Therapie Minocyclin und Quensyl -
Atlas - 04.11.2014
Hey zusammen!
Nachdem ich schon länger in diesem Forum mitlese, habe ich mich entschlossen nun auch was dazu beizutragen.
Wurde anfang Juni diesen Jahres von einer Zecke gestochen. Nachdem sich ein bläuchlicher Ring um die Einstichstelle gebildet hat und ich Grippe ähnliche Symptome (Fiebriges Gefühl, starke Rückenschmerzen, Brainfog) bekam, bin ich schleunigst zum Arzt. Dort wurde ein leicht erhöhter IgM und IgG Wert für Borrelien festgestellt woraufhin ich die üblichen 200mg Doxycyclin über 3 Wochen verschrieben bekam.
Mit dem Ende der Therapie sind die Symptome allerdings zurückgekehrt und noch neue dazu gekommen (Schmerzen in allen Gelenken und Muskeln, Zittern in den Fingern, Muskelzuckungen)
Der Hausarzt schickte mich daraufhin zur Immunologin, welche mir versicherte ich sei gesund und das könne keine aktive Borreliose mehr sein
Als die Symptome zwei Wochen später immer noch nicht besser wurden, habe ich mich im Internet schlau gemacht und auf einen Borreliose-Spezi in meiner Nähe getroffen (Aus der Liste von HopfSeidel).
Dieser bestätigte mir, dass die Dosis von 200mg Doxycyclin wohl zu niedrig war. Auch der LTT-Bluttest bestätigte dies (kann die Werte bei Gelegenheit noch posten) und zeigte auch noch eine Chlamydien-Infektion.
Er verschrieb mir daraufhin Minocyclin 200mg pro Tag und 200mg Quensyl alle 2 Tage. Dazu noch Naturheilmittel zur Entlastung der Leber, Karde-Tinktur, Vitamin-Tabletten und Spirulina-Algen-Tabletten.
In den ersten 6 Wochen der Therapie hatte ich 3 heftige Herxheimer Reaktionen, welche sich durch eine starke Verschlimmerung aller Symptome innerhalb kurzer Zeit bemerkbar machen.
Die folgende Zeit war ein auf und ab

Seit Anfangs Oktober ging es etwas aufwärts (fühlte mich fitter und Symptome sind zum Teil etwas zurück gegangen)
Mittlerweile bin ich in der 10 Woche meiner Therapie aber die Symtpome sind leider fast alle noch da, wenn auch schwächer.
Habe diesen Donnerstag wieder einen Termin beim Spezi und werde wohl um die Ergänzung der Therapie durch Metro oder Tini fragen, da ich mir die sehr bescheidenen Fortschritte durch Biofilme erkläre?!
Tut gut dies mal alles niederzuschrieben.
Freue mich über eure Beiträge
RE: Therapie Minocyclin und Quensyl -
Sunflower - 04.11.2014
Hi Atlas,
da bist du leider ein lebender "Beweis" dafür, dass Borreliose Symptome nach 3 Wochen mit 200 mg Doxy nicht immer verschwinden.
Prof.Sievers sagte auf früheren Vorträgen, dass Doxy erst bei Blutspiegeln über 5 µg/ml wirksam sei, dabei liegt der Blutspiegel nach 200 mg Doxy im Durchschnitt bei 2-3 µg/ml, max. 5 µg!
Dazu wirkt Doxy nicht gegen Zysten und nicht sehr gut gegen Biofilme.
Ich denke, der Gedanke mit Tinidazole (oder Metro) als Zusatzmedikation zur besseren Auflösung der Biofilme ist gerechtfertigt. Denn wie die Studie von Sapi zeigte, bilden Borrelien sehr schnell schützende Biofilme und diese können die AB Resistenz von anderen biofilmbildenden Bakterien bis auf das 1000-fache erhöhen!
Zur Dauer der Behandlung: AB greifen in der Regel Bakterien nur in der Teilungsphase an. Sprich ruhende Bakterien sind von den meisten AB (wie Tetrazykline, Makroliden, usw.) so gut wie unangreifbar, auch wenn man 10 Kg auf ein Mal einnimmt (bitte nicht nachmachen!). Daher gilt die Regel: um so länger die Teilungszeit, um so länger die Behandlung. Denn bei Bakterien, die sich alle 20-30 Min teilen, greifen AB in 14 Tagen die Bakterien über 1000 Mal an (24 x 3 x 14), während bei langsam teilenden Bakterien wie Borrelien (24-32 Std) oder Tuberkulose (24 Std) eine 14 tägige Behandlung nur ca. 14 Behandlungszyklen beinhaltet. Tuberkulose soll deswegen mindestens 6 Monate und bis zu 2 Jahren lang antibiotisch behandelt werden. Eine Borreliose mit einer längeren Teilungszeit soll erstaunlichweise in einer 20 fach kürzeren Zeit erfolgreich behandelt werden...diese Logik kann ich persönlich nicht nachvollziehen, zudem Borrelien dazu in Biofilmen leben und Zysten bilden, die auf die meisten AB resistent sind!
Damit will ich sagen: behandle solange du noch Symptome hast, auch wenn diese länger als 1 Jahr dauern soll.
Und denke an Darmschutz mit täglichen hochdosierten Probiotika, Saccharomyces boulardi und Nystatin (Tipps von Dr.Horowitz).
Good luck!
RE: Therapie Minocyclin und Quensyl -
Rübe - 05.11.2014
(04.11.2014, 21:05)Sunflower schrieb: Damit will ich sagen: behandle solange du noch Symptome hast, auch wenn diese länger als 1 Jahr dauern soll.
Und denke an Darmschutz mit täglichen hochdosierten Probiotika, Saccharomyces boulardi und Nystatin (Tipps von Dr.Horowitz).
Und was ist mit den Zellkraftwerken/den Mitochondrien?
http://www.selbstheilung-online.de/files/Was%20uns%20krank%20macht/Antibiotika/Anti-Bios.pdf
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/55068/Antibiotika-Langzeitschaeden-durch-oxidative-Schaedigung-von-Mitochondrien
http://dr-neidert.de/index.php/praeparate-darm/30-page/hormone/294-mitochondriopathie-und-antibiotika
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=47067
Gruß
Rübe
RE: Therapie Minocyclin und Quensyl - Ehemaliges Mitglied - 05.11.2014
Hallo Rübe,
sie ist immer mit ??? versehen, die Behandlung der Borreliose.
Hier bitte einmal die 9. Auswertung studieren. Plus ......
http://www.borreliose-nachrichten.de/umfrage/
Es muss immer unterschieden werden, gerade erkrankt ohne vorherige Probleme, oder schon lange auf der Suche nach einer Diagnose. Und ein Restrisiko der nicht ausreichenden, falschen Behandlung bleibt bestehen. Das Glück einen Arzt zu finden, der nicht nach der S1 Leitlinie der Neurologen behandelt, ist allerdings Voraussetzung.
http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/030-071.html
Siehe hier etwas zu Zeiträumen der Behandlung:
http://www.b-c-a.de/fileadmin/img/XXX (s. Forenregel) /BCALangzeitbehandlungAntibiotikaDontaStudie020309.pdf
Gruß
Nachtrag:
http://www.borreliose-lorenz.de/nitrosativer_stress.html
RE: Therapie Minocyclin und Quensyl - Ehemaliges Mitglied - 05.11.2014
Das Zitat, Rosenfan #2) möchte ich aufnehmen um das Thema einmal wieder ins Spiel zu bringen.
Zitat:Zur Dauer der Behandlung: AB greifen in der Regel Bakterien nur in der Teilungsphase an. Sprich ruhende Bakterien sind von den meisten AB (wie Tetrazykline, Makroliden, usw.) so gut wie unangreifbar, auch wenn man 10 Kg auf ein Mal einnimmt (bitte nicht nachmachen!). Daher gilt die Regel: um so länger die Teilungszeit, um so länger die Behandlung. Denn bei Bakterien, die sich alle 20-30 Min teilen, greifen AB in 14 Tagen die Bakterien über 1000 Mal an (24 x 3 x 14), während bei langsam teilenden Bakterien wie Borrelien (24-32 Std) oder Tuberkulose (24 Std) eine 14 tägige Behandlung nur ca. 14 Behandlungszyklen beinhaltet. Tuberkulose soll deswegen mindestens 6 Monate und bis zu 2 Jahren lang antibiotisch behandelt werden. Eine Borreliose mit einer längeren Teilungszeit soll erstaunlichweise in einer 20 fach kürzeren Zeit erfolgreich behandelt werden...diese Logik kann ich persönlich nicht nachvollziehen, ...
Dieses negieren oder das nicht Wissen, macht vielen Patienten das Leben so schwer, meine Meinung.
Hier eine kurze Fortbildung, nicht nur für Betroffene !!!
http://forum.onlyme-aktion.org/showthread.php?tid=1886
RE: Therapie Minocyclin und Quensyl -
Luddi - 05.11.2014
Hallo Rübe,
im ersten Artikel Deiner links wird empfohlen, erst gar keine AB zu nehmen, damit die Mitochondrien nicht geschädigt werden. Mein Körper hatte während einer viermonatigen Phase ohne AB ausreichend Gelegenheit, sich mit Selbstheilungskräften von der Borreliose zu befreien. Es ging mir von Tag zu Tag schlechter und ich konnte irgendwann nicht einmal mehr Brot kaufen, ohne mich hinterher hinlegen zu müssen. Als ich dann AB genommen habe, kamen meine Kräfte zurück. Wie erklärst Du dir das?
RE: Therapie Minocyclin und Quensyl -
Atlas - 05.11.2014
Vielen Dank für eure ausführlichen Kommentare!
@Sunflower
Nehme was für den Darm (Perenterol), hab ich vergessen zu erwähnen
Je länger ich mich mit der Thematik auseinandersetzte desto mehr komme ich zum Schluss, dass schlechte Therapieerfolge durch andere Belastungen (Schwermetalle, Co-Infekte, angeborene Defekte) welche den Körper schwächen, zu erklären sind.
Durch eine ganzheitliche Betrachtung der Erkrankung könnten wohl den meisten geholfen werden, sofern sie noch keine bleibende Schäden besitzen.
RE: Therapie Minocyclin und Quensyl -
urmel57 - 05.11.2014
Hallo Atlas,
schlechte Therapieerfolge sind durch mannigfaltige Faktoren denkbar, das sehe ich ähnlich wie du. Zum einen ist es sicherlich der Erreger selbst, dessen Pathogenese nur teilweise bekannt und wenig verstanden wird, zum anderen sehe ich auch individuelle genetische Faktoren dafür verantwortlich, dass die Heilungsrate unterschiedlich ist.
Alleine darauf zu vertrauen, dass man nur genügend lange Antibiotika nehmen muss, um sicher geheilt zu werden, ist dabei in meinen Augen ein Trugschluss. Es kann funktioneren muss aber nicht.
Die Unterscheidung zwischen bleibenden Schäden, persistierender Infektion und auch Nebenwirkungen der Therapie oder gar noch anderer Grunderkrankungen ist äußerst schwierig und so bleibt eigentlich nur, die Therapie und deren Erfolge an sich selbst immer wieder zu überprüfend. Zum Teil stellen sich auch noch Verbesserungen nach Absetzen der Antibiotika ein, was sich sicherlich auch dadurch erklären lässt, dass der entstandene Müll aus Bakterien und Medikamenten irgendwie entsorgt werden muss.
Wenn es keine Verbesserungen durch die Antibiotika gibt, finde ich es als logische Konsequenz, die Diagnose zu hinterfragen und auch andere Wege zu beschreiten.
Der ganzheitliche Ansatz wäre in der Medizin sowieso der Erstrebenswerteste, nur gehen die Tendenzen im Gesundheitswesen momentan eigentlich immer mehr davon ab, den Menschen zu betrachten sondern nur noch Ergebnisse aus Labor und Gerätetechnik.
Sicherlich ist es von Vorteil wenn man frische Erkrankungen wirklich so behandelt, dass deutliche Erfolge sichtbar sind, sich dabei nach dem Therapieerfolg richtet und nicht stur an der Einheitsbehandlung festhält.
Jetzt hoffe ich für dich, dass du das in den Griff bekommst, ich denke die Chancen sind nicht so schlecht.
Liebe Grüße Urmel
RE: Therapie Minocyclin und Quensyl -
johanna cochius - 05.11.2014
Hi Atlas ,
auch von mir ein herzliches Willkommen hier !
Meine Meinung dazu ist, dass noch keiner so recht einen Durchblick hat woran es liegt, wenn Therapien versagen . Ich glaube auch , dass es unheimlich schwer ist von allen Seiten Therapien zu beginnen. Jeder empfiehlt etwas anderes. Ich versuche seit Jahren Ganzheitlich an das Thema zu gehen ....
Meinen Immundefekt kann man z.b. noch nicht therapieren , meine nicht unerhebliche Schwermetallbelastung wird seit 2 Jahren mit Infusionen bekämpft . Leider ohne spürbaren Erfolg bis jetzt. Virale Geschichten sind schwer zu behandeln .
Co- Infektionen sind auch schwer nachzuweisen , was kommt von woher ? Eigentlich weiß es keiner, meine Erfahrung .
LG Jo
RE: Therapie Minocyclin und Quensyl -
Rübe - 05.11.2014
(05.11.2014, 15:30)Luddi schrieb: Als ich dann AB genommen habe, kamen meine Kräfte zurück. Wie erklärst Du dir das?
Evtl. haben die ABs vorhandene Infektionen bekämpft.
(05.11.2014, 17:41)Atlas schrieb: Je länger ich mich mit der Thematik auseinandersetzte desto mehr komme ich zum Schluss, dass schlechte Therapieerfolge durch andere Belastungen (Schwermetalle, Co-Infekte, angeborene Defekte) welche den Körper schwächen, zu erklären sind.
Durch eine ganzheitliche Betrachtung der Erkrankung könnten wohl den meisten geholfen werden, sofern sie noch keine bleibende Schäden besitzen.
Genauso sieht es aus!
Das ist dann die ganz hohe Kunst des Heilens, welche nur ganz ganz wenige Therapeuten beherrschen, meist jedoch aber auch mehrere Behandler (und meist leider auch sehr viel Geld) erfordert.
Hierzu sind folgende zwei Filme sehr anschauenswert:
http://www.youtube.com/watch?v=7t-9930sRBY
http://www.youtube.com/watch?v=jlQ1jbx6YP0
Gruß
Rübe