Doxy bei Kombi chronisch akut?
#1

Sorry fürs doppelte Positionieren, ich kenne mich noch nicht so richtig aus...

Hallo, liebe Forumsleute,

ich danke Euch für Euer Willkommen und Eure mitfühlenden Zeilen! Das stärkt mich, in der Tat ganz schön heftig, "aufzuwachen'". Ich bin seit 2 Jahren ohne Erfolg von Arzt zu Arzt gelaufen, weil ich diffuse Beschwerden hatte (extreme Erschöpfung, Nachtschweiß, Druckschmerz am linken Rippenbogen, Luftnot, Palpitationen, starke Blähungen, Übelkeit, Appetitlosigkeit etc.). Meine damalige Hausärztin hat Blutuntersuchungen, Sonographie, Lungenröntgen machen lassen und nichts irreguläres gefunden. Nur waren immer leichte Entzündungswerte und leicht erhöhtes Cholesterin da. Die Hausärtzin verschrieb mir Physiotherapie (gegen den Stress). Die Beschwerden verschwanden 2011 im Winter wieder, aber die Kurzatmigkeit nahm zu. Ich dachte, ich hatte ja schon lange keinen Sport mehr gemacht...Dann kamen sie im Frühjahr 2012 wieder und es hatte den Anschein, als wäre ich gegen alles mögliche allergisch (Uhr, verschiedene Lebensmittel, Pollen, Hausstaub). Ich entschied mich für die Behandlung bei einer Heilpraktikerin, die mich vor Jahren erfolgreich gegen Neurodermitis behandelt hatte. Sie ist auf chronische Borreliose spezialisiert (was ich dann auch erst raus fand) und fand im Dunkelfeld Borrelien, Schwarzschimmelsporen, Candida-Pilze. Meine Hausärztin, der ich von dem Fund erzählte, schickte mich zur Abklärung noch in die Onkologie und zur Magen- und Darmspiegelung. Im Krankenhaus, wo die Magen- und Darmspiegelung gemacht wurde, die ohne Befund war, erzählte ich auch von dem Fund. Natürlich findet sich davon kein Wort in dem Arztbericht. Und der behandelnde Arzt, den ich fragte, ob ich denn nun einen Spezialisten aufsuchen sollte, sagte: "Ach, wissen Sie, das ist so eine bunte Symptomvielfalt und so schwierig nachzuweisen, da rennen Sie von Arzt zu Arzt.Würd ich nicht machen." Hab ich also nicht gemacht. Ich hatte bis dahin zu keiner Zeit einen mir bekannten Stich mit Hof.
Die Behandlung mit der Heilpraktikerin schlug an, es ging in sehr langsamen Schritten besser, sie arbeitet am Aufbau vom Immunsystem mit Hilfe von Basen- und Enyzmkapseln und Homöopathie u.a. Ich habe deutlich mehr Energie und die Verdauungsbeschwerden sind viel besser geworden. Vor ca. 2 Wochen entdeckte ich dann einen Stich mit Hof an der linken Wade und die Symptome verschlechterten sich etwas bzw. neue kamen hinzu, z.B. anschwellende linke Wange (wo ich im Sommer auch einen Stich/Biss ohne Hof hatte). Mir ging es dann sehr wechselhaft. Am Freitag hatte ich extreme Grippeempfindungen, sehr viel Kältegefühle, Erschöpfung, Kribbeln und Ziehen, Luftnot, glühende Wangen etc. In der letzten Woche habe ich in drei Nächten nur jeweils 2-3 Stunden schlafen können. Alles dies habe ich natürlich in Euren Zeilen oder auch bei Hopf-Seidel wiedergefunden. Mittlerweile glaub ich, bei all der Recherche, und angesichts der Tatsache, dass alle Zipperlein so ein rundes Bild ergeben, dass ich eine chronische und eine akute Borreliose habe.

Nun will ich jetzt unbedingt eine Antibiose machen und war heute bei einem Spezi in Wilmersdorf (Allgemeinmedizin). Leider ist er selbst gerade im Urlaub, so dass ich mit der Vertretung sprach. Zugänglicher Arzt, kannt Dunkelfeld aber nicht. Macht jetzt einen Antikörpertest, hat mir die Standardtherapie (Doxycyclin 200) verschrieben, einen Kontrolltermin für Donnerstag gemacht und mich gebeten in der nächsten Woche einen Termin beim Spezi zu machen. Ich habe ihn gefragt, ob diese Therapie in irgendeiner Weise kontraindiziert sein könnte, bei der Kombi von chronisch und akut und ob wir vielleicht lieber warten und den Spezi über die spezifische Therapie entscheiden lassen. Der Arzt meinte, umstellen könnte man immer, so dass ich mit dem Rezept gegangen bin. Nun frage ich mich, was ich machen soll: Noch eine zweite Meinung hinzuholen? Hopf-Seidel z.B. empfhielt bei neurologischen Symptomen (von denen ich einige habe) oder bei ausgeprägter Organbeteiligung (ich trinke gerade 5 Liter am Tag und habe das Gefühl, ich vertrockne und habe so ein dumpfes Gefühl im Herzbereich) und bei starken vegetativen Dysfunktionen (ausgeprägtes Frieren "von innen", Glühwangen, Erschöpfung etc.) Cefotacim oder Ceftriaxon. Und die Zeit läuft mir weg, Was meint ihr? Sollte ich zu einem Neurologen-Spezi gehen?

Dankbar für schnelle Rückmeldungen Confused
Turtle
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#2

Hallo Turtle,

das ist schwierig zu beantworten. Dieser Neurologen-Spezi wäre aber auch ein Borre-Spezi? Dann geh da unbedingt hin!

Ich hoffe, es melden sich gleich noch weitere Forumsleute und schreiben dir was dazu... Ich würde ja sagen, verlier keine Zeit und nimm das Doxy - aber auf jeden Fall 400mg täglich! Und länger als 3 Wochen, es sei denn, du wechselst auf ein anderes Mittel. Also meine Meinung: entweder viel oder gar nicht - 200mg für 3 Wochen hat schon Schaden angerichtet. Und dann schau mal, was der Spezi sagt. Normalerweise muss man aber mehrere Monate auf nen Spezi-Termin warten. Du musst aber auch gewisse Dinge beachten bei Doxy: nicht zeitlich eng zusammen mit Milchprodukten z.B., zusätzliche Einnahme eines Magenschoners (Omeprazol z.B.) usw. Da gibt es schon einige Fred´s zu hier im Forum.

Oder aber du liest dich nochmal genauer ein was die anderen Präparate, die du genannt hast, betrifft und gehst nochmal zu deinem Hausarzt und lässt dir dieses verschreiben. Nach meinem Verständnis ist es nicht falsch, erst Doxy zu nehmen und später zu wechseln. Im Gegenteil, die Borre-Biester muss man ein bisschen verwirren. Doxy soll ja auch die Bildung von Borre-Zysten verursachen. Meist wird dann dazu oder später noch ein Zysten-Knacker verordnet. Auch dahingehend denke ich persönlich, dass es reicht, wenn dieser später genommen wird.

Alles Gute,
Couch
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#3

Ich glaube zu dem Arzt in Wimersdorf kann ich dir einiges erzählen, Turtle.
Aber nicht hier. Ich schreib dir eine PN.

Liebe Grüße

Leonie

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Platon

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#4

Hast 'ne PN. Icon_winken3

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#5

Meine Erfahrung ist, dass es ganz gut ist, verschiedene AB zu nehmen und auch zwischendurch zu wechseln.
Jeder Mensch ist anders und reagiert anders auf AB, daher muss sowieso meist einfach ausprobiert werden.

Doxy hat bei mir vor vielen Jahren sehr gut angeschlagen, aber mit 400 mg über 4 Wochen.
Nach 3 Wochen hatte ich eine deutliche Verbesserung neurologischer Symptome und viele Symptome gingen sogar ganz weg.

200 mg Doxy zu nehmen macht allerdings gar keinen Sinn.
Das ist so typisch Arzt, der keine Ahnung von Borre hat, sich an die "Vorschriften" halten will und sich nicht nachsagen lassen will, dass er nichts gemacht hat.
Also ab zum Spezi, hoffentlich gibts wen bei dir in der Nähe, notfalls woanders hin fahren!
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#6

Habe mir die Packungsbeilga von Doxy durchgelesen bei 'Dauer der Anwendung', die gehen von 2-3 Wochen für Stadium 1 aus.

Deine Symptome sind wahrscheinlich eher Stadium 2/3, d.h. der Arzt hat entweder neue/bessere Kenntnisse oder er hat die Packungsbeilage nicht vollständig (inclusive Kapitel 3) durchgelesen.

Nur meine Laienmeinung.
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#7

(29.10.2012, 12:57)Extremcouching schrieb:  Nach meinem Verständnis ist es nicht falsch, erst Doxy zu nehmen und später zu wechseln. Im Gegenteil, die Borre-Biester muss man ein bisschen verwirren. Doxy soll ja auch die Bildung von Borre-Zysten verursachen. Meist wird dann dazu oder später noch ein Zysten-Knacker verordnet. Auch dahingehend denke ich persönlich, dass es reicht, wenn dieser später genommen wird.
Alles Gute,
Couch

Hallo Turtle,
dem schließe ich mich an.
Doxycyclin ist normalerweise das Standardmittel bei einer frischen Infektion mit Borrelien oder einer anderen bakteriellen Infektion, die auch von Zecken übertragen werden kann.
Dosierung wie von der DBG emfpohlen: 2 x 200 mg pro Tag und das über mindestens 4 Wochen lang.
Bei mir wurde damals sofort - aber zu kurz und unterdosiert behandelt, was eine chronische B. zur Folge hatte, die dann später erst als Fibromyalgie falsch diagnostiziert wurde, bis ein Spezi dann feststellte, daß meine angeblich ausgeheilte Borreliose noch bestand.
Seitdem ( seit 10 Jahren) muß ich mit den Folgen leben und immer wieder therapieren.

Deshalb muß eine chronisch gewordene Borreliose anders behandelt werden.
Trotzdem ist die jetzige Einnahme bei dir mit Doxy nicht falsch, wenn du anschließend weiter und auch mit anderer AB behandelt wirst, die verschiedene Ansätze haben. (z. B. Zystenknacker, wie Couch schon schrieb)
XXX

Ich wünsche dir alles Gute, dein Spezi wird das schon hinbekommen, hoffe ich.

Liebe Grüße

Amrei



Hallo Amrei,
ich habe Deinen Beitrag editiert, da hier im Forum keine medizinische Beratung erfolgen darf. Wir sind keine Ärzte!
Empfehlungen sind kein Problem, aber dann bitte auch umschreiben mit "Ich würde dies und jenes machen..." oder "Du könntest versuchen..." Also immer schön im Konjunktiv! ;-) Was auch geht, ist "Mir hat geholfen..." usw.
Gruß Moderator

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aber aufgehört haben zu leben. ( Mark Twain )
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#8

Hallo,

ich habe gerade von meinem Spezi Doxy. plus Quensil verordnet bekommen und ich habe die B. schon seit 2006 !
Manche Ärzte verordnen es auch bei Spät- B. in Kombi, wie z.B. ein bekannter Spezi in Pforzheim.

Gruß
Klaus
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#9

Hall Klaus,

ja, ich kenne den Spezi. Er behandelt uns auch.
Er versucht halt zu Beginn erstmal die Standard-AB, um evtl Co-Infektionen mit zu erwischen. Er steigt dann aber später fast immer auf andere AB um.
Wenn deine Beschwerden aber längere Zeit nicht besser werden sollten, dann würde ich an deiner Stelle den Arzt bitten, auch andere AB zu versuchen, die bei länger zurückliegender Infektion laut DBG effektiver helfen sollen.

LG

Amrei

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#10

Hallo Amrei,

da hast Du sicher Recht, nur sind manchmal geeignetere AB für manche Betroffene kontraindiziert.
Vielleicht kommt bei mir Clari. danach, ob das geht, entscheidet sich noch.

Welche gibt der denn ?

HG
Klaus
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