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Meine "Leidensgeschichte" mit Bitte um Bewertung meiner Laborwerte
#41

Aus #35
"Nervenschmerzen? mal Ja mal Nein"

Stell Dir mal einen Lichtschalter mit Wackelkontakt vor.

Einen Nervenleitbahnmessung sollte da Aufschluss geben können.
Häufige Gründe für eine Elektroneurographie sind:
https://www.sprechzimmer.ch/Untersuchung...e_ENG.html

Borrelien können die Verbindungsstellen aus dem Gleichgewicht bringen.
https://www.spektrum.de/lexikon/neurowis...psen/12620
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Thanks given by: Tschimos85
#42

(02.11.2020, 20:24)Tschimos85 schrieb:  Jetzt melde ich mich seit über einem Jahr mal wieder, was ja an sich ein gutes Zeichen ist. Meine Beschwerden im Fuß haben sich tatsächlich seit der Behandlung mit Ceftriaxon erheblich verbessert, habe nur noch selten dieses Kribbeln im Fuß. Mein Hautbild ist jedoch unverändert, also weiterhin diese "gläserne", dünne Haut mit deutlich sichtbaren Besenreisern.

Warum ich mich nun nochmal an Euch wende? Ich habe jetzt leider andere Symptome/Beschwerden, die ich zuvor noch nie hatte. Und zwar habe ich seit 5 Tagen (mit zwischenzeitlicher Unterbrechung von 1 1/2 Tagen) beim Laufen oberhalb der rechten Wade außen (rechts ist ja auch das stärker betroffene Bein, dort war auch das Kribbeln im Fuß) in ganz intensives Pochen/Blubbern bei jedem Schritt, den ich gehe. Gefühlt auch recht "groß", schätze so im Bereich von ca. 3-4cm. Es ist wirklich unglaublich unangenehm. Ich denke auch nicht, dass es ein eingeklemmter Nerv ist, da ja zwischenzeitlich mal Pause war und ich ca. 1 1/2 Tage keine Beschwerden hatte. Dann müsste es ja durchgängig die Probleme geben. Ich sehe aus dem Grund einen Zusammenhang mit meiner Borelliose, da es eben das stärker betroffene Bein ist. Wie ist Eure Meinung dazu? Heute z. B. direkt morgens beim Aufstehen gespürt nach den ersten Schritten, dann auf der Arbeit erstmal ok und nach ca 3-4 Stunden (bin auch viel auf den Beinen bei der Arbeit) ging es richtig los und ist seitdem, trotz Schonung nach Feierabend, sofort beim Laufen wieder spürbar.

Könnte das was mit den Muskeln zutun haben? Oder doch Nervenschmerzen? Ich bin ratlos...


5 Jahre sind nun vergangen. Und tatsächlich war ich größtenteils bis Sommer 2025 beschwerdenfrei. Die o.g. Beschwerden waren kaum bzw. sehr selten und nur schwach vorhanden.

Im Juni 2025 ging es dann leider wieder los. Aus dem Nichts Kribbeln/Pochern in der rechten Wade, exakt an der Stelle, wie 5 Jahre zuvor. Dies teilweise mehrere Tage am Stück, dann mehrere Tage Pause, dann sogar mal zwei Wochen am Stück. In der Intensität unterschiedlich. Mal nur beim Belasten des Beins, mal auch beim Ruhighalten, mal stärkere Missempfindungen. Auf jeden Fall unfassbar unangenehm.

So unangenehm, dass ich mich erneut für eine dreiwöchige Antibiose mit Ceftriaxon i.v. entschieden habe. Also exakt wie im Herbst 2018.
Diese ging bis Mitte Oktober 2025. Danach war ich zunächst wieder größtenteils beschwerdefrei, allerdings nur ca. 2 Monate. Seit Ende Dezember habe ich nun wieder starke Missempfindungen in Form von Kribbeln und Pochern in der Wade, z. T. so stark, dass es mich wahnsinnig macht...

Nun Frage ich mich, warum das Ceftriaxon dieses Mal nicht die erwünschte Wirkung erreicht hat? Kann es sein, dass ich schon Resistenzen gegen das Ceftriaxon entwickelt habe, weil ich es ja 7 Jahre zuvor schon einmal genommen hatte? Oder ist das unwahrscheinlich?

Meine Ärztin hatte nun den Vorschlag, es ggf. nochmal mit einer anderen Antibiose auszuprobieren. Die Idee ist, es mit Doxycyclin oral zu probieren. Wird aber alles noch in Ruhe besprochen. Wäre das eine Option? Wie ist Eure Einschätzung? Ich habe auch etwas Angst vor den Nebenwirkungen. Sollen die nicht etwas heftiger sein? Außerdem wäre das ja dann die zweite Antibiose innerhalb weniger Monate...
Das Ceftriaxon habe ich tatsächlich beide Male recht gut vertragen...

Danke schonmal im Voraus!
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Thanks given by: urmel57 , Valtuille , Sabine
#43

Hallo Tschimos,

schade, dass die Besserung nicht angehalten hat. Leider ist in deiner Situation nun tatsächlich nicht mehr ganz so einfach, weiter zu entscheiden.

Wurdest du bei den neuen Beschwerden nochmals differentialdiagnostisch untersucht?
Die Antikörpertests können nicht wirklich etwas über Aktivität sagen, aber wurden sie nochmals bestimmt und geschaut, ob sich das Bandenmuster geändert hat? Sind die ANA derzeit wieder positiv?

Zunächst: Wenn es eher neurologische Beschwerden sind, gibt es nicht so wahnsinnig viele Therapieoptionen. Doxy kann bei Neuroborreliose wirksam sein, ist auch das einzige orale Medikament. Neben Doxy wird Ceftriaxon, was du ja schon hattest, und Cefotaxim (nur IV, muss 2-3 Mal am Tag gegeben werden) offiziell empfohlen.
Doxy hat gegebenüber Ceftriaxon den Vorteil, dass es intrazellulär wirkt und auch einige andere Erreger, die durch Zecken übertragen wurden, mit abdecken würde. An sich wird es meist zu Beginn gegeben, da es recht gut verträglich und sehr günstig ist.
Ob es bei dir nun besser wirkt als Ceftriaxon, ist schwer zu antizipieren, das hängt ein Stück weit davon ab, was deine Beschwerden verursacht.

Die Kurzversion: Wissenschaftlich ist da derzeit vieles noch sehr unklar.

Die Gute Nachricht: Borrelien sind nicht in der Lage, Resistenzen zu bilden. Es gibt Hinweise aus einigen Studien, dass Borrelien jedoch eine Antibiotikatoleranz entwickeln, d.h. ein Teil der Borrelien die Standardantibiotika einfach aussitzen kann (entweder in sogenannten zystischen Formen, auch "round body forms" genannt, oder Persisterformen, teils als Biofilme bezeichnet). Wenn das Antibiotikum weg ist und die Borrelien wieder aktiv werden, sind sie aber weiterhin gegen das gleiche Antibiotika empfindlich. Wissenschaftlich ist dies jedoch bislang noch ziemlich umstritten, da die Studien im Labor und Tier stattfanden und es in Menschen wenig belastbare Hinweise gibt (und Borrelien generell im Menschen sehr schwer direkt nachweisbar sind).

Es gibt also bei dir leider ziemlich viele Möglichkeiten (ohne Ranking):
1. Deine Beschwerden haben eine andere Ursache, es füht sich lediglich so an wie Borreliose damals.
2. Es gibt neben der ggf. reaktivierten oder erneut eingefangenen Borreliose eine weitere Erkrankung, die die Beschwerden (mit-)verursacht, die Borreliose "reaktiviert" oder die Behandlung erschwert (kann, muss aber keine Infektion sein).
3. Es handelt sich weiterhin um eine Borreliose, diese ist aber schwer therapierbar wegen der erwähnten Antibiotikatoleranz.
4. Die Borreliose ist an sich erfolgreicht behandelt, der Körper hat die Schäden aber noch nicht geheilt (eher unwahrscheinlich, wenn die Beschwerden besser waren und wieder kamen)

Zur Frage, wie man therapieren soll, wenn man die Hypothese der Antibiotikatolerenz (im Einzelfall leider nicht beweisbar, ob das möglich wäre) annimmt, gibt es leider keine eindeutige Antwort. Derzeit wird da viel rumgedoktert, teils mit exotischen Antibiotika. Es gibt hier verschiedene Ansätze und jeder behandelt da irgendwie anders:
1. Längere Gaben von Standardantibiotika, wie Doxy (in Studien nicht wirksamer als normal-lange Gaben).
2. Standardantibiotika werden mit einem oder zwei weiteren Medikamenten kombiniert.
3. Neuere Mittel, die speziell auf diese Schläferformen wirken (alleine oder in Kombination).
4. "Gepulste" Therapien, d.h. man wiederholt die Antibiotikatherapien nach einer bestimmten Zeit, da es keine Resistenzen gibt.

Auch wenn diese gepulste Therapie bislang nur im Labor erforscht ist, wurde diese bereits experimentell eingesetzt. Sehr beliebt war hier Ceftriaxon. Mein früherer Arzt hat bspw. nach der normalen Ceftriaxongabe alle 2 Wochen nochmals für 3 Tage Ceftriaxon gegeben und nochmals 2 Wochen gewartet usw.

Wenn es nicht zu kompliziert ist, hier eine Tabelle mit einigen Auszügen aus Studien, u.a. auch zu Ceftriaxon, was relativ gut abschneidet: https://forum.onlyme-aktion.org/showthre...#pid191463

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Thanks given by: urmel57 , Tschimos85 , Filenada , borrärger , Sabine
#44

Vielen Dank für Deine ausführliche Rückmeldung!

Ich werde mich damit in Ruhe auseinandersetzen und dann entscheiden, welchen Weg ich gehe.

Ich halte Euch auf jeden Fall auf dem Laufenden...

"Wurdest du bei den neuen Beschwerden nochmals differentialdiagnostisch untersucht?
Die Antikörpertests können nicht wirklich etwas über Aktivität sagen, aber wurden sie nochmals bestimmt und geschaut, ob sich das Bandenmuster geändert hat? Sind die ANA derzeit wieder positiv?"

Was ist konkret mit differentialdiagnostisch gemeint? Also im Grunde wurde nur ein großes Blutbild gemacht (keine Mangelerscheinungen, keine Auffäligkeiten)...

Die ANA sind die IgM-Werte?!
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Thanks given by: Valtuille , borrärger , Sabine
#45

Differentialdiagnostisch meint, ob man dich wegen der Beschwerden nochmals (fach-)ärztlich untersucht hat, um rauszufinden woher die Beschwerden kommen.

Die Antikörper wären IgG und IgM, wobei der IgM-Wert keine Aktivität anzeigen kann bei Borreliose.
ANA sind Auto-Antikörper, die auf ein autoimmunes Geschehen hinweisen. Ich frage deshalb, weil ich kurz deinen alten Befund im ersten Post angeschaut habe und der da auch positiv war. Darüber hinaus könnte man bei dir auch das Bandenmuster im IgG-Borrelien-Blot vergleichen, dass recht ausgeprägt war, ob sich da was verändert hat.

PS: Was Nebenwirkungen angeht, gilt Doxy als verträglicher als Ceftriaxon. Ich hab es Magen-Darm-Technisch nicht so gut vertragen. Wenn man aber gut dazu isst (allerdings nicht mit calcium- und magnesiumreichen Nahrungsmitteln) und ggf. etwas mit Probiotika unterstützt ging es.

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Thanks given by: Tschimos85 , Sabine
#46

Alles klar, danke für die Erklärungen.

Dann nehme ich das mal mit in das Gespräch mit meiner Ärztin. Macht ja Sinn, dann nochmal das Bandenmuster im IgG-Borrelien-Blot zu vergleichen.

Auch nach den Auto-Antikörperen werde ich nochmal nachfragen und bitten, dies in dem Blutbild ebenfalls zu bestimmen.

Wie hattest du es während der Doxy-Einnahme zwecks Ernährung und Unterstützung für den Darm gehandhabt?

Besten Dank!
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Thanks given by: Sabine
#47

Ich musste Doxy nach den Mahlzeiten (nicht nur ein Apfel oder so) einnehmen und habe parallel ein Probiotikum eingenommen mit mehreren Stämmen. Dadurch konnte ich es ganz gut vertragen. Bei Doxy musst du neben der Ernährung auch mit Sonnenlicht etwas aufpassen, da das Risiko für Sonnenbrand deutlich größer ist. Ansonsten ist ein recht verbreitetes Antibiotikum und wird auch bspw. länger bei Hautproblemenen gegeben und ist u.a. auch als Rheuma-Medikament zugelassen (wird aber sehr selten hierfür verabreicht).

Zu Doxy findest du über die Suche auch einige Informationen, das Medikament hat fast jeder Borreliosepatient schon einmal gekriegt, bspw. hier Einnehmtipps:
https://forum.onlyme-aktion.org/showthre...#pid136133

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Thanks given by: Tschimos85 , borrärger , Sabine


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