(10.09.2017, 15:20)StefanMeier schrieb: Hallo Forum,
ich hatte hier meinen Befund mal zuvor eingestellt. Igm
Positiv, igg negativ, immunoblot igm p22 und p41. Keiner weiss ob aktive oder nicht aktive Borreliose. Westernblot bei einem anderen Labor wird gemacht.
Dein Laborbefund ist typisch für die frühe Krankheitsphase. Seltsamerweise kann er aber darüber hinaus auch bei bereits stattgefundener antibiotischer Behandlung hinaus bestehen bleiben, ohne, dass man daraus einen Krankheitswert ableiten kann. Er ist also nur richtungsweisend in der Frühphase aber nicht beweisend für eine bestehende aktive Borrelienerkrankung.
Zitat: ist es typisch für die Borreliose das alle Symptome mit ganz schlechter Verdauung einhergehen? Die seit sechs Wochen nun besteht und sich einfach nicht bessert.
Es ist nicht typisch, dass alle Borreliosesymptome mit schlechter Verdauung einhergehen - schlechte Verdauung allerdings sorgt für Ungleichgewicht aller Nähr- und Mikronährstoffe und das kann eine Reihe Symptome verursachen.
(10.09.2017, 18:27)StefanMeier schrieb: in der Frühphase bilden sich (nicht bei jedem) IGM. So wie bei mir auch. IGG negativ. Das kann bedeuten dass noch keine langfristige Borreliose vorliegt. Es wird im Frühstadium der IGM mit Antibiotika behandelt. Gehen wir davon aus es ist erfolgreich.
Zitat:Nicht desto trotz werden dann doch die IGG Antikörper später auch noch gebildet , oder nicht? Wenn ich aber erfolgreich behandelt bin zeigen die dann enstandenenIGG Antikörper doch an, dass ich eine chronische Borreliose habe. Obwohl erfolgreich behandelt wurde. Das macht keinen Sinn. Im Prinzip sind diese ganzen Blutwerte doch totaler Schwachsinn oder nicht? Wo ist mein Denkfehler?
Bei erfolgreicher Behandlung in der Frühphase werden sehr oft keine IgG gebildet. Entstandene IgG-Antikörper zeigen dann auch keine chronische Borreliose an, lediglich dass du mit Borrelien Kontakt hattest.
Letztlich würde ein positiver IgG lediglich beweisen, dass du tatsächlich mit Borrelien in Kontakt warst. Die IgM gerade in der von dir beschriebenen Konstellation können auch bei Gesunden gefunden werden - ist dann also in der Aussage so viel wert, wie eine geworfene Münze.Dazu sind die IgM -Antikörper weit unspezifischer als die IgG. Falls nun IgG gefunden würden, hieße das lediglich, dass du mit Borrelien in Kontakt warst. Das kommt bei ausgeheilter Borreliose vor aber auch bei chronischen Krankheitsverläufen der Lyme-Borreliose. Der Antikörpertest eignet sich nicht dazu das zu unterscheiden. Dazu werden auch Tests von Laboren verwendet, die nicht akkreditiert sind, womit sich die Verlässlichkeit der Tests auch nicht erhöht, wenn man mit solchen Tests positive Ergebnisse bekommt.
Wenn du möchtest schau dir diese Studie mal an: Dort wird über die Inzidenz der Lyme-Borreliose in Schweden in einer größeren Population berichtet. Ich finde dabei sehr interessant, dass die Serokonversion sogar häufig unterbleibt, man darf aber davon ausgehen, dass die Erkrankten mit Antibiotika behandelt wurden.
https://forum.onlyme-aktion.org/showthread.php?tid=8401
Fazit: Die Antikörpertests sind höchstens dazu geeignet eine Therapie begründen zu können, nicht jedoch um die Krankheit zu beweisen.
Über die chronischen Verläufen der Lyme-Borreliose gibt es keine strukturierten zielgerichteten Studien, es gibt noch nicht mal eine allgemein anerkannte Definition dieser Verläufe mit Ausnahme der ACA (chronische klar definierte Hauterkrankung in der Spätphase) und der chronischen Neuroborreliose ( in einer sehr engen Definition, die enge Diagnosevoraussetzung erfüllen muss). Von daher macht man es sich vielerorts einfach, indem man erklärt, das gäbe es daher dann auch nicht. Damit hast du das ganze Dilemma, in dem wir stecken und wir uns hier im Verein Bemühen, das den Verantwortlichen aufzuzeigen.
Uns bleibt vorerst leider nur übrig sich an nicht ausreichend wissenschafltich abgesicherten Informationen heranzuhangeln und zu hoffen, dass man dabei auf den richtigen Weg kommt. Dabei kann man wenn man Glück hat, auf die empirischen Erfahrungen von erfahrenen Ärzten hoffen.
Einer davon wäre zum Beispiel: Falls du Informationen zum aktiven Krankheitsverlauf suchst, könntest du es mit einem LTT versuchen, der leider aber auch fehlerbehaftet sein kann. Falls ein positiver LTT mit Antibiose negativ wird, ist das jedoch auch richtungsweisend, dass sich durch Antibiotika im Körper was tut. Idealerweise sollten dann auch gesundheitliche Verbesserungen damit verknüpft sein.
Nicht vergessen sollte man dann auch, andere Erkrankungen mitzubetrachten, unabhängig davon ob sie nun durch eine Borreliose ausgelöst wurden oder unabhängig davon entstanden sind. Falls diese behandelbar sind, sollte man das daraus eventuell ableitbare Theapieoptionen dann durchaus auch nutzen.
Also was ich meine, man sollte durchaus zweigleisig fahren und sich Modelle suchen, die vor allem auch für einen selbst passen sollten.
Liebe Grüße Urmel