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Erfahrungen mit Cefotaxim-Infusionen
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claudianeff Offline
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Beitrag #1
Erfahrungen mit Cefotaxim-Infusionen
Hallo!
Ich hätte gern euren Rat zu meiner Cefotaxim-Therapie.
Zum Verlauf:
Nach 7,5 Monaten Penicillingabe begann ich im Oktober mit Cefotaxim-Infusionen: 2g x 2 mal = 4g täglich;
da es nach zwei Wochen wunderbar gewirkt hat, habe ich die Dosis auf 6g täglich erhöht (es wurde die Dosis bis zu 12g tägl. angestrebt; Dauer: mindestens 3 Monate).
In der 4. Woche bekam ich starke Halsschmerzen, angeschwollene Bronchien, Atembeschwerden, die sich während der Infusionen verschlimmerten und musste abbrechen. Ich glaube, es war ein Virusinfekt, da es noch 10 Tage dauerte, bis die Symptome verschwanden.
Danach wurden erneut Allergietests beim Spezi gemacht: alle negativ. Die Empfehlung vom Spezi war, vor der Infusion ein Antihistaminmedikament einzunehmen, die Dosis zu reduzieren und noch langsamer zu geben. Gesprochen habe ich mit dem Dok. (noch) nicht, aber ich glaube, er vermutet die Aktivität der Mastzellen – und das leuchtet mir ein, denn die Bronchien waren schon immer ein Schwachpunkt bei mir (nachdem die Mandeln entfernt wurden). Ich habe im Forum über die Histaminproblematik gelesen – Danke allen, die davon berichtet haben Exclamation– und habe mir Cetirizin besorgt.
Zurzeit mache ich wieder 2g x2 tägl., sehr langsam (bis zu 3 Stunden). Nun sind meine Fragen an euch:
1.  Ob diese Dosis ausreicht? (mein Gewicht: ca. 57 kg, die LB chronisch, mit Schwer- bzw. Schwachpunkten in kurzer Fassung: Kopf (alles), Haut, Gelenke, Augen, Herz).
2.  Es läuft zurzeit als Monotherapie, aber ich nehme dazu auf eigene Regie Artemisia 200mg. Wegen der diversen Unverträglichkeiten (die seit der konsequenten Antibiose etwas zurückgehen) nehme ich nur Vit B-Komplex und Vit C in kleiner Dosierung.
3.  Auch mit Probiotika (von Omniflora und von Biolabor) geht es nur mit kleinen Dosen. Jetzt habe ich über Candida gelesen. Im Moment merke ich noch keine Anzeichen, aber vielleicht wenn man es merkt, wird es bereits zu spät? Allerdings halte ich seit langem eine zuckerarme Diät. Das heißt, während der Herx-Reaktion vor 10 Monaten fiel es mir leicht, auf Süßes absolut zu verzichten. Seit 6 Monaten erlaube ich mir ca. einen Teelöffel Zucker oder Marmelade täglich und ein oder zwei Äpfel in der Woche, andere Kohlenhydrate sind im Gemüse, Roggenmischbrot und Vollkornreis. Welche Erfahrungen habt ihr mit dem Zuckerverzicht auf Dauer gemacht? Hat eigentlich Vit B Einfluss auf die Entstehung von Pilzerkrankungen?
Es wäre schön, eure Meinung dazu zu hören. Vielen Dank im voraus!
LG
 
08.01.2017 15:51
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fischera Offline
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Beitrag #2
RE: Erfahrungen mit Cefotaxim-Infusionen
Erst jetzt gesehen (@ Borreärger nur zur Sicherheit, wir hatten schon über Cefotaxim geschrieben, glaube ich. Typisches Ersatz AB bei Problemen mit Cefrtiaxon)

Schau mal rein claudianneff,
http://www.dieterhassler.de/index.php?id=165

Wenn ich Penicillin lese, kommt immer 1990 in meinem Kopf. Hintergrundwissen ist nie verkehrt.
http://www.infomed.ch/pk_template.php?pkid=580
26.01.2017 15:20
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claudianeff Offline
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Beitrag #3
RE: Erfahrungen mit Cefotaxim-Infusionen
Dankeschön, Fischera!

Lg
27.01.2017 23:58
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borrärger Offline
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Beitrag #4
RE: Erfahrungen mit Cefotaxim-Infusionen
Das Penicillin G hat Du also über Infusionen genommen und nicht in Muskel, oder ??? Das würde ich gerne wissen.
Und wie hat es gewirkt ?? Das Cefotaxim scheint viel besser zu wirken ??
Es ist schauerlich wenn man sowas liest wie hier, so lange ein Medi genommen und dann wirkt ein anderes viel besser. da kann man nur hoffen daß das Peniccilin auch zur Genesung beigetragen hat und nicht ganz umsonst war.
Wie geht es Dir jetzt ??
Viel Glück Claudia. Icon_narkosespritze Icon_steckenpferd

liebe Grüße borrärgerIcon_winken3

Glücklich ist der, der hinter den schwarzen Regenwolken auch die Sonne sieht.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 28.01.2017 09:27 von borrärger.)
28.01.2017 09:27
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claudianeff Offline
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Beitrag #5
RE: Erfahrungen mit Cefotaxim-Infusionen
Liebe Borrärger, danke für deine Nachfrage! Ich weiß, dass du auch große Probleme hast, deswegen versuche ich möglichst deutlich meine Erfahrungen mit Penicillin und mit Cefotaxim zu beschreiben:

Ich habe Benzathin-Benzylpenicillin (ich weiß nicht, ob es Penicillin G ist) i. M. bekommen: Icon_spritze Da ich vorher nur mit Tabletten und unzureichend therapiert wurde, hatte ich eine sehr harte Herx-Reaktion auf BB-Penicillin gehabt. Die Wirkung war aber vielfach besser, als mit Doxy 200g und ich konnte bei mir keine Nebenwirkungen feststellen, im Gegenteil haben sich z. B. Magen-Darmsymptome gebessert. Dennoch hatte mein Spezi recht, als er sagte, es sei die 2. Wahl und nur Ersatz für die Zeit bis ich die Infusionen mit Cefotaxim organisiere.

Cefo ist deutlich wirksamer - ich spüre buchstäblich den Unterschied, wie die anderen "Schichten" im Körper belebt werden. Das BB-Penicillin hat aber auch hier eine gute "Vorarbeit" geleistet: die schlimmste Herx war vorbei, ich hatte "nur" brainfog und sowas wie "Schlafkrankheit" Icon_weckruf2(ich stellte mir zwei Wecker, um den Gang in die Arztpraxis nicht zu verschlafen), es war ein Zustand wie unter Drogen, aber auch die Gereiztheit stieg an, wenn mich jemand oder etwas in diesem "Zombi"-Zustand störte.

Dich interessiert wahrscheinlich, wie es mit Wirkung auf die Gelenke steht? Ich würde hier zwei Dinge unterscheiden (was schwierig ist): mein infiziertes Knie spürt eine Besserung durch BB-Penicillin und auch durch Cefo. Die anderen Gelenke - mit Schmerzen, Schwellungen usw. -waren bei mir mehr von dem eigenen Imsystem getroffen (denke ich). Da hat mir Quensyl geholfen, auf die Lyme Arthritis hatte das Quensyl allein jedoch keinen Einfluss.

Wie es mir geht: Ich sitze gerade am Schlauch, das Cefotaxim tropft; heute abend die 2. Dosis - dann feiere ich die erste Hälfte der 12 wöchigen Basistherapie. Wink Noch 6 Wochen, dann wieder zum Spezi, Untersuchungen und vermutlich weitere Behandlung. Den Zustand kann ich vielleicht so vergleichen: ohne diese Therapie fühlte ich mich wie in einem kalten feuchten verschimmelten Keller eingesperrt, in den kaum Licht durch das schmale verschmutzte Fenster durchdringt, alles schwarz-grau, undefinierbar, riecht nach Leichen und mir fehlt die Kraft, die Tür auszureißen. Mit der Therapie bin ich zwar krank, aber ich liege in einem sauberen Raum mit Licht und manchmal kommt der Sonnenschein rein und mit ihm die Hoffnung.

Ich wünsche dir auch ganz viel Glück, weiter so haltenIcon_steckenpferd es muss sich etwas gegen Schmerzen findenExclamation
29.01.2017 14:34
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borrärger Offline
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Beitrag #6
RE: Erfahrungen mit Cefotaxim-Infusionen
Vielen Dank Claudia Heart für Deine ausführliche Schilderung das hast Du wirklich toll beschrieben, da kann man sich ein gutes Bild machen, was bei Dir wie gewirkt hat. Eine wirklich sehr ausführliche Schilderung.
Ich hab mir auch Deine Schilderungen und Schwierigkeiten über das Beschaffen des Ports nochmal durchgelesen. Ich weiß nicht ob ich hier einen Arzt finden würde, der da mitgeht. Bin ich eher skeptisch. Ich werde schon 1 1/2 Jahre immer wider mit Infusionen behandelt und komme nicht weiter.
Das zweite Problem ist, dass ich vor zwei Jahren kein Ceftriaxon vertragen habe, nach zwölf Tagen mußte ich abbrechen wegen unerträglicher Magenschmerzen. Es war lange geplant und der Arzt wäre mitgegangen.
Ich dachte, daß mein Magen sich inzwischen gebessert hat, weil ich doch einige Ab, zwar mit schlimmen Magenschmerzen, aber immerhin einehmen kann. Hatte aber gerade wieder mit zwei Ab-Versuchen einen Rückschlag. Infusionen vertrage ich leider nicht unbedingt besser als orale Ab. Mit Mino und Tini ging es besser als mit einigen Infusionen.
Aber ich möchte nach meinem Urlaub nochmal was probieren, entweder ein anders Ab oral , oder über die Infusionen nachdenken und erst mal zwei wochen cef. so probieren und durchhalten, bevor ich anfange um einen Port zu kämpfen.
Auch über Deine ausführliche Schilderung zum Peniccilin bin ich Dir sehr dank, denn durch meine Magnprobleme ist das für mich eine interrasante Geschichte. Es bestätigt aber, was ich bisher schon gehört hatte, dass Penicilln i.M. eher zur Überbrückung als zur Heilung geeignet ist. Es bleibt jedoch auch eine Option für mich.

Aber ich will jetzt nicht weiter mit meinen Problemen langweilen, es ging ja um Deine Schilderung. Wenn jemand einen Port hat, denkt man immer wie hat er/sie das blos hinbekommen. Daher war es für mich nochmal gut, das nachzulesen.

Dein vergleich mit den Räumen und dem Lebensgefühl passt super, man kann es dirkt empfinden wenn man es liest, vielleicht auch weil manche Gefühle doch ähnlich sind.

Zitat:aber ich liege in einem sauberen Raum mit Licht und manchmal kommt der Sonnenschein rein und mit ihm die Hoffnung.
ich wünsche Dir sehr dass bald immer mehr Sonnenschein in Deinen Raum kommt. Icon_fred_blumenbeet

liebe Grüße borrärgerIcon_winken3

Glücklich ist der, der hinter den schwarzen Regenwolken auch die Sonne sieht.
30.01.2017 11:41
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claudianeff Offline
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Beitrag #7
RE: Erfahrungen mit Cefotaxim-Infusionen
Zitat: Wenn jemand einen Port hat, denkt man immer wie hat er/sie das blos hinbekommen.

Ich habe es leider nicht bekommen. Ich mache über die Braunüle. Die streikt gerade, daher nur kurz.

LG
30.01.2017 13:10
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Beitrag #8
RE: Erfahrungen mit Cefotaxim-Infusionen
Ich will Dich bestimmt nicht stressen. Also lass Dir Zeit. Icon_blog-messias
Was ist eine Braunüle ?? So ein Ding das man im KKh nur für ca. 3 bis 5 Tage bekommt und auch als Zulauf bezeichnet wird??

liebe Grüße borrärgerIcon_winken3

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(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 30.01.2017 15:50 von borrärger.)
30.01.2017 13:28
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Filenada Offline
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Beitrag #9
RE: Erfahrungen mit Cefotaxim-Infusionen
(30.01.2017 13:28)borrärger schrieb:  Was ist eine Braunüle ??

Guckst Du hier.

Shit happens. Mal bist Du die Taube, mal das Denkmal...

Gehört zu den OnLyme-Aktivisten: www.onlyme-aktion.org
30.01.2017 17:32
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Beitrag #10
RE: Erfahrungen mit Cefotaxim-Infusionen
Filenada hat dankbarerweise die Antwort für dich verlinkt.Icon_danke_ATDE
Was ich noch nicht erwähnt habe: Es wurde über Cefotaxim schon berichtet, z.b. sehr gut und informativ von Niki. Icon_thumbs1 Ich bin da weniger erfahren.

Mein Anliegen bei diesem Thread - jetzt drehe ich auf mich zurück - bleibt: Was für Unverträglichkeiten (erfahrungsgemäß) können unter den Cefo-Infusionen auftreten und warum? Ich möchte dabei grundsätzlich unterscheiden: die Herx, Allergien und andere Faktoren (s. Thread Mastzellenaktivität von Johanna und auch was Huwe geschrieben hat). Was kann helfen, um die Therapie trotzdem weiter durchführen zu können? Denn ich stelle bei mir fest - auch alle in der Arztpraxis meines Spezi sind einig - die Unterbrechung der Therapie ändert (erschwert) den Verlauf. Icon_nosmile Ein weites Feld mit vielen offenen Fragen. Aber ich glaube, bei dir, Borrärger, geht es auch um die Verträglickeit der ABs:

Zitat:Infusionen vertrage ich leider nicht unbedingt besser als orale Ab.
Das ist rätselhaft... Aber vielleicht liegt in diesem Widerspruch der Kern des Problems? So wie bei mir z.b. sind alle Unverträglichkeiten anscheinend auf den Überschuss von Mastzellen (Histamin) zurück zu führen. Ich habe davon in dem entsprechenden Thread gelesen, habe aber zunächst nicht auf mich bezogen, bis mein Spezi mir das Rezept für 5 Antihistaminmedis vorgelegt hat.

Zitat: Schwierigkeiten über das Beschaffen des Ports nochmal durchgelesen. Ich weiß nicht ob ich hier einen Arzt finden würde, der da mitgeht.
Man braucht eine Überweisung vom Spezi.

Zitat: erst mal zwei wochen cef. so probieren und durchhalten, bevor ich anfange um einen Port zu kämpfen.
In Berlin gibt es neuerdings
die pick line - das kennst du, glaube ich von Jo (?)

Sorry, ich bin sehr langsam und konnte ein paar Infos nicht verlinken. Vielleicht klappt es beim nächsten mal.

Einen schönen Icon_urlaub

LG
31.01.2017 14:42
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