht lernt man das ja noch.

Carlinsche

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#14

Wie schon oben geschrieben, kann mit Prednisolon und seinen Abkömmlingen (oral eingenommen oder gespritzt, Salbe meine ich nicht) eine Symptomverbesserung bei Borreliose eintreten. Das ist jedoch meist kein wirklicher Erfolg - jedenfalls nach meiner eigenen Erfahrung - sondern hinterher kann ein Hammer kommen, der einen umbrettert.

Mir ist das zweimal passiert:
- einmal nach einer Infiltration ins Knie

- ein zweites mal nach Prednisolontabletten, die ich nach einer schweren und unerwarteten Medikamentenallergie auf Paracetamol nehmen mußte.

Beide mal folgte unmittelbar ein Borrelioseschub, bei dem ich Antibiotika brauchte, also nicht eine kleine Formkrise, sondern es ging borreliosemäßig richtig zur Sache.

Nun ist jeder mit seiner persönlichen Borreliose bekanntermaßen ein Unikat. Bei Verordnung von Prednisolon, Cortison und Dexamethason sollte aber doch jeder Betroffene vorsichtig sein, um nicht schlafende Hunde zu wecken.

LG Oolong

Geduld und Gelassenheit des Gemüts tragen mehr zur Heilung unserer Krankheit bei,
als alle Kunst der Medizin.


Wolfgang Amadeus Mozart
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#15

(15.12.2013, 20:01)Oolong schrieb:  Nun ist jeder mit seiner persönlichen Borreliose bekanntermaßen ein Unikat. Bei Verordnung von Prednisolon, Cortison und Dexamethason sollte aber doch jeder Betroffene vorsichtig sein, um nicht schlafende Hunde zu wecken.

LG Oolong

das Ganze scheint komplizierter zu sein als ich es zunächst vermutet habe.

über Dexamethason hab ich noch gar nicht nachgedacht, werde ich gleich mal googlen. Danke Carlinsche

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#16

Hallo Carlinsche,

ich habe ebenfalls an Prednisolon gedacht, um meine Brennschmerzen, die vor allem in den Füßen immer schlimmer werden (trotz insgesamt 23 Wochen Antibiotika im letzten Jahr/Anfang diesen Jahres), ggfs. zu lindern. Habe aber bisher noch mit keiner Einnahme begonnen.

Ich hatte kürzlich ein Telefonat mit einer mir bis dahin unbekannten Person. Diese hatte 1993 Borreliose (lag im Bett und konnte nur noch den Kopf drehen), die ein halbes Jahr antibiotisch behandelt wurde. Da Brenn- und Muskelschmerzen nicht verschwanden, hat diese Person seitdem täglich 4 mg Methylprednisolon genommen und lebt laut eigener Aussage gut damit. Ein Versuch, es auszuschleichen, endete nach 20 Tagen wieder mit verstärkten Schmerzen.

Diese Aussage ist natürlich mit Vorsicht zu genießen, aber für mich wäre es beim Scheitern weiterer Antibiosen zumindest eine Option. Habe im März einen Termin in der Charité. Es wird in der Literatur berichtet, daß bei einigen Fällen von Small-Fibre-Neuropathien (einer Sonderform der Polyneuropathie) Prednisolon hilft. Dies wird darauf zurückgeführt, daß in dem Fall die Neuropathie entzündlicher Natur ist.

Wie gesagt, das könntest Du als allerletzte Lösung vielleicht auch im Hinterkopf behalten. Es müßte ja nicht gleich eine hochdosierte Infusion sein. Vielleicht kann man Prednisolon auch zeitweise parallel zum Antibiotikum fahren? Wird aber beim Spezi sicherlich auf Widerstand stoßen.

Erstmal alles Gute auch für Dich,
liebe Grüße, IrisBeate

Absence of proof is not proof of absence (William Cowper).
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#17

Hallo IrisBeate,
Zitat:hat diese Person seitdem täglich 4 mg Methylprednisolon genommen und lebt laut eigener Aussage gut damit.
Das ist immer wichtig, die Mengenangabe/ Dosierung.
http://flexikon.doccheck.com/de/Prednisolon
Man beachte im 3. Beitrag die Dosierung !!!
http://dgrh.de/1035.html
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Thanks given by: irisbeate , leonie tomate , carlinsche
#18

(01.02.2014, 20:20)irisbeate schrieb:  Hallo Carlinsche,

ich habe ebenfalls an Prednisolon gedacht, um meine Brennschmerzen, die vor allem in den Füßen immer schlimmer werden ....


.....Erstmal alles Gute auch für Dich,
liebe Grüße, IrisBeate

Hallo Irisbeate,
danke für deinen Zeilen. Ich bin jetzt Mitten in der zweiten Antibiose( Minocyclin, das geht noch zwei Monate). Hatte gehofft die Brennschmerzen damit auch bald vergessen zu können.Dem ist leider bisher nicht so.Inzwischen haben wir das alte Antidepressiva ausgeschlichen und das neue eingeschlichen , was erstmal noch keine Veränderung bewirkt.Bin derzeit in einer psychatrischen Tagesklinik, deutliche Fortschritte kann ich leider noch nicht erkennen.Brauche weiterhin viel Pausen, weil ich total kaputt bin. Nehme ich mir diese Auszeiten mal nicht( weil ich mich zusammereissen will), dann rutsche ich einfach im Stuhl zusammen und bleibe da mit Augenbrennen hängen.

Die Blutwerte sind von organischer Seite in Ordnung.


Liebe Grüße vom Carlinsche

Hüte Dich,
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Thanks given by: irisbeate
#19

Liebe Foris,

wegen einer Nebennierenrindenschwäche (abgeleitet von einem Cortisoltagesprofil) nehme ich seit 4 Wochen täglich 30 mg Hydrocortison, das in etwa einer Dosis von 7,5 mg Prednisolon entspricht. Als ich bei meinem letzten Arztbesuch mitteilte, daß ich null Wirkung verspüre, riet man mir, es noch länger zu versuchen und dann ggfs. das Cortisoltagesprofil (Speicheltest) zu wiederholen.

Meine Frage ist nun:
kann eine so kleine Dosis Cortison überhaupt etwas bewirken, oder hätte ich ganz hoch einsteigen sollen (Vorschlag der Charité 3 Tage à 500 mg Prednisolon i.v.)?

Momentan habe ich eher das Gefühl, das Brennen wird immer noch stärker, auf jeden Fall habe ich nicht den Hauch einer Linderung. Bin am 8. Sept. wieder beim Doc. Habe auch beim letzten Besuch meine erste niedrigdosierte Immunglobulinspritze (1 g Hizentra) erhalten.

Nach wie vor ist es auch so, daß ich alle 7-14 Tage ein grippeähnliches Gefühl (Hals- und Kopfschmerzen, z. T. leicht subfebrile Temperatur) habe, unter dem sich die Brennschmerzen dann zeitweise deutlich reduzieren. Hierfür konnte der Arzt mir keine Erklärung liefern, meinte jedoch, das würden viele seiner Patienten berichten.

Bin völlig ratlos und weiß nicht weiter. Ob es wohl doch noch Borreliose ist?

Liebe Grüße, IrisBeate

Absence of proof is not proof of absence (William Cowper).
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Thanks given by: carlinsche
#20

Hallo Irisbeate,

Zitat:kann eine so kleine Dosis Cortison überhaupt etwas bewirken, oder hätte ich ganz hoch einsteigen sollen (Vorschlag der Charité 3 Tage à 500 mg Prednisolon i.v.)?

Ich kann nicht beurteilen, ob generell und in welcher Dosierung Cortison bei dir hilfreich ist.
Bei mir war jetzt über Monate eine Mini-Dosis von 5mg Prednisolon extrem entlastend.
Ich habe deutlich (und sofort) eine Verbesserung meiner Entzündungssymptomatik gespürt.
Jetzt nach mehreren Monaten machen sich meine bakteriellen Erreger wieder bemerkbar, was sich sowohl in meinen verschlechterten Befinden, als auch in der Dunkelfeldmikroskopie widerspiegelt.
Seit ein paar Tagen behandle ich deshalb parallel zum Prednisolon mit Antibiotika. Mir geht es seitdem täglich etwas besser. Blush

Zitat:Bin völlig ratlos und weiß nicht weiter. Ob es wohl doch noch Borreliose ist?

Klar, es kann doch alles mögliche gleichzeitig sein.
Es gibt doch nicht nur ein entweder/oder.
Wenn es zu keiner Verbesserung unter einer Cortisontherapie kommt, oder gar zu einer Verschlechterung der Symptome, dann sollte das aufhorchen lassen.
Und was meinste, wieviele Leute mit einer bestehenden Nebennierenrindenschwäche auch eine floride, aktive Borreliose haben... Icon_unknownauthor_zwinker

Liebe Grüße

Leonie

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Platon

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